Der Dunkle Schirm — Philip K. Dick


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Philip K. Dick









Science Fiction Bestseller
Copyright 1977 by Philip K. Dick
All rights reserved
Deutsche Lizenzausgabe 1980
Scan by Brrazo 07/2006
Bastei-Verlag Gustav H.
Lbbe, Bergisch Gladbach
Originaltiel: A Scanner Darkly
Ins Deutsche bertragen von Karl-Ulrich Burgdorf
Patrick Woodroffe
Bastei-Grafik (W)
Druck und Verarbeitung:
Mohndruck Graphische Betriebe GmbH, Gtersloh
Printed in Western Germany
Der Preis dieses Bandes versteht sich eins
chlielich der gesetzli
chen Mehrwertsteuer.
Alle Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jede hnlichkeit mit
toten oder noch lebenden Personen wre rein zufllig.
Quellennachweise:
Auszge aus The Other Side of the Brain: An Appositional Mind von
Joseph E. Bogen, M.D.
zuerst erschienen im
migung des Verfassers.
Auszge aus The Split Brain in Man
von Michael S. Gazzaniga, zuerst
erschienen im
Scientific American,
August 1967, Vol. 217. Mit freundlicher
Genehmigung des Verfassers.
Gedicht ohne Titel aus
Heinrich Heine: Lyric Poems and Ballads,
von Ernst Feise. Copyright 1961 by
The University of Pittsburgh Press.
Mit freundlicher Genehmigung der Un
iversity of Pittsburgh Press.
Weitere auch im Original deutschsprachige Zitate (vgl. Funoten) aus Goe-
thes
Faust,
Da stand einmal ein Typ m
itten im Raum
und versuchte
den ganzen Tag lang verzweif
elt, sich die Wanzen aus
den Haaren zu schtteln. Sein Arzt erklrte ihm, er habe
berhaupt keine Wanzen in de
Stunden lang geduscht hatte,
wobei er Stunde um Stunde
unter dem heien Wasserstrah
l stand und unter dem Ge-
krabbel der Wanzen litt, trat er wieder aus der Duschka-
nzen in der Lunge.
Da es sonst nichts gab, was er htte tun oder worber
er htte nachdenken knnen, ma
chte er sich daran, den
Lebenszyklus der Wanzen zu
erforschen und zudem mit
genau zu bestimmen,
um welche Gattung
von Wanzen es si
ch eigentlich han-
rend er die umfangreiche Lite
ratur ber die zahlreichen
Wanzenarten, die es auf der Welt gab, systematisch
Freien Wanzen, und daraus sc
hlo er, da es sich wohl
also um Blattluse. Nachdem
er einmal zu dieser Er-
kenntnis gelangt war, lie er
sich auch davon nicht mehr
abbringen, ganz gleich, was andere Leute ihm erzhlen
beien doch ke
Er aber wute es besser, we
il die endlosen Wanzenbis-
die sich ber fast ganz Kalifornien erstreckte, erstand er
Razzia, Schwarzkreuz
Hofwchter.
Erst sprhte er das Haus da
mit ein und schlielich auch
sich selbst. Das Hofwchter-Spr
ay schien am besten zu
Zugleich verfolgte er auch
des Problems weiter und entd
eckte dabei drei Entwick-
lungsstadien im Lebenszyklus der Wanzen. Zunchst
wurden sie von Menschen, die
er fortan Wanzentrger,
nannte, in sein Haus eingesc
hleppt, um ihn zu verseu-
chen. Diese Wanzentrger ware
n Personen, die sich ihrer
Rolle bei der Verbreitung de
r Wanzen gar nicht bewut
waren. Whrend dieses St
adiums hatten die Wanzen
noch keine Beiwerkzeuge oder
dieses Wort anllich seiner
wochenlangen Forschungs-
arbeiten kennen, whrend der er
sich immer tiefer in die
Bcher vergrub eine recht ungewhnliche Beschfti-
gung fr einen Typen, der
in einem Bremsen- und Rei-
stand, Bremstrommeln zu ri
sprten daher nichts. Oft hockt
er schon lnger kannte, aber er entdeckte auch einige
neue Gesichter darunter. Sie a
lle waren ber und ber mit
Blattlusen dieses ersten En
twicklungsstadiums bedeckt.
Manchmal lchelte Jerry auch
schief vor sich hin, weil er
als einziger wute, da di
Wanzen benutzt wurde und da
s noch gar nicht geschnallt
dann bisweilen.
Er aber lchelte nur weiter
Im nchsten Stadium wuchsen den Wanzen eine Art
Flgel; nun, eigentlich waren es keine richtigen Flgel,
sondern eher Auswchse, die die Funktion von Flgeln
erfllten und es den Wan
zen ermglichten, auszu-
schwrmen, denn nur so konn
ten sie von einer Person zur
anderen berwechseln und sich
auf einem neuen Trger
niederlassen also in erster
Linie auf Jerry. Wenn die
Wanzen zu schwrmen beganne
n, war die Luft voll von
ihnen; sie hingen wie lebend
e Wolken in
seinem Wohn-
zimmer, ja in seinem ganzen Haus. Whrend dieses Sta-
diums versuchte er, sie nicht einzuatmen.
Am meisten tat Jerry sein
Hund Max leid, denn er
berall in seinem Fell niederlie
en. Vielleicht gelangten
sie auch in Max Lunge, so wi
e sie in seine eigene Lunge
eingedrungen waren. Jerry gl
aubte zu spren, da der
Hund ebenso stark litt wie er
selbst. Deswegen berlegte
er, ob er Max fortgeben sollte
, um wenigstens ihm das
Leben leichter zu machen. Ab
er schlielich entschied er
infiziert worden war und i
hn die Wanzen darum berall-
hin begleiten wrden.
Manchmal nahm er den Hund mit unter die Dusche
und versuchte, ihn
von den Wanzen zu subern. Aber er
hatte bei Max auch nicht mehr
Erfolg als bei sich selbst.
Da er ein sehr mitfhlender
Mensch war, schmerzte es
ihn, mit ansehen zu mssen, wie der Hund litt; daher
In gewisser Weise waren die Qu
alen dieses hilflosen Tie-
res, das sich nicht einmal beklagen konnte, das Schlimm-
Was, zum Teufel, machst
du eigentlich den ganzen
Tag lang mit dem gottverda
mmten Kter unter der Du-
sche? fragte ihn sein Kumpel
Charles Freck einmal, als
er whrend einer dieser Duschprozeduren hereinkam.
Jerry sagte: Ich mu irge
ndwie die Aphidien von ihm
runterkriegen. Er schleppt
und fing an, ihn trockenzur
ubbeln. Verwirrt schaute
Charles Freck zu, wie Jerry
Babyl und Talkumpuder in
das Fell des Hundes einmassierte. berall im Haus trm-
ten sich wild durcheinandergeworfene Sprhdosen mit
Insektenspray und Flaschen
mit Talkum, Babyl und
n davon leer; mittlerweile
verbrauchte Jerry schon Dutzen
de von Flaschen pro Tag.
Ich seh keine Aphidien, sagte Charles. Was ist ei-
Kann manchmal tdlich sein, sagte Jerry. Genau
das ist ne Aphidie tdlich.
Die Biester sind in meinen
Haaren und auf meiner Haut und in meiner Lunge, und
die gottverdammten Schmerzen werden langsam uner-
trglich ich werd wohl bald ins Krankenhaus mssen.
Wie kommts, da ich sie nicht sehen kann?
telteppich hin. Pa auf, ich zei
g dir mal eine, sagte er.
Der Teppich war dicht mit Blattlusen bedeckt; berall
schnellten welche hoch und h
bei manche hher sprangen als
ihre Artgenossen. Jerry
hielt Ausschau nach einem besonders groen Exemplar,
weil es den anderen Leuten so
schwerfiel, die Biester zu
sehen. Hol mir mal ne Flasche oder n Glas, sagte er.
Unterm Splstein. Wir decken das Glas dann mit einem
Tuch ab oder schrauben den Deckel drauf, und dann kann
ichs mitnehmen, wenn ich zu
m Arzt geh, und der kann
sich das Vieh mal genau ansehen.
Charles Freck brachte ihm ein leeres Mayonnaiseglas.
lich entdeckte er eine Blattlaus, die mindestens drei Zen-
in die Luft sprang. Er fing si
e geschickt ein, trug sie zum
Glas, lie sie vorsichtig hineinfallen und schraubte rasch
den Deckel zu. Dann hielt er die Blattlaus triumphierend
sich, als er den Inhalt des Glases musterte. Was fr ein
Hilf mir mal dabei, noch me
hr einzufangen, die ich
dem Arzt zeigen kann, sagte Jerry, whrend er sich er-
neut auf dem Teppich hinhoc
Klar, sagte Charles Freck
und machte si
ch an die
Binnen einer Stunde hatten sie drei Glser voller
Wanzen. Obwohl Charles sich
heute zum ersten Mal an
irgendwo in Kalifornien, in einem heruntergekommenen
Wohnbezirk mit endlosen Re
ihen von billigen, aber halt-
baren Plastikhusern, die di
e Spieer schon lngst aufge-
geben hatten. Jerry hatte je
farbe ber alle Fenster gespr
ht, um das Tageslicht drau-
en zu halten; der Raum wurde nun von einer mehrarmi-
ler geschraubt hatte. Jerry
Nacht brennen, um die Zeit fr sich und seine Freunde
abzuschaffen. Dieser Gedanke
gefiel ihm; er liebte es,
sich von der Zeit zu befreien. Denn indem er das tat,
konnte er sich ohne jede
Strung wirklich wichtigen
zwei Mnner auf dem Zotte
Wanze nach der anderen auflas
en, um sie in eine endlose
Batterie von Glsern zu sperren. Was springt dabei ei-
gentlich fr uns raus? erku
ndigte sich Charles Freck
spter an diesem Tag. Ich
meine, bezahlt uns der Arzt
so ne Art Stckpreis fr di
e Viecher? ne Fangprmie?
Mir wrds schon reichen,
wenn dabei ein todsiche-
, sagte Jerry. Obwohl die
lich geworden; er hatte sich
nie daran gewhnen knnen,
und er wute, da er sich,
verdammt noch mal, auch nie
daran gewhnen wrde. Das unwiderstehliche Verlan-
gen, schon wieder zu dusch
en, berwltigte ihn. Hey,
Mann, keuchte er und richte
te sich auf, du machst wei-
ter damit, die Viecher in die
Glser zu tun, whrend ich
mal eben unter die Dusche gehe, ja? Er strzte in Rich-
tung Badezimmer davon.
Okay, sagte Charles. Se
als er sich zu einem der Gl
ser herumdrehte, die Hnde
schalenartig zusammengelegt. Als Ex-Veteran hatte er
seine Muskeln jedoch noch i
mmer ganz gut unter Kon-
trolle; er schaffte es bis
zum Glas, ohne umzukippen.
Aber dann sagte er pltzlich:
Jerry, hey diese Wanzen
machen mich irgendwie richtig nervs. Du, mir gefllt
das gar nicht, wenn ich hier so
ganz alleine bin. Er stand
Dmlicher Arschficker, sagte Jerry. Er lehnte sich
einen Augenblick lang im Badezimmer an die Wand,
schwer atmend vor Schmerzen.
Knntest du nicht
Ich mu erst ne Runde du
schen! Jerry knallte die
Tr zu und drehte
an den Reglern der Dusche. Eine Was-
Ich frchte mich aber hier drauen. Obwohl Charles
Freck offenbar lauthals br
llte, drang seine Stimme nur
Dann hau doch ab und fick
dich selbst ins Knie!
schrie Jerry zurck und stie
g unter die Dusche. Zu was
sind Freunde eigentlich gut? fra
gte er sich verbittert. Zu
gar nichts. Scheie noch ma
Stechen diese Scheiviecher? schrie Charles, der
Natrlich stechen sie, sagte Jerry, whrend er sich
Das hab ich befrchtet. Ei
ne Pause. Du, kann ich mal
reinkommen und mir die Hnde waschen, damit ich sie
ich dann auf dich warten?
Kubikscheie, dachte Jerry
voll bitteren Zorns. Er sag-
te nichts; er schrubbte sich
nur weiter ab. Dieser Bastard
war es gar nicht wert, da
man ihm eine Antwort gab
Er kmmerte sich nicht mehr um Charles Freck, sondern
nur noch um sich selbst.
Kmmerte sich nur noch um
seine eigenen lebenswichtigen, schrecklichen, dringen-
den Bedrfnisse, die ihn mit Haut und Haaren in An-
keine Zeit, keine Zeit; solche
Dinge konnten ruhig aufge-
schoben werden. Alles andere war zweitrangig. Mit Aus-
nahme des Hundes vielleich
t; Jerry machte sich immer
noch Gedanken ber Max, den Hund.
Charles Freck rief einen Typ
an, von dem er hoffte, da
er einen Posten Stoff im Angebot hatte. Kannste mir auf
rberschieben?
Himmel, ich sitze doch selbst auf dem trockenen
ich versuch gerade, was ra
nzuschaffen. Sag mir Be-
scheid, wenn du welche auft
n bichen Tod gebrauchen.
Was ist denn mit dem Nachschub los?
Schtze, die ham n paar Lieferungen gekascht.
Charles Freck hngte ein. Whrend er deprimiert aus
der Telefonzelle trat kein Doper wickelte einen telefo-
nischen Deal ber seinen
eigenen Anschlu ab und
langsam zu seinem daneben
spulte er in seinem Kopf
eine Phantasienummer ab. In
dieser Phantasienummer fuhr er gerade an einer
Drogerie vorbei, und die
Discount-
Macker hatten
das ganze Schaufenster mit
in Flaschen,
Langsamer Tod
in Dosen,
in Glsern und Badewannen und Botti-
chen und Schsseln, Millione
ten und Fixen mit
Langsamem Tod, Langsamer Tod
mixt mit Speed und Junk un
d Barbituraten und psychede-
lischen Drogen, eben alles,
was das Herz ertrumt. Und
ber der Auslage prangte ein gigantisches Schild: HIER
HABEN SIE KREDIT. Und vom
Rest des Textes ganz
zu schweigen: NIEDRIGE NIEDRIGE PREISE, DIE
R GANZEN STADT!
Aber in Wirklichkeit hatte die
gewhnlich nur nutzloses Zeug in der Auslage: Kmme,
Flaschen mit therischen l
en, Sprhdosen mit Deodo-
rants, immer den gleichen Sc
hund. Aber ic
h mchte dar-
Lden
Langsamen Tod
unter Verschlu halten, unge-
panschten, reinen, unverf
lschten, unverschnittenen
dachte Charles Freck, whrend er aus
auf dem Harbor Boulevard einfdelte. Mindestens ein
Er htte fr sein Leben gerne gewut, wann und wie
sie jeden Morgen das Zwanzig-Kilo-Pckchen mit Sub-
-Drogerie ausluden und woher
s der Schweiz vielleicht o-
lebte. Vielleicht wute das auch nur der liebe Gott. Viel-
leicht lieferten sie den Stoff in aller Herrgottsfrhe aus,
Des Mannes,
der da mit einem Lasergewehr
rumlungert und so finster
und drohend dreinschaut, wie
immer tut. Wenn irgendwer mir meinen
abklaut, dachte Charles Freck, wobei er
sich in den Kopf
Vielleicht ist Substanz T ein fester Bestandteil aller
ugen, dachte er. Eine klei-
ne Prise hier und da, gem
der geheimen, exklusiven
Formel, die von den Hersteller
n, die Substanz T entwik-
kelt haben, in einem Tresor in ihrem Stammhaus in
Deutschland oder in der Schweiz wie ein Staatsgeheim-
Freck es besser; die Behrden
sperrten sie zumindestens ein
), die Substanz T verkauften
oder transportierten oder kon
sumierten. Folglich wrde
auch die
Discount
-Drogerien! auf der Flucht
m Geschft gedrngt oder
wenigstens eingesperrt we
h doch nur
Dann haben die wohl doc
h nur den blichen Kram,
dachte er, whrend er ber
den Boulevard dahinkreuzte.
fr Notzeiten wie diese zurckgelegt
hatte, sorgfltig im Hinterhof unter der Kamelie vergra-
ben unter der Hybridkamelie
mit den khlen, groen
Blttern, die auch im Frh
ling nicht braun wurden. Ich
hab nur noch eine Wochenra
tion, dachte er bestrzt.
Was mach ich blo, wenn ic
Scheidreck!
Mal angenommen, da allen Dopern in Kalifornien
und in einem Teil Oregons der Arsch am selben Tag auf
Das war der absolute Hit unter den Horrorvisionen, die
er manchmal in seinem Kopf
abspulte. Und nicht nur er,
ze Westen der Vereinigten
Staaten sitzt pltzlich zur gl
eichen Zeit auf dem trocke-
nen, und alle Doper gehen
am selben Ta
vielleicht so gegen sechs Uhr an einem Sonntagvormit-
tag, whrend sich die Spiee
r gerade fein machen, um
urch von Pasadene, um
Liebe Pfarrgemeinde, so la
anrufen und Ihn darum anflehen, da Er Seine Gnade
leuchten lasse ber jenen, di
e sich zu dieser Zeit mit Ent-
Sein Wille geschehe. Die Gemeinde bekrftigt die
Doch bevor Er nun gndiglic
hst eingreift und unsere
ner greren Lieferung von
Offenbar hatte die Besatzung eines Streifenwagens
noch gar nicht aufgefallen war; jedenfalls hatte die
Schmiere ihren Standplatz
verlassen und folgte dem
Chevy nun dichtauf, bisher noc
h ohne Blaulicht oder Si-
Vielleicht fahr ich ja Schl
angenlinien oder was, dach-
te Charles Freck. Schei Vieh
transport, der klebt mir ja
direkt an der Stostange. Bin gespannt, was die mir an-
Meinen
Namen?
Sie wissen Ihren eigenen
Namen nicht mehr? Bulle
gibt dem anderen Bullen im
Streifenwagen ein Handzei-
Bitte, erschieen Sie mich
nicht hier! Charles Freck
in seiner Horrorvision, die
der Anblick des Streifenwa-
gens im Rckspiegel ausgelst hat. Nehmen Sie mich
doch bitte weni
gstens mit zur Wache und erschieen Sie
mich da, wos nicht alle Leute sehen.
Um in diesem faschistischen
Polizeistaat zu berleben,
dachte er, mut du immer
einen Namen parat haben.
Deinen Namen. Jederzeit. Da
s ist das erste, worauf sie
achten. Wenn du deinen eige
nen Namen nicht mehr zu-
sammenkriegst, dann wissen si
e, da du total breit bist.
Am besten, entschied er, sche
re ich aus, sobald ich ei-
ne Parklcke sehe, und fahre
freiwillig rechts ran, bevor
die Schmiere das Blaulicht
blitzen lt oder sonstwas
unternimmt, und dann, wenn
die Bullen neben mir anhal-
ten, werde ich sagen, ich h
tte wohl n loses Rad oder
Das finden die immer toll, dachte er. Wenn du auf die-
se Weise aufgibst, weil dir nichts anderes mehr brig-
bleibt. Das ist so, als wrdest du dich wie ein Tier zu Bo-
den werfen und ihnen deine
ungeschtzte Bauchseite
hinhalten. Ja, genau das werde ich tun.
Er scherte nach rechts aus und brachte den Wagen
ifen gegen den Bordstein
Fr nichts und wieder nich
ts rausgefahren, dachte
haben, wieder rckwrts ra
so dicht ist. Er stellte den
Motor ab. Vielleicht sollte ich
einfach ein Weilchen hier sit
zenbleiben, beschlo er, und
Alphameditation machen oder
mich in einige hhere
mir die Puppen anschaue, die
so vorbeispazi
eren. Mchte
wissen, obs irgendwo eine Firma gibt, die Geiloskope
herstellt. Statt Alpha-Bioskopen. Geilheitswellen, erst
sehr kurz, dann lnger, grer, grer, bis sie schlielich
geradewegs ber die Skala hinausschnellen.
Das bringt alles nichts, begriff er pltzlich. Ich sollte
unterwegs sein, um herauszu
finden, ob irgendwo Stoff
auf der Scene ist. Ich mu u
nbedingt Nachschub kriegen,
sonst klinke ich wirklich ba
ld aus, und dann werd ich
berhaupt nicht mehr in der
Lage sein, was geregelt zu
kriegen. Wenns mal soweit ist, werd ich nicht mal mehr
nicht nur nicht mehr wissen,
wer ich bin, ich werde nicht
mal wissen, wo ich bin oder
was eigentlich um mich her-
um luft.
einen Tag haben wir heute? We
nn ich nur wte, welcher
Tag heute ist, wrde mir auch
alles andere wieder einfal-
len. Es wrde nach und nach wieder in mein Gehirn sik-
Mittwoch, im Einkaufsviertel
von L. A. irgendwo im
Westwood-Bezirk. Direkt vor
Charles Freck eine dieser
riesigen Einkaufsarkaden, von einer Mauer umgeben, an
der man wie ein Gummiball abprallt auer wenn man
eine Kreditkarte dabei hat, mit der man durch den elek-
tronischen Sperrgrtel gelang
en kann. Da Charles Freck
fr keine der Arkaden eine Kreditkarte besa, kannte er
das Innere der Lden nur vom
Hrensagen. Offenbar gab
es in den Arkaden eine gan
ze Reihe von Lden, die Qua-
littsprodukte an die Spieer
verkauften besonders na-
trlich an die Spieerehefraue
n. Er schaute zu, wie die
oder die Frau auch wirklich zu
seiner oder ihrer Kredit-
karte pate und da die Kred
itkarte nicht geklaut, ver-
kauft, gekauft oder in be
trgerischer Absicht benutzt
worden war. Eine Menge Leute strmten durch das Tor
nur einen Schaufensterbummel
machen wollten. So viele
Leute knnen doch gar nicht das Moos oder das unauf-
schiebbare Verlangen haben,
um diese Zeit einkaufen zu
gehen, berlegte er. Es ist schon spt, kurz nach zwei.
Zwei Uhr nachts, ja. Die Lde
alle seine Freak-Brder und -S
chwestern, die in dieser
Nacht unterwegs waren, konnte
von drauen sehen, Lichter
wie bunte Funkenkaskaden.
Auf dieser Seite der Mall gab es nicht viele Geschfte,
die keine Kreditkarten verlangt
en und sich
fr alltgliche Besorgungen:
ein Schuhgeschft, einen
TV-Shop, eine Bckerei, einen Schlsseldienst, eine
Mdchen, das ein kurzes Pl
astikjckchen und eine
Die Kleine hatte hbsche Haare,
aber von hier aus konnte
er ihr Gesicht nicht erkenn
en, und man mute schon das
Gesicht sehen, um beurteilen
zu knnen, ob eine Puppe
wirklich scharf war. Keine schlechte Figur, dachte er.
Das Mdchen blieb eine Zeitla
ng vor einem Schaufenster
stehen, in dem Lederwaren au
sgestellt waren. Es schien
sich fr einen mit Quasten verzierten Geldbeutel zu in-
teressieren; Charles Freck
konnte verfolgen, wie die
Kleine sich die Nase an de
drckte und hin und her geri
ssen den Geldbeutel anstarr-
Im nchsten Augenblick tnzelte das Mdchen tat-
schlich in den Laden, ganz
wie Charles Freck es erwar-
entlanggeschlendert kam. Sie
trug eine gekruselte Bluse
und hatte hohe Abstze, s
ilberne Haare und zu viel
Make-up. Versucht, lter ausz
ist, dachte
er. Vielleicht geht sie sogar noch zur Oberschule.
Nach dieser Puppe kam ni
chts mehr, was der Rede
wert gewesen wre. Freck mach
te den Bindfaden los, der
die Klappe des Handschuhfachs an ihrem Platz hielt, und
toradio ein, eine Rock-Statio
n. Frher einmal hatte er
er eines Tages mal wieder
hatte er nicht daran gedacht,
den Recorder mit ins Haus
zu nehmen, als er den Wagen abschlo; bei seiner Rck-
kehr war das ganze Stereosy
stem verschwunden gewe-
sen. Das hat man nun von seiner Schusseligkeit, hatte er
gedacht. Und darum hatte er
mickriges Radio. Irgendwann wrden sie ihm das wohl
auch noch wegnehmen. Na egal
, er wute ja, wo er prak-
tisch umsonst ein neues Radio kriegen konnte, besser
gesagt: ein gebrauchtes Radio. Im brigen war sein Che-
vy sowieso praktisch reif fr
tungsringe waren pors und die Kompression im Keller.
Wahrscheinlich hatte er ein
Ventil zu Klumpatsch gefah-
ren, als er eines Abends mit einer ganzen Ladung guten
Stoffs ber den Freeway n
ach Hause raste; manchmal,
wenn er eine wirklich groe Partie gemacht hatte, wurde
er paranoid nicht so sehr
wegen der Bullen, sondern
Scene ihm den Stoff abklauen knnten. Irgend so ein
In diesem Moment ging ein Mdchen vorbei, das so-
fort Charles Frecks Aufmerksamkeit erregte: schwarzes
Haar, hbsch, und ein aufreizend langsamer Schlender-
schritt. Es trug eine offene
Bolerobluse und eine oft ge-
waschene, weie Baumwollhos
e. Hey, die kenne ich
doch, dachte er. Das ist
doch Bob Arctors Mdchen.
Er stie die Wagentr auf und schwang sich aus sei-
nem Chevy. Das Mdchen wa
trauischen Blick zu und ging weiter, ohne langsamer zu
r an die Wsche, dachte
Charles Freck, als er sich zwischen den anderen Passan-
ten einen Weg bahnte. Wie le
ichtfig sie einen Zahn
einen flchtigen Blick ber die Schulter zurckwarf. Ein
festes, ruhiges Gesicht Er
sah groe Augen, die ihn
Geschwindigkeit zu kalkulieren
und festzustellen, ob er
sie wrde einholen knnen. Ni
cht, wenn sie weiter so ein
Tempo vorlegt, dachte Char
An der Ecke waren die Le
ute stehengeblieben und
NICHT GEHEN anzeigte; Auto
den Reifen nach links ab.
Aber das Mdchen ging ein-
fach weiter, schnell, aber wrdevoll, und schlngelte sich
zwischen den dahinschiee
nden Wagen hindurch. Die
Fahrer starrten sie aufgebr
acht an. Sie schien die wten-
den Blicke nicht einmal zu bemerken.
Donna! Als das Zeichen auf GEHEN umsprang,
strzte Charles Freck ber die
Strae hinter ihr her und
holte sie ein. Trotzdem fing sie nicht an zu laufen, son-
dern ging nur einfach so z
gig weiter wie bisher. Bist
du nicht Bobs Alte? sagte e
r. Irgendwie schaffte er es,
sich ihr in den Weg zu ste
llen, um endlich ihr Gesicht
genauer mustern zu knnen.
Nein, sagte sie. Nein. Sie kam auf ihn zu, kam
genau auf ihn zu; er wich
rckwrtsgehend vor ihr zu-
rck, weil er pltzlich beme
ser in der Hand hielt und di
eses Messer genau auf seinen
beirrt weiterging, ohne langs
amer zu werden oder auch
nur einen Augenblick lang zu zgern.
Bestimmt bist dus, sagte Charles Freck. Wir ha-
ben uns mal auf seiner Bude
kennengelernt. Er konnte
das Messer kaum sehen, nur
ein winziges Stckchen der
Klinge, aber er wute, da es da war. Sie wrde ihn ein-
fach niederstechen und dann we
itergehen. Er wich immer
weiter zurck, die Hnde in einer abwehrenden Geste
erhoben. Das Mdchen verbar
g das Messer so geschickt
in ihrer Hand, da vielleicht
keiner der anderen Passan-
es nur zu gut; die Klinge zi
elte genau auf ihn, als das
Mdchen ohne zu zgern n
blick trat er zur Seite, und das Mdchen ging einfach
schweigend weiter.
Mensch, hr doch mal! sagte er zu ihrem Rcken.
Ich bin mir doch ganz sicher,
da es Donna ist, dachte er.
Sie kommt blo im Moment nicht drauf, wer ich bin und
da wir uns kennen. Hat wohl
Angst, da ich ihr an den
Arsch will. Heutzutage m
u man verdammt vorsichtig
sein, wenn man auf der Strae ne fremde Puppe an-
Wunder, wenn man bedenkt, was denen schon alles pas-
Heies kleines Messer, dachte Freck. Wre besser,
wenn die Puppen nicht mit
so was rumspielten; jeder
Macker knnte ihr das Hand
gelenk rumdrehen und die
Klinge auf sie selbst richte
n, wenn ers wirklich darauf
anlegen wrde. Ich htts auch
tun knnen. Wenn ich sie
wirklich htte anmachen wollen.
Er stand einfach nur da
und rgerte sich. Ich wei
doch ganz genau, da das
Gerade als er zu seinem Wagen zurckgehen wollte,
bemerkte er pltzlich, da
das Mdchen am Rand des
sich dahinwlzenden Fugngerstroms stehengeblieben
war und schweigend zu ihm herberstarrte.
Er ging vorsichtig auf sie
zu. Eines Abends, sagte
er, hatten ich und Bob und noch so ne Puppe ein paar
uralte Simon-und-Garfunkel-B
saest da Sie hatte die
ganze Zeit ber Kapseln mit
astreinem Tod gefllt, eine
Kapsel nach der anderen,
ganz systematisch. Stundenlang. El Primo. Numero Uno:
Tod. Und als sie damit fertig
gewesen war, hatte sie je-
dem eine Kapsel angeboten,
fen. Alle, nur Donna nicht. Ich deale nur mit dem Zeug,
hatte sie gesagt. Wie soll ic
h denn noch n Schnitt ma-
Das Mdchen sagte: Ich dachte, du wolltest mir eins
berziehen und mich dann durchbumsen.
Nein, sagte er. Ich hab nur gedacht, ich knnte
dich Er zgerte. Na ja,
ich knnt dich ein Stck im
Wagen mitnehmen Auf dem Brgersteig?!? erkun-
digte er sich unglubig, als
er begriff, was sie eigentlich
Vielleicht in einem Hauseingang. Oder du wrdest
mich in einen Wagen schleifen.
Aber wir
kennen
uns doch, protestierte Freck. Und
Du, ich hab dich gar nicht erkannt. Sie kam drei
Dann solltest du Kontaktlinse
n tragen. Ihm fiel auf,
da sie klare, groe, dunkle, warme Augen hatte. Was
Hatte ich ja frher mal. Ab
er dann ist mir eine raus-
gefallen, direkt in ne Bowl
enschssel. Du weit schon,
Acid-Bowle, auf ner Party. Das Ding ist direkt bis auf
den Boden gesunken, und wa
hrscheinlich hat sie wer
geschmeckt; ich hab immerhin fnfunddreiig Dollar
dafr hinlegen mssen.
Kann ich dich denn nun irgendwohin mitnehmen?
Nein, sagte Freck. Ich krieg im Moment sowieso
keinen hoch, schon seit n p
aar Wochen nicht mehr. Mu
an was liegen, womit die de
Mann, das ist ja ne heie
Ausrede, aber damit ist mir
schon mal einer gekommen. Alle bumsen mich nur
durch. Sie verbesserte sich
sies. So lufts nun mal, wenn man ne Puppe ist. Ich
gehngt, wegen Belstigung u
nd handgreiflicher Beleidi-
gung. Mein Anwalt verlangt 40 000 Schadensersatz.
Wie weit ist er denn gekommen?
Donna sagte: Der hat mir mit seinen Schmierfingern
Gemeinsam gingen sie den Weg zu Charles Frecks
Wagen zurck.
Hast du was zu verkaufen?
erkundigte sich Freck.
Ich brauch wirklich dringend was. Ehrlich gesagt, ich
bin praktisch auf Null runter,
stell dir das mal vor, total
auf Null! Ich war schon mit
ein paar zufrieden, wenn du
Ich kann dir welche besorgen.
Ja. Donna nickte bestimmt, den Kopf leicht gesenkt.
Aber, hr mal, die Dinger sind im Moment Mangelware
die Nachschubquelle ist
Wahrscheinlich hast du das sc
hon selbst mitgekriegt. Ich
Tr und stieg ein. Auf der a
nderen Wagenseite stieg auch
Donna ein. Und dann saen sie da, Seite an Seite.
bermorgen, sagte Donna. Aber nur, wenn ich den
n kann. Ich nehme an, es
wird klappen.
Scheie, dachte Charles
Freck. bermorgen erst.
s, sagen wir mal, heute a-
Wie viel?
Sechzig Dollar pro Hunderterpack.
O Mann, sagte Charles Freck. Das ist aber n stol-
Spitze. Ich hab schon frher
welche von dem Typen be
kommen; die sind wirklich
nicht so wie das Zeug, was einem sonst angedreht wird.
Mein Wort darauf, der Stoff
ist echt sein Geld wert.
Wenns eben geht, kaufe ich immer bei dem Typen. Aber
er hat nicht immer welche. We
it du, der Typ hat gerade
eine Tour in den Sden runter
gemacht, denke ich mir. Er
ist gerade erst zurckgekommen. Er hat den Stoff selbst
rangeschafft, ohne Zwischen
hndler, darum wei ich,
mir nichts im voraus bezahle
n. Erst, wenn ich sie habe.
Okay? Ich vertraue dir.
Ich leg nie Geld hin, bevo
r ich die Ware sehe, sagte
Manchmal mu mans aber.
Okay, sagte er. Kannst du mir dann mindestens ein
Hunderterpack besorgen? Er
versuchte rasch durchzu-
kalkulieren, wie viele er sich leisten konnte; vielleicht
konnte er binnen zwei Tage
und zweihundert Tabletten von ihr kaufen. Und wenn er
in der Zwischenzeit irgendwo einen besseren Deal ab-
schlieen konnte, mit anderen
Leuten, die Stoff anboten,
dann konnte er den Deal mit Donna ja wieder vergessen
und bei denen kaufen. Das wa
r der Vorteil dabei, wenn
man nie Geld vorstreckte
man nie abgelinkt werden konnte.
Da hast du aber mchtig Glck gehabt, da wir uns
ungefhr ner Stunde mit so
einem Macker, der mir viel-
leicht alles abkaufen wrde,
was ich eben ranschaffen
knnte du scheinst ja n
e ziemliche Pechstrhne ge-
chelte, und er erwiderte ihr Lcheln.
War nur toll, wenn du si
e eher kriegen knntest,
beutel und holte ei
nen kleinen Notizblock und einen Stift
mit dem Aufdruck SPARKS AUTO-ELEKTRO-
SERVICE heraus. Wie kann
ich dich erreichen? Und
dein Name ist mir brigens immer noch nicht wieder
Charles B. Freck. sagte er. Er gab ihr seine Telefon-
nummer eigentlich war es ga
r nicht seine, sondern die
eines Spieerfreundes, ber di
e er solche Kontakte im-
mer laufen lie , und sie schrieb die Nummer sorgfltig
auf. Wie schwer ihr das Schr
eiben doch fllt, dachte
nach dem anderen hin
Die bringen den Puppen in
der Schule auch nur noch
Schei bei, dachte er. Hat wohl immer unter der Schul-
bank gesessen. Aber ne heie P
uppe ist sie ja. Na ja, dann
kann sie eben kaum lesen und
schreiben; was solls? Was
Ich glaube, ich erinnere mi
sagte Donna. Vage jedenfalls. Es ist alles irgendwie
verschwommen, der ganze Abend; ich war richtig weg-
das Pulver in diese kleinen
Librium-Kapseln wir hatte
den Boden, meine ich. Sie blickte ihn nachdenklich an,
wie er so am Steuer sa und fuhr. Du scheinst ja ganz
okay zu sein, sagte sie. Vielleicht knnen wir fters
miteinander ins Geschft kommen? Du willst doch hin-
terher bestimmt noch mehr von dem Zeug, oder nicht?
Sicher, sagte Charles Freck. Zugleich berlegte er,
ob es ihm wohl gelingen wrd
e, den Preis zu drcken,
wenn sie sich das nchste Mal
sahen; er hatte so das Ge-
fhl, als stnden seine Chancen gar nicht mal so schlecht.
Aber auch wenn er Donna ni
cht herunterhandeln konnte,
hatte er es wieder einmal geschafft. Was hie: Er hatte
Glcklichsein ist, dachte er, wenn du weit, da du ein
all die geschftigen Mensch
en, das Sonnenlicht und das
pulsierende Leben der Stad
Freck war glcklich.
Irre, was er da durch Zufa
ll entdeckt hatte und das
nur, weil sich eine Polizeistreife ohne jeden besonderen
Grund an seine Fersen geheft
neue Quelle fr Substanz
T! Was konnte er mehr vom
Leben verlangen? Er konnte
nen, da zwei Wochen vor ihm lagen, nahezu ein
bevor er krepierte oder wenigstens beinahe kre-
pierte was bei einem Entzug
von Substanz T praktisch
das gleiche war. Zwei Wochen
wunderbar leicht ums Herz,
und fr einen winzigen Au-
genblick roch er die erregend
en Dfte des Frhlings, die
durch das offene Fenster des Wagens hereinwehten.
Mchtest du mitkommen, we
nn ich Jerry Fabin besu-
che? fragte er das Mdchen ne
ben sich. Ich bring ihm
eine Ladung Klamotten rber
in die Staatliche Nerven-
klinik Nummer Drei, wo sie i
haben. Ich schaffe jedesmal
nur ein bichen rber, weils
ja immer noch mglich wre, da er bald wieder raus-
kommt, und ich habe keine Lust
, dann alles zurckkarren
zu mssen.
Ich mchte ihn lieber nicht besuchen, sagte Donna.
Du kennst ihn? Jerry Fabin?
Jerry Fabin denkt, da ic
h es gewesen bin, der ihn
Nun,
damals
wute er noch nicht, was das fr Vie-
cher waren. Ich halte mich besser von ihm fern. Als ich
sind die Wahrnehmungszentren
, in seinem Gehirn
glaube ich wenigstens. Es sc
heint mit den Wahrnehmungs-
zentren zusammenzuhngen, das steht wenigstens neuer-
dings in den Regierungsinfos.
Das lt sich doch wieder
in Ordnung bringen, nicht
Nein, sagte Donna. Das ist fr immer im Arsch.
Die Leute in der Klinik ha
ben mir gesagt, da ich ihn
besuchen drfte und da sie glauben wrden, da er wie-
der Er machte eine hilflo
se Geste. Verstehst du, da
er nicht Wieder bewegte er seine Hnde hilflos hin
und her; es war schwierig, das in Worte zu fassen, was er
Donna blickte ihn besorgt an
wa einen Schaden am Sprachzentrum? erkundigte sie
sich. Eine Schdigung der wie nennt man die Dinger
doch gleich der Hinterhauptslappen?
Nein, sagte er. Mit Nachdruck.
Hast du berhaupt irgendwe
lche Schden? Sie tipp-
te sich an den Kopf.
Nein, es ist nur verstehs
t du das denn nicht? Ich
habe immer Schwierigkeiten da
bei, wenn ich ber diese
Schei-Kliniken spreche; ic
h hasse diese Kliniken fr
neurale Aphasie. Einmal war ich in einer, um so einen
Typ zu besuchen. Weit du,
der hat die ganze Zeit ver-
sucht, den Fuboden zu bohne
rn die Pfleger sagten, er
wrds nie schaffen, ich meine, er konnts einfach nicht
mehr auf die Reihe kriegen, wie mans machen mu
Was mich so unheimlich geschockt hat, war, da ers
immer weiter versucht hat. Ich meine, nicht nur so ne
Stunde lang oder so; er ha
ts immer noch versucht, als
hingefahren bin. So, als ob
ers immer wieder versucht htte, wieder und wieder, wie
da, wo ich ihn zuerst gesehen hab, bei meinem ersten
Besuch. Er konnte einfach
nicht auf die Reihe bekam. Ich erinnere mich noch ganz
em Gesicht. Er war sich so
sicher, da ers richtig hinkr
iegen wrde, wenn er nur end-
lich rausbekommen wrde, was
er eigentlich falsch mach-
te. Was mache ich denn blo fa
lsch? fragte er die Pfleger
immer wieder. Und es gab kein
en Weg, es ihm begreiflich
zu machen. Ich mein
e, sie habens ihm
erklrt verdammt
noch mal, sie habens ihm er
klrt , aber er konnte es
trotzdem immer noch nicht
Ich hab gelesen, da di
e Wahrnehmungszentren im
Gehirn meist zuerst den Bach
runtergehen, sagte Donna
gelassen. Wenn sich zum Be
ispiel einer nen miesen
sterte den Wagen, der direkt
vor ihnen fuhr. Sieh mal,
da ist einer von diesen neue
n Porsches mit den zwei Mo-
egt nach vorn. Wow!
Ich kannte mal einen Typ,
der sich einen dieser neu-
en Porsches frisiert hatte,
sagte Charles Freck, und
dann damit auf den Riverside Freeway rausfuhr und ihn
auf 280 hochjagte Filmri.
Er gestikulierte wild mit
den Hnden. Geradewegs in den Arsch von einem Sat-
t gesehen, nehme ich an.
In seinem Kopf lie er eine Phantasienummer abspulen:
er, Charles Freck, hinter dem
Steuer eines Porsche, aber
er bemerkte den Sattelschleppe
r rechtzeitig alle Sattel-
schlepper. Und jedermann auf dem Freeway dem Hol-
lywood Freeway zur Hauptver
kehrszeit bemerkte ihn,
nnte man diesen schlaksi-
gen, breitschultrigen, gutau
ssehenden Macker, der da mit
320 Stundenkilometern ber de
n Freeway brauste, auch
n Bullen hing der Unterkiefer
bis runter auf die Schuhe.
Du zitterst ja, sagte Donna
. Sie beugte sich zu ihm
herber und legte ihre Hand au
f seinen Arm. Eine ruhige
Ich bin mde, sagte er. Ich war zwei Tage und
zwei Nchte auf den Beinen
und habe Wanzen gezhlt.
Hab Wanzen gezhlt und sie in
vor Mdigkeit aus den Latschen
gekippt bin. Und als wir
dann am nchsten Morgen
aufgestanden sind und uns
fertiggemacht haben, um die
Flaschen in den Wagen zu
laden und sie zum Doktor zu bringen, weil wir ihm die
Wanzen zeigen wollten, da wa
r nichts in den Flaschen
drin. Leer. Er konnte das
konnte es in seinen Hnden spren, die auf dem Lenkrad
ruhten, konnte die zitternden Hnde auf dem Lenkrad
sehen, bei dreiig Stundenk
Die ganzen Schei-Flasche
n. Nichts drin. Keine Wan-
zen. Und dann hab ichs end
lich begriffen. Scheie noch
mal, ich hab begriffen, was mit seinem Gehirn los war.
Die Luft roch nicht mehr lnger nach Frhling, und
bergangslos begriff Charles Fr
eck, da er dringend ei-
nen neuen Hit Substanz T brauchte, weil es vielleicht
schon spter am Tag war, als er bisher bemerkt hatte.
ringer gewesen, als er dachte? Nun, zum Glck hatte er
immer einen Notvorrat dabei,
ganz hinten im Handschuh-
fach. Er sphte aus dem Fens
ter und hielt Ausschau nach
Manchmal macht einem das Gehirn was vor, sagte
Donna wie aus groer Entfernung;
sie schien sich in sich
selbst zurckgezogen zu habe
n, schien sehr weit wegge-
gangen zu sein. Charles Fr
eck fragte sich, ob ihr seine
ziellose Fahrerei wohl auf di
e Nerven ging. Vielleicht lag
Ein weiterer Phantasie-Film
spulte sich pltzlich in
seinem Kopf ab, ganz ohne seine Zustimmung: Zuerst
sah er einen groen Pontiac,
aufgebockt auf einem pltz-
n Wagenheber, und ein Jngelchen von
vielleicht dreizehn Jahren m
it langen, strohigen Haaren,
das sich verzweifelt gegen
den wegrollenden Wagen zu
stemmen versuchte und dabei
zugleich gellend um Hilfe
schrie. Er sah sich selbst zusammen mit Jerry Fabin aus
dem Haus Jerrys Haus st
rzen und die mit Bierdosen
berste Auffahrt hinunterstrmen. Er, Charles Freck,
griff nach der Wagentr auf
der Fahrerseite, um sie auf-
zuwuchten, damit er das Brem
Jerry Fabin, der nur eine Ho
se trug und nicht einmal
Schuhe anhatte er hatte gerade geschlafen, und sein
Haar war wirr und zerwhlt , dieser Jerry Fabin also
rannte am Wagen entlang zum
Fahrzeugheck und drngte
den Jungen mit seiner bloen
, bleichen Schulter, die nie
weg. Der Wage
nheber rutschte endgltig
ab und fiel um,
das Heck des Wagens krachte
runter, die Felge und das
Zu spt fr die Bremse,
keuchte Jerry und versuch-
te, sich seine hlichen, sc
hmierigen Haare aus den Au-
gen zu streichen. Er blinzelte. Zu knapp.
Is er okay? rief Charles
Freck. Sein Herz hmmerte
immer noch.
Ja. Jerry stand schwer
atmend neben dem Jungen.
Scheie! schrie er ihn an, um sich Luft zu machen.
Hab ich dir nicht gesagt, du sollst warten, bis wirs zu-
sammen machen? Und wenn ei
n Wagenheber wegrutscht
Scheie, Mann, du kanns
t doch keine fnftausend
Pfund zurckhalten! Sein
der von allen nur Rattenarsch genannt wurde, blickte ihn
wie ein Hufchen Elend an
und wand sich schuldbewut.
Mensch, ich habs dir doch wi
ch er sich verhalten hatte,
begriff, da er einen Fehler
gemacht hatte, der genauso
schwerwiegend und tdlich
gewesen war wie der des
nn, hatte versagt, weil er
unfhig gewesen war, richtig zu reagieren. Aber genau
wie der Junge suchte er nun
nach Worten, um sein Ver-
sagen zu rechtfertigen. Klar, ic
er klglich an, und dann br
ach die Phanta
eigentlich war sie nur eine exakte Widergabe realer Erei-
gnisse gewesen, denn Charles Freck erinnerte sich noch
genau an den Tag, an dem si
ch dieser Zwischenfall abge-
spielt hatte, damals, als sie noch alle zusammenlebten.
Jerrys guter Instinkt ohne
den htte Rattenarsch eine
Sekunde spter unter dem Heck des Pontiac gelegen, mit
Stimmung zum Haus zurck,
ohne auch nur den Versuch
zu unternehmen, die Felge un
d den Reifen einzufangen,
Ich war eingeschlafen, murmelte Jerry, als sie das
Mal seit Wochen haben mich die Wanzen lange genug in
Ruhe gelassen, da ichs gesc
hafft hab. Ich hab seit
fnf Tagen keinen Schlaf me
hr gekriegt bin immer nur
Ich hab schon gedacht,
sie wren vielleicht weg; und sie
weggegangen,
wirklich. Ich hab gedacht, si
e hrten endlich aufgegeben
und wren woandershin gega
ngen, nach nebenan viel-
leicht, ganz aus dem Haus weg. Jetzt kann ich sie wieder
spren. Der zehnte Anti-Wanzen-Strip, den die mir ver-
kauft haben oder vielleicht
wars der elfte die haben
mich wieder reingelegt, wie sies mit allen anderen ge-
nicht wtend, sondern nur leise und irgendwie verwun-
dert. Er legte seine Hand auf Rattenarschs Kopf und ver-
Kerl wenn ein Wagenheber
wegrutscht, dann nimm
dich blo nicht hinter ihn, un
d versuch ja nicht, dich ei-
ner solchen Masse entgegenzustemmen und sie mit dei-
Aber Jerry, ich hatte An
Schei was auf die Achse. Schei was auf den Wa-
gen. Dein Leben ist doch wi
chtiger. Sie
gingen durch
das dunkle Wohnzimmer, alle
drei, und die Vision eines
lngst vergangenen Augenb
licks verschwamm und er-
losch dann fr immer.
Meine sehr verehrten Herrs
chaften vom Anaheim Lions
Club, sagte der Mann am Mi
krophon, es erfllt mich
da wir dank der freundli-
chen Genehmigung der Beh
rden des Orange County
en Rauschgift-Agenten in
unserer Mitte begren drfen.
Nach einem einleitenden
Referat unseres Gastes werd
en wir die einmalige Gele-
genheit haben, ihn zu sich und zu seiner Arbeit zu befra-
gen. Oh, wie er strahlte, dieser Mann mit dem rosa Waf-
felfiber-Anzug, der gelben Plastikkrawatte, dem blauen
Hemd und den Schuhen aus
Lederimitat! Ein berge-
er berglcklich, auch wenn es wenig oder gar nichts
gab, weswegen man glcklich sein konnte.
Nun, wie Sie sicherlich bereits bemerkt haben wer-
den, sagte der Versammlungs
leiter, knnen Sie dieses
Individuum, das hier direkt
zu meiner Rechten neben mir
sitzt, eigentlich gar nicht rich
tig sehen, geschweige denn
erkennen. Und das liegt an
einer besonderen Vorrich-
tung, die er trgt, nmlich dem sogenannten Jedermann-
Anzug. Und eben diesen Anzug trgt unser verehrter
Gast whrend seines unermdlichen Einsatzes fr Recht
und Ordnung fast stndig.
Den Grund dafr werden Sie
in wenigen Minuten erfahren.
Das Auditorium, das in jede
r denkbaren Hinsicht ein
Spiegelbild des Versammlungs
interessiert das Individuum in
seinem Jedermann-Anzug.
den wir einfach nur Fred ne
nnen wollen, weil er unter
diesem Decknamen die Inform
ationen, die er sammelt,
sobald er sich einmal innerhalb seines Jedermann-
noch durch einen auf techni
schem Wege erstellten
Stimmabdruck identifiziert
werden und auch nicht
durch sein Aussehen. Wrden
Sie nicht auch sagen, da
er nur wie ein vager Fleck
und sonst nichts aussieht?
Bei diesen Worten verzog er
sein Gesicht zu einem brei-
ten Lcheln. Das Auditorium
nickte und lchelte konzili-
Der Jedermann-Anzug stam
mte aus den Forschungs-
, eigentlich eine Zufalls-
entdeckung, die einem Angestellten namens S. A. Powers
wie durch Zauberei gelungen
war. Vor einigen Jahren
hatte Powers mit enthemme
nden Substanzen experimen-
tiert, die direkt auf das Nervengewebe einwirkten; eines
Abends hatte er sich selbst
eine als ungefhrlich und nur
schwach euphorisierend geltende IV-Injektion verab-
reicht, was wider Erwarten zu
einem katastrophalen Ab-
fall in der GABA-Flssigkeit se
ines Gehirns gefhrt hat-
te. Subjektiv hatte Powers die Folgen der Injektion so
erlebt, als wrden pausenlos
de Phnomene an die gegen
berliegende Wand seines
Schlafzimmers projiziert eine mit irrwitziger Ge-
Montage von Bildern,
die in Powers zu diesem
Zeitpunkt den Eindruck zeitge-
Sechs Stunden lang hatte
Powers berwltigt beobach-
olge vor seinen Augen ablsten,
und im Anschlu daran war er mehr Bildern von Paul
whrend seines ganzen Lebe
ns geschaffen hatte. S. A.
Powers, ber den sich nun ei
ne wahre Sturzflut von Mo-
digliani-Gemlden ergo, hatte
die Hypothese aufgestellt
(schlielich braucht man fr alles eine wissenschaftliche
Theorie), da die Rosenkreuzler diese Bilder auf telepa-
thischem Wege auf ihn abstra
hlten, wobei die telepathi-
schen Impulse mglicherweise noch durch hochkomple-
xe Mikrorelais-Systeme verst
rkt werden mochten; aber
als ihn dann Kandinsky-Bilder zu martern begannen, er-
innerte er sich daran, da
sich das grte Kunstmuseum
in Leningrad gerade auf solche nichtgegenstndlichen
Maler der Moderne spezialisiert hatte. Und daraus nun
wieder lie sich die Schlufolgerung ziehen, da die So-
nehmen.
Erst am nchsten Morgen er
innerte sich S. A. Powers
daran, da ein drastischer Abfall in der GABA-
nomene erzeugte; demnach hatte also niemand versucht,
auf telepathischem Wege
sei es mit oder ohne Mikro-
wellen-Verstrker mit ihm
Aber immerhin brachte S. A.
Powers dieses nchtliche
Erlebnis auf die Idee fr den Jedermann-Anzug. Im
Grunde genommen bestand
Powers Konstruktion aus
einer Quarzlinse mit einer Vi
elzahl von Facetten, die mit
Computers enthielten ma-
ximal eineinhalb Millionen enkodierter Abbilder partiel-
ler physiognomischer Charakte
ristika einer groen An-
zahl von Menschen Mnnern,
Frauen und Kindern. Der
Computer projizierte die gespeicherten Abbilder nach
auen auf eine hauchdnne,
gewandartige Membrane, die
gro genug war, um einem du
Wenn der Computer sein in
einer Endlosschleife ge-
en lie, lieferten seine
Speicherbnke nach und nach jede erdenkliche Augen-
farbe, Haarfarbe, Nasenform, Gebifiguration und Ge-
sichtsknochenstruktur und spei
sten sie in die Projektions-
vorrichrung ein. Die leichentuchhnliche Membrane
nahm dann alle krperlichen
Charakteristika an, die in
jeder Nanosekunde projiziert
wurden bis auf das nch-
Anzug noch effektiver zu m
achen, programmierte S. A.
Powers den Computer darauf, die Abfolge der krperli-
chen Merkmale, die bei jedem Durchlauf auf der Mem-
brane erschienen, nach Zufalls
kriterien zu variieren. Und
um den Kostenfaktor mglic
hst niedrig zu halten (den
Leuten von der Regierung im
Membrane bisher unverwert
bare Abfallprodukte eines
groen Industrieunternehmens, das bereits Geschfte mit
Powers Konzeption machte
den Trger des Jeder-
mann-Anzugs (wenngleich na
trlich nur innerhalb des
Limits von eineinhalb Milli
puter speichern und miteinander kombinieren konnte)
stndlich zu jedem Mann und
zu jeder Frau. Daher war
es vllig sinnlos, de
n Trger oder di
e Trgerin eines
solchen Anzugs beschreiben
zu wollen. Unntig zu er-
whnen, da S. A. Powers na
trlich auch seine eigenen,
ganz persnlichen physiognomi
die Speicherbnke des Computers eingespeist hatte, da-
mit aus dem rasenden Wirbel der aufgespaltenen Ge-
sichtszge auch sein eigene
s Gesicht manchmal an die
Oberflche tauchte, vom Comp
uter zufllig wieder aus
Ereignis, das nach Powers
Berechnungen pro Anzug
aber natrlich nur, wenn de
sterblichkeit konnte Powers nicht erheben.
Bhne frei fr den vagen Fleck! sagte der Ver-
sammlungsleiter laut, und ei
n allgemeines Beifallklat-
Im Innern seines Jedermann-Anzugs seufzte Fred
der zugleich auch Robert
Arctor war unhrbar und
Einmal im Monat whlte das Amt fr Drogenmi-
brauch des Orange County nach Zufallskriterien einen
Geheimen Rauschgift-Agenten
aus und beauftragten ihn
damit, vor einer Versamml
ung von Hohlkpfen wie die-
sen hier zu sprechen. Heute
war er, Fred, an der Reihe.
Als er nun den Blick ber se
begriff er, wie sehr er Spie
er verabscheute. Sie fanden
immer alles toll. Sie lchelte
n. Sie unterhielten sich gro-
Vielleicht hatte der Miniaturcomputer seines Jeder-
mann-Anzugs in diesem Auge
nblick aus de
groen Zahl von gespeicher
ten Komponenten S. A. Po-
brane projiziert.
Aber Spa beiseite, sagte der Versammlungsleiter,
dieser Mann hier Er
hielt inne und versuchte
Fred, sagte Bob Arctor. S. A. Fred.
Ja, richtig, Fred. Der Versammlungsleiter gewann
eder zurck und nahm den
Faden wieder auf, whrend er zugleich seine Zuhrer-
Wie Sie selbst hren k
nnen, hnelt Freds Stimme
einer jener Computerstimmen,
die ertnt, wenn Sie dr-
ben in San Diego am Schalter
einer Bank vorfahren sie
ist vollkommen tonlos und
so knstlich wie die eines
keinerlei bleibende Eindrcke hinterlt, spricht Fred
auch, wenn er sein
schwere Pause ein. Sie m
ssen wissen, da jeder Ge-
heime Rauschgift-Agent durch
seinen Einsatz ein grli-
ches Risiko eingeht. Es ist wohl kein Geheimnis mehr,
da es den Krften, die hint
er dem Drogenhandel stehen,
wahrscheinlich berall in unser
em Land gelungen ist, die
fr die Bekmpfung des Drogenmibrauchs zustndigen
Behrden mit erschreckendem
Geschick auf allen Ebe-
nen zu infiltrieren. Nach Meinung der am besten infor-
mierten Experten drfte an di
eser Tatsache kein Zweifel
mehr bestehen. Und eben
darum ist der Jedermann-
Anzug eine notwendige Schutzmanahme, damit das Le-
ben dieser wagemutigen und
ihrer Sache treu ergebenen
Schwacher Applaus fr den Jedermann-Anzug. Und
dann erwartungsvolle Blicke,
die sich auf Fred richten,
Wenn Fred jedoch vor Ort,
in der Drogenszene also,
noch hinzu, als er sich vom Mikrophon entfernte, um
Platz fr Fred zu machen, t
rgt er diesen Anzug natr-
er selbstverstndlich zumeis
die in den verschiedenen su
bkulturellen Gruppen blich
ist, in denen sich ein Geheim
er Rauschgift-Agent im Zu-
ge seiner Ermittlungen bewegt.
Er gab Fred ein Zeichen, si
ch zu erheben und vor das
schon sechsmal zuvor dieser
Prozedur unterzogen, und er
wute, was er sagen mute u
nd was anschlieend auf ihn
zukam: nmlich die ewig glei
chen Arschloch-Fragen und
das bliche Ma an dumpfer Beschrnktheit. Es machte
ihn wtend, da er gezwungen war, hier seine Zeit zu
ene Liebesmh und das
Gefhl der Nutzlosigkeit, das
er empfand, wurde mit je-
dem Mal strker.
Wenn ich Ihnen auf der Strae begegnen wrde,
sagte Fred ins Mikrophon, n
gen war, wrden Sie wahrsche
inlich sagen: Schon wie-
der so ein ausgeflippter Ra
den Ekel empfinden und
sich von mir abwenden.
Schweigen.
Ich sehe nicht so aus wi
e Sie, sagte er. Ich kann
mir das nicht leisten. Mein
Leben hngt davon ab. In
Wirklichkeit unterschied er si
ch in seinem Aussehen gar
nicht so sehr von ihnen. Und auerdem htte er die Sa-
chen, die er tglich trug, auch dann angezogen, wenn es
sein Job und der Schutz sein
es Lebens nicht erforderlich
gemacht htten. Ihm gefiel di
e Kleidung, die er trug. A-
abspulte, war praktisch von
geschrieben und ihm dann
t worden. Zwar konnte er
in gewissen Grenzen improvisi
er sich doch an den Standardte
xt halten, den alle Rausch-
ten. Diese Regelung war vor Jahren von einem diensteif-
rigen Abteilungschef eingef
hrt und spter durch einen
hatte. Ich mchte mein Refe
rat nicht damit beginnen,
sagte er, Ihnen eine Aufzh
ich in meiner Funktion als Geheimer Rauschgift-Agent
zu tun versuche. Sie wissen ja
bereits, da ich damit be-
fat bin, Dealer dingfest zu
machen und besonders die
stammen, die diese Dealer au
f den Straen unserer Stdte
und in den Korridoren unsere
r Schulen hier in Orange
gen hier legte er eine Kuns
tpause ein, wie man es ihm in
den Public-Relations-Kursen auf der Polizeiakademie bei-
gebracht hatte , wovor ich mich am meisten frchte.
noch aus offenen Mndern und
weit aufgerissenen Au-
gen zu bestehen.
Was ich bei Tag und bei
ist, da unsere Kinder, Ihre
Kinder und meine Kinder
Wieder eine Kunstpause. Ich habe zwei, fuhr er fort.
Dann, besonders ruhig und ei
ndringlich: Sie sind noch
klein. Sehr klein. Und dann lie er seine Stimme an-
gemacht zu werden, mit voller Ab-
sicht um des bloen Profits
werden, von jenen, die unse
re Gesellschaft zerstren
wollen. Eine erneute Pause.
Zum gegenwrtigen Zeit-
punkt, fuhr er bergangslos
wissen wir noch nicht, wer
diese Menschen oder bes-
ser: diese Tiere! sind, di
e sich unsere Kinder als Beute
erkoren haben, so, als wrden
wir hier nicht in den Ver-
einigten Staaten leben, sond
ern in einem Dschungel ir-
gendwo in einem fernen Land. Wir bemhen uns nach
besten Krften darum, die Identitt jener Mnner aufzu-
decken, die diese Gifte, die
tglich von mehreren Millio-
nen von Mnnern und Frauen
eingenommen, geschossen
und geraucht werden, aus ge
hirnzerstrendem Dreck zu-
das eine langwierige Auf-
gabe, aber am Ende werden
wir ihnen doch, so wahr uns
Eine weitere Stimme, ebenso enthusiastisch:
Schnappt euch die roten Schweine!
Applaus, der in immer ne
nrollte und
gar nicht mehr zu enden schien.
Robert Arctor zgerte. Sta
Los, Mann, sags uns, wie
weniger aufdringliche Stimme zu ihm herauf die Stim-
me einer Frau. Arctor lie se
inen Blick suchend ber die
Zuhrer schweifen und machte
schlielich die Sprecherin
Jeder Tag, sagte Fred (oder Robert Arctor?), for-
dert diese Seuche ihren Trib
ut von uns. Tglich steigen
die Profite und wohin sie
flieen, werden wir Er
brach ab. Selbst wenn sein
Leben davon abgehangen ht-
te, htte er den Rest des Satzes nicht mehr aus den Tiefen
seines Gehirns heraufbagg
ern knnen, obwohl er ihn
doch wenigstens ei
ne Million mal wiederholt hatte, so-
wohl auf der Akademie als
auch whrend der vorange-
Nun, sagte er, irgendwie dreht sichs eigentlich gar
nicht um die Profite. Der Ke
rnpunkt liegt woanders. Ich
meine, von dem, was sich da
vor Ihrer aller Augen ab-
Verblfft stellte er fest, da
terschied bemerkten, obwohl
und das sagte, was ihm gerade in den Sinn kam, ohne
sich auf die Vorgab
en der PR-Jungs drben im Behr-
denzentrum des Orange County zu verlassen. Aber wieso
ch berhaupt entdecken?
Was wuten sie denn von de
m, was um sie herum vor-
Die Spieer, dachte er, die da unter dem Schutz bewaff-
ment-Komplexen leben, wrd
en doch keine Sekunde z-
gern, das Feuer auf jeden Doper zu erffnen, der mit ei-
nem leeren Kissenberzug ber der Schulter an ihren
Mauern kratzt und versucht,
ihr Piano und ihre elektri-
sche Uhr und ihren Rasierappa
rat und ihr Stereogert zu
klauen die sie ohnehin noch
nicht abbezahlt haben ,
damit er neuen Shit oder seinen nchsten Schu kriegen
kann. Denn wenn er den nicht
kriegt, wird er mglicher-
weise sterben, einfach so, ka
-wumm, weil er den Entzugs-
schock und die damit verbunde
nen Qualen nicht durch-
steht. Aber was kmmert das ei
nen, solange man in seiner
privaten Festung sitzt und durch
die Schiescharten nach
drauen spht, die Mauern
unter Starkstrom stehen und
Stellen Sie sich einmal vor
, sagte Fred, Sie wren
sten Schu Insulin. W
rden Sie dann steh
len, um an das
Sie sich einfach hinlegen
Schweigen.
Im Kopfhrer seines Jedermann-Anzugs sagte eine
blecherne Stimme: Ich glaube, Sie sollten besser zum
das wirklich dringend raten.
ber sein Kehlkopfmikrophon
sagte Fred (oder Robert
Arctor?): Ich hab den Text
vergessen. Nur sein Vor-
Hank) identisch war, konnte
diese Worte hren. Der an-
onyme Beamte am anderen Ende der Leitung war Fred
die blecherne Antreiber-
stimme in Freds Kopfhrer.
Ich werde Ihnen den Text
vorlesen. Sprechen Sie ihn mi
r bitte Wort fr Wort nach,
aber achten Sie darauf, da di
e entstehenden Pausen ganz
natrlich wirken. Ein kurzes
Zgern, dann das Rascheln
von Papier. Wollen wir mal schauen Jeden Tag stei-
gen die Profite strker an
und wohin sie gehen, werden
wir Ungefhr da haben Sie aufgehrt.
Ich habe einen psychologi
schen Block gegen dieses
schon bald herausfinden
, sagte sein offizieller
Souffleur, ohne auf Arctors Einwand zu achten, und
dann wird die ganze Strenge
mnner treffen. Und wenn es soweit ist, mchte ich um
Wissen Sie eigentlich, wa
rum ich einen Block gegen
dieses Zeug habe? sagte Arct
or. Weil es genau das ist,
was die Leute zur Droge treibt. Und er dachte: Genau
das ist der Grund dafr, da man auf alles pfeift und ein
Doper wird. Warum man einfach aufgibt und angewidert
Aber dann lie er seinen
Blick einmal mehr ber das
Auditorium schweifen und be
se Menschen dort unten nicht zutraf. Nur mit einer Rede
wie der, die er eigentlich hatte halten wollen, konnte man
sie berhaupt erreichen. Er sprach vor einer Versamm-
lung von Ignoranten, die in em
otionaler Hinsicht so debil
waren, da man ihnen alles so erklren mute, wie es in
der ersten Grundschulklasse blich war:
T, sagte er laut zu seinen Zuhrern, steht fr Sub-
stanz T. Und damit zugleich fr Torheit und Trostlosig-
deswegen, weil Substanz
T dich von allen anderen Me
nschen, selbst von deinen
besten Freunden, trennt und dich in einen Kosmos aus
amkeit und Ha und Mitrauen stt.
fuhr er dann fort, steht schlielich fr
Tod.
Fr
wie wir es nennen, wir Er stockte.
Wir, die Doper. Seine Stimme schwankte und drohte
zu versagen. Vielleicht haben Sie das schon einmal ge-
Langsamer Tod.
Vom Kopf an abwrts. Das wrs
dann wohl. Er ging zu sein
der Souffleur. Ich erwarte
Sie in meinem
Bro, wenn
Sie zurckkommen. Zimmer 430.
Ja, sagte Arctor. Ich hab alles vermasselt.
Die Zuhrer schauten ihn an
, als htte er vor ihren
Augen auf die Bhne gepit. Aber Arctor war sich nicht
Der Versammlungsleiter ging rasch zum Mikrophon.
Fred hat mich vor Beginn se
ines Vortrags darum gebe-
ten, Sie darauf hinzuweisen,
da er nur ein kurzes, ein-
fhrendes Statement abgeben
wolle und an Stelle eines
langen Referats lieber whrend der Diskussion ausfhrli-
cher auf Ihre Fragen eingehe
n mchte. Nun er hob die
rechte Hand gibt es schon Fragen?
Pltzlich kam Arctor noch ei
nmal ungeschickt auf die
Offenbar mchte Fred
seine Ausfhrungen doch
Whrend Arctor langsam ge
senkten Kopfes zum Mi-
krophon zurckschlurfte, sagt
e er mit groer Przision:
Nur eines noch.
inen Tritt in den
Arsch, wenn sie erst einmal
an der Nadel hngen. Die
von Ihnen, sogar fast al-
le, besonders die Mdchen, wuten nicht, worauf sie sich
einlieen, von dem man ni
cht mehr loskommt. Versu-
chen Sie lieber, diese Mensch
en, uns alle, von der Nadel
fernzuhalten. Er blickte kurz
auf. Verstehen Sie, die
Hndler, meine ich , und da
nem Mdchen, das fast noch
ein Kind ist, und in dem
Glas sind acht oder zehn Table
tten, und die Kleine wird
bewutlos. Und dann spritzen
sie ihr einen Mex-Hit, zur
Hlfte Heroin und zur Hlfte
Substanz T Er brach ab.
Ich danke Ihnen fr Ihre Aufmerksamkeit, sagte er.
Tten Sie die Pusher, sagte Arctor und ging zurck
Bob Arctor war nicht danach zumute, auf dem schnell-
sten Wege ins Behrdenzen
trum zurckzukehren und
sich in Raum 430 zu melden.
Darum spazierte er langsam
eine der Haupteinkaufsstra
en von Anaheim hinunter
und schaute sich die McDonaldburger-Stnde und die
Wagenwaschanlagen und di
rien und all die anderen
und ihm dabei Leute aus allen Bevlkerungsschichten
behagen, das irgendwie mit seiner Identitt zusammen-
hing. Wie er zu den Typen vo
m Lyons-Club gesagt hatte,
sah er wie ein Doper aus, wenn er den Jedermann-Anzug
ablegte; er sprach wie ein
Doper, und die Menschen rund
um ihn hielten i
hn natrlich auch fr einen Doper und
reagierten dementsprechend.
Andere Doper zum Beispiel
Schau mal einer an, dachte er, andere warfen ihm
einen Friede, Bruder-Blick zu, und die Spieer taten
Zieh dir eine Bischofssoutane
tra auf, dachte er, und spaziere darin herum, und die Leu-
te werden ehrfrchtig das Ha
upt neigen, die Knie beugen
und versuchen, deinen Ring
zu kssen wenn nicht so-
gar deinen Arsch. Und pltzlich
du ein Bischof. So-
heinlich wei keiner das.
Die schlimmsten Identittskrisen machte Bob Arctor
immer dann durch, wenn er wieder einmal von
Dem
angeschissen wurde. Wenn die Bullen ganz
gleich, ob es nun gewhnliche
Beamte in Uniform, An-
gehrige von Spezialtruppen
anzgen oder irgendwelche a
ndere Polypen waren mit
Randstein neben ihm her-
fuhren, dabei die Geschwindigkeit ihrer Fahrzeuge lang-
sam seinem Schlenderschritt
tenfenster mit gespannten, scharfen, metallischen, leeren
Blicken prfend anstarrten
und dann manchmal, offen-
bloen Laune hera
ihn zu sich winkten.
Okay, zeig uns mal deinen
Ausweis, sagte der be-
Hand durch das heruntergekurbelte Fenster entgegen;
und dann, whrend Fred-Arctor-wer-auch-immer in sei-
ner Brieftasche herumfummelte, pflegte der Bulle ihn
um das Ritual ein wenig zu
variieren, mochte er viel-
leicht noch hinzufgen: ZU
VOR? Ganz so, als ob Arc-
Was liegt denn an? sagte Arctor dann fr gewhn-
te sich wie von selbst eine
Menschenmenge am Ort des
Geschehens. Die meisten de
r Zuschauer nahmen wohl
an, der arme Kerl sei beim Dealen an der Straenecke
erwischt worden. Sie grinsten
was wohl weiter geschehen wrd
e. Einige von ihnen in
der Regel Chicanos oder
Schwarze oder Typen, denen
man auf den ersten Blick ansah, da sie selber zur Scene
gehrten verfolgten das Gesc
hehen allerdings eher w-
tend. Aber jene, die wtend
aussahen, kapierten schon
nach kurzer Zeit,
sie wtend aussahen und beeilten
sich tunlichst, einen eher
da jeder, der in Anwesenheit von Bullen wtend oder
unbehaglich dreinblickte wa
s nun davon, war egal ,
rchten, die so im Umlauf waren, Glauben schenken
wollte, dann wuten das ge
rade auch die Bullen und
Heute jedoch belstigte niemand Bob Arctor. Eine
Menge Scenerypen liefen hier herum; er war nur einer
unter vielen.
Was bin ich eigentlich? fragt
e er sich. Er sehnte sich
einen Augenblick lang nach seinem Jedermann-Anzug.
Dann, dachte er, knnte ich als vager Fleck weitergehen,
Volk, wrden applaudieren.
Bhne frei fr den vagen Fleck! dachte er und spulte die
ganze Szene im Lyons-Club noch einmal in seinem Kopf
ab. Was fr eine Art, Anerke
nnung zu finden! Wie konn-
ten sie sich zum Beispiel eigentlich sicher sein, da er
der richtige vage Fleck war und nicht ein anderer? Es
knnte jemand anderes als Fred darinstecken, oder ein
anderer Fred, und sie wrden
das nie erfahren, nicht ein-
Sie wrden es nicht einmal dann wirklich wissen. Sie
wrden es nie wissen. Beispielsweise knnte der Trger
des Jedermann-Anzuges Al sein, der nur vorgab, Fred zu
sein. Jeder Beliebige knnte
darin stecken, ja, der Anzug
knnte sogar leer sein. Vo
m Orange County-Polizei-
hauptquartier knnten sie per Funk eine Stimme in den
nnten ihm vom Bro des
Sheriffs aus auf diese Weis
e Leben einhauchen. Fred
knnte jeder x-beliebige sein
, der zufllig an diesem Tag
an seinem Schreibtisch sitz
t und zufllig das Drehbuch
Verschwrung von Typen an ihren Schreibtischen.
Aber ich nehme an, da dank der Schluworte meiner
Ansprache diese Mglichkeit w
kommt. Die Jungs drben im Bro wollen ja gerade dar-
ber mit mir sprechen. Da er nicht besonders scharf auf
diese Aussprache war, trdelte er weiter herum, um so
das Treffen hinauszuschieben
. Sein zielloses Herumwan-
dern fhrte ihn nirgendwohin
und zugleich doch berall-
hin. In Kalifornien machte
es ohnehin keinen Unter-
schied, wohin man ging; bera
ll stie man auf denselben
McDonaldburger-Stand, wieder und wieder, wie bei einer
gemalten, kreisfrmigen Kulisse, die an einem vorbei-
luft, whrend man vorgibt,
irgendwohin zu gehen. Und
wenn man schlielich Hunger
bekam, und an den McDo-
naldburger-Stand trat und
einen Hamburger von McDo-
nalds kaufte, war es genau
derselbe, den sie einem schon
und immer so weiter, bis zurck
in jene Zeit, bevor man
geboren worden war. Und um das Ma voll zu machen,
hahnmgen bestand. Was nat
rlich nur eine ganz ble
Wenn man den Reklameschildern glauben schenken
wollte, dann hatten sie dens
mittlerweile fnfzig Milliarden Mal verkauft. Vielleicht
sogar immer an denselben Kunden? Das Leben in Ana-
heim, Kalifornien, war ein einziger, verselbstndigter
Werbespot, der endlos wieder
holt wurde. Nichts nderte
Neonschleim aus. Das, was diese Stadt in immer gre-
ren Mengen berschwemmte,
schien schon vor langer
Zeit unabnderlich festgelegt
worden zu sein; es war, als
ob sich die automatische Fabrik, die diese Objekte aus-
spuckte, nicht mehr abschalten liee, nachdem man ein-
mal auf den Startknopf gedrckt hatte. Der .Aus-Schalter
war blockiert. Wie aus dem La
nd Plastik wurde, dachte
Arctor und erinnerte sich an das alte Mrchen Wie aus
dem Meer Salz wurde. Eines
Tages, dachte er, wird es
nalds-Hamburger sowohl kaufen
als auch wieder verkau-
fen mssen; wir werden ihn in
alle Ewigkeit von unseren
Wohnzimmern aus hin und he
r verkaufen. Auf diese
mehr nach drauen gehen
Arctor schaute auf die Uhr. Halb drei: Zeit, sich ans
Telefon zu hngen und sich
um Nachschub zu kmmern.
Donna hatte ihm gesagt, da er ber sie einen guten Deal
machen knne schtzungswe
Sobald er den Stoff hatte,
wrde er ihn natrlich an
das Amt fr Drogenmibrauch
des County weiterleiten,
den konnten oder was immer sie damit vorhaben moch-
ten. Sie vielleicht selber einpf
eifen, wie das jedenfalls ein
Arctor kaufte nicht von Donn
a, um sie wegen Dealens
hochgehen zu lassen; er hatte schon viele Male bei ihr
Stoff gekauft und sie nie fe
stgenommen. Darum ging es
ihm gar nicht. Warum sollte
man auch einen Gelegen-
heits-Dealer hopsnehmen, eine P
uppe, die es cool und in
fand, mit Drogen zu handeln? Die Hlfte aller Rausch-
ty wuten, da Donna deal-
te, und kannten sie vom Sehe
n. Donna dealte manchmal
auf dem Parkplatz des 7-11-Ladens, direkt vor der auto-
matischen Holo-Kamera, die di
e Polizei dort installiert
hatte, und sie war bisher immer damit durchgekommen.
Irgendwie konnte Donna nie
auf die Schnauze fliegen,
ganz egal, was sie tat und wer auch immer sie dabei beo-
Arctors smtliche Drogenk
ufe bei Donna dienten
dem, ber Donna die Spur zu dem Nachschublieferanten
aufzunehmen, von dem sie ih
ren Stoff bezog. Eben dar-
um nahmen die Mengen, die er von ihr kaufte, immer
mehr zu. Anfangs hatte er sie nur mal beschwatzt wenn
das das richtige Wort dafr
war , ihm mit zehn Tablet-
nlicher Gefallen, so von
Freund zu Freund Spter da
nn hatte er, sozusagen als
Wiedergutmachung, ein Pckch
gekauft, und schlielich soga
r gleich drei Pckchen auf
entsprach. Und bald wrde er
dazu bergehen, regelm-
ig in solchen Mengen zu kaufen, da Donna finanziell
nicht mehr mithalten konn
schublieferanten nicht mehr
so viel Geld vorschieen
knnen, da dieser sich noch
auf das Geschft einzulas-
sen wagte. Deshalb wrde sie
in der Klemme sitzen, statt
einen groen Profit zu machen.
schen; Donna wrde darauf
bestehen, da Arctor wenig-
stens einen Teil des Geldes im
voraus bezahlte; er aber
wrde ablehnen. Sie wiederum
wrde die Summe allein
aus ihren Mitteln nicht aufb
ringen knnen, und die Zeit
wrde knapp werden
selbst bei einem so kleinen Deal
wrde das groe Zittern begi
den ungeduldig werden; Donnas Nachschublieferant
wer immer das auch sein moch
te wrde wie auf heien
Kohlen sitzen, seine Ware
n knnen und
langsam ausflippen, weil Donn
a nichts von sich hren
lie. Wenn alles nach Plan
verlief, wrde Donna schlie-
lich aufgeben und zu Arctor
und ihrem Lieferanten sa-
gen: Wit ihr was? Ihr beide dealt besser direkt mitein-
ander. Ich kenne euch beide;
ihr seid beide coole Typen,
fr die ich die Hand ins Fe
uer legen wrde. Ich werde
einen Ort und eine Zeit festlegen, und ihr zwei knnt sel-
an kannst du direkt kaufen,
wenn du weiterhin in solchen
Mengen kaufen willst. Denn we
r wie Bob Arctor so viel
Stoff brauchte, wollte mit Sicherheit selbst als Profi-
Dealer ins Geschft einsteigen; die Mengen, um die es
der richtigen groen Deale
r. Donna wrde vermuten, da
Arctor den Stoff, den er von
ihr bezog, mit Gewinn wei-
terverkaufte, da er nun i
mmer mindestens tausend auf
einmal haben wollte. Auf dies
e Weise konnte Arctor die
nchste Sprosse der Leiter er
Hintermann vorstoen. War er
erst einmal selbst ein Dea-
ler wie dieser, mochte er spt
er vielleicht noch eine Stufe
hher kommen, und dann noch ei
ne, je nachdem, wie die
Mengen, die er kaufte, wuchsen.
Schlielich und darauf lie
f die ganze Aktion am En-
de hinaus wrde Arctor je
manden treffen, der eine so
groe Nummer war, da es sich wirklich lohnte, ihn auf-
fliegen zu lassen. Jemanden, de
r so dick drin war, da er
entweder selbst Kontakt zu
den Herstellern hatte oder
aber wenigstens Leute kannte
, die den Stoff direkt vom
so, die selbst die Quelle
Im Gegensatz zu anderen Drogen stammte Substanz T
nzigen Quelle. Substanz T
war nmlich kein organische
s Rauschgift, sondern wurde
bor stammen. Die Substanz
T-Synthese war in zahlrei-
chen Experimenten unter st
nach vollzogen worden. Dabe
i hatte man herausgefun-
den, da die wesentlichen Best
andteile selbst Derivate
komplexer Substanzen waren,
und diese wiederum waren
fast ebenso schwer zu synthe
sie zwar jeder herstellen, der die Formel kannte und zu-
dem ber hinreichende finanzielle und technologische
der Praxis jedoch waren die
Kosten dafr astronomisch.
Auch jene, die Substanz T entwickelt hatten und sie her-
stellten, verkauften die Droge
eigentlich viel zu billig, als
da es sich fr sie htte lo
hnen knnen. Und die Verbrei-
Quelle existierte, ein weitv
ferungsstellen geben mute.
Vielleicht befanden sich eine
Reihe von Laboratorien in
den greren stdtischen Dr
Nordameri-
ka und Europa. Warum man bish
er keines dieser Labora-
torien hatte entdecken knne
n, blieb ein Rtsel. Aller-
dings lag die Vermutung nahe,
da die ST-Agentur wie
die Behrden die Organisation, die sich mit der Herstel-
lung und dem Vertrieb von Substanz T beschftigte, mitt-
lerweile einfach nannte so
wohl auf rtlicher als auch
gliche Verbindungen zu
den Spitzen der hchsten Poli
zeibehrden verfgte eine
Tatsache, ber die die ffe
Zudem munkelte man, da allzu neugierige Schnffler,
die rauchbare Fakten ber die Operationen der ST-
Agentur in Erfahrung brachten,
entweder bald wieder die
Finger von diesem heien Ei
sen lieen oder aber sang-
und klanglos von der Bildfl
che verschwanden und nie
Arctor hatte natrlich im
Moment neben Donna noch
verschiedene andere Ansatzpu
nkte. Er drngte auch an-
dere Dealer dauernd dazu, ihm immer grere Mengen
Stoff zu besorgen. Aber weil
Donna seine Puppe war er
machte sich jedenfalls Hoffnun
gen in dieser Richtung ,
stellte sie fr ihn den brau
tzpunkt dar.
mit ihr zu telefonieren, sie auszufh-
ren oder sie flachzulegen da
s war gleichzeitig auch ein
persnliches Vergngen. Indem er sich besonders auf sie
konzentrierte, whlte er in
gewisser Weise den Weg des
geringsten Widerstandes. Wenn man schon jemanden
bespitzeln und ber ihn beri
chten mute, dann konnten
das schlielich ebensogut Le
ute sein, mit denen man oh-
nehin fters zusammen war;
das war weniger verdchtig
und auerdem auch weniger umstndlich. Und wenn man
der berwachung begann, wrd
e man von da an sowieso
intensiver mit ihnen in Kont
Klingelingeling.
Alle Mnzfernsprecher in der ganzen Welt waren an-
gezapft. Und wenn irgend einer doch mal nicht angezapft
war, mochten die Monteure blo noch nicht bis dorthin
vorgestoen sein. Die abgeh
rten Gesprche wurden an
einem zentralen Ort elektronisch gespeichert. Ungefhr
jeden zweiten Tag erhielt ei
n Polizeibeamter einen Spei-
cherausdruck und k
onnte sich nun einen berblick ber
alle abgehrten Telefongesprche verschaffen, ohne -
berhaupt sein Bro verlassen zu mssen. Er whlte nur
die Speichertrommeln an, und auf sein Signal hin spulten
sie die verlangten Anrufe ab, wobei sie alle Leerstellen
auf den Bndern auslieen. Die meisten Anrufe waren
harmlos. Der Polizeibeamte konnte jedoch die, die nicht
so harmlos waren, ziemlich
schnell identifizieren. Das
war seine besondere Fhigkeit.
Dafr wurde er bezahlt.
Und einige Beamte konnten das halt besser als ihre Kol-
te niemand simultan mit. Der elektronische Mitschnitt
wrde frhestens am nchsten
Tag zur berprfung ab-
sprachen und der berwach
ungsbeamte das bemerkte,
wrde man von ihnen Stimmabdrcke machen. Alles,
was Arctor und Donna also
tun muten, war, das Ge-
sprch so unverfnglich wie
mglich zu halten. Aber
auch dieser Dialog konnte
immer noch als Rauschgift-
Deal erkennbar sein. Hier kam ihnen aber ein gewisses
regierungstypischen Effektiv
ittsdenken zugute: Fr die
Behrden lohnte es sich ei
nfach nicht, die ganze kompli-
zierte Prozedur mit den
Stimmabdrcken und den an-
schlieenden Nachforschungen durchzuziehen, wenn es
nur um kleine Delikte ging. Da
von gab es viel zu viele,
die an jedem Wochentag ber
viel zu viele Telefone be-
sprochen wurden. Donna und Bob Arctor wuten das
natrlich. Wie gehts? erkundigte er sich.
So la la. Ein kurzes Zgern
in ihrer warmen, rauhen
Stimme.
Was macht dein Kopf heute?
Totale Wirrnis. Bin irgendwie down. Pause. Mein
Bo hat mich heute morgen im Laden angefurzt. Donna
side Mall in Costa Mesa. Sie fuhr jeden Morgen mit ih-
rem MG hin. Stell dir mal vor, was er von mir wollte.
diesen Typen mit den grauen Schlfen, du kennst die
Sorte ja, und der hat uns um
zehn Eier beschissen. Und
weit du, was mein Chef gesa
gt hat? Das wr nur mein
Fehler gewesen, und ich m
te den Schaden natrlich
vom Gehalt abgezogen. Und auf diese Weise bin ich
zehn Krten los, ohne berh
aupt einen Scheifehler
tschuldige gemacht zuhaben.
ich was von dir kriegen?
das war nur einer der kleinen, in diesem Geschft bli-
Zehn, sagte er. So, wie sie es vereinbart hatten. Eins
Wenn solche Geschfte be
r ffentliche Kommunika-
tionseinrichtungen abgewickelt wurden, hatte es sich als
praktisch erwiesen, die wirklich groen Transaktionen
als alltgliche Mini-Deals zu tarnen. Bei so geringen
Mengen wie denen, von denen
hier die Rede war, konnte
man sogar einen Deal nach
dem anderen abziehen, ohne
da sich die Behrden darum
gekmmert htten; falls die
Behrden auf jeden kleinen
Deal reagieren wollten, wr-
den die Drogenfahnder paus
enlos Tag und Nacht unter-
wegs sein mssen, um Apartm
ents und Huser, ja sogar
ganze Straenzge zu durchsu
chen und dabei doch so
gut wie nichts erreichen.
Zehn,
murmelte Donna gereizt.
Mensch, mir geht der Arsch wirklich langsam auf
Grundeis, sagte Arctor wie
ein mieser kleiner Schtiger.
Nicht wie ein Dealer. Ich we
rds dir spter zurckzah-
len, wenn ich mir wieder was beschafft hab.
Nein, sagte sie hlzern. Ich geb sie dir gratis.
wohl wirklich selber dealte.
Vielleicht tat ers. Zehn.
Okay, warum nicht? Sagen
Okay, sagte er.
Ich schau bei dir rein.
Um wieviel Uhr?
Hey, ich mu dir unbedingt ei
n Buch zeigen, das ich neu
hab. Jemand hats im Laden vergessen. Es ist echt irre.
Hat was mit Wlfen zu tun. Weit du, was Wlfe
manchmal machen? Der Wolfsrde? Wenn er seinen
Gegner besiegt hat, macht er
ihn nicht alle er pit ein-
fach auf ihn drauf. Echt! Er steht da und pit auf den be-
siegten Gegner und haut dann
ab. Das ist alles. Haupt-
schlich kmpfen sie um ihre
Territorien. Und um das
Arctor sagte: Ich hab kr
zlich auchn paar Leute an-
gepit.
Ehrlich? Wie denn das?
Nicht so, wie mans sonst macht?
Ich meine, sagte er, ich hab ihnen gesagt Er
unterbrach sich mitten im Sa
tz. Er quatschte mal wieder
zuviel, und auerdem war er hier Bob Arctor und nicht
Fred. Herr im Himmel, dach
te er. Diese blden Mak-
ker, sagte er, diese Motorradfreaks, du weit schon.
Die immer drben beim Foste
rs Freeze rumhngen. Ich
schlendere da also nichts
ahnend vorbei, und einer von
den Typen schiebt ne blde
Bemerkung raus. Da bin ich
eben stehengeblieben und
hab ihnen gesagt
Du kannst es mir ruhig verraten, sagte Donna,
selbst wenns superunanstndig ist. Man mu diesen
Motorradfreaks schon was Superunanstndiges vor den
Latz knallen, sonst checke
Arctor sagte: Ich hab ihnen erzhlt, ich wrd lieber
Oh yeah. Hab schon kapiert. Wrg kotz.
Wir treffen uns dann bei mi
r zu Hause, wie verabre-
Kann ich dir dieses Buch ber die Wlfe mitbringen
und dir mal zeigen? Es ist
von Konrad Lorenz. Auf dem
Klappentext steht, da er di
e bedeutendste Autoritt fr
Wlfe auf der ganzen Welt wa
r. Ach ja, und noch was.
Deine Kumpel sind heute zu mir in den Laden gekom-
men, Ernie Wie-heit-er-doch-
gleich und dieser Barris.
Sie haben dich gesucht, weil du
Dein Cephalochromoskop, fr das du neunhundert
Dollar hingeblttert hast und das du immer anschaltest
und laufen lt, wenn du
nach Hause kommst Ernie
und Barris haben die ganze Ze
it nur davon gelabert. Sie
haben versucht, es
heute zu benutzen, aber es wollte ein-
fach nicht funktionieren. Ke
ine Farben und keine Ceph-
Muster, nichts. Darum haben
sie Barris Werkzeugkasten
Sag mal, ich hr wohl nicht recht? sagte er aufge-
Und sie haben erzhlt, da irgendwer es vermackelt
hat. Regelrecht sabotiert. Zerschnittene Kabel und all so
n Zeug das totale Chao
s. Kurzschlsse und kaputtge-
schlagene Teile. Barris sagte, er htte versucht
Ich geh sofort heim, sa
gte Arctor und legte auf.
Mein bestes Stck, dachte er bitter. Und dieser Idiot Bar-
ris pfuscht auch noch daran he
gar nicht so einfach nach Haus
e gehen, fiel ihm pltzlich
ein. Ich mu hinber zum
Neuen Pfad,
um herauszufin-
Das war nun einmal seine Aufgabe. Und der konnte er
Auch Charles Freck hatte sc
hon daran gedacht, sich der
Neuen Pfades
anzuvertrauen. Jerry Fabins
Ausflippen hatte ihn ganz
schn fertiggemacht.
Freck sa mit Jim Barris in Fiddlers Kaffeestube
Nummer Drei in Santa Ana und spielte mrrisch mit sei-
nem zuckerglasierten Doughnu
t herum. Das ist wirklich
eine schwierige Entscheidung, sagte er. Die lassen
dich doch voll auf
Cold Turkey gehen. Sie bleiben nur
Tag und Nacht bei dir und pa
ssen auf, da du dich nicht
selbst allemachst oder dir de
n Arm abbeit, aber sie ge-
ben dir nie was. Ich meine,
was ein Doktor verschreiben
Kichernd inspizierte Barris
sein Sandwich, das auf der
Speisekarte unter dem hbschen Namen
Patty Melt
seimitat und einem steinhart
en Klumpen Syntho-Rind-
schen Brot bestand. Was
Schau auf die Speisekarte
, sagte Charles Freck. Da
Wenn du reingehst, sagte Barris, werden sich bei
dir eine Reihe von Symptome
n einstellen, die aus Ab-
wehrreaktionen bestimmter ba
ten besonders jener, die im
Gehirn lokalisiert sind
herrhren. Damit meine ich na
funktioniert so: Substanz T
eigentlich alle suchtbilden-
den Rauschgifte, aber Substanz
T steht da an erster Stelle
interagiert mit den Katecholaminen, und zwar auf sub-
zellularer Ebene, so da es
zu einer biostrukturellen An-
passung der Katecholamine an Substanz T und damit
schluendlich zu einer Abhngigkeit kommt, die sich im
Prinzip nie mehr rckgngig
machen lt. Er nahm ei-
nen groen Bissen von der r
echten Hlfte seines Patty
Ich hab mir nie Smack ge
schossen. Das bringt dich
Die Kellnerin, aufregend und hbsch anzuschauen in
ihrer Uniform, kam herber zu
ihrem Tisch. Ihre Titten
wippten keck bei jedem Schritt.
Hi, sagte sie. Alles in
Charles Freck blickte erschrocken auf.
Heit du Patty? fragte Ba
rris sie und gab gleichzei-
tig Freck ein Zeichen, da alles cool sei.
Nein. Sie wies auf das Na
mensschild auf ihrer rech-
Ich mchte zu gerne wissen,
wie die linke heit, dach-
Die Kellnerin, die uns beim
hie Patty, sagte Barris und
musterte die Kellnerin mit
einem unanstndigen Blick.
Genauso wie das Sand-
Die kann wohl kaum was
mit dem Sandwich zu tun
gehabt haben. Ich glaube, sie schreibt sich mit einem i.
Mensch, ich finde heute a
lles super dufte, sagte Bar-
ris. ber seinem Kopf konn
te Charles Freck eine Denk-
nen geradezu zuzuwinken.
Hat sich was mit super dufte, sagte Charles Freck.
Ich hab ne Menge Probleme, die auer mir niemand
hat. Mit schwermtiger Stimme sagte Barris: Du wr-
dest gar nicht glauben, wie viele Leute die gleichen Pro-
bleme haben wie du. Und es werden mit jedem Tag
mehr. Unsere Welt ist krank,
und es wird immer schlim-
mer mit ihr. Die Bilder in der Denkblase ber seinem
Mchten Sie nicht vielleic
ht ein Dessert bestellen?
Was gibts denn? erkund
igte sich Charles Freck
mitrauisch.
Wir haben frischen Pflaumenkuchen und frische Pfir-
Nein, wir mchten keinen Nachtisch, sagte Charles
Freck. Die Kellnerin ging wieder. Das ist was fr alte
Der Gedanke, dich freiwillig
zur Entziehung zu mel-
den, sagte Barris, macht dich sicher kribbelig. Du hast
eine panische Angst davor, da dich dort nur endlose
negative Symptome erwarten
lsen. Du siehst, alle Symptome haben eine Bedeutung,
Die negativen Symptome
manifestieren sich als
blanke Gier, die gezielt vom gesamten Krper erzeugt
wird, um den Besitzer dieses
Krpers in diesem Falle
also dich dazu zu zwingen, verzweifelt
Wenn du zum
Neuen Pfad
kommst, sagte Charles
Freck, schneiden sie dir als
erstes den Pimmel ab. Eine
pdagogische Manahme zur Einstimmung auf dein zu-
knftiges Leben. Und dann m
achen sie in dem Stil wei-
Als nchstes kommt die Galle dran, sagte Barris.
Wieso denn das? Was macht so eine Galle eigent-
Hilft dir dabei, dein Essen zu verdauen.
Genau. Nur noch Nahrungs
mittel ohne Zellulosege-
halt. Keine Bltter und kein Hcksel mehr.
Und wie lange kann man au
f die Art am Leben blei-
ben?
Barris sagte: Das kommt auf deine krperliche Kon-
Wie viele Gallen hat de
Freck wute, da jeder Mensch fr gewhnlich zwei Nie-
Scheint ganz vom Alter
abzuhngen. Ich vermute,
Wieso?
Tja, je lter die meiste
n Menschen werden, desto
verbitterter werden sie auch.
Wenn einer erst mal achtzig
Barris lachte. Charles Freck hatte Barris Lachen
schon immer seltsam gefunden. Ein unwirkliches La-
chen, dachte er, ga
nz so, als ob etwas zerbricht. Wieso
hast du dich eigentlich so pl
tzlich entschlossen, sagte
Barris bergangslos, dich freiw
illig zu einer stationren
Behandlung in ein Zentrum
begeben?
Jerry Fabin, sagte Freck.
Barris winkte mit der Hand
ab und sagte: Jerry war
ry Fabin herumtorkelte und
dann hinfiel und sich von
oben bis unten vollschi. Er
wute nicht mehr, wo er
war, und er versuchte, mich
dazu zu kriegen, nachzu-
schauen und herauszufinden,
welches Gift er erwischt
aliumsulfat das wird in
in jemand wollte ihm
was heimzahlen. Ich kenne mi
ndestens zehn verschiede-
ne Toxide und Gifte,
Es gibt noch einen anderen Grund, sagte Charles
Freck. Mein Vorrat geht schon wieder zur Neige, und
Loch zu pfeifen und nicht zu
wissen, wie ich jemals wie-
der neuen Stoff in die Finger kriegen soll. Scheidreck.
Tja, wer kann schon sicher
sein, den nchsten Son-
nenaufgang zu erleben?
praktisch nur noch
eine Sache von Tagen ist. Und auer-
dem ich glaube, da ich da
uernd beklaut werde. Ich
kann die Dinger doch nicht
soooo schnell nehmen; irgend
ein Scheier mu sich hinter meinem Rcken von mei-
nem Stash bedienen.
Tag ein?
Schwer zu sagen. Aber jede
Du weit, da sich ein Gewhnungseffekt einstellt
und man hinterher immer mehr braucht.
Sicher, richtig, aber doch
nicht in einem solchen
Ausma. Ich kann das nicht me
hr ertragen, dieses ewige
auf dem trockenen sitzen und a
berlegte einen Augenblick la
ng. Ich glaube, ich hab
da ne neue Quelle. Diese
Puppe, Donna. Donna Irgend-
Ach, Bobs Mdchen.
Seine Alte, sagte Ch
Nein, er hats noch nie geschafft, ihr zwischen die
In welcher Hinsicht? Be
im Ficken oder Barris
fhrte zur Verdeutlichung
die Hand zum Mund und
Was fr ne Art von Sex is
n das? Dann dmmerte
Ziemlich zuverlssig. Vie
lleicht ein bichen flatter-
haft. Wie man das halt bei einer Puppe erwarten kann,
besonders bei denen, die nich
t so helle sind. Die hat ihr
Gehirn zwischen den Beinen,
wie die meisten. Vielleicht
bewahrt sie da auch ihren St
ash auf. Er kicherte. Und
dazu vielleicht auch noch de
n ganzen Stoff, mit dem sie
Charles beugte sich zu ihm hinber. Arctor hat Don-
viel, wenn der Tag lang ist. Aber da stimmt nichts von,
berhaupt nichts.
Woran liegts, da er sie ni
e flachgelegt hat? Kriegt
Barris dachte angestrengt nach, wobei er immer noch
mit seinem Patty Melt herums
pielte; er hatte ihn mittler-
weile in kleine Stcke gerissen. Donna hat Probleme.
Vielleicht schiet sie Junk.
Sie hat eine Aversion gegen
jede Art von krperlichem
Kontakt du weit doch be-
stimmt, da Junkies das Interesse am Sex verlieren, weil
ihre Sexualorgane durch Gef
verengung anschwellen.
widernatrlicher Mangel an sexueller Erregbarkeit. Und
das nicht nur, wenn sie mit Arctor zusammen ist, sondern
auch Er unterbrach sich
verdrielich. Auch mit an-
deren Mnnern.
Scheie, du meinst einfach, da es bei ihr nicht rich-
Oh, sie wrde schon auf Touren kommen, sagte
Barris, wenn man sie richtig anheizen wrde. Zum Bei-
spiel Er blickte Freck mit einem geheimnisvollen
Augenaufschlag an. Ich kann
dir zeigen, wie man sie fr
98 Cent dazu kriegen kann, di
Ich will sie gar nicht flach
legen. Ich will nur bei ihr
kaufen. Freck fhlte sich un
behaglich. Barris hatte eine
Wieso gerade fr 98 Cent?
sagte er. Sie wrde kein
Geld dafr nehmen; so eine
ist sie nicht. Und berhaupt,
schlielich ist sie Bobs Puppe.
Nun, es wre nicht im ei
gentlichen Sinne eine finan-
zielle Transaktion, sagte Barris in seinem przisen, ge-
lehrten Stil. Er beugte sich
zu Charles Freck hinber.
Seine haarigen Nasenlcher
zuckten vor heimtckischem
Vergngen. Und nich
t nur das auch
schien pltzlich in einem in
tensiveren Grn zu leuchten.
Donna schnieft Coke. Sie wrde ganz unzweifelhaft die
Beine fr jeden breitmachen, der ihr ein Gramm Coke
gibt besonders, wenn dies
em Coke durch streng wis-
senschaftliche Prozeduren ga
nz bestimmte, exorbitant
seltene chemische Substanzen
beigemengt worden w-
ren. Und meine gewissenhaften Grundlagenforschungen
haben mich zu einem Spezia
listen fr eben diese raren
Ich wre froh, wenn du ni
cht so reden wrdest, sag-
te Charles Freck. ber Donna, meine ich. Und ber-
haupt wird ein Gramm Coke
derzeit fr ber hundert
Dollar gehandelt. Wer hat schon so viele Flhe?
Barris unterdrckte ein Nies
phierend: Ich kann ein Gr
amm reines Kokain derivie-
ren, ohne da die Gesamtkosten fr die Ingredienzien,
die ich dazu bentige die
Apparaturen in meinem La-
Du tickst wohl nicht mehr richtig.
Ich kann es dir auf der Stelle vorfhren.
Und woher kommen diese Bestandteile?
Aus dem 7-11-Kolonialwarenladen, sagte Barris
und kam stolpernd auf die Fe. In seiner Erregung
wischte er ein Stckchen vom Patty Melt vom Tisch.
Bezahl die Rechnung, sagte
er, und ich werds dir
zeigen. Ich hab mir zu Haus
e ein provisorisches Labora-
besseres leisten kann. Du kann
st mir dabei zusehen, wie
ich ein Gramm Kokain aus ge
extrahiere, die im 7-11-Lade
n fr weniger als einen Dol-
lar ffentlich feilgeboten we
rden. Er marschierte auf
den Durchgang los. Komm. Seine Stimme klang drn-
Okay, sagte Charles Freck. Er nahm die Rechnung
und folgte Barris. Der Knabe
hat ja n Schlag schrg,
dauernd chemische Experimente
und was er so alles in
der Bezirksbcherei liest Vi
an der Sache dran? Stell dir
mal den Profit vor, sagte er
Er eilte an der Kassiererin
vorbei hinter Barris her, der
im Gehen die Schlssel fr se
inen Karmann Ghia aus den
Taschen seines modischen Anzugs holte.
Sie stellten den Wagen auf
dem Parkplatz des 7-11 ab,
stiegen aus und gingen hinein
. Wie gewhnlich stand ein
groer, schweigsamer Bulle
an der vorderen Theke und
tat so, als sei er in die Lektre eines Sportmagazins ver-
tieft; Charles Freck wute,
da der Bulle natrlich in
schtzen, ob sie vielleicht vorhaben mochten, den Laden
Was willst du hier eigentlich kaufen? fragte er Bar-
ris, der scheinbar ziellos durch die Korridore zwischen
den Bergen von Konserve
ndosen schlenderte.
Eine Sprhdose, sagte Barris. Solarcaine.
Ein Sonnenschutzspray? Charles Freck glaubte
nicht wirklich daran, da diese ganzen Ereignisse Reali-
tt waren. Aber andererseits
, was wute er schon? Wer
konnte sich da sicher sein
? Er folgte Barris zur Kasse;
Sie kauften die Dose Solarcaine, schlngelten sich an
dem Bullen vorbei
und gingen zurck zum Wagen. Bar-
ris steuerte den Karmann rasch vom Parkplatz und lenkte
ihn die Strae hinunter. Er f
uhr fast pausenlos mit Voll-
gas, ohne sich um die Ge
schwindigkeitsbegrenzungen zu
kmmern, bis er schlielich den Wagen auf der Auffahrt
vor Bob Arctors Haus ausrollen lie, wo unzhlige alte
Zeitungen, die nie jemand gele
sen hatte, im hohen Gras
des Vorhofes herumlagen.
Als sie ausstiegen, nahm
Barris einige Gegenstnde,
von denen Kabel herabbaumelte
n, vom Rcksitz, um sie
nach drinnen mitzunehmen
nische Prfgerte und dazu ei
nen Ltkolben, wie Charles
Freck erkannte. Wofr brauchst du denn das? erkun-
Ich mu einen langwierigen und mhseligen Job er-
ledigen, sagte Barris, whren
d er die verschiedenen Ge-
ne den Weg hinauf zur Ein-
gangstr trug. Er gab Charles Freck den Trschlssel.
Und wahrscheinlich werde ich dafr nicht mal bezahlt.
Charles Freck schlo die Tr
Haus. Zwei Katzen und ein Hund strmten auf sie zu und
begrten sie mit hoffnungsv
ollem Miauen und Bellen.
Freck und Barris schoben sie so
rgfltig mit ihren Stiefeln
Im hintersten Winkel der Eecke hatte Barris sich im
boratorium zusammengebaut,
das hauptschlich aus Flaschen und allem mglichen
Schrott bestand, der ohne jede erkennbare Ordnung he-
rumlag aus lauter auf den
ersten Blick wertlos wirken-
den Objekten, die Barris aus
den verschiedensten Quellen
zusammengeklaubt hatte. Char
les Freck wute (denn er
hatte sich das oft genug anhren mssen), da Barris kei-
nen Wert darauf legte, alles
mglichst effekt
iv durchzuor-
ganisieren, sondern vielmehr
auf Spontaneitt und Kreati-
vitt vertraute. Du solltest jede
rzeit in der Lage sein, dein
Ziel mit dem ersten Ding zu e
rreichen, das dir in die Hand
kommt, predigte Barris imme
r. Eine Heftzwecke, eine
Apparatur, deren andere
gangen waren Charles
Freck kam es so vor, als ob si
ch hier eine Ratte huslich
wie Ratten sie eben schtzen, Experimente durchzufh-
Der erste Schritt in Barris Arbeitsplan sah vor, einen
Plastikbeutel aus der Rolle
beim Ausgu zu holen und
den Inhalt der Sprhdose in diesen Beutel hineinzusprit-
zen, bis die Kanne leer oder zumindestens das Treibgas
erschpft war.
Das ist alles so unwirklich, sagte Charles Freck.
Super unwirklich.
Die Hersteller, sagte Barri
s frhlich, whrend er ar-
mischt, damit es nicht extrah
iert werden kann. Aber mei-
ne chemischen Kenntnisse si
nd so weit vorangeschritten,
da ich exakt wei, wie man da
s Coke vom l separiert.
Masse im Innern des Beutels. Anschlieend go er alles
in ein Glasgef. Ich lasse
es gefrieren, kndigte er
grinsend an, und dadurch st
eigen die Kokain-Kristalle
nach oben, weil sie leichter
als Luft sind h, ich mei-
ne, leichter als das l. De
behalte ich natrlich fr mich, aber ich kann dir immer-
hin verraten, da es sich da
bei um einen methodologisch
hochkomplizierten Filtrierungs
proze handelt. Er ffne-
te den Gefrierschrank oberhal
b des Eisschranks und stell-
te das Gef vorsichtig hinein.
Und wie lange mu es da drin bleiben? fragte
Eine halbe Stunde. Barris ho
lte eine seiner selbstge-
dann zu der Ansammlung elektronischer Megerte. Ge-
dankenversunken blieb er davor
stehen und rieb sich sein
Yeah, sagte Charles Freck, aber hr mal, selbst
wenn du ein ganzes Gramm
puren Kokains herstellst,
kann ich es doch nicht dazu
benutzen, Donna zu du
weit schon, sozusagen im Au
stausch dafr, da ich ihr
das Kokain gebe, zwischen ihre Beine zu kommen. Ich
htte dabei das Gefhl, sie zu
kaufen; und darauf lufts
Ein Austausch, korrigierte Barris. Du machst ihr
ein Geschenk, und sie macht
dir auch eins. Das kostbar-
ste Geschenk, das eine Frau berhaupt machen kann.
Sie wird wissen, da sie
gekauft wurde. Er kannte
Donna immerhin gut genug, um
das zu schnallen; Donna
wrde den Schwindel auf
Kokain ist ein Aphrodisiakum, murmelte Barris
halb zu sich selbst; er baute gerade die Megerte neben
Bob Arctors Cephalochromoskop auf, Bobs teuersten
Besitz. Nachdem sie eine gut
e Prise davon geschnieft
hat, wird sie auf Wolke Neun
schweben, wenn
du so gn-
dig bist, ihr einen reinzuschieben.
Scheie, Mann, protestierte Charles Freck. Du
sprichst ber Bob Arctors Mdchen. Er ist schlielich
mein Freund, und auerdem wohnen Luckman und du
mit ihm zusammen.
Barris hob fr einen Moment seinen zottigen Kopf und
lie seine Augen nachdenklich
auf Charles Freck ruhen.
Da gibts eine ganze Menge, was du nicht ber Bob
Arctor weit, sagte er. Was keiner von uns wei. Dei-
ne Sichtweite ist simplifiz
ierend und naiv. Du glaubst
ihm doch alles, was er dir erzhlt.
Sicher, sagte Barris, ni
ckend und grinsend. Ohne
jeden Zweifel. Einer der edelsten Menschen auf dem
ganzen Erdenrund. Aber mir
oder besser: uns, und da-
mit meine ich alle, die Arctor scharf und ohne Scheu-
sprche aufgefallen. Sowohl
in seiner Persnlichkeits-
struktur als auch in seinem Benehmen. In der gesamten
Art, wie er sein Leben lebt. Oder, um es mal so auszu-
angeborenen Stil.
Knntest du dich nicht ma
Barris Augen tanzten runter den grnen Glsern sei-
Dein wildes Augenrollen sa
gt mir gar nichts, murrte
Charles Freck. Was ist eigentlich mit dem Cephskop
los, an dem du da arbeitest? Er trat nher, um selbst
nachzuschauen.
dir was an der Verdrahtung hi
Ich sehe zerschnittene Drhte, sagte Charles Freck.
Und eine ganze Reihe von Stellen, die wie absichtlich
herbeigefhrte Kurzschlsse
Immer noch tanzten Barris
frhliche, wissende Au-
Langsam gehst du mir mit
dieser abgewichsten Ge-
heimnistuerei ganz schn au
f den Sack, sagte Charles
Freck. Wer hat denn nun das Cephskop beschdigt?
Wann ist das passiert? Und
wann hast du den Schaden
entdeckt? Arctor sagte nichts
davon, als ich ihn vorge-
Barris sagte: Vielleicht wollte er noch nicht darber
mir aus kannst du ruhig weiter so in bescheuerten Rtseln
nahmeheime des
zum Entzug melden.
Da stehen mir zwar ein ganz bler
Turkey und dieses therapeu
das sie da mit einem spie
len, und ich werde Tag und
Nacht mit diesen ausgeflippten Typen Zusammensein,
aber dann mu ich wenigste
ns nicht solche Bldmnner
wie dich ertragen, die dauernd einen auf geheimnisvoll
machen und sinnloses Zeug sc
hwafeln, von dem ich nicht
die Bohne verstehe. Ich kann erkennen, da dieses
Cephskop hier zerdeppert worden ist, aber du sagst mir
berhaupt nichts. Du willst
Cephskop zerstrt hat? Oder
vielleicht doch? Was willst
du eigentlich? Ich wnschte
leben, wo ich nicht diesen bedeutungs-
schweren Schei ertragen m
te, den ich absolut nicht
abkann. Tag fr Tag dasselbe,
und wenns nicht von dir
kommt, dann von einem anderen ausgeklinkten Freak,
der genauso nervttend ist wi
Ich habe die Sendeeinheit
nicht beschdigt, sagte
Barris in einem seltsamen Tonfall; sein Backenbart zuck-
te. Und ich hege auch ernsth
afte Zweifel daran, da Er-
Und ich glaube, da Ernie Luckman nie in seinem
Leben was kaputtgemacht hat,
abgesehen von dem einen
Mal, als er von schlechtem
Acid ausflippte und den Kaf-
dem Fenster des Apartments, in dem er damals mit dieser
Puppe Joan zusammenlebte, au
f den Parkpklatz runter-
warf. Aber das ist was ganz anderes. Normalerweise hat
Ernie alles besser im Griff als wir alle. Nein, Ernie wrde
nie jemandem das Cephskop kaputtmachen. Und Bob
was tun? Wrde er heimlich mi
tten in der Nacht aufste-
hen, ohne sich dessen bewut
zu werden, und
sich selbst
so ins Knie ficken
eins reinzuwrgen. Verdammt noch mal, das steckt da-
hinter, und sonst nichts. Vielleicht hast dus ja auch
gemacht, du blder Arschficker, dachte Freck. Du ver-
fgst ber das technische Kn
ow-how, und dein Geist ist
bse. Denjenigen, der das hi
sollte man in eine staatliche
Klinik fr sensorische A-
phasie verfrachten oder dahi
n, wo er sich die Ra-
dieschen von unten anschaue
teres. Bob fhr immer richtig auf dieses Altec-Cephskop
ab. Man mu das echt mal miterlebt haben, wie er sich
Arbeit nach Hause kam. Er
war kaum durch die Tr, da
hat er das Ding schon angesc
Schatz. Und deshalb ist es
Scheie, ihm so was an-
zutun, Mann, Scheie!
Genau das mein
Jedesmal, wenn er abends
von der Arbeit nach Hause
kam, erwiderte Barris. Ich stelle nun schon seit ge-
raumer Zeit Mutmaungen darber an, von wem Bob
Arctor wirklich bezahlt wird
und was an der Organisati-
on, die ihn beschftigt, eige
ntlich so ungewhnlich ist,
sammelstelle des
Blauen Chip
in Placentia, sagte
Ich mchte zu gerne wissen, was er da macht.
Charles Freck seufzte. Die
Briefmarken blau frben
vermutlich. Ihm wurde klar, da er Barris eigentlich
noch nie gemocht hatte. Freck wnschte sich, woanders
zu sein. Vielleicht unterwegs
, um mir Stoff zu beschaf-
fen, dachte er, und die erste
Person, der ich begegne oder
die ich anriefe, hat gerade einen greren Posten im An-
gebot. Vielleicht sollte ich
mich wirklich auf die Socken
machen Aber dann erinnerte
er sich an das Gef mit
l und Kokain, das im Gefrierschrank abkhlte: Kokain
im Wert von hundert Dollar,
und das fr nur 98 Cent.
Hr mal, sagte er, wann ist das Zeug eigentlich end-
lich fertig? Ich glaube, du w
illst mich sowieso nur verar-
schen. Wie knnen die Solarcai
ne-Leute es so billig ver-
kaufen, wenn es ein Gramm puren Kokains enthlt? Wie
Sie kaufen, erklrte Ba
rris, in groen Mengen.
In seinem Kopf spulte Ch
arles Freck eine Phantasie-
Kokain, fuhren rckwrts
an die Solarcaine-Fabrik hera
n wo auch immer sie auch
liegen mochte vielleicht
in Cleveland? und luden
nittenes, hochgradiges Ko-
kain ab, das mit l und Treibgas und anderem Dreck
vermischt und dann in kleine,
bunte Spraydosen abgefllt
wurde, die dazu bestimmt wa
ren, zu Tausenden in 7-11-
rmrkten aufgestapelt zu
werden. Eigentlich, berlegte er, sollten wir einfach ei-
nen dieser 30tonner berfalle
er achthundert Pfund vielleicht
Hlle, bestimmt noch viel, viel
mehr! Was fat eigentlich
Bestandteile aufgefhrt ware
n. Siehst du? Benzocain.
Handelsname fr Kokain ist.
Kokain schreiben wrden, wrden das alle mglichen
Leute sofort spitzkriegen und
vielleicht genau das tun,
was ich hier mache. Aber den meisten fehlt es einfach an
der notwendigen Bildung, um
den Trick zu durchschau-
liche Ausbildung wie ich genossen.
Wie willst du denn dein
e Kenntnisse verwerten?
dazu, Donna Hawthorne
Ich beabsichtige, vielleicht einen Bestseller zu
schreiben, sagte Barris. Ein Handbuch fr jedermann,
wie man sauberes Dope in seiner eigenen Kche herstel-
gerufen und nachgefragt. Viele frei verkufliche Sub-
Irre, sagte Charles Freck
beeindruckt. Er blickte auf
seine Armbanduhr, um festzustellen, wie lange sie noch
Bob Arctor hatte von Hank (der
eigentlich den offiziellen
Decknamen Mr. F. trug) den
n, das rtli-
che Zentrum des Neuen Pfad
es einer grndlichen ber-
prfung zu unterziehen, um ei
nen groen Dealer ausfindig
zu machen, den er schon se
it lngerem berwachte und
Wenn ein Dealer merkte, da man ihn bald hochneh-
men wrde, suchte er manchmal Zuflucht in den Rehabi-
litationszentren fr Drogenabhn
non, Center Point und X-Kalay oder auch beim
Er gab sich dann als Schtig
er aus, der Hilfe such-
te, War er erst einmal drinnen, nahm man ihm alles ab,
was ihn htte identifizieren knnen, von seiner Briefta-
sche bis zu seinem Namen. Das war eine flankierende
Manahme, um den Aufbau einer neuen, nicht drogen-
orientierten Persnlichkeit zu
erleichtern. Im Zuge dieses
wand vieles, was die Poli-
zeibehrden brauchten, um eine
gesuchte Person ausfin-
dig zu machen. Spter dann
, wenn die unmittelbare Ge-
fahr vorber war, tauchte der Dealer wieder drauen auf
lichen Beschftigungen nach.
Wie oft dies geschah, wut
e niemand. Zwar versuch-
aber das gelang ihnen nur in
den seltensten Fllen. Einem
Dealer, dem drauen vierzig Jahre Haft drohten, fiel
schnell eine gute Geschichte ein,
die er den Leuten in den
Zentren, die die Macht hatten,
darber zu entscheiden, ob
er eingelassen werden sollte
oder nicht, verklickern
konnte. Schlielich litt er
wirklich unter Todesangst,
Whrend er langsam den Ka
tella-Boulevard hinauf-
fuhr, hielt Bob Arctor Aussc
hau nach dem Schild, das
auf das hlzerne Gebude ei
n ehemaliges Privathaus
ihr regionales Zentrum unte
rhielten. Es machte ihm
keinen Spa, sich durch einen Bluff Zugang zu dieser
Institution zu verschaffen, in
dem er vortuschte, er sei
ein Drogenkranker, der dringend Hilfe brauchte. Aber
das war der einzige Weg, um
hineinzukommen. Wenn er
sich als Agent des Amtes f
r Drogenmibrauch zu er-
kennen gab, der jemanden suchte, wrden die Leute vom
Neuen Pfad
jedenfalls die meisten davon ganz auto-
matisch ein Ausweichmanve
r einleiten. Sie wollten
nicht, da
Mitgliedern ihrer Familie auf die
Zehen trat. Das war so sicher wie das Amen in der Kir-
che, und eigentlich konnte er
es ihnen nicht einmal ver-
beln. Alle ehemalig
en Schtigen sollte
n im Rehabilita-
tionszentrum sicher sein; und es hatte sich eingebrgert,
da sich das Personal der Zent
ren offiziell fr die Sicher-
n, die sich vertrauensvoll
in ihre Obhut begaben. Ande
rerseits war der Dealer, hin-
ter dem Arctor her war, ein
mit allen Wassern gewasche-
ner Ganove, und wenn er ei
dieser Weise mibrauchte, lief das den berechtigten In-
Mr. F. der ihn ursprnglich
hatte, hatten angesichts dieser Sachlage anders entschei-
den knnen. Weeks war schon seit Ewigkeiten die
Nummer Eins auf Arctors Liste gewesen, bisher aller-
dings ohne greifbare Ergebnisse. Und nun war Weeks
das seit vollen zehn Tagen.
Arctor entdeckte das Hinw
eisschild, stellte seinen
Wagen auf dem kleinen Parkplatz ab, den sich der
Neue
mit einer Bckerei teilte, und ging schwankend den
Weg zur Pforte hinauf, die Hnde tief in den Hosenta-
schen vergraben: das heulen
de Elend in Person, offen-
sichtlich bis zum Stehkragen
voll mit schlechtem Dope
und down wie n Weltmeister.
Wenigstens machte ihm di
e Abteilung keine Vorwr-
fe, da er Spade Weeks verloren hatte. Das bewies nur,
wie aalglatt Weeks war. Eigentlich war Weeks eher ein
Runner als ein Dealer; er brachte in unregelmigen
Zeitabstnden Lieferungen m
it harten Drogen von Mexi-
kurz vor L. A. wo
die Kufer sich
trafen und die Ware aufteilte
ferungen heimlich ber die Grenze zu bringen, war wirk-
lich clever: Er befestigte de
der Unterseite des Wagens irgendeines Spieertypen, der
ker dann bis auf die US-Seite und scho ihn bei der er-
sten passenden Gelegenheit nieder. Wenn die US-
r Unterseite des Wagens des
Spieers entdeckten, dann
wurde eben der Spieer ein-
kassiert und nicht Weeks. Rausc
hgiftbesitz ist in Kalifor-
nien ein Kapitalverbrechen.
Pech fr den Spieer, seine
Kein anderer Geheimer Rauschgift-Agent im ganzen
Orange County htte Weeks so
sicher auf den ersten
den Dreiigern mit einem einzigartig langsamen und ele-
ganten Sprachstil, der den
Weeks ihn sich in irgendeiner Snobby-Schule in England
angewhnt. In Wirklichkeit kam Weeks aus den Slums
von L. A. Er hatte seine be
sondere Diktion wahrschein-
lich von Sprachlehrbndern, die er sich aus irgendeiner
Weeks liebte es, sich dezent,
aber gediegen zu kleiden,
er einen teuren Diplomatenko
ffer aus Alligatorenhaut bei
sich und trug eine Brille mit Ho
rngestell. Auch war er fr
extra einen italienischen Pistolengriff in Maanfertigung
in Auftrag gegebe
n hatte. Wirklich sehr smart und stil-
lesenen Stcke eins nach
dem anderen weggenommen
fen, whrend sein Diplomatenkfferchen in einem
Ein dster wirkendes Foyer, zu seiner Linken eine
Sitzecke, in der ein paar Bu
rschen herumlungerten und
lasen. Eine Tischtennisplatte
im Hintergrund, dann eine
Kche. Slogans an den W
nden, einige handgemalt und
einige gedruckt: DAS EI
NZIGE WIRKLICHE VERSA-
GEN IST, SICH ANDEREN
ZU VERSAGEN und so
weiter. Wenig Lrm, wenig Aktivitt. Der
unterhielt eigene Werksttte
n und kooperierte auch mit
normalen Firmen; wahrschein
lich waren die meisten der
Insassen, sowohl die Jungs als auch die Puppen, derzeit
an ihren Arbeitsstellen in
den Perckenmachereien,
Tankstellen und Kugelschreiberfabriken. Arctor stand da
Ja? Ein hbsches Mdchen
erschien. Sie trug ein ex-
trem kurzes blaues Baumwollhemd und ein T-shirt, auf
dem zwischen den Brustwar
zen DER NEUE PFAD auf-
gedruckt war.
Mit einer krchzenden und kraftlosen Stimme sagte
Arctor: Ich bin total down. Ich kriegs nicht mehr
zusammen. Kann ich mich
Klar. Das Mdchen winkte, und zwei farblose, un-
einen Kaffee.
Was fr eine Horrorshow, dachte Arctor, whrend er
sich von den beiden Typen zu
einer schbig aussehenden
Couch schleifen lie. Deprim
ierende Wnde, dachte er.
Hliche Farben. Wahrscheinlich eine Spende. Der
Neue
konnte sich jedoch nur
auf der Grundlage solcher
Spenden berhaupt ber Wasser
halten, weil es schwierig
ffentlichen Hand zu erhal-
ten. Danke, rchelte er zittrig, als ob es eine berwlti-
gende Erleichterung sei, hier
zu sein und zu sitzen.
Wow, sagte er und versucht
e, sein Haar glattzustrei-
chen; er tat so, als knnte er das nicht und gab auf.
Das Mdchen, das jetzt direkt vor ihm stand, sagte:
Yeah, stimmten die beiden
Burschen in einem ber-
raschend lebhaften Tonfall zu.
Wie ein Haufen Scheie.
Was haben Sie eigentlich gemacht? In Ihrer eigenen
Scheie gelegen?
Wer sind Sie? fragte einer der Typen.
Du kannst doch sehen, was
er ist, sagte der andere.
Abschaum von einer beschisse
nen Mllhalde. Sieh dir
das mal an. Er zeigte auf Ar
ctors Haare. Luse. Darum
Das Mdchen, ruhig und ber allem stehend, sagte
nicht eben herzlich: Warum
sind Sie hierhergekommen,
Im stillen dachte Arctor: We
il ihr hier drinnen einen
ganz dicken Fisch habt. Und ich bin
Und ihr
seid blde, ihr alle. Aber er sp
rach das nicht laut aus, son-
dern murmelte statt dessen
kriecherisch das, was offen-
Ja, Mister, Sie knnen Kaffee haben. Das Mdchen
ruckte mit dem Kopf, und eine
r der Burschen lief los zur
Kche.
Eine Pause. Dann beugte
sich das Mdchen zu ihm
nieder und berhrte sein Knie
. Sie fhlen sich ziemlich
mies, was? sagte sie sanft.
Sie empfinden Scham und Ekel vor dem Ding, das
Und Sie ekeln sich vor der Umweltverschmutzung,
die Sie in sich selbst angeri
Jauchegrube geworden. Stecken sich Tag fr Tag die
Nadel in den Arsch, pumpen ihren Krper voll mit
Ich konnte nicht mehr so weitermachen, sagte Arc-
tor. Dieser Ort ist die einzige Hoffnung, an die ich den-
ken konnte. Ich hatte einen
Freund, der auch hierher-
kommen wollte. Jedenfalls hat er mir das erzhlt. Ein
schwarzer Macker, in den Drei
Sie werden die Familie sp
ter kennenlernen, sagte
das Mdchen. Wenn Sie sich fr die Aufnahme qualifi-
zieren. Zuerst mssen Sie un
seren Anforderungen gen-
gen, Sie verstehen. Und die
erste ist Ihr aufrichtiges Be-
drfnis.
Das habe ich, sagte Arctor. Ein aufrichtiges Be-
drfnis.
Sie mssen schon bel dran sein, um hier eingelassen
Das bin ich, sagte er.
Wie schlimm hat es Sie
denn schon erwischt? Bei
Dreiig Gramm am Tag, sagte Arctor.
Pur?
Yeah. Er nickte. Ich habe immer eine Zuckerdose
voll davon auf dem Tisch.
Dann wird es unheimlich
rauh werden. Sie werden
n zernagen, bis die Federn
nur so fliegen; berall werden Federn sein, wenn Sie
aufwachen. Und Sie werden
Anflle haben und Schaum
vor dem Mund. Und sich be
schmutzen, so, wie kranke
Tiere es tun. Sind Sie dazu
bereit? Sie wissen doch: Wir
geben Ihnen hier nichts.
Dagegen hilft sowieso nichts, sagte er. Mann, war
das hier ein Horrortrip! Er f
hlte sich gereizt und unbe-
friedigt. Mein Kumpel, sagte er, der schwarze Kerl.
Hat ers geschafft, hierherz
ukommen? Ich will nur hof-
fen, da ihn die Schweine
nicht auf dem Weg hierher
gekascht haben er war so
noch navigieren konnte. Er dachte
Es gibt keine einzelnen Zweierbeziehungen im
en Pfad,
sagte das Mdchen. Aber das werden Sie
noch lernen.
Yeah, aber hat ers bis hierhin geschafft? sagte Arc-
tor. Er begriff, da
er nur seine Zeit ve
im Himmel, dachte er, das is
t ja noch schlimmer als in
unserer Clique. Bldes Spiel.
Und sie wird den Teufel
tun, mir was zu sagen. Das ist ihre Politik, erkannte er.
Wie ein eiserner Vorhang. We
nn jemand erst mal in ei-
nes dieser Zentren hineinge
ht, dann ist er fr die Welt
drauen tot. Spade Weeks knnt
Augenblick, hinter der Trennwand sitzen, uns zuhren
und sich den Arsch ablachen.
Oder vielleicht ist er ber-
haupt nicht hier. Sogar mit einem Haftbefehl liee sich
hier gar nichts erreichen. Die Leute vom
ben den Dreh raus, wie sie m
it ihrer Verzgerungstaktik
die Polizisten so lange hinhalten konnten, bis der Ge-
suchte durch eine Seitent
r verschwunden war oder sich
sonstwie dnne gemacht hatte.
Personal selbst aus ehema
ligen Schtigen
zusammen.
Und keine Polizeibehrde wrd
e riskieren, eine regel-
rechte Razzia in einem der Rehabilitationszentren durch-
zufhren. Das wre ein Stich
in ein Wespennest gewesen
und die Behrden htten si
ch vor den Beschwerden der
Zeit, Spade Weeks endgltig
abzuhaken, entschied
Arctor, und mich zu verdnnisieren. Kein Wunder, da
meine Chefs mich noch nie
zuvor hierhergeschickt ha-
ben; mit den Leuten hier ko
mmt man einfach nicht klar.
Und dann dachte er: Und f
r mich heit das, da ich
meinen derzeitigen Hauptjo
b verloren habe; Spade
Ich werde Mr. F. Bericht erstatten, sagte er sich, und
einen neuen Auftrag abwarten.
Zur Hlle damit. Er erhob
sich steifbeinig und sagte: Ich
mach ma lieb
er wieder n
Abflug. Die beiden Typen wa
einer von ihnen mit einem Becher Kaffee, der andere mit
so ner Art Trakttchen, wahrscheinlich einer vom
Neuen
herausgegebenen Informationsbroschre.
Mann, du willst dich echt
chen hochmtig und voller Ve
rachtung. Hast wohl die
Hosen so voll, da du nicht
mal bei deiner Entscheidung
bleiben kannst, aus dem ga
nzen Dreck rauszukommen?
Du willst echt wieder auf de
m Bauch hier rauskriechen?
Vielleicht n andermal, sagte Arctor und bewegte
Du beschissener Doper, schleuderte ihm das Md-
chen nach. Kein Mumm in den Knochen, n ausge-
Kriech raus, ja, kriech nur;
Ich werde spter zurc
kkommen, sagte Arctor ver-
rgert. Die Atmosphre hier
bedrckte ihn, und sie war
Wir wollen dich dann vielle
icht hier gar nicht mehr
haben, du Schwchling, sagte einer der Typen.
len wir dich vielleicht nicht mehr haben.
Eigentlich wollen wir dich je
tzt schon nicht mehr ha-
An der Tr blieb Arctor st
ehen und wandte sich zu
Sein Gehirn wollte nicht
mehr funktionieren. Keine
Gedanken, keine Erwiderung, keine passende Antwort
auf ihre Anklagen,
nicht mal eine lausige oder lppische,
kam ihm in den Sinn.
Seltsam, dachte er und war
verblfft. Und er verlie
das Gebude und ging zu se
inem geparkten Wagen.
immer verschwunden. Mich
kriegen keine zehn Pferde
mehr in eines dieser Zentren. Nie im Leben.
Zeit, entschied er bellauni
g, um einen neuen Auftrag
Aus der sicheren Deckung seines Jedermann-Anzugs
namen Fred zur Berichtersta
ttung erschienen war, ei-
nen anderen vagen Fleck, der ihm an einem groen
Schreibtisch gegenbersa
und den er nur unter dem
Namen Hank kannte.
So viel zu Donna, zu Charles Freck und einen Mo-
tig, Jim Barris knnen wir auch abhaken. Hank machte
sich eine kurze Notiz auf
dem Block, der vor ihm auf
dem Schreibtisch lag. Sie
glauben, da Doug Weeks
mglicherweise tot ist oder unseren Bezirk verlassen
Haben Sie mal gehrt, da
jemand diesen Namen er-
whnt hat: Earl oder Art de Winter?
Nein.
Was ist mit einer Frau namens Molly? Ziemlich kor-
pulent?
Nein.
Und was ist mit zwei Negern, Brder, ungefhr
zwanzig, ziemlich dunkle Haut
? Sie sollen Hatfield oder
so hnlich heien. Mglicherw
eise handeln sie mit Kilo-
Heroin?
Stimmt.
Nein, sagte Fred. Daran
wrde ich mich bestimmt
erinnern.
Jemand aus Schweden, gro, schwedisch klingender
Name? Mnnlich. Vorbestraft, trockener Humor. Ein
gt eine Menge Bargeld mit
sich rum, vielleicht aus dem Erls einer Lieferung zu
Beginn des Monats?
Ich werd die Augen offenhalten, sagte Fred. Kilo-
pckchen! Er schttelte den Kopf oder besser gesagt:
Der vage Fleck schwankte hin und her.
Hank kramte in seinen ho
lografischen Aufzeichnun-
gen herum. Hm, der hier is
t im Gefngnis. Er hielt
kurz ein Bild hoch und las dann den Text auf der Rck-
seite. Nein, dieser hier is
t tot; sie haben die Leiche un-
ten. Er suchte weiter. Zeit ve
rstrich. Glauben Sie, da
die kleine Jora auf den Strich geht?
Ich bezweifle es. Jora
Kajas war erst fnfzehn.
Trotzdem hing sie schon an der
Nadel, fixte Substanz T.
Sie wohnte in einem Slum in Brea, in einer Dachkam-
mer, die nur von der Streu wrme eines Wassererhitzers
notdrftig geheizt wurde. Joras einzige Einkommens-
quelle war ein Schulgeldstipe
ndium des Staates Kalifor-
nien, fr das sie sich vor Be
schulische Leistungen qualifiz
iert hatte. Fred wute, da
sie seit sechs Monaten nicht mehr zum Unterricht gegan-
Wenn Sies tut, lassen Sies mich wissen. Dann kn-
nen wir die Eltern belangen.
Okay. Fred nickte.
Junge, die Teenies gehen
wirklich besonders schnell
den Bach runter. Krzlich ha
tten wir ein Mdchen hier
die Kleine sah aus wie fnfzi
g. Strhniges graues Haar,
fast keine Zhne mehr, Augen
tief in den Hhlen, Arme
wie Pfeifenreiniger Wir haben sie gefragt, wie alt sie
sei, und sie sagte: Neunzehn. Wir haben uns blo ange-
sehen. Weit du eigentlich,
wie alt du aussiehst? sagte
meine Kollegin wissen Sie,
so eine Matrone zu ihr.
Schau dich doch mal im Spiegel an. Und die Kleine hat
in den Spiegel geschaut, und
dann hat sie angefangen zu
weinen. Ich habe sie gefragt, wie lange sie denn schon
Ein Jahr, sagte Fred.
Das Zeug, was momentan im Straenhandel verkauft
schlimm, sagte Fred. Er
versuchte krampfhaft, sich
nicht vorzustellen, wie das
Mdchen da sa: neunzehn Jahr
e alt, mit Haaren, die ihr
bschelweise ausfielen. M
it noch blerem Dreck ge-
Wissen Sie, wie sie an di
e Nadel gekommen ist? Ihre
Brder, beides brigens Deal
er, sind eines Nachts in ihr
Schlafzimmer gegangen, haben sie festgehalten und dann
vollgeschossen. Anschlieend haben sie sie noch durch-
Vermutlich, um sie schon mal so richtig auf ihr neues
Leben einzustimmen. Die Klei
ne ging mehrere Monate
lang auf den Strich, bevor
wir sie schnappten.
Und ihre Brder?
Fred dachte daran, da sie ihm viel-
leicht irgendwann einmal ber den Weg laufen wrden.
ab. Die Kleine hat sich auf
dem Strich den Tripper ge-
holt, ohne es berhaupt zu me
rken. Darum hat er sich in
ihr hochgefressen na ja,
Sie wissen ja, wie das bei
Ich will Ihnen mal ne Geschichte erzhlen, die Ihnen
bestimmt an die Nieren geht. Sie erinnern sich doch noch
an die drei Babys drben im
Fairfield-Krankenhaus, de-
nen sie jeden Tag eine Dosis H geben mssen, weil sie
noch zu klein sind, um eine
n Entzug durchstehen zu kn-
nen? Tja, und eine
Krankenschwester hat versucht
Sie haben recht. Das geht mir an die Nieren, sagte
Fred mit seiner monotonen Maschinenstimme. Ich habe
genug gehrt, danke.
Hank fuhr fort: Wenn man sich berlegt, da neuge-
borene Babys heroinschtig sind, weil
Danke, wiederholte der
vage Fleck, der Fred ge-
nannt wurde.
Was sollte man Ihrer Meinung nach mit einer Mutter
tun, die einem neugeborenen Ba
by eine Fixe mit Heroin
Sie eine Nacht lang ins Distriktgefngnis sperren?
Wochenende lang, wies mit den Sufern gemacht wird.
Manchmal wnsche ich mir, da ich wte, wie man vor
Wut durchdreht. Ich hab vergessen, wie das geht.
Ja, das ist eine verlor
engegangene Kunst, sagte
gendwo ein Handbuch dafr.
So um 1970 rum gabs mal einen Streifen, sagte
The
French Connection,
der handelte von einem
Zwei-Mann-Team vom Rauschgiftdezernat. Als die sich
total aus und erscho jeden, der ihm vor die Flinte kam,
Dann ist es vielleicht gar
nicht so schlecht, da Sie
nicht wissen, wer ich bin, sagte Hank. Sie knnten
mich hchstens rein zufllig erwischen.
Irgend jemand, sagte Fred
, wird uns sowieso alle
irgendwann einmal erwischen.
Und das wird fr uns alle
eine Erlsung sein. Eine
wirkliche Erlsung. Hank wh
lte sich noch tiefer in den
Stapel mit Aufzeichnungen.
Jerry Fabin. Den knnen
wir wohl endgltig von der List
e streichen. Spezialklinik.
Die Jungs unten im Bro sage
n, Fabin habe den zustn-
digen Beamten auf der Fahrt zur Klinik erzhlt, ein ange-
heuerter Killer ein kleine
s Mnnchen ohne Beine, so
auf einem Wgelchen hinter ihm hergerollt. Aber er htte
niemandem was davon erzhlt, weil ihn sonst bestimmt
alle fr bergeschnappt gehalten htten und sich schleu-
nigst aus dem Staub gemacht h
tten, und dann htte er ja
gar keine Freunde mehr geha
bt, niemanden, mit dem er
Ja, sagte Fred stoisch.
Fabian ist weg vom Fenster.
Ich habe die EEG-Analyse aus der Klinik gelesen. Den
knnen wir vergessen.
Immer, wenn er Hank so gegenbersa und seine
Rapportnummer abzog, beobachte
te er eine tiefgreifende
Verwandlung seines inners
wurde ihm diese Verwandlung
erst nach der Sitzung be-
wut, obwohl er schon whren
d des Rapports selbst spr-
te, da er aus irgendeinem
Grund eine geschftsmige
diesem Raum besprochen wu
rde und um wen sich das
Gesprch auch immer drehen
mochte all das hatte fr
ihn whrend dieser Sitzunge
Bedeutung.
das rhre von den Jedermann-
beide die
Spter kam er jedoch zu de
keinen Unterschied machte, ob sie die Anzge trugen
oder nicht; die Vernderung la
g in der Situation selbst
sichtlich die menschliche W
Gefhle herunter, die manchm
al aufzukommen drohten;
weder Zorn noch Liebe noch
andere tief ergehende Emo-
tionen, gleich welcher Art, wrden ihm oder Hank hel-
fen. Was ntzte es ihnen de
nn, ihrer starken persnlichen
Verbrechen noch dazu Kap
italverbrechen diskutier-
ten, die von Personen begangen
worden waren, die Fred
nahestanden und ihm sogar,
wie im Falle von Luckman
und Donna, teuer waren? Nein, sie muten ihre Gefhle
beide, er noch mehr als
Hank. Sie wurden neutral; sie
sprachen in einem neutra-
aus. Und langsam wurde es
n Empfindungen zu unter-
drcken, selbst ohne vorherige Einstimmung.
Und hinterher sickerten dann
alle seine Gefhle wie-
Entrstung angesichts der Geschehnisse, die er hatte
und, im Nachhinein, lhme
nder Schock. Groe, berwl-
tigende Gefhlssequenzen, di
e ohne Beispiel waren.
Aber whrend er hier sa, nicht nur durch den
miterlebt hatte, vllig teilnah
mslos beschreiben. Oder
ren, was Hank ihm erzhlte.
stirbt langsam an Hepatitis
und benutzt ihre Nadel dazu,
noch so viele ihrer Freunde mitzunehmen, wie sie eben
kann. Ich wrde empfehlen, da wir sie unter Druck set-
zen, bis sie damit aufhrt. Seine eigene Puppe
zutraf. Oder: Donna hat ein Mickymaus-LSD-Analog
Gehirn ist schon dicht. Od
er: Donna ist tot. Und
Hank wrde das seelenruhig
notieren und vielleicht fra-
gen: Wer hat ihr den Stoff ve
rkauft, und wo wird er her-
jeden Fall die Autonummern registrieren und so die Na-
men der Leute herausfinden, die an der Beerdigung teil-
nehmen. Und er, Fred, w
rde vllig emotionslos mit
Hank darber diskutieren.
Das war Fred. Aber spter
irgendwann verwandelte
sich Fred wieder in Bob Ar
ctor, irgendwo auf dem Br-
gersteig zwischen dem
und der Arco-
zwei Cent pro Gallone koste
te), und die frchterlichen
Farben sickerten wieder in
ihn zurck, ob ihm das nun
Diese Verwandlung, die er in seiner Identitt als Fred
erlebte, war eine Art konomie der Leidenschaften,
Auch Feuerwehrleute und r
zte und Leichenbestatter
gingen bei ihrer Arbeit auf de
n gleichen Trip. Keiner von
ihnen konnte alle paar Augenblicke aufspringen und los-
schreien; durch ein solches Verhalten wrden sie sich
zuerst selbst aufreiben und
nutzlos werden und anschlie-
end auch die Menschen in
ihrer Umgebung fertigma-
chen. Und das gleichermaen
als Techniker whrend der
Arbeitszeit und als Menschen in
ihrem Privatleben. Jedes
Individuum hat nur eine besc
hrnkte Menge von Energie,
ber die es verfugen kann.
Hank zwang Fred diese Leidenschaftslosigkeit nicht
auf; er
Zu allem berflu erstatte
te Fred in seinem Jeder-
mann-Anzug auch noch ber sich
selbst Bericht. Tat er
das nicht, dann wrde sein Vo
die gesamte Behrde gewahr
werden, wer Fred war,
Anzug oder nicht. Und die Spitzel, die die ST-Agentur in
ust hatte, wrden der Agen-
tur diese brandheie Neuigke
it natrlich sofort melden.
Und dann wrde Fred, der al
s Bob Arctor in seinem
Wohnzimmer sa und zusammen mit anderen Dopern
Dope rauchte und Dope einpfi
ff, pltzlich entdecken, da
auch hinter ihm ein neunzig
einem Wgelchen herrodelte. Und er, Bob Arctor, wrde
Arctor rhrt sich im Moment nicht, sagte Fred
seine Standardantwort. Arb
sammelstelle des
schluckt tglich ein paar
Ich bin mir da nicht so si
cher. Hank spielte mit ei-
nem Blatt Papier, das er aus dem Sto vor sich gekramt
hatte. Wir haben hier einen
Tip von einem Informanten,
dessen Hinweise fr gewhnlic
wesentlich mehr Geld zur
Verfgung hat, als ihm die
Leute vom
Blauen Chip
bezahlten. Wir haben deshalb
erkundigt. Hoch ist es nicht.
Und als wir dann nachhak-
ten, um festzustellen, wora
n das liegt, da haben wir er-
fahren, da er nicht die ganze Woche ber dort arbeitet.
Also mu Arctor einen Nebe
nverdienst haben, von dem
wir bisher nichts wuten.
Ach wirklich? sagte Fred
niedergeschlagen. Er be-
griff natrlich, da es sich
bei dem Nebenverdienst,
von dem Hank sprach, um die
Einknfte aus seiner T-
tigkeit als Rauschgiftagent handelte. Jede Woche erhielt
er von einer Maschine, die sich als Automat fr
Pep-
pers Dit-Sprudel
in einem mexikanischen Stehimbiss
timmte Geldsumme in kleinen
Scheinen hauptschlich Hono
rare fr Informationen,
die er geliefert hatte und
die vor Gericht zu einem
Schuldspruch gefhrt hatten.
Manchmal war diese Sum-
tors Hilfe eine besonders gr
oe Lieferung Heroin abge-
fangen werden konnte.
Hank las nachdenklich weiter. Unser Informant sagt
weiter, da Arctor unter ge
heimnisvollen Umstnden
kommt und geht, besonders
Wenn er zu Hause ankommt,
it er zunchst und geht
dann bald wieder weg, wobe
i er oft Grnde angibt, die
Vorwnde sein knnten. Manc
hmal verlt er das Haus
sogar in groer Hast. Aber er
bleibt nie sehr lange weg.
Hank oder genauer gesagt: der Jedermann-Anzug
schaute auf und blickte Fred
an. Haben Sie das schon
ssen sich irgendwelche
Hchstwahrscheinlich geht er zu seiner Puppe
Hchstwahrscheinlich, hm. Wir erwarten von Ih-
Natrlich liegts an Donna.
Er ist drben bei ihr und
vgelt Tag und Nacht mit ihr rum. Sein Unbehagen
wuchs. Aber ich werds mal berprfen und Sie darber
informieren, was ich heraus
ser Informant? Vielleicht will da einer Arctor eins rein-
wrgen.
Wissen wir nicht, zum Teufel. Kam per Telefon. Wir
haben nicht mal nen Stimma
bdruck der Bursche be-
nutzte eine elektronische Abschirmung, wahrscheinlich
selbst zusammengefutschelt.
Hank kicherte; ein seltsam
fremdartiges Gerusch, dieses
aus dem Sprechteil des Anzugs schepperte. Aber es hat
Meine Gte, begehrte Fr
ed auf, das war bestimmt
blo dieser ausgeflippte Surekopf Jim Barris, der aus
reinreiten will. Barris hat whrend seiner Zeit beim Mili-
belegt und dazu noch einen
Kurs fr die Wartung von schw
erem Gert. Ich an Ihrer
Stelle wrde ihm nicht mal gl
auben, wenn er Ihnen die
Hank schttelte ablehnend
den Kopf. Wir wissen
nicht, ob es berhaupt Barris war. Und auerdem ist Bar-
ris vielleicht doch nicht nu
r ein ausgeflippter Sure-
Allerdings haben wir keine
Erkenntnisse gewonnen, die
fr Sie von Nutzen sein k
nnten jedenfalls bisher
Auf jeden Fall war es einer von Arctors Freunden,
Ja, der Tip ist zweifellos ein Racheakt. Diese ver-
rckten Doper rufen uns jedesmal an, wenn sie Wut
aufeinander haben. Mir schien
es brigens tatschlich so,
als wrde er Arctor sehr gut kennen. Also gehrt er zu
Tja, auf diese Weise kommen wir nun mal an unsere
Informationen, sagte Hank. Wo liegt da der Unter-
Ich tus nicht, weil ich einen persnlichen Groll ge-
gen jemanden hege, sagte Fred.
e Fred: Sie knnen mich
totschlagen, aber ich wei es nicht, verdammt noch mal.
Sie haben doch im Moment
nichts mehr mit Weels
am Hut. Ich glaube, ich werde Sie vorlufig dazu eintei-
len, in erster Linie Bob Arctor
zu observieren. Hat er ei-
Fred gab ein abgewrgtes, roboterartiges Gerusch
Arctor bezieht Geld aus
einer unbekannten Quelle,
also geht er auch einer un
bekannten Nebenttigkeit nach.
Auerdem macht er sich durc
Wie wird das buchstabiert?
Wei ich nicht. Scheie noch mal, wei ich nicht,
staben hin. Aus welchem Sprachraum kommt denn das?
Walisisch, sagte Fred kur
z. Er konnte kaum noch
verstehen, was Hank sagte;
in seinen Ohre
alles zu einem groen Rausch
en, und auch seine brigen
Sind das nicht die Leute, die immer dieses Lied ber
die Mnner von Harlech singen? Was ist Harlech? Eine
Harlech ist der Ort, wo im Jahre 1468 der heldenhaf-
te Widerstand gegen die York
isten Fred verstummte.
Moment, ich mchte das zu den Akten nehmen.
seinen Wagen verwanzen lassen werden?
Ja, mit dem neuen Hologr
afie-System; das ist we-
d auerdem haben wir im
Augenblick sowieso mehr Gerte zur Verfgung, als an-
Speicheraufzeichnungen und
wertungen haben? Hank no
Ich nehme alles, was ich kriegen kann, sagte Fred.
Er fhlte sich vollstndig
von allen Vorgngen um sich
rbei sein mge. Und er
Jenseits des Tisches schrieb der andere formlose Fleck
immer weiter, bertrug Kennziffern aus einer Inventarli-
ste in die dafr vorgesehenen
Formbltter die Kennzif-
fern jener elektronischen Spielereien, ber die Fred wr-
de verfgen knnen, sobald Hanks Vorhaben von oben
ses, dem modernsten Stand
berwachungssystem installiere
n lie, das auf sein eige-
Seit ber einer Stunde arbeite
te Barris nun schon daran,
einen Schalldmpfer zu fabrizieren, der nur aus Haus-
haltsmaterialien bestehen sollte, die nicht mehr als elf
Alufolie und einem Stckc
hen Schaumgummi. In der
nchtlichen Dunkelheit von
schen all den Stapeln Unkraut
und Abfall, machte er sich
nun bereit, seine Pistole m
it dem hausgemachten Schall-
Die Nachbarn werdens hren, sagte Charles Freck
unbehaglich. Er konnte bera
Fenster, hinter denen vielleicht
Leute in die Glotze starr-
ten oder sich Joints drehten.
Luckman, der im Schatten herumlungerte und alles
Bullen wenn ein Mord pas-
Wozu brauchst du berhaupt einen Schalldmpfer?
fragte Charles Freck Barris. I
ch meine h die sind
Barris sagte dster: In einer Zeit wie dieser, da die
t und die Gottlosigkeit unter
den Menschen um sich greift, braucht jeder aufrechte
schtzen. Und er sollte sie stndig bei sich tragen. Er
kniff die Augen zusammen und feuerte seine Pistole mit
mpfer ab. Ein gewaltiger
Knall ertnte, der vorbergehend alle drei taub machte.
In weit entfernten Hfen begannen Hunde zu bellen.
Lchelnd machte sich Barri
s daran, die Alufolie von
dem Schaumgummi abzuwickeln. Er schien amsiert zu
Mann, das is ja n toller Schalldmpfer, sagte
Charles Freck und fragte sich
, wann die Polizei wohl
kommen wrde. Mit einer ganzen Armada von Polizei-
wagen.
Wirklich faszinierend, erklrte Barris und zeigte
Freck und Luckman die schwar
z versengten Brennkanle
im Schaumgummi. Er hat den Sound verstrkt, statt ihn
zu dmpfen. Aber ich hab
den Dreh beinahe raus. Im
Wie teuer ist so eine Pistole eigentlich? erkundigte
sich Charles Freck. Er selbst
hatte noch nie eine Pistole
gehabt. Mehrere Male hatte er ein Messer besessen, aber
irgendwer stahl es ihm immer. Einmal hatte eine Puppe
Nicht besonders teuer, sagte Barris. Gebraucht un-
gefhr dreiig Dollar. Die hier
ist gebraucht. Er hielt sie
Freck hin, der sofort nervs
zurckwich. Ich verkaufe
sie dir, sagte Barris. Du
solltest wirklich eine Waffe
haben, damit du dich gege
n all die Leute schtzen
kannst, die dir was antun wollen.
Soll ja ne ganze Menge davon geben, grinste
Luckman in seiner ironischen
Art. Ich hab krzlich in
L. A.
gelesen, da jeder, der Freck erfolgreich
eins verpat, kostenlos n
Ich geb dir ein Borg-Warner-Tacho dafr, sagte
Das du aus der Garage unten
an der Strae gestohlen
hast, sagte Luckman.
Na, und wenn schon, sagte Charles Freck. Viel-
leicht ist ja auch die Knarre
gestohlen. Praktisch alles,
was irgendwie wertvoll war, war ursprnglich irgend-
wem abgeklaut worden; erst der Diebstahl bewies, da
ein Stck berhaupt einen We
rt hatte. Und berhaupt,
sagte er, hat der Typ unten an
der Strae das Tacho zu-
erst geklaut. Es hat vielle
icht fnfzehn Mal oder so den
Besitzer gewechselt. Ich meine, das ist ja auch wirklich
ein superheies Tacho.
Woher weit du, da er
es geklaut hat? fragte
Luckman ihn.
Hlle, Mann, er hat acht Tachos da in seiner Garage,
und an allen baumeln noch
die abgeschnittenen Kabel
rum. Was wrde er sonst mit ihnen tun, mit so vielen,
meine ich? Wer geht denn
los und kauft sich acht Ta-
Luckman sagte zu Barris: Ich dachte, du wrst mit
dem Cephskop beschftigt. Bi
st du schon damit fertig?
Ich kann nicht pausenlos
Tag und Nacht daran arbei-
ten, weil der Schaden so gro ist, sagte Barris. Ich mu
da manchmal einfach ne Pa
use machen. Er schnitt mit
einem komplizierten Taschenmesser noch ein Stck
Schaumgummi ab. So, das
nchste Modell wird vllig
Bob denkt, du wrst dabei,
sein Cephskop zu reparie-
ren, sagte Luckman. Er liegt da in seinem Zimmer im
rumstehst und mit deiner Pi
stole rumballerst. Hast du
nicht mit Bob ausgemacht, da
er dir die berfllige Mie-
Wie gutes Bier, sagte Barris, braucht auch die ge-
r beschdigten elektroni-
schen Vorrichtung
Na, wenn das so ist, dann
schie halt den groartig-
sten Elf-Cent-Schalldmpfer aller Zeiten noch mal ab,
sagte Luckman und rlpste.
Er lag allein auf dem Rcken im trben Licht seines
Schlafzimmers und starrte grimmig ins Nichts. Unter
seinem Kopfkissen sprte er
seinen Polizei-Spezial-
Revolver, Kaliber 32; nach
dem Knall, den der Abschu
von Barris 22er im Hinterhof
verursacht hatte, hatte er
reflexartig seine eigene Kna
holt, um sie in bequemerer
Reichweite zu haben eine
Sicherheitsmanahme gegen a
lle nur vorstellbaren Ge-
fahren; er hatte nicht einmal bewut darber nachge-
Aber der 32er unter dem Ko
pfkissen wrde nicht viel
seines kostbarsten und teuerste
n Besitzes ntzen. Sofort,
nachdem er von der Bespr
echung mit Hank heimge-
kommen war, hatte er all die anderen Hilfsmittel ber-
prft und festgestellt, da si
e okay waren auch der Wa-
gen, und in einer Situation
wie dieser mute man immer
zuerst den Wagen berprfen. Was immer auch vorgehen
mochte, und von wem auch i
mmer es ausging es wrde
heimtckisch und link sein. An
der Peripherie seines Le-
bens lauerte irgendein feige
r, hinterhltiger Freak, der
sich nicht traute, ihm offen
aus dem Verborgenen heraus
fertigzumachen versuchte.
Eigentlich gar kein richtiger
Mensch, sondern eher eine
Unperson, ein als Mensch ve
Frher einmal hatte es eine
Zeit gegeben, da hatte er
einem 32er unter seinem Kopfkissen, einem Verrckten,
der aus Grnden, die nur de
r Herrgott selbst erahnen
mochte, wieder und wieder im Hinterhof eine Pistole ab-
feuerte, und einem anderen Id
ioten (der vielleicht sogar
mit dem im Hinterhof identisch war), den ein Kurzschlu
in seinem Oberstb
schtzte Cephskop kurzzu-
schlieen, das alle Bewohner
dieses Hauses und alle
ihre Freunde nicht minder
liebten und genossen. Ja,
frher einmal hatte Bob Arct
or ein anderes Leben ge-
fhrt. Da waren eine Ehefrau gewesen, die sich in nichts
von anderen Ehefrauen untersc
hied, zwei kleine Tchter,
ein solider Haushalt, der tglich gefegt und geputzt und
ausgeleert wurde, und nicht
ssagende Zeitungen, die nie
aufgeschlagen, sondern glei
ch vom Briefkasten zur Mll-
Aber eines Tages dann, whrend er gerade den elektri-
schen Popcornautomaten un
ter dem Ausgu hervorholte,
hatte Arctor sich den Kopf
an der Ecke eines Kchen-
schrnkchens gestoen. Dies
er Schnitt in seiner Kopf-
aus irgendeinem unerfindlic
hen Grund die Spinnweben
zerrissen. Und er begriff mit wundersamer Klarheit, da
er nicht das Hngeschrnkche
n hate: Er hate seine E-
hefrau, seine beiden Tchter, das ganze Haus, den Hin-
terhof mit dem elektrischen Rasenmher, die Garage, die
Zentralheizung und ihre gleichmige Wrme, den Vor-
hof, den Zaun, dieses ganze beschissene
Heim
und je-
den einzelnen, der darin lebte.
Er beschlo, sich scheiden
zu lassen; er wollte sich vo
n allem lsen. Und das hatte
um Schritt in ein ne
dem mangelte.
Vielleicht htte er diese Entscheidung bedauern sollen.
Er tat das nicht. Sein frheres Leben war ohne Aufregung
gewesen, ohne Abenteuer. Es
war zu sicher gewesen.
Alle Bestandteile, aus denen sich dieses Leben zusam-
wrde sich jemals ndern. Sein
Leben, so hatte er einmal
berlegt, war wie ein kleine
s Boot aus Plastik, das auf
ewig weitersegeln wrde, o
hne Zwischenflle, bis es
Aber in dieser dunklen We
lt, in der er nun lebte,
strmten dauernd hliche
ntlich gab es auch einmal ein winzi-
ges, wunderbares Ding. Er konnt
e mit nichts fest rechnen;
jeder Tag bot neue berraschungen. Wie die absichtliche,
bswillige Beschdigung seines Altec-Cephalochro-
moskops, um das herum er
Tagesablaufs aufgebaut hatte
, den Abschnitt des Tages,
in dem sie sich alle entspa
nnten und aus dem sie eine
innere Ruhe und Zufriede
ren. Aber nicht viel inmitte
n dieser langen, dunklen A-
bendschatten war wirklich rati
onal, wenigstens nicht im
exakten Wortsinn. Jeder konnte diese rtselhafte Hand-
lung begangen haben, und
das aus fast jedem erdenkli-
chen Grund. Jeder, den er
kannte oder dem er jemals
ausgeklinkten Surekpfen, exotischen Freaks, kaputten
Fixern oder psychotischen Pa
ranoikern, die ihren hallu-
zinierten Groll gegen ihn nun
nicht mehr blo in ihrer
Phantasie, sondern in der Wirklichkeit auslebten. Oder
sogar jemand, dem er
fach nach Zufallskriterien
aus dem Telefonbuch ausge-
Vielleicht hat Jerry Fabin es
Hlse, die einmal ein Mensch
gewesen ist. Jerry Fabin
und seine Milliarden von Bla
ttlusen. Jerry Fabin, der
Donna und eigentlich alle
Puppen beschuldigt hat,
ihn verseucht zu haben.
Dieser ausgeflippte Homo.
Aber, dachte Arctor, wenn
Jerry jemanden htte fertig-
machen wollen, dann wre
das Donna gewesen und nicht
ich. Und auerdem htte Jerry bestimmt nicht mal he-
rausfinden knnen, wie man di
e Bodenplatte des Gerts
entfernt; wenn er das versucht
scheinlich immer noch dabei,
dieselbe Schraube loszu-
schrauben und wieder festzu
schrauben. Oder er htte
gleich versucht, die Platte mit einem Hammer abzukrie-
gen. Und berhaupt: Wenn Je
dann wre der Kasten voller Wanzeneier, die von ihm
esem Gedanken mute Bob
Armes Schwein, dachte er, und sein innerliches Grin-
sen erstarb. Arme, unglckliche
Tunte. Sobald sich erst
einmal die Spuren der hoc
seinem Gehirn abgelagert
hatten, wars mit ihm vorbei
gewesen. Game over.
Einer mehr in einer lange
n Reihe von Gehirngesch-
digten, eine weitere traurige Existenz wie so viele andere
dachte Arctor, aber die Seele,
der Verstand
das ist alles
tot. Was bleibt, ist eine Reflexmaschine. Wie irgendein
Insekt, verdammt dazu, dst
ere Verhaltensmuster zu
wiederholen. Ein ei
nziges Verhaltensmuster, wieder und
wieder. Ob dieses Muster nun
angemessen ist oder nicht.
Mchte wissen, wie er frher
war, grbelte er. Er hatte
Jerry noch nicht sehr lange gekannt. Charles Freck be-
habe. Das htte ich mit me
inen eigenen Augen sehen
mssen, um es zu glauben, dachte Arctor.
Vielleicht sollte ich Hank
von der Sabotage meines
Cephskops erzhlen, dachte e
r. Sie wrden au
wissen, wer und was dahinterst
eckt. Aber was knnen sie
berhaupt fr mich tun? Das
ist nun mal das Risiko, das
man eingeht, wenn man diese Art Arbeit macht.
Und sie ist das nicht wert, diese Arbeit, dachte er. So
nicht. Aber er tat diese Arbeit sowieso nicht des Geldes
wegen. Und warum tun Sie
Hank ihn gefragt. Aber wa
s wute denn ein Mann
gleich, welche Art von Arbeit er tat schon ber seine
Feindseligkeit gegenber de
n Menschen, die einen um-
gaben, gegenber allen sein
en Freunden und sogar den
Puppen. Oder es mochte ei
ne positive Motivation sein,
die das Ergebnis einer schreck
lichen persnlichen Erfah-
rung war. Vielleicht kannte man ein menschliches We-
sen, das man aus ganzem Herzen liebte, dem man wirk-
lich nahegekommen war, das man im Arm gehalten und
mit dem man geschlafen hatte
, das man gekt und um
das man sich gesorgt hatte,
das man als Freund behandelt
und vor allem
hatte und dann mute man
mit ansehen, wie diese warme, lebendige Person inner-
lich ausbrannte, vom Herzen
an nach auen verbrannte.
Bis sie klickt und klackt wie
ein Insekt. Wieder und wie-
der den gleichen Satz
wiederholt. Eine
wenn ich blo noch ei
nen einzigen Schu haben
Keine Probleme mehr, dachte er. Drei Viertel des Ge-
hirns Brei, und immer wieder dieser eine Satz. Wie bei
wenn ich blo noch ei
nen einzigen Schu haben
knnte, wrde mein Gehirn
ganz bestimmt von selbst
wieder in Ordnung kommen.
schnittenen Drhten, Kurzsc
hlssen, herausgerissenen
Leitungen, berladenen und zu
undefinierbaren Klumpen
zusammengeschmolzenen Kond
ensatoren, verschmorten
Kontakten, beiendem Qualm und einem widerwrtigen
Geruch. Und da sitzt jemand
die Stromkreise durch und murmelt dster: O weh, o
weh! Eine Menge Widerstnde
und Transistoren mssen
Fabin nur ein mattes Summen
kommen, und sie wrden
Und in Bob Arctors Wohnzimmer wrde ein Tausend-
Dollar-Qualitts-Cephskop,
eine Maanfertigung der
Firma Altec, das nun angeblic
h wieder repariert war, eine
Schrift in fahlem Grau auf einen winzigen Fleck an der
EINEN EINZIGEN
SCHUSS HABEN KNNTE
Danach wrden sie das Ceph
schdigt war, und Jerry Fabin,
der irreparabel beschdigt
Nun ja, dachte Arctor. Wer
braucht Jerry Fabin? Au-
er vielleicht Jerry Fabin se
lbst, der einmal davon ge-
trumt hatte, als Geschenk fr einen Freund ein drei Me-
ter langes Konsolensystem m
ge und einem Fernseher darin zu entwerfen und zu bau-
en. Und als man ihn gefragt hatte, wie er es von seiner
Garage zum Haus seines Fr
wo es doch nach de
r Fertigstellung so
gro sein und so
viel wiegen wrde, da hatte
er erwidert: berhaupt kein
Problem, Mann! Ich werde es einfach zusammenklappen
hier, ich habe die Scha
rniere schon gekauft ich
werds also zusammenklappen,
verstehst du, das ganze
Ding zusammenklappen, es in einen Briefumschlag stek-
ken und es ihm per Post schicken.
use aus dem Haus fegen,
nachdem Jerry zu Besuch ge
kommen ist. Er versprte
das Bedrfnis zu lachen, als
er daran dachte. Einmal hat-
ten sie eine Theorie entwickelt, mit der sich Jerrys Blatt-
laus-Trip psychoanalytisch
erklren lie. Den Lwenan-
teil dazu hatte der clevere,
bei Jerry Fabins Kindheit an. Eines schnen Tages also
kommt Jerry Fabin aus der erst
en Klasse nach Hause, den
Ranzen unter den Arm gekle
mmt, frhlich pfeifend. Und
da sitzt im Ezimmer neben seiner Mutter diese groe
Blattlaus, ungefhr einen
Was isn los? erkundigt sich der kleine Jerry Fabin.
Das hier ist dein lterer Bruder, sagt seine Mutter,
den du bisher noch nicht kennengelernt hast. Er wird
dich. Er kann viel mehr als du.
Und von da an vergleichen
Jerry Fabins Eltern ihn
pausenlos mit seinem ltere
heranwachsen, entwickelt Je
rry nach und nach einen
starken Minderwertigkeitskomplex was unausbleiblich
ist. Nach der Oberschule er
hlt sein Bruder ein Stipendi-
um fr ein College, whrend Je
rry in einer Tankstelle zu
arbeiten beginnt. Danach wird
dieser Bruder, die Blatt-
laus, ein berhmter Arzt ode
r Wissenschaftler, ja sogar
Nobelpreistrger. Jerry hingegen wechselt immer noch
fr einen Dollar fnfzig in der Stunde Reifen an der
Tankstelle. Seine Mutter und
sein Vater hren nie damit
Wenn du doch blo
nach deinem Bruder geraten
wrst! Schlielich luft Jerry
von zu Hause fort. Aber in
seinem Unterbewutsein fh
lt er immer noch, da Blatt-
luse ihm berlegen sind. Zuerst
glaubt er, sicher zu sein,
aber dann fngt er an, in se
inen Haaren und in seinem
Haus berall Blattluse zu sehen, weil sich sein Minder-
wertigkeitskomplex inzwischen in eine Art sexuellen
und die Blattluse sind
nun eine Strafe, die er sich
t worden war. Sie selbst
alle, die in jener Nacht mit Jerry zusammengewesen wa-
ren hatten beschlossen, die
Klinik zu verstndigen; die
Lage hatte sich so zugespitz
t, da man diesen Schritt
nicht lnger hinauszgern konnte. Er war absolut unver-
meidlich. In jener Nacht nmlich hatte Jerry die Vorder-
tr seines Hauses verbarrikadiert mit allem, was er in
seinem Haus nur finden konn
te, so ungefh
Pfund gottverdammter Kram
, einschlielich der Couch
und der Sthle und des Eisschr
anks und des Fernsehers.
Und dann hatte er allen erzhlt,
da eine gigantische, su-
drauen sei und sich darauf
men und sich ihn zu schnappen. Und weitere wrden sp-
ter noch landen, selbst wenn er
diese hier erwischte. Die-
se auerirdischen Blattlus
als alle Menschen und wrd
en, wenn ntig, auch gera-
dewegs durch die Wnde komme
n, denn das sei fr sie
dank ihrer bernatrlichen Fhi
gkeiten gar kein Problem.
Um sich selbst so lange wie
das Haus mit Zyanidgas fluten mssen, worauf er vorbe-
llen. Nun, hatte Jerry dar-
aufhin erklrt, er habe bere
its alle Fenste
r und Tren mit
Dann schlug er vor, die
Wasserhhne in der Kch
e und im Badezimmer aufzu-
drehen und das Haus zu be
der Heiwassertank in der Gara
ge mit Zyanid gefllt sei,
nicht mit Wasser. Er habe das schon seit langer Zeit ge-
wut, das Gas aber bis zum Schlu aufgespart, sozusagen
dabei sterben, aber wenigstens wrden sie auf diese Wei-
se die superintelligenten Blattluse daran hindern, ins
Seine Freunde riefen darauf
hin die Polizei an. Die Po-
lizisten brachen die Vordertr auf und karrten Jerry weg
in die Staatliche Nervenklinik
ihnen allen sagte, war: Bringt mir spter meine Sachen
Rcken mit. Er hatte sich di
kauft, und er hing sehr dara
fhr alles, woran er noch hing
; alles andere, was er besa,
spaig zu sein. Er fragte si
ch, warum es ihm jemals so
vorgekommen war. Vielleicht
kam das von der Furcht,
der schrecklichen Furcht, die si
chen in Jerrys Gegenwart vers
prt hatten. Jerry hatte ih-
nen erzhlt, da er manchmal nachts das Haus mit einer
Schrotflinte durchstreifte, weil er die Anwesenheit eines
Feindes sprte. Er hoffte darauf, selbst noch einen Schu
abfeuern zu knnen
, bevor er erschossen wurde. Aber
schon mit einkalkuliert.
Und nun, dachte Bob Arcto
r, habe ich einen Feind.
Oder jedenfalls bin ich auf seine Fhrte gestoen. Auf die
Zeichen, die er hinterlt. No
ch so ein drogenverseuchtes
es wirklich in deinen Kopf
rein. Nachhaltiger als jeder
oder General Mo
tors zur besten
Er berhrte die Pistole unter seinem Kissen und sagte:
Yeah?
Komm rein, sagte Arctor.
Er knipste die Nachttisch-
Barris trat ein; seine Augen funkelten. Noch wach?
Ein Traum hat mich wach
gemacht, sagte Arctor.
Ein religiser Traum. Urpltzlich klafften die Himmel
mit einem gewaltigen Donn
erschlag auseinander, und
e Stimme grollte mich an
was, zum Teufel, sagte Er
doch gleich? ach ja, rich-
tig. Ich rgere mich ber
dich, mein Sohn, sagte Er.
Sein Gesicht war sehr finste
r. Ich zitterte, in meinem
Traum, und sagte, zu Ihm aufblickend: Was habe ich
den Verschlu deiner Zahnpastatube nicht zugeschraubte
Und dann merkte ich pltzlich,
da Er meine Ex-Ehefrau
httelte den Kopf und blick-
te Arctor geradeheraus an. Er
schien allerbester Laune zu
sein. Tja, sagte er lebhaft, i
ch habe eine erste Theorie,
wer bswillig und systematisch dein Cephskop zerstrt
haben knnte und das auch wieder tun mag.
Hr zu, sagte Barris und schaukelte aufgeregt vor
und zurck. W-w-was wrdest du denken, wenn ich dir
sagen wrde, da ich bereits
vor Wochen eine ernsthafte
Fehlfunktion einer der Appara
turen in diesem Haushalt
vorausgesehen habe, und zwar speziell in einer Appara-
tur, die teuer und schwer zu reparieren ist? Meine Theo-
geradezu danach, da das passieren mute! Der
Schaden an deinem Cephskop
ist die Besttigung meiner
allumfassenden Theorie!
Arctor musterte ihn mitrauisch.
Barris sank langsam zurck un
higes, breites Lcheln auf. D
u, sagte er und zeigte mit
dem Finger auf Arctor.
Du denkst also, ich htte
Ich htte mein eigenes
Cephskop kaputtgemacht, ob-
wohl es nicht mal versichert war. Ekel und Zorn
schwollen in ihm an. Und es war schon spt in der Nacht;
Nein, nein, sagte Barris rasch, mit angstvollem
Blick. Du
dein Cephskop zu Klumpatsch
gemacht hat. Nichts ande-
res wollte ich sagen, aber du
hast mich ja nicht ausreden
dessen trben Augen eine Ar
Warum?
haben mu߫, sagte Barris.
Offenkundig unter dem Ein-
flu eines posthypnotischen Befehls, der mit einem Am-
nesie-Block gekoppelt ist, damit ich mich nicht daran
erinnern kann. Er
begann zu lachen.
Darber sprechen wir spter
noch mal, sagte Arctor
Barris stand zitternd auf. Hey, aber begreifst du denn
nicht nur ich verfge ber
das hochspezialisierte elek-
tronische Fachwissen, und auerdem hatte ich jederzeit
Zugang zu deinem Cephskop
hier. Was ich aber partout ni
cht ergrnden kann, ist mein
Vielleicht bin ich von geheimen Mchten angewor-
ben worden, murmelte Barri
s verwirrt. Aber dann er-
hebt sich wiederum die Frage nach
leicht wollen sie erreichen,
da wir uns gegenseitig ver-
dchtigen und einander zu
mitrauen beginnen, so da
Zank und Hader zwischen
uns keimt und wir einander
schluendlich in offener Fei
ndschaft gegenberstehen
da wir alle unsicher werden
, wem wir noch vertrauen
knnen und wer unser Feind is
t? Oder jedenfalls was in
Das ist ihnen schon gelungen, sagte Arctor.
Barris, whrend er sich zur Tr bewegte; seine Hnde
wirbelten aufgeregt in der
Luft. Ein derartig groer
Aufwand das Abmontieren der Bodenplatte, ein Nach-
schlssel fr die Vordertr
Ich werde froh sein, dachte Bob Arctor, wenn wir end-
lich die Holo-Kameras kriegen und sie berall in diesem
Haus eingebaut sind. Er berhrte seine Pistole und fhlte
sich sofort sicherer. Dann fragt
e er sich, ob er vielleicht
geladen war. Aber dann,
begriff er pltzlich, werde ich mich als nchstes fragen,
ob der Abzugbolzen berhaupt
noch da ist oder ob nicht
jemand das Pulver aus den Pa
tronen entfernt hat und
so weiter, und so weiter, in manischer Besessenheit, wie
ein kleiner Junge, der die Risse im Brgersteig zhlt, um
seine Angst zu verringern. De
r kleine Bobby Arctor, der
aus der ersten Klasse nach
Hause kommt, den Ranzen
unter den Arm geklemmt, voller Angst vor dem Unbe-
kannten, das vor ihm liegt.
rahmens entlang, weiter und weiter, bis seine Finger
schlielich den Klebestreife
n berhrten. Obwohl Barris
noch im Raum war und ihm zuschaute, ri er zwei Ta-
ein, schluckte sie ganz ohne
Wasser hinunter. Dann legte
Es war unvermeidlich, da si
ch Bob Arctor fr lngere
Zeit auerhalb seines Domizils
aufhielt, damit es ordent-
lich (und das hie: lckenlos)
verwanzt werden konnte
inklusive des Telefons, obw
ohl das doch schon lngst
von einer anderen Abteilung
der Behrden angezapft
worden war. Normalerweise sah
es in der Praxis so aus,
sich sicher sein konnten, da alle Bewohner es verlassen
hatten und wohl auch nicht
so bald zurckkommen wr-
den. Manchmal muten die
Behrden tage- oder sogar
wochenlang auf einen geei
Wenn schlielich trotz der
mhseligen Warterei von
selbst absolut nichts laufen
wollte, arrangierte man dann
halt einen Vorwand: Man te
ilte den Hausbewohnern ein-
fach mit, da ein Kammerjg
er einen ganzen Nachmittag
in ihrem Haus zu tun haben
wrde (oder was sich sonst
ner doch bitte deshalb verd
gegen sechs Uhr abends, okay?
Aber im vorliegenden Fall
war der Verdchtige, ein
gewisser Robert Arctor, so zuvorkommend, sein Haus
ganz von selbst zu verlasse
n und dabei auch gleich noch
seine beiden Mitbewohner mitzunehmen, um sich zu-
sammen mit ihnen auf die Suche nach einem Cephalo-
chromoskop zu machen, das
die drei auf Leihbasis be-
nutzen konnten, bis Barris Ar
ctors Cephskop wieder re-
pariert hatte. Die drei Haus
bewohner wurden dabei beo-
wenig spter, ging in
der Zentrale ein Anruf von Fred ein, der sich, in seinen
Tages niemand daheim sein wrde. Er, Fred, habe die
drei Mnner dabei belauscht,
wie sie den Entschlu fa-
ten, den ganzen langen Weg
nach San Diego hinunterzu-
fahren, um sich ein Cephsko
p anzuschauen, das irgend-
Krten zum Verkauf anbot. Wahrscheinlich war der Typ
ein total ausgeflippter Fixe
r, denn wer ein Cephskop so
billig anbot, mute schon ziemlich meschugge sein. Und
ein Cephskop fr nur fnfzig
Krten war die lange Fahrt
und den ganzen Zeitaufwand echt wert.
Zudem gab diese Entwicklun
g den Behrden die Mg-
lichkeit, neben der Verwanz
ungsaktion auch noch eine
klitzekleine (und natrlich
illegale) Durchsuchung zu
starten, was die Geheimagen
ten vom Rauschgiftdezernat
sowieso immer gerne taten,
wenn es keine Zeugen dafr
gab. Es schien ihnen ein inne
rer Reichsparteitag zu sein,
Schreibtischschubladen he
rauszuziehen, um nachzu-
schauen, was wohl an der
Rckseite festgeklebt war;
Stehlampen auseinanderzunehmen, um festzustellen, ob
nicht vielleicht Hunderte von
prfen, was da fr kleine, in Klopapier eingewickelte
Pckchen befestigt
sein mochten, auer Sichtweite und
dort, wo sie beim Abziehen von den rauschenden Was-
serfluten automatisch wegg
esplt werden wrden; und
schlielich sogar in das Gefri
erfach des Khlschranks zu
schauen, um zu kontrollieren, ob nicht irgendeins der
Pckchen mit tiefg
efrorenen Erbsen und Bohnen in
pe enthielt, das natrlich
Zwischenzeit wurden die ko
mplizierten Holo-Kameras
verschiedene Pltze, um di
gleiche Prozedur wurde dann noch einmal fr die Audio-
einheiten wiederholt. Aber der Video-Teil war wichtiger
und nahm mehr Zeit in Ansp
die Holo-Kameras von keiner St
elle aus sichtbar sein. Es
nen, sie so anzubringen. Ei
ne ganze Reihe von Pltzen
muten durchprobiert werden. Die Techniker, die die
Gerte einbauten, wurden gu
t bezahlt, denn wenn sie
Mist bauten und die Bewohner
des Hauses spter auch
nur eine der Holo-Kameras en
sie sofort
wissen, da man bei ihnen
eingebrochen hatte, und sie
nun unter stndiger Beob
achtung standen und dann
wrden sie bei allen ihre
n zuknftigen Aktivitten vor-
sichtiger sein. Und auerdem
wrden sie vielleicht das
ganze Holo-System heraus
reien und verhkern.
Es hatte sich als schwierig fr die Gerichte erwiesen,
dachte Bob Arctor, als er ber den San Diego Freeway
nach Sden fuhr, Leute fr
den Diebstahl und den Ver-
kauf elektronischer Apparaturen schuldig zu sprechen,
die illegal in deren Husern in
stalliert worden waren. Die
Polizei konnte dann nur versuchen, die Angeklagten un-
ehen doch noch reinzurei-
en. Seltsam, dachte Arcto
Pusher in einer entsprechende
n Situation ganz hnlich,
einen Fall, bei dem ein Heroindealer einer Puppe eins
reinwrgen wollte und darum
zwei Pckchen mit Heroin
im Griff ihres Bgeleisens
hatte er der Polizei anonym
einen telefonischen Tip ge-
geben, aber bevor die Bullen darauf hatten reagieren
knnen, hatte die Puppe das
Heroin zufllig gefunden.
Aber statt es durchs Klo zu splen, hatte sie es verkauft.
Die Polizei kreuzte bei ihr au
f, fand aber nichts, machte
dann einen Stimmabdruck
en Anrufer
und verhaftete den Pusher,
weil er den Behrden falsche
Informationen gegeben hatte. Als der Pusher auf Kaution
wieder freigelassen wurde, besuchte er mitten in der
Nacht die Puppe und schlug sie fast tot. Als er ge-
schnappt wurde und man ihn
fragte, warum er dem Md-
chen ein Auge ausgeschlage
n und ihr beide Arme und
mehrere Rippen gebrochen ha
be, erklrte er, da die
Puppe auf zwei P
ckchen mit hochgrad
igem Heroin ge-
stoen sei, die ihm gehrten, sie dann mit einem guten
Schnitt verkauft und ihn nich
Das, dachte Arctor, ist halt die Pusher-Mentalitt.
Er lud Luckman und Barris in
San Diego ab, wo sie al-
leine versuchen sollten, das
Cephskop zu organisieren.
Dadurch saen sie erst einmal fest, was sie nicht nur dar-
an hinderte, zum Haus zu
rckzukehren, whrend die
Verwanzungsaktion in volle
m Gange war, sondern es
Arctor zudem auch mglich
machte, mal wieder bei ei-
nem Mdchen vorbeizuschauen
, das auf der Liste jener
Personen stand, die er observi
eren sollte und das er seit
ber einem Monat nicht mehr gesehen hatte. Er kam sel-
ten in diese Gegend, und die
Puppe schien sowieso nicht
viel mehr zu tun als zwei-
schieen und gelegentlich ein
paar Freier abzuschleppen,
um so das Geld fr ihren Stoff zusammenzubringen. Sie
wohnte mit ihrem Dealer zusa
mmen, der was ja auf der
Hand lag auch ihr Zuhlter war. Gewhnlich war Dan
Mancher tagsber weg, und
das war gnstig fr Arctor.
Der Dealer war zugleich auch
selber schtig, aber Arctor
hatte bisher nicht herausfi
nden knnen, nach welchem
Stoff. Offensichtlich nach ei
ner ganzen Reihe von Dro-
gen. Um welchen Stoff es sich auch immer handeln
mochte er hatte Dan selts
am und bsartig werden las-
sen. Auerdem unberechen
bar und gewaltttig. Es war
ein Wunder, da die rtliche Po
lizei ihn nicht lngst we-
hatte. Vielleicht waren die
Beamten bestochen. Oder,
was am wahrscheinlichsten war, sie kmmerten sich ein-
fach nicht mehr darum; dies
es merkwrdige Prchen leb-
te in einem Slumviertel, in
dem sonst nur Rentner und
andere arme Leute hausten.
it seinen heruntergekomme-
nen Husern, den Mllkippen,
Parkpltzen und Straen,
die wie Schuttabladepltze wirkten, wohl nur dann, wenn
es sich absolut nicht mehr ve
Auf der ganzen Welt schien es nichts zu geben, was
mehr Schmutz und menschliches Elend produzierte als
solche endlosen Straenzge mit ihren grauen, tristen
die Leute aus dem Schmutz
und dem Elend
len. Arctor stellte seinen Wagen ab, fand den richtigen,
nach Urin stinkenden Treppena
ufgang, stieg hinauf in die
Dunkelheit und entdeckte schlielich die Tr von Apart-
ment 4, die mit einem G ge
Dose Drano lag vor der Tr,
und er hob sie automatisch
len mochten. Einen Augenblick
lang erinnerte er sich an
seine eigenen Kinder und dara
n, was er ber die Jahre
hinweg alles unternommen hatte, um sie vor Gefahren zu
schtzen. Dazu htte auch gehr
t, eine solche Dose auf-
zuheben. Er hmmerte mit
Sofort rasselte das Trschl
o, und die mit einer Vorle-
Mdchen, Kimberly Hawkins, sphte heraus. Ja?
Hallo, sagte er. Ich bins, Bob.
Was hast du da in der Hand?
Stimme klang apathisch. Ki
mberly war do
er sehen sehr down. Auerd
em hatte sie ein blaues Au-
ge und eine gespaltene Lippe
. Und als Arctor sich um-
blickte, sah er, da die Fens
ter des kleinen, total ver-
dreckten Apartments zersplittert waren. Glasscherben
lagen auf dem Boden, vermischt mit umgekippten A-
schenbechern und Coke-Flaschen.
Yeah. Dan und ich hatten ei
nen Streit, und dann ist er
abgehauen. Das Mdchen ei
n Chicano-Halbblut, klein
und nicht besonders hbsch, mit der gelblichen Gesichts-
farbe der Schnee-Freaks sta
rrte blicklos zu Boden, und
Arctor bemerkte ein Raspeln in ihrer Stimme, wenn sie
sprach. Manche Drogen bewirkten das, aber es konnte
auch von einer schweren Ke
hlkopfentzndung herrhren.
Da die Fenster kaputt waren, lie sich das Apartment
Er hat dich zusammengeschlag
en. Arctor stellte die
Dose mit Drano auf ein Regal neben einige Porno-
Taschenbcher; die meisten
davon waren uralt und vom
Tja, er hatte sein Messer nicht dabei, Gott sei Dank.
Sein Schnappmesser, das er je
tzt immer in einer Scheide
am Grtel trgt. Kimberly
lie sich in einen schweren
Plschsessel fallen, aus dem
die Sprungfedern ragten.
Mchtest du, da er wied
Tja Sie zuckte ein weni
g mit den Achseln. Wer
Arctor ging zum Fenster und schaute hinaus. Dan
Mancher wrde ganz besti
mmt frher oder spter wie-
derauftauchen das Mdchen
war eine Geldquelle, und
Dan wute, da sie Nachschub
brauchen wrde, wenn ihr
der Stoff ausging. Wie lange reichts noch? fragte er.
Einen Tag.
Kannst du nicht irgendwoanders was kriegen?
ne Erkltung, sagte sie. Von dem Wind, der rein-
kommt.
Wenn ich zum Arzt gehe, sagte sie, dann wird er
sehen, da ich kokse. Ic
h kann nicht hingehen.
Aber sicher doch. Pltzlic
h schien sie zu lauschen.
Da war ein Gerusch ein Autoauspuff, unregelmig
und laut. Ist das Dans Wage
n? Ein roter Ford Torino,
Arctor, der immer noch am Fe
nster stand, schaute hin-
aus und sah, wie ein zerknautschter roter Torino, aus des-
ler Rauch quoll, auf dem
mit Abfall bersten Parkplat
Kimberly verschlo die T
r: zwei Extraschlsser.
Hast du ein Telefon?
Nein, sagte sie.
ngt eins anschaffen.
Aber spter, wenn ich wieder weg bin.
Nur wenige Augenblicke spter konnten sie drauen
auf der Treppe Schritte hren
und dann ein
wildes Hm-
mern an der Tr. Dann die
Stimme Dans, der brllte,
Kimberly solle die Tr ffnen
. Sie schrie ein Nein zu-
rck, und da jemand bei ihr se
i. Okay! schrie Dan mit
berschnappender Stimme. Dann schlitze ich dir eben
deine Reifen auf! Er lief tr
eppabwrts, und Arctor und
ster, wie Dan Mancher, ein magerer, kurzhaariger, tuntig
sich Kimberly s Wagen nherte. Er schrie immer noch
Drohungen zu ihr hoch; sein
e Worte muten in der gan-
zen Nachbarschaft zu verstehe
deine Reifen auf, deine Sche
ireifen! Und dann mache
ich dich alle, du verfluchte Hure! Er bckte sich und
zerschlitzte erst einen Reifen am alten Dodge des Md-
chens, und dann noch einen.
partments und begann wie
wahnsinnig die diversen
Schlsser aufzuschlieen. Ich mu ihn aufhalten! Der
Arctor ri sie zurck. Mei
n Wagen steht auch da un-
ten. Natrlich hatte er sein
en Revolver nicht bei sich,
und Dan hatte das
Reifen!
Kreischend versuchte das Mdchen,
die Tr aufzukriegen.
Aber merkst du denn nicht,
da er hofft, da du ge-
die Polizei rufen die haben
ein Telefon. La mich doch
Mit einer schier bermenschlichen Kraftanstrengung
stie sie ihn weg und brachte
es irgendwie fertig die Tr
aufzubekommen. Ich werde
die Polizei rufen. Meine
Reifen! Einer davon ist noch ganz neu!
Ich geh mit dir. Er pack
te sie an der Schulter; sie
stolperte vor ihm die Stufen
hinunter, und er schaffte es
kaum, mit ihr Schritt zu halten.
Schon hatte sie das nch-
ste Apartment erreicht und hmmerte gegen die Tr.
Bitte, ffnen Sie! rief sie.
Bitte, ich mchte die Poli-
zei rufen! Bitte lassen Sie
mich doch die Polizei anru-
Arctor holte sie ein, schob
sich neben sie und klopfte
ebenfalls an. Wir mssen unbedingt Ihr Telefon benut-
lich dringend. Ein Notfall.
Ein lterer Mann, der eine
graue Wolljacke, eine zer-
knitterte, konservativ geschn
ittene Hose und eine Kra-
Danke, sagte Arctor.
Kimberly drngte sich in
die Wohnung, rannte zum
Telefon und whlte die Numme
stand da, zur Tr gewandt, un
damit, da Dan auftauchen w
rde. Alles war still, bis auf
en dem Frulein vom Amt
was mit einem Streit wegen eines Paares Stiefel, das sie-
wrden ihm gehren, weil ic
h sie ihm zu Weihnachten
gekauft hatte, plapperte sie,
aber sie gehrten mir, weil
da wollte er sie mir weg-
nehmen, und dann habe ich die Schfte mit einem Do-
dann nickte sie. All right, danke. Ja, ich bleibe dran.
Der ltliche Mann starrte Arct
or an, und Arctor starrte
s verfolgte eine ltliche
Dame in einem Kleid aus bedrucktem Kattun stumm die
ganze Szene; ihr Gesicht war steif vor Angst.
Mu schlimm fr Sie sein, sagte Arctor zu den bei-
So gehts die ganze Zeit, sagte der ltliche Mann.
Wir hren sie die ganze Na
gt dauernd; da er sie tten
Wir htten doch nach Denver zurckgehen sollen,
sagte die ltliche Dame. Ich habs dir wieder und wieder
gesagt. Wir htten wirklich wieder nach Denver ziehen
Diese schrecklichen Streitereien, sagte der ltliche
Mann. Und wie sie dauernd
Sachen kaputtschlagen, und
dann der ganze Lrm. Er starrte Arctor mit einem m-
den, flehenden Blick an, fast
so, als erwarte er Hilfe von
ihm oder vielleicht wenigste
ns ein bichen Verstndnis.
Weiter und weiter, es hrt nie auf, und auerdem, was
berhaupt das Schlimmste ist
Wissen Sie, jedesmal
Was am schlimmsten ist, sagte der ltliche Mann
wrdevoll, ist nmlich Folg
endes: Jedesmal, wenn wir
nach drauen gehen, um ei
nzukaufen oder einen Brief
so hinter sich lassen.
e die ltliche Dame voller Entr-
auf. Arctor gab seine Zeugen
aussage zu Protokoll, ohne
sich als Polizeibeamter zu er
kennen zu geben. Der Bulle
nahm seine Aussage auf und
versuchte, auch eine von
Kimberly zu bekommen, die die Polizei ja schlielich
alarmiert hatte; aber was Kimb
erly sagte, ergab keinen
Sinn. Sie lamentierte nur pausenlos ber das Paar Stiefel
und warum sie sie besorgt hatte
und wie viel sie ihr be-
einem darauf befestigten Fo
rmular Kimberly gegenber-
sa, blickte einmal zu Arctor
einem kalten Ausdruck, den Ar
ctor zwar nicht deuten
konnte, der ihm aber jedenfalls
ganz und gar nicht gefiel.
zuschaffen und wieder anzuru
fen, wenn der Verdchtige
noch mal zurckkam und noc
h mehr rger machte.
Haben Sie das mit den au
fgeschlitzten Reifen no-
tiert? erkundigte sich Arctor, als der Bulle gerade wie-
der gehen wollte. Haben Si
e den Wagen des Mdchens
beschdigt worden sind?
Steht in Ihrem Protokoll drin
, da die Schden mit einem
scharfen Gegenstand verm
verursacht worden sind, und
zwar erst vor ganz kurzer
Der Bulle starrte ihn wieder mit dem gleichen Aus-
druck in den Augen an und
ging ohne weiteren Kommen-
Du bleibst besser nicht hier, sagte Arctor zu Kim-
berly. Er htte dir den Rat
geben sollen, dich davonzu-
machen. Htte dich fragen sollen, ob es irgendeinen an-
deren Ort gibt, wo du unterkommen knntest.
Kimberly sa auf der sch
bigen Couch in ihrem mit
Trmmern bersten Wohnzimm
zulnglichen Bemhungen, dem ermittelnden Beamten
ihre Situation darzulegen,
Augen wieder so glanzlos wie zuvor. Sie zuckte die Ach-
Ich fahre dich berallhin,
wo du hin mchtest, sagte
Arctor. Weit du irgendeine Freundin, bei der du
Mensch, verpi dich doch
endlich! sagte Kimberly
bergangslos mit einer bsen Stimme, die sehr wie die
Dan Manchers klang, nur rauher. Verpi dich, und zwar
auf der Stelle, Bob Arctor
zisch ab, mach ne Fliege,
verdammt noch mal.
Ihre Stimme wurde imme
r schriller und brach dann
Er verlie wortlos das Ap
die Treppe hinunter, Stufe um Stufe. Als er die unterste
Stufe erreichte, hrte er eine
ihm die Treppe herunter; es
war die Dose mit Drano. Er
hrte, wie Kimberly ihre T
r wieder verschlo, einen
Riegel nach dem anderen vorschob Vllig sinnlos,
dachte er. Das ist alles v
llig sinnlos. Der Ermittlungsbe-
amte rt ihr, wieder anzuru
fen, wenn der Verdchtige
zurckkommt. Aber wie kann
sie das, ohne ihr Apart-
ment zu verlassen? Und dann wird Dan Mancher sie auf-
en. Und wenn sie dann tot
sich an die Klagen der
alten Leutchen, die eine Treppe unter Kimberly wohnten.
Ja, wenn sie dann tot umfllt, wird sie bestimmt mitten in
einem Hufchen Hundescheie
landen. Er versprte den
Drang in sich, hysterisch lo
szulachen. Als er daran dach-
te, in welcher Rangordnung diese alten Leutchen die
Probleme in ihrer Umgebung sahen. Da verprgelt zwar
Nacht eine junge Rauschgiftschtige, die auf den Strich
geht, mit tdlicher Sicherheit eine schwere Kehlkopfent-
zndung hat und dazu vielleicht noch andere, viel
schlimmere Krankheiten; da
droht dieser Freak dem
Mdchen pausenlos damit, da
er es tten werde eine
Drohung, die er vielleicht
schon sehr bald wahrmachen
mochte aber
zu allem berflu
Als er mit Luckman
und Barris zurck Richtung Nord
en fuhr, kicherte er laut.
Hundescheie, sagte er. Hundescheie. Wieviel
Humor doch in so einem Stc
kchen Hundescheie steckt,
dachte er, wenn man nur da
rber lachen kann. Oh, wie
Du solltest lieber die Spur
wechseln und den ber-
landlaster da berholen, sa
gte Luckman. Der Lahm-
arsch kommt ja kaum von der Stelle.
schleunigte. Aber dann, als er den Fu vom Gas nahm,
sackte das Pedal urpltzlic
h bis auf die Bodenmatte
durch. Gleichzeitig heulte de
r Motor wtend auf, und der
Wagen scho wild mit gewaltiger Geschwindigkeit vor-
Langsamer! sagten Luckman und Barris wie aus ei-
nem Mund.
Inzwischen hatte der Wage
n fast 160 Stundenkilome-
ter erreicht; vor ihnen ta
uchte verschwommen ein VW-
Lieferwagen auf. Das Gaspedal blieb tot; es kam nicht
wieder hoch, sondern blieb einfach unten. Sowohl
Luckman, der neben Arctor sa
, als auch Barris hinten
auf dem Rcksitz rissen instin
ktiv die Arme hoch. Arctor
kurbelte wie wild am Lenkrad und scho an dem VW-
Lieferwagen vorbei nach links
, hinein in eine unglaubli-
Luckman griff pltzlich zur Fahrerseite hinber und stell-
langsamer; Arctor bremste ihn
ab und lenkte ihn auf die
rechte Spur und weiter auf de
n Randstreifen. Nun, da der
Kraftbertragung mehr stattf
and, rollte der Wagen lang-
sam aus und kam zum Stehen.
landlaster an ihnen vorbei un
d lie fr einen taub ma-
chenden Augenblick sein ei
genes Warnhorn ertnen.
Was, zum Teufel, ist passiert? sagte Barris.
Seine Hnde und seine Stimme und berhaupt alles an
ihm zitterte, als Arctor sagt
e: Die Feder vom Gaszug.
Mu festgehakt oder abgebroc
hen sein. Er wies nach
unten. Sie alle blickten au
f das Pedal, das immer noch
flach auf dem Boden lag. De
mglichen Umdrehungszahl au
f Touren gekommen, was
fr den Wagen wirklich b
eachtlich war. Arctor wute
nicht, wie schnell der Wagen
zum Schlu gewesen war;
der Tacho hatte die erreicht
e Geschwindigkeit gar nicht
mehr anzeigen knnen. Bestim
mt viel mehr als 160 Ki-
lometer, dachte Arctor. Und pl
tzlich begriff er, da der
Wagen auch nicht langsamer geworden war, als er re-
Schweigend stiegen sie alle
Motorhaube. Weier Rauch stieg von dem mit einem
dnnen lfilm bedeckten Mo
system sprhte fast kochend heies Wasser.
Luckman beugte sich ber de
n heien Motor und zeig-
dern die Verbindung vom Peda
l zum Vergaser. Seht ihr?
Der lange Verbindungsstab
lag nutzlos da, obwohl die
Kopplungsringe noch an der
richtigen Stelle waren. Dar
um ist das Gaspedal nicht
wieder zurckgeschnellt,
hast. Aber Er sah sich
den Vergaser eine Zeit lang
genauer an und runze
Da gibt es doch eine mechanische Sicherung am
Vergaser, sagte Barris und zeigte grinsend seine Zhne,
die aussahen, als seien sie knstlich. So ein System, das
einspringt, wenn das Verbi
Aber warum ist es denn berhaupt auseinanderge-
gangen? unterbrach
ihn Arctor. Sollte dieser Ring hier
nicht die Schraubenmutter an
Ort und Stelle halten? Er
strich an dem Gestnge en
tlang. Wie konnte es denn
Als htte er Arctors Einwan
d gar nicht gehrt, fuhr
Barris fort: Wenn aus welchem Grund auch immer
diese Verbindung hier nach
gibt, dann mte sich der
Motor eigentlich von selbst au
f Leerlauf umstellen. Als
Sicherheitsfaktor. Aber statt de
ssen hat sich die Drehzahl
immer mehr erhht. Er verd
rehte sich wie eine Schlan-
ge, um einen besseren Blick au
f den Vergaser zu haben.
Diese Schraube hier hat
sich vollstndig herausge-
dreht, sagte er. Ich meine, die Schraube, die im Notfall
bewirkt, da sich der Motor
als das Gestnge auseinanderfiel, hat der Abschalter des-
halb das genaue Gegenteil
bewirkt die Umdrehungs-
zahl ist nicht gesunken, sond
ern immer noch mehr ange-
Wie hat das passieren knn
en? sagte Luckman laut.
Besteht die Mglichkeit, da
sich eine solche Schraube
von selbst ganz herausdreht,
so weit wie in diesem Fall?
Ohne ihn einer Antwort zu
wrdigen, holte Barris sein
Taschenmesser hervor, klappte
die kleine Klinge heraus
und fing an, die Leerlauf-Reg
ler-Schraube wieder festzu-
schrauben. Er zhlte laut mit. Zwanzig Umdrehungen,
dann erst sa die Schraube wieder fest. Um diese Vor-
ng und der Schraubenmutter
stnge zum Gaspedal zu-
sammenhlt, loszumachen, sagte er, wrde man Spezi-
zen, da es so ungefhr eine
halbe Stunde dauern wird,
um das hier wieder hinzukriege
n. Ich habe allerdings alle
Deine Werkzeugkiste steht bei uns zu Hause, sagte
Luckman.
Ja. Barris nickte. Dann werden wir uns eben eine
Tankstelle suchen mssen,
wo wir uns entweder Werk-
zeuge leihen oder aber eine
n Abschleppwag
en anfordern
, da wir die Mechaniker
aus der Werkstatt hierher holen, damit sie den Wagen
grndlich berprfen
r wieder damit
Hey, Mann, sagte Luckman laut, war das nun ei-
gentlich ein Zufall, oder ha
t jemand absichtlich am Mo-
tor rumgespielt? Genau wie bei Bobs Cephskop?
Barris dachte angestrengt nach, wobei er immer noch
sein verschlagenes, klgliches Lcheln zeigte. Dazu
kann ich nichts Definitives
sagen. Sabotage an einem
Wagen, bswillige Manipulatio
nen, um eine
beizufhren Er starrte Ar
ctor an, die Augen unsicht-
bar hinter der grnen Sonnen
brille verborgen. Wir w-
ren fast drauf gegangen. Wenn
ein kleines bichen schneller
gewesen wre Da hat ja
kaum noch ne Briefmarke d
azwischengepat. Du httest
die Zndung sofort abstellen
sollen, als du gemerkt hast,
Ich hab die Automatik auf
te Arctor. Sofort, als ich be
merkt hab, da da was nicht
in Ordnung war. Aber ich hab im ersten Augenblick gar
nicht geschnallt, was eigentlic
h passiert war. Er dachte:
Wenn es die Bremsen gewesen wren, wenn das Brems-
pedal unten geblieben wre, dann htt ichs eher kapiert.
Dann htte ich gewut, wie
ich reagieren mute. Aber
laut. Er wirbelte wtend heru
m und lie die Fuste ziel-
los durch die Luft sausen. SO EINE ABGEWICHSTE
SCHEISSE! Wir wren fast
dran gewesen! Verdammte
Scheie, fast htten sie uns erwischt!
Barris stand am Rand des Freeway, auf dem pausenlos
der dichte Verkehr vorbeidrhn
te, und nahm eine kleine
Schnupftabakdose aus Schil
dpatt heraus, die bis obenhin
hielt die Dose Luckman hin,
Vielleicht ist es gerade das, was uns langsam kirre
macht, sagte Arctor gereizt
und weigerte sich, die Dose
anzunehmen. Was unsere Gehirne so versaut.
Dope kann keine Verbin
dungsgestnge und keine
mechanischen Sicherungen lo
sschrauben, sagte Barris,
der die Schnupftabakdose immer noch Arctor hinhielt.
Am besten nimmst du wenigste
ns drei davon sie sind
Tu endlich die verdammte
Dose weg, sagte Arctor.
Er sprte, wie in seinem Kopf laute Stimmen sangen:
eine schreckliche Musik, als wre die Wirklichkeit um
ihn pltzlich vergoren. Die da
hinschieenden Wagen, die
beiden Mnner, sein eigener Wagen mit der offenstehen-
den Motorhaube, der Smoggeruch, das grelle, heie Mit-
tagslicht das alles war irgendwie ranzig, fast so, als sei
seine ganze Welt durch und durch in Fulnis und Verwe-
sung bergegangen. Diese seltsame Vernderung wirkte
nicht eigentlich bedrohlich,
und sie flte Arctor auch
keine Furcht ein, aber es machte ihn regelrecht krank,
da alles, was er sah, hrte
und roch, nach Moder stank.
Er schlo die Augen und erschauerte.
Was riechst du? fragte
Luckman. Ein Hinweis,
Hundescheie, sagte Arctor. Er konnte sie riechen,
und der Gestank kam direkt aus dem Motorblock. Er
beugte sich vor und schnffelte. Ja, hier war der Geruch
ganz deutlich; er wurde i
echt ihr die Hundescheie?
fragte er Barris und Luckman.
Nein, sagte Luckman und musterte Arctor scharf.
Zu Barris sagte er: Waren
irgendwelche Psychedelics
Als Arctor sich ber den heien Motor beugte, den
Geruch von Hundescheie immer noch in der Nase, be-
griff er auf einmal, da dies
eine Illusion war; es gab gar
keinen Hundescheie-Geruch. Ab
er trotzdem roch er sie
block, besonders unten bei
den Zndkerzen, schmierige,
dunkelbraune Flecken eine widerwrtige Substanz. l,
dachte er. Ausgelaufenes l.
Da mu eine Dichtung ka-
putt sein. Aber er mute mit der Hand hinfassen und die
Substanz berhren, um sich
dessen zu versichern, um
das, was sein Verstand ihm sagte, zu bekrftigen. Seine
Finger berhrten die kleb
rigen braunen Flecken und
zuckten dann instinktiv zur
ck. Er hatte mit den Fingern
in Hundescheie gepackt. Auf dem ganzen Motorblock
n dicker berzug von Hunde-
scheie. Dann nahm er pltzlich wahr, da die Hunde-
scheie auch auf dem Luftf
ilter war, und als er aufblick-
te, entdeckte er sie auch an
der Unterseite der Motorhau-
be. Der Gestank berwltigte
ihn. Er schlo die Augen
und erschauerte.
Hey, Mann, sagte Luckman scharf und packte den
schwankenden Arctor an der Schulter, damit er nicht um-
fiel. Du hast einen Flashback, nicht wahr?
Freikarten frs Theater,
stimmte Barris zu und ki-
te Arctor zurck zum Fahrers
itz und bugsierte ihn hinein.
da sitzen. Keine Panik. Wir
leben doch alle noch, und
Barris tauchte am Wagenfenster auf und sagte:
Mchtest du ein Stckche
n Hundescheie. Bob? Zum
Arctor versprte tief in sein
em Innern eine ungeheure
waren vllig ausdruckslos.
Hat er das wirklich gesagt? dachte Arctor. Oder hat mein
Barris begann zu lachen. Un
d lachte und lachte und
La ihn in Ruhe, Mann,
sagte Luckman und ver-
Was hat er gerade eben ge
sagt? erkundigte Arctor
sich bei Luckman. Verdammt noch mal, was genau hat
Ich wei nicht, sagte Lu
ckman. Ich verstehe so-
wieso nicht mal die Hlfte von dem, was Barris alles zu
den Leuten sagt.
Barris lchelte immer noch,
Du gottverdammtes Arschloch, sagte Arctor zu ihm.
Ich wei, da dus gewesen
bist. Du hast erst mein
macht, du Drecksau. Du hasts
ner Bastard. Er konnte seine
Stimme selbst kaum hren,
aber als er dem lchelnden
liche Gestank von Hunde-
scheie strker. Er gab seine sinnlosen Sprechversuche
Wagens fest und konzentrierte
sich ganz darauf, nicht
i Dank ist Luckman mitge-
fahren, dachte er. Wenn er
nicht da gewesen wre, dann
und das htte ich diesem
bergeschnapptem Schleim-
scheier zu verdanken, dieser Tunte, die mit mir unter
Keine Panik, Bob, dra
ng Luckmans Stimme durch
die endlosen Wellen von belkeit zu ihm durch.
Aber warum, zum Teufel noch mal? schien Luck-
man zu sagen (oder versuchte
er nur, das zu sagen?). Er
htte sich doch auf diese Ar
t selbst mit plattgemacht.
Warum, Mann? Warum?
Der Geruch, der von dem immer noch lchelnden Bar-
ris ausstrmte, berwltigte
Bob Arctor, und er erbrach
send dnne Smmchen zwitscherten los, strmten auf ihn
ein, und endlich lie der Ge
stank nach. Tausend dnne,
fremdartige Stimmen, die nach
ihm riefen; er verstand
nicht, was sie ihm sagen wollte
n, aber weni
gstens konnte
zitterte und griff nach dem Taschentuch in seiner Hosen-
hast? fragte Luckman herausfordernd den lchelnden
Zum Teufel, ich hab doch
selber ein paar eingepfif-
fen, sagte Barris, und du auch. Und
hatten keine
schlechten Trip. Also lags
nicht am Dope. Und auer-
dem ist es viel zu schnell losgegangen. Wie htte es denn
am Dope liegen knnen? Der Magen kann das doch in
der kurzen Zeit gar nich
t absorbieren, und
Blick war fast klar, und auch sein Geist klrte sich lang-
sam wieder. Nur die Angst, die
von Wahnsinn vorber war, als Reaktion auf die Erei-
wollte nicht weichen. Arctor
hatte Angst, wenn er an das
dachte, was fast passiert wre, Angst, schreckliche Angst
vor dem lchelnden Barris und seiner Schei-Schnupf-
der aus seinen Erklrun-
gen und seinen uerungen
und seinem Verhalten und
seinen Gewohnheiten und sein
en privaten Ritualen und
aus seinem klammheimlichen Kommen und Gehen
sprach. Und da waren noch
der anonyme Telefonanruf,
mit dem Robert Arctor bei der Polizei denunziert worden
war, und die zusammengefutsch
elte elektronische Ab-
schirmung, die immerhin gut genug funktioniert hatte,
um die Stimme des Anrufers unkenntlich zu machen.
Und auch dahinter konnte nur Barris stecken.
Bob Arctor dachte:
Der Scheikerl will mich fertigma-
Ich hab noch nie jemande
n so schnell ausflippen se-
Bist du jetzt wieder okay, Bob? sagte Luckman.
Wir werden die Kotze wegmachen, keine Sorge. Leg
Luckman wandte sich an Barri
s. Du bleibst also dabei,
da du ihm nichts untergejubelt hast?
Barris wedelte protestiere
nd mit den Hnden in der
Item. Was ein Geheimer Rauschgift-Agent am meisten
mengeschlagen wird, sondern da man ihm einen Hit
irgendeiner psychedelischen Droge unterjubelt, die be-
wirkt, da sich fr den Rest
seines Lebens ein endloser
Horrorfilm in seinem Kopf
abspult, oder man ihn mit
zur Hlfte aus Heroin und
zur Hlfte aus Substanz T
besteht und manchmal auch
aus einer Mischung dieser beiden Drogen plus einem Gift
aber eben nur beinahe, dam
it er auch ja nicht dem oben-
genannten Schicksal entgeht:
der lebenslnglichen Sucht,
dem lebenslnglichen Horrorfilm
. Er wird auf eine Stufe
der Existenz absinken, auf der sich sein ganzes Denken
nur noch um Nadel und Spritzbesteck dreht, oder er wird
wieder gegen die Wnde eine
r Gummizelle in einer psy-
chiatrischen Klinik anrenne
n oder was am schlimmsten
ist in einer Staatlichen Nerv
enklinik landen. Er wird
uchen, die Blattluse von sich abzu-
schtteln oder bis an sein
Lebensende darber nachgr-
beln, warum er es nicht lnge
r fertigbringt, einen Fubo-
den zu bohnern. Und all di
es wird man ihm mit voller
Absicht antun, weil jemand he
rausgefunden hat, da er
wischt hat. Eigentlich auf di
e naheliegendste und belste
Art, die man sich nur vorste
Zeug, das diese Leute verkauften und wegen dem der
Rauschgift-Agent schlie
lich hinter ihnen her war.
Und das, dachte Bob Arct
or, whrend er vorsichtig
Rauschgift-Agenten wissen,
Straen verkauft werden, de
m Menschen antun. Wenig-
stens ein Punkt, in dem beide Seiten sich einig waren.
Von einer nahe gelegenen
Union-Tankstelle war ein
Automechaniker zu
der Stelle herausgekommen, wo Arc-
tors Wagen stand, hatte
den Wagen durchgecheckt und
ihn schlielich fr dreiig Do
llar wieder in Ordnung ge-
bracht. Alles sonst schien okay
zu sein; allerdings hatte
der Automechaniker ziemlich lange die linke Vorderrad-
Stimmt da was nicht? hatte Arctor sich erkundigt.
Mglich, da Sie rger krie
gen, wenn Sie scharf um
die Ecke biegen, hatte de
r Automechaniker gesagt.
Schwimmt der Wagen?
Der Wagen schwamm nicht; jedenfalls hatte Arctor
das bisher nicht bemerkt. Ab
er der Automechaniker lie
sich nicht dazu herab, gena
uere Erluterungen abzuge-
den lgefllten Stodmpfer.
Arctor bezahlte die Rech-
eppwagen fuhr weg.
Dann stieg er
wieder in seinen eigenen Wa
gen und steuerte ihn nord-
wrts, zurck nach Orange
County. Luckman und Barris
Whrend er so dahinfuhr, dachte Arctor ber ver-
schiedene andere ironische Parallelen zwischen Rausch-
gift-Agenten und Dealern nach. Mehrere Rauschgift-
Agenten, die er kennengelernt
hatte, hatten sich bei ihrer
und am Ende manchmal sogar Smack verkauft. Eine
hbsche Tarnung, die aber zu
dem im Laufe der Zeit dem
jeweiligen Agenten einen Prof
it brachte, der weit ber
seinem offiziellen Gehalt la
g selbst dann noch, wenn
dann kassierte, wenn durch seine Hilfe eine groe Liefe-
rung Stoff abgefangen werden
konnte. Auerdem erlagen
die Agenten nach und nach
immer strker der Versu-
chung, das Zeug, mit dem sie zur Tarnung handelten,
selbst zu konsumieren. Auf
diese Weise verstrickten sie
sich immer tiefer in die Scene, und bald nahm ihre Exi-
stenz als Dealer und Schtige
einen ebenso groen Raum
in ihrem Leben ein wie ihre
Ttigkeit als Rauschgift-
Agenten was am Schlu d
azu fhrte, da einige von
ihnen ihre dienstlic
hen Pflichten zu ve
gannen und sich statt dessen lieber als Full-Time-Dealer
ihre eigenen Kollegen verpfiffen, weil sie auf diese Wei-
se persnliche Feinde fer
tigmachen wollten oder hoffen
rmantenttigkeit davor ge-
Zeit selber hochgenommen zu
werden. Diese Dealer entwic
kelten sich dann manchmal
zu einer Art inoffizieller Geheimer Rauschgift-Agenten.
Die Grenzen waren flieend;
alles war dunkel und un-
durchschaubar. Die Drogenscene war ohnehin fr alle,
die in ihr lebten, eine dunkle Welt. Fr Bob Arctor zum
Beispiel war sie seit diesem
Nachmittag dunkler gewor-
den als je zuvor: Whrend er
und seine beiden Kumpels
drauen am San Diego Freeway gerade noch einmal dem
Teufel von der Schippe gesp
rungen waren, hatten die
Beamten vom Amt fr Drogenmibrauch ihr Haus wie
er hoffte sorgfltig verwan
zt, und wenn das der Fall
heute geschehen waren, sich
er sein. Diese Verwanzung-
scheiden mochte, ob er, Arct
oder schtig gemacht wurde od
er ob es ihm statt dessen
gelingen wrde, seinen Fei
nd festzunageln seinen
Feind, dessen Identitt er nicht kannte, der ihn aber
lngst im Fadenkreuz hatte
und ihn heute sogar beinahe
schon erwischt htte. Wenn erst einmal die Holo-
Kameras an den vorgesehenen
Stellen eingebaut sind,
dachte Arctor, dann werden kaum noch weitere Sabota-
geakte oder Angriffe auf mi
ch mglich sein. Zumindest
aber wird dadurch der Erfolg
solcher Aktionen in Frage
was Beruhigung verschaffte.
Jemand, der gejagt wird,
berlegte er, als er den Wage
n vorsichtig durch den dich-
te, flieht manchmal viel-
leicht schon, wenn ihm noc
h niemand unmittelbar auf
leicht traf das ja wirklich
zu. Was aber mit Sicherheit
zutraf, war, da jemand, der
gejagt wurde, rasch eine
Reihe von Vorsichtsmanahmen ergriff und floh, als sei
der Teufel hchstpersnlich hinter ihm her, wenn ihm
jemand auf den Fersen wa
r eine reale Person,
die in solchen Dingen erfa
hren war und zudem aus dem
Verborgenen heraus operiert
e. Und wenn dieser Jger
sehr dicht hinter ihm war. So
dicht, dachte Arctor, wie
der Rcksitz dieses Wagens
. Und wenn der Jger seine
seltsame kleine Kugelspritze
vom Kaliber 22, hergestellt
in Deutschland, mit seinem
ebenso seltsamen und lcher-
lichen Pseudo-Schalldmpfer darauf dabei hat und
Luckman wie gewhnlich eingeschlafen ist, dann kann er
mir ein Hohlmantelgescho dur
ch die Rckseite meines
Schdels jagen,
und ich werde so tot sein wie Bobby
Kennedy, der an einer Kugel vom gleichen Kaliber ge-
liber, und doch so tdlich
Und das kann nicht nur heute passieren, sondern an
jedem beliebigen Tag. Und in
jeder beliebigen Nacht.
Aber ich habe wenigstens
noch einen Trumpf im r-
mel. Denn wenn ich die Spei
chertrommeln im Haus -
lich genau wissen, was alle,
die in diesem Haus leben, tun und wann sie es tun und
mglicherweise sogar, warum sie es tun mich selbst
eingeschlossen. Ich werde di
e Person, die zugleich ich
selbst bin, dabei beobachte
n knnen, dachte er, wie sie
mitten in der Nacht aufsteht,
um zu pinkeln. Ich werde,
alle Zimmer tglich vierundz
wanzig Stunden lang ber-
wachen obwohl es dabei
natrlich zwangslufig im-
mer eine zeitliche Verzgerung gibt. Es wird mir nicht
viel ntzen, wenn die Holo-K
ameras aufnehmen, wie ich
gehirnzerstrende Droge in de
Hells Angels aus einem geheimen Militrdepot geklaut
haben; ein anderer Beamter, der die Speichertrommeln
durchgeht, wird zuschauen mssen, wie ich tobe oder
mich in Agonie auf dem Bode
n winde, und er wird nicht
einmal wissen, wo und was ich
in Zukunft sein werde. Er
wird nur wissen, da mich
eine reichlich versptete Er
kenntnis, die eben nicht ein-
mal mehr mir selbst vergnnt
sein wird, sondern nur die-
sem anderen Beamten.
Luckman sagte: Ich frage
mich, was daheim im Haus
vor sich gegangen sein mag, whrend wir den ganzen
Tag ber weg waren. Weit du, Bob, dieser Vorfall be-
weist doch, da jemand hinter
dir her ist und dich fertig-
machen will, so richtig auf di
e ble Tour. Ich hoffe nur,
da das Haus noch da ist,
wenn wir zurckkommen.
Oh, verdammt, sagte Arctor. Daran habe ich ja
noch gar nicht gedacht. Und wir haben nicht mal ein
Cephskop auftreiben
knnen. Er achte
te sorgfltig dar-
auf, da seine Stimme dumpf
und resigniert klang.
berraschend frhlich sagte Ba
rris: Ich an eurer Stel-
viele Sorgen machen.
Wtend sagte Luckman: A
ch nein? Herr im Himmel,
die knnen bei uns
eingebrochen sein und alles gestohlen
haben, was wir besitzen. Jedenfalls alles, was Bob ge-
hrt. Und vielleicht haben si
e sogar die Tiere umgebracht
Ich habe fr alle, die
in unserer Abwesenheit das
gelassen, sagte Barris. Ich bin erst heute morgen damit
fertig geworden hab paus
richtigen Dreh raushatte. Ei
ne hbsche kleine elektroni-
sche berraschung.
scharf: Was fr eine elek
tronische berraschung? Das
ist immer noch mein Haus, Ji
m, und du kannst nicht ein-
Reg dich doch nicht knstlic
h auf, sagte Barris. Wie
unsere deutschen Freunde zu sagen pflegen:
du denn gemacht,
Wenn whrend unserer Ab
wesenheit die Vordertr
Spieldauer bestckt. Sodann habe ich an drei verschiede-
Du httest mir das sagen sollen, sagte Arctor.
Was ist, wenn sie durch
die Fenster kommen? sagte
Luckman. Oder durch die Hintertr?
Um die Wahrscheinlichkeit dafr zu erhhen, da sie
durch die Vordertr ins Haus
eindringen und nicht auf
anderen, weniger gebruch
lichen Wegen fuhr Barris
fort, habe ich in weiser Vo
raussicht einfach die Vorder-
Nach einem Moment der Verblffung begann Luck-
Mal angenommen, Sie wisse
n nicht, da die Tr un-
Ja, sagte Barris prompt.

nicht? sagte Luckman.
Bei dir wei ich das nie so recht. Verarscht er uns,
Wir werdens ja festst
ellen, wenn wir heimkom-
ist, dann wissen wir, da er
uns nicht verarscht.,
Tr abschlieen, nachdem sie alles Brauchbare geklaut
und den Rest der Einrichtu
ng zertrmmert haben, sagte
Luckman. Das ist also kein zuverlssiges Kriterium.
Wir werdens nie genau wissen knnen. Jedenfalls nicht
Natrlich scherze ich nur! sagte Barris mit Nach-
druck. Nur ein Psychopath
Vordertr seines Hauses un
verschlossen zu lassen und
Arctor wandte sich zu ihm um. Was hast du auf den
ein. Ich wute nicht mal,
da du berhaupt schreiben
Herablassend sagte Barris:
Ich habe draufgeschrie-
ben: Donna, komm ruhig rein; die Tr ist offen. Wir
Barris hielt inne Die Nachricht ist fr Donna, schlo
Er hats tatschlich gemacht, sagte Luckman. Er
hats echt gemacht. Alles, was er uns erzhlt hat.
Auf diese Weise, sagte Barris glatt, werden wir he-
rausfinden, wer hinter der ga
nzen Sache steckt, Bob. Und
das ist von vorrangiger Wichtigkeit.
Auer, sie klauen, sagte Ar
ctor. Er dachte fieberhaft
darber nach, ob diese neue
Entwicklung wirklich ein
Kindskopf Barris auch jede
mgliche und unmgliche
Gelegenheit dazu benutzen, um
sein verdrehtes elektroni-
sches Genie unter Beweis zu
stellen? Ach, zum Teufel,
beruhigte er sich schlielich selbst, sie werden die Mi-
kros schon innerhalb der er
sten zehn Minuten finden und
dann die Kabel zum Recorder
zurckverfolgen. Sie wer-
den genau wissen, was in eine
r solchen Situation zu tun
ist. Sie werden das Band lsc
hen, es zurckspulen, die
ganze Konstruktion so lassen, wie sie war, die Tr nicht
abschlieen und auch den
Vielleicht wird die offene Tr ihnen ihren Job sogar er-
leichtern. Schei-Barris, dachte er. Immer voller grandio-
ser, genialer Plne, die das Universum aus den Angeln
heben sollen! Mglicherweise hat er sogar vergessen, den
Recorder berhaupt in die St
eckdose einzustpseln. Mo-
ment mal wenn er festste
llt, da der Recorder nicht
Schlagartig begriff Arctor,
da Barris gerade das als
Beweis dafr werten wrde,
da in ihrer Abwesenheit
tatschlich jemand ins Haus
eingedrungen war. Und von
diesem Augenblick an wrde
er keine Ruhe mehr geben
lang damit in den Ohren liegen, da
jemand hereingekommen sein msse, der seine Vorrich-
tung entdeckt und schlauerweise den Stecker herausge-
zogen habe. Und darum, dachte
Arctor, kann ich eigent-
lich nur hoffen, da sie den Re
corder einstpseln, wenn
sie feststellen, da er gar nicht eingestpselt war, und
auerdem noch sicherstellen,
ist. Noch besser wre es na
trlich, wenn sie Barris -
berwachungsanlage mit der glei
chen Sorgfalt durchtesten
wrden wie die, die sie selb
er einbauen; sie sollten abso-
lut sicher sein, da Barris
System perfekt funktioniert,
bevor sie das Band dann bis
Null zurckspul
en und dabei
Tafel zurckbleibt, auf der nichts steht eine Tafel, auf
der aber mit absoluter Sich
wenn jemand (zum Beispiel eben das Verwanzungsteam)
Barris unweigerlich zu dem
nicht in Ordnung war. Und
nichts und niemand wrde
ihn wieder davon abbringen knnen.
indem er ein zweites Beispiel
heranzog, das in Fachkrei-
sen eine gewisse Berhmtheit erlangt hatte. Whrend
seines Polizeitrainings auf der Akademie war dieses Bei-
spiel oft von seinen Instruktoren herangezogen worden;
sie hatten es Arctor regelr
echt in seinen eigenen Ge-
dchtnisspeicher eingehmmert
. Oder hatte er doch viel-
Item. Eine der effektivsten Formen industrieller oder
t darin, die Sabotageakte
auf Beschdigungen zu besc
hrnken, bei denen nie mit
sen werden konnte, da si
worden waren. Das ist wie
schen Bewegung: Vielleicht gibt es sie ja gar nicht.
Wenn eine Bombe mit der Zndung eines Wagens ge-
koppelt wird, dann existiert
offensichtlich ein Feind;
wenn ein ffentliches Geb
ude oder das Hauptquartier
einer politischen Partei in die
Luft gejagt wird, dann exi-
stiert offensichtlich ein politisch
er Feind. Aber wenn sich
ein Unfall oder eine Serie von Unfllen ereignen, wenn
diverse Gertschaften einfach nur versagen, wenn es zu
lauter kleinen Pannen und Fe
hlzndungen kommt, die ja
schlielich auch am natrlic
hen Verschlei liegen knnen
dann wird das Opfer, sei es
nun eine Einzel
person, eine
politische Partei oder ein gan
zes Land, nicht in der Lage
Und es kann sogar so we
it kommen, dachte Arctor,
whrend er sehr langsam den Freeway entlangfuhr, da
das jeweilige Opfer nehmen
wir einmal an, es ist ein
Mann sich selbst fr para
noid zu halten beginnt und
glaubt, er habe gar keinen Feind; er zweifelt an sich
selbst. Sein Wagen geht
kaputt; gut, da kann vorkom-
men, er hat halt eine Pechstrhne. Und seine Freunde
diese Vorgehensweise lscht
eine Person grndlicher aus
als alle direkten, offenen Ak
tionen; allerdings nimmt sie
auch mehr Zeit in Anspruch. Die Person oder die Perso-
nen, die ihn fertigmachen
wollen, mssen eifrig tfteln
und immer neue Tricks au
sknobeln und ber einen lan-
gen Zeitraum jeden sich bi
Falls das Opfer aber in der Zwischenzeit herausfinden
kann, wer seine Feinde sind, ha
t er eine gute Chance, sie
zu erwischen und die htte er
nicht, wenn sie ihn, sagen
wir mal, mit einem Zielfernrohrgewehr erschieen wr-
Arctor wute, da jedes Land auf der Welt eine groe
Zahl von Agenten ausschickte
ren, hier einen Bolzen anzus
gen, da ein Gewinde zu lo-
ckern, Leitungskabel
zu unterbrechen
und kleine Brnde
zu entfachen, Dokumente vers
chwinden zu lassen eben
lauter kleine Pannen ausz
ulsen. Ein Kaugummi in ei-
nem Xerox-Fotokopierer, der in einem Regierungsbro
cherheit lebenswichtiges Dokument zerstren: statt da
Hippies in den sechziger Jahren) kann das Abwssersy-
stem eines Behrdenhochhauses
ruinieren und alle Ange-
stellten dazu zwingen, ihre
Bros fr eine Woche zu
rumen. Eine Mottenkugel im Benzintank eines Wagens
zerstrt den Motor erst nach
zwei Wochen, wenn der
Wagen lngst in einer andere
n Stadt ist, und hinterlt
keine Spuren im Benzin, die
analysiert werden knnten.
Jede beliebige Radio- oder
Fernsehstation ist dazu ge-
zwungen, ihre Sendungen ei
nzustellen, wenn bei Stra-
enbauarbeiten eine Ramme ein Mikrowellen- oder E-
nergieversorgungskabel kappt. Und so weiter.
Und schon die Angehrigen
der adeligen Herrscher-
wuten ein Lied von den
seltsamen kleinen Migeschicken zu singen, die ihren
bisweilen unterliefen: eine
zerbrochene Vase hier, ein
hingefallenes, unbezahlbares
Erbstck da, das aus einer
eigensinnigen Hand rutscht
Warum hast du das getan, Rastus Brown?
Oh, ick hap nuar fagessn su Und davor gab es
keinen Schutz, oder jedenfa
lls fast keinen. Niemand
Grundbesitzer, ein politisch engagierter, dem Regime
ein kleines, gerade unab-
hngig gewordenes Land, da
s es wagte, mit geballter
Faust der USA oder der UdSSR zu drohen
Einmal hatte die Gattin eines amerikanischen Bot-
schafters in Guatemala, de
herumerzhlt, da ihr Mann
rung Guatemalas sozusagen im
Alleingang gestrzt habe.
Nach dem abrupten Regier
ungswechsel war der Bot-
schafter in eine kleine asia
tische Nation beordert worden,
um sich dort neuen Taten
zuzuwenden. Whrend eines
Ausflugs mit seinem Sportwag
en bemerkte er pltzlich
einen langsam fahrenden Heuw
agen, der direkt vor ihm
aus einer Seitenstrae kam. Einen Augenblick spter war
auer ein paar blutigen Flei
ter nichts mehr brig. Weder
seine rden Methoden noch
die CIA-Privatarmee, die se
inem Kommando unterstand,
keine stolzen Gedichte.
gens zu den rtlichen Behrden
gesagt haben. Was ich
Oder zum Beispiel seine Ex
-Ehefrau, erinnerte sich
Arctor. Damals hatte er Er
mittlungen fr eine Versiche-
rungsfirma durchgefhrt (Tr
inken Ihre Nachbarn ge-
genber eigentlich viel), u
nd seine Frau war gar nicht
damit einverstanden gewesen,
da er spt nachts noch
Begierde zu erzittern. Gegen Ende ihrer Ehe hatte sie
aber gelernt, wie sie sein
den sabotieren konnte sie
verbrannte sich immer beim
Auge, putzte in seinem Bro
Staub oder suchte in oder
direkt neben seiner Schrei
bmaschine irgendwelche ob-
skuren Gegenstnde. Zuerst ha
tte er grollend seine Arbeit
unterbrochen und sich in das Schicksal ergeben, bei ih-
rem bloen Anblick vor Begierde zu erzittern aber dann
hatte er sich ja in der Kch
e den Kopf gestoen, als er
den Popcornautomaten herv
orkramte, und eine bessere
Wenn sie unsere Tiere umbringen, sagte Luckman
gerade, werde ich sie ausru
chern. Ich werde sie alle
kriegen. Ich werde eine professionelle Schlgertruppe
anheuern, zum Beispiel ein paar Panthers aus L. A.
Das tun sie schon nicht, sagte Barris. Was htten
sie davon, wenn sie die Ti
Offenbar glauben sie das, sagte Barris.
Luckman sagte:
Wenn ich gewut htte, da es harm-
los war, htte ich es selber umgebracht.
Erinnert ihr euch
noch daran?
Aber sie war ein Spieer,
sagte Barris. Die Kleine
ist nie in die Scene eingestiegen, und sie hatte mchtig
Moos. Wit ihr noch, wie
war? Die Reichen wissen berh
aupt nicht, was fr ein
kostbares Gut das Leben ist.
Und darum hinkt dein Ver-
gleich, Ernie. Erinnerst du
dich noch an Thelma Korn-
ford, Bob? Das stmmige Mdchen mit den riesigen Br-
sten sie trug nie einen BH
, und wir saen einfach nur
rum und guckten uns ihre Br
ustwarzen an. Sie kam rber
in unsere Bude, um uns zu fra
gen, ob wir nicht fr sie
dieses Rieseninsekt totmachen
konnten. Und als wir ihr
dann erklrten
hinter dem Steuer des
langsam dahinrollenden Wage
ns hockte, verga seine
noch einmal jene Szene ab, die bei ihnen allen einen sol-
chen bleibenden Eindruck
hinterlassen hatte: Thelma,
diese gezierte und elegante
Spieertochter mit den irren
Titten, wie immer in Rollk
rock, war zu ihnen gekomme
n und hatte allen Ernstes
ein groes, harmloses Insekt, das zu-
dem noch ntzlich war, weil es Moskitos fra, totzu-
schlagen und das in einem
Jahr, in dem man im Orange
County mit dem Ausbruch
wurde. Als sie festgestellt hatten, um was fr ein Insekt
es sich handelte, und ihr erklrt hatten, da es harmlos
und auerdem ntzlich war, da
hatte Thelma jenen Satz
ausgesprochen , der nun fr
Bob Arctor und seine Freun-
de zu einem geflgelten Wort geworden war zu einem
schriebenes Motto ber allem
WENN ICH GEWUSST HT
Diese Bemerkung brachte in ihren Augen all das auf ei-
gegenber ihren Feinden unter
den Spieern empfanden,
mal angenommen, sie hatten Spieerfeinde; Thelma
Kornford jedenfalls, dieses wohlerzogene Geschpf, das
weidlich alle Segnungen des
Reichtums geno, war so-
fort zum Feind geworden, al
chen hatte. Und darum waren
die drei zu Thelmas Ver-
blffung auf der Stelle aus
dem Apartment gelaufen und
in ihre eigene, abfallberste Bude zurckgekehrt. In die-
sem einen Augenblick war de
r Abgrund offenkundig ge-
worden, der zwischen der We
lt Bob Arctors und seiner
Kumpel und der Welt Thelmas klaffte und der Spalt
war geblieben, auch wenn di
e drei nach wie vor darber
nachsannen, wie sie es anste
llen sollten, Thelma mal zu
bumsen. Thelmas Herz, berl
egte Bob Arctor, war wie
eine leere Kche: Fubodenkacheln und Wasserrohre
und eine Sple mit blankges
cheuerter Oberflche. Und
dazu ein auf der Kante des Ausgusses stehengelassenes
Glas, um das sich niemand kmmerte.
Einmal, bevor er endgltig
nur noch al
men, dem smtliche Mbel geklaut worden waren, als
sich niemand daheim aufhielt.
Die Tter waren offenbar
Junkies gewesen; damals ka
m es noch vor, da Spieer
in Gegenden wohnten, wo umherziehende Banden alles
stahlen, was sie nur eben st
ehlen konnten; meist blieb
nicht viel in den Husern zurck. Diese professionell or-
ganisierten Banden hatten sogar Aufpasser mit Walkie-
talkies, die sich mehrere K
an der Strae postierten u
nd nach Anzeichen dafr Aus-
schau hielten, ob die Bewohne
r des jeweiligen Hauses
oder Apartments zurckkamen.
Bob Arctor erinnerte sich
noch daran, wie der Spieer
und seine Ehefrau zu ihm
sagten: Leute, die einem das Haus ausrauben und den
Farbfernseher stehlen, sind
doch vom gleichen Schlag
wie diese Verbrecher, die Tiere abschlachten oder un-
schtzbare Kunstwerke besu
deln. Nein, hatte Bob Arc-
tor erklrt und das Formular fr die Schadensmeldung
sinken lassen, wieso glauben
Sie das? Seiner Erfahrung
nach jedenfalls taten Sch
zuleide. Er hatte selbst mite
rlebt, wie Junkies ber lange
die die Spieer bestimmt sc
hon lngst htten einschl-
fern lassen. Wenn es berha
schen Spieerausdruck gab, da
nn war das bestimmt ein-
schlfern brigens zugleich
der alte Syndikatsaus-
druck fr Mord. Eines Tages
hatte Bob Arctor zwei vl-
lig ausgeflippten Dopern be
i der deprimierenden Aufga-
be geholfen, eine Katze zu
bergen, die in einem zerbro-
chenen Fenster hngengeblieben war. Die Fixer, die
kaum noch in der Lage waren, ihre Umwelt einigerma-
en klar zu erkennen oder ga
r zu begreifen, hatten sich
mit unendlicher Geduld ber eine Stunde lang abgemht,
die Katze, die aus mehreren
wieder freizubekommen. Auch die Freaks hatten sich an
den scharfen Glassplittern di
e Hnde aufgeschnitten, und
mit diesen blutigen Hnden hatten sie die Katze whrend
der ganzen Prozedur sanft fe
stgehalten, damit sie sich
der beruhigend gestreichelt.
Einer der Typen war mit
Arctor im Haus gewesen, de
r andere hatte drauen ge-
standen, wo das Hinterte
il und der Schwanz der Katze
waren. Schlielich hatten si
e es mit vereinten Krften
Katze zu befreien. Und dann
hatten die Freaks sie geft-
tert. Sie wuten nicht, wem die Katze gehrte; offenbar
tte durch das zerbrochene
Fenster des Hauses, in dem
gerochen. Wahrscheinlich hatte
sie laut miaut, aber als
niemand darauf reagiert hatte
, mute sie wohl versucht
haben, hineinzuspringen. Die
Freaks hatten die Katze erst
bemerkt, als sie jmmerlich zu kreischen begann, aber
dann hatten sie ihre Trips und Trume fr eine Weile
vergessen, um dem Tier zu helfen.
Und was die unschtzbaren
Kunstwerke anging
nun, auch in diesem Punkt konnte er dem Spieerehepaar
nicht beipflichten. Wahrscheinlich, weil er von einer
ganz anderen Definition ausg
krieges waren in My Lai au
f Befehl des CIA 450 un-
schtzbare Kunstwerke unwi
ederbringlich zerstrt wor-
den 450 unschtzbare Kuns
twerke plus Ochsen und
Hhner und andere, auf keiner
Wenn er darber nachdachte, hakte in seinem Kopf im-
Gemlde und Museen und andere
solche Dinge diskutie-
Was meint ihr, sagte Bob
Arctor laut, whrend er
konzentriert fuhr. Wenn wi
r sterben und am Tage des
Jngsten Gerichts vor Gott tr
dann in chronologischer Folg
e oder nach ihrer Schwere
zu den schweren
oder umgekehrt?
Gedanke nicht, da ich im A
lter von 86 Jahren sterbe und
Gott mich dann anknurrt: Also du bist der kleine Junge,
der die drei Flaschen Coke
von dem Coca-Cola-Liefer-
wagen gestohlen hat, der 1962 auf dem Parkplatz vor
dem 7-11-Laden stand? Tja, da
schnell was zu deiner Verteidigung einfallen lassen ms-
Ich denke mir, da sie lexi
dir einfach einen Computer
ausdruck, auf dem schon die
Endsumme steht, die der Computer durch das Zusam-
menzhlen aller Einzelposten
deines langen Sndenregi-
Snde, sagte Barris kichernd, ist ein total veralter-
Arctor sagte: Vielleicht haben sie alle deine Snden
in einem groen Einmachglas
er wandte sich um, da-
mit er Barris, diesen alten
Antisemiten, direkt anblicken
konnte , einem koscheren Einmachglas, und sie heben
den Deckel ab und kippen di
r den ganzen Inhalt auf ein-
mal ins Gesicht. Und du steh
st einfach da, whrend die
Snden an dir heruntertropf
en. Deine eigenen Snden,
und dazu vielleicht ein paar
Snden von jemand anders,
Die Snden von jemand anders mit dem gleichen
Namen, sagte Luckman. Ein
anderer Robert Arctor.
Was meinst du, Barris? Wie viele Robert Arctors gibts
wohl? Er stie Barris he
imlich an. Knnten uns die
Computer vom Cal Tech uns
das verraten? Und im glei-
chen Arbeitsgang auch noch
alle Jim Barris raussu-
Im stillen dachte Bob Arctor:
Wie viele Bob Arctors
gibt es wohl?
Ein abartiger und total verwirrender Ge-
danke. Zwei fallen mir schon ma
l ein, dachte er. Der eine
wird Fred genannt, und er
Bob genannt wird. Beides dies
elbe Person. Wirklich? Ist
Fred tatschlich dieselbe Pe
rson wie Bob? Wei das -
berhaupt jemand?
s jeder andere, weil ich die
Welt bin, die wei, da
wer bin ich? Welcher
der beiden ist ich?
Als sie in der Einfahrt st
ehenblieben, den Wagen ab-
schlossen und bedchtig auf die Vordertr zugingen,
unverschlossen war, aber als
sie vorsichtig die Tr ffne-
ten, schien alles noch so zu
sein, wie es gewesen war, als
Sofort regte sich der Argw
ohn in Barris. Ah, mur-
melte er, als er ber die Schwelle trat. Rasch langte er
Tr und holte seine
22er-Pistole herunter, die er mit fe-
stem Griff umklammerte, whrend die beiden anderen
Mnner im Raum umhergingen. Wie blich strmten die
Hllenspektakel, weil sie Hu
nger hatten und gefttert
werden wollten.
genen Augen, da du recht geha
bt hast. Es kann gar kein
Zweifel mehr daran bestehen
, da jemand hier war, weil
man ja auf den ersten Blick
erkennen kann du erkennst
das doch auf den ersten Blic
k, nicht wahr, Bob? , mit
alle Spuren verwischt ha-
ben, die sie andernfalls zurck
gelassen htten, was ja ihre
Anwesenheit verraten htte, und
Dann furzte er ver-
chtlich und schlenderte in
die Kche, um im Khl-
schrank nach einer Dose Bier
zu schauen. Barris, sagte
er, dir hamse ins Gehirn geschissen.
Barris ignorierte Luckman
einfach und schlich weiter
in hchster Alarmbereitschaf
t auf der Suche nach verr-
terischen Spuren umher, die Pistole um Anschlag. Arctor,
wirklich welche. Kann sein, da sie welche zurckgelas-
sen haben. Seltsam, dachte er, wie paranoide Wahnvor-
stellungen und die Wirklichkeit
sich manchmal fr kurze
Zeit decken knnen
. Unter ganz be
gen, so wie heute. Als nchstes wird Barris behaupten,
lich Eindringlingen eine Mglic
hkeit zu verschaffen, hier
was anzustellen. Und spter
wird er sich Gedanken dar-
wer die Eindringlinge gewese
n sein knnten. Und viel-
leicht hat er das sogar scho
so ist, dann knnte das der
Grund dafr sein, da er das
Cephskop zerstrt, den Wage
n sabotiert und Gott wei
was fr Dinge in die Wege gele
ja das Haus ab, sobald ich in der Garage das Licht an-
knipse? Aber die wichtigste Frage im Augenblick ist, ob
das Verwanzungsteam da wa
r und alle berwachungsan-
lagen eingebaut und richtig an
geschlossen hat. Das aber
wrde er erst sicher wissen,
wenn er mit Hank gespro-
chen hatte und nachprfbare
Informationen darber in
der Hand hielt, wo die Kame
ras und Mikros installiert
waren und wo er die Speich
ertrommeln und die berwa-
chungsmonitoren vorfinden wrd
e. Und bei dieser Unter-
redung wrde er auch erfa
hren, was der Bo der Ver-
wanzungscrew und all die a
nderen Experten, die an die-
gesammelt hatten, mit denen
sich Fred dann im Rahmen
dieser konzertierten Aktion gegen Bob Arctor, den Ver-
dchtigen, wrde herumschlagen mssen.
Schaut euch das ma
l an! sagte Barris. Er beugte sich
kommt her! rief er mit schneidender Stimme, und beide
Mnner kamen seiner Aufforderung nach.
Als er sich vorbeugte, sprte Arctor Hitze aus dem
Ein Zigarettenstummel, der noch warm ist, sagte
Luckman unglubig. Mich laust der Affe!
Herr im Himmel, dachte Arctor. Sie haben wirklich
Mist gebaut. Einer der Crew
hat geraucht und dann die
Also konnte das Ve
rwanzungsteam gerade erst wieder
verschwunden sein
ber; mglicherweise hatte
der Mann von der Crew an-
genommen, da eine Kippe mehr gar nicht auffallen
wrde, und ein paar Augenblicke
spter wre sie ja schon
des Aschenbechers genauer unter die Lupe nahm. Zwi-
haben sich einen Joint angest
eckt, whrend sie hier wa-
ren. Aber was haben sie gemacht? Was, zum Teufel, ha-
ben sie gemacht? Mit finsterer Miene schaute er umher.
Er war todsauer. Bob, verdammt noch mal Barris hat
recht gehabt.
Es war wirklich jemand hier!
Dieser Joint
ist noch warm, und du kannst den Shit sogar noch rie-
chen, wenn du dran schnffelst. Er hielt ihn Arctor di-
rekt unter die Nase. Yeah,
da innen drin glimmt noch
ein Krmel Shit. Mu ein Anfnger gewesen sein. Hat
Dieser Joint, sagte Barris, der nicht weniger grim-
mig dreinschaute als Luckman,
ist mglicherweise nicht
zufllig hier zurckgelassen
worden. Ich glaube nicht,
da es sich um eine Panne handelt, sondern wrde eher
mutmaen, da ein teuflischer Plan dahintersteckt.
Und welcher? sagte Arctor und fragte sich, was das
fr eine Verwanzungscrew se
in mochte, die jemanden in
ihren Reihen hatte, der whrend des Dienstes vor den
Augen seiner Kollegen einen Joint rauchte.
Vielleicht waren sie nur aus dem Grunde hier, um
das ganze Haus mit Stoff zu spicken, sagte Barris. Und
spter rufen sie einfach die Bullen an und geben ihnen
den freundschaftlichen Tip, doch
mal eine kleine Haus-
durchsuchung bei uns zu vera
nstalten. Und dann ist Hn-
gen im Schacht Die knnen
das Zeug praktisch ber-
all versteckt haben, zum Beis
piel im Telefon oder in den
Steckdosen. Wir mssen das ga
nze Haus auf den Kopf
stellen und es absolut sauber kr
iegen, bevor die sich ans
Telefon klemmen. Und wir ha
Du berprfst die Wandsteckdosen, sagte Luckman.
Barris hob die Hand. Momen
sehen, wie wir direkt vor
der Razzia das ganze Haus
durchwhlen
Wenn wir wie die Irren herumlaufen und die Hnde
voller Dope haben, sagte Ba
rris, dann knnen wir doch
nicht glaubhaft machen ob
wohl es die reine Wahrheit
ist , da wir nicht wuten,
da der Stoff im Haus war.
Sie werden uns schnappen, we
nn wir sozusagen gerade
den Joint in der Hand halten.
Und vielleicht ist auch das
So eine Scheie, sagte Luckman angeekelt. Er warf
sich auf die Couch. Schei
e, Scheie, Scheie. Wir
knnen berhaupt nichts tun.
Vielleicht haben sie den
Stoff an tausend Stellen versteckt, die wir nie finden
werden. Wir sind erledigt. Er
starrte Arctor in hilfloser
Arctor sagte zu Barris: Was
ist eigentlich mit deinem
tr gekoppelt hast? Er hatte ga
r nicht mehr da
Und Luckman auch nicht.
Ja, das mte uns bei diesem Stand der Dinge einige
auerordentlich ntzliche Informationen liefern, sagte
grunzte und zog dann eine
mit Plastikgehuse hervor. Das
hier drfte uns eine gan-
ze Menge verraten, begann er
. Dann verfiel sein Ge-
sicht. Tja, vielleicht mag es
sich doch nicht als so wich-
tig erweisen. Er zog den St
ecker fr die Energiezufh-
rung aus der an de
r Rckseite des Gerts angebrachten
Den wichtigsten Tatbestand
kennen wir ja schon nm-
lich da whrend unserer Ab
wesenheit jemand hereinge-
kommen ist. Und das festzust
ellen war die Hauptaufgabe
Barris sagte: Das erste, was sie berhaupt gemacht
haben, als sie hereingekomme
n sind, war, den Recorder
zu stellen. Als wir ginge
n, stand das Gert natr-
Ein,
Sie haben blitzschnell reagie
rt, sagte Barris. Bevor
bemerkt ein Sony, mit gesonderten Tonkpfen fr
Playback, Lschen und Aufn
ahme und einem eingebau-
Ich habs ganz billig be-
kommen, auf einem Tauschtag.
Und ich hab noch nie
rger damit gehabt.
Arctor sagte: Dann knnen wir also nur noch die
Genau, stimmte Barris zu.
Sessel, lehnte sich bequem zu
rck und nahm seine Son-
nenbrille ab. Wir sind an
einem Punkt angelangt, wo es
einfach keine kurz- oder mitte
lfristigen Strategien mehr
gibt, um diesem heimtckis
chen Angriff zu begegnen.
Wahrscheinlich bist du dir im
klaren darber, Bob, da
es nur noch eines gibt, was
du tun knntest, obwohl das
Das Haus verkaufen und ausziehen, sagte Arctor.
Aber, zum Teufel, noch mal, protestierte Luckman.
Was sind Huser wie dieses
in dieser Wohngegend
derzeit wert? fragte Barris und verschrnkte die Hnde
hinter dem Kopf. Auf dem
Moment die Nachfrage sein
mag. Vielleicht knntest du einen ansehnlichen Gewinn
herausschlagen, Bob. Anderersei
ts mut du vielleicht bei
einem schnellen Verkauf imme
r damit rechnen, da du
Aber, mein Gott, Bob, die
Leute, die dir an den Kragen
wollen, sind Professionals!
Kennt ihr eine guten Makler? fragte Luckman die
Arctor sagte: Womit sollte
ich den pltzlichen Ver-
kauf begrnden? Sie
fragen immer danach.
Yeah, wir knnen dem Makl
er schlielich nicht die
knnten sagen Er grbelte, whrend er mrrisch ein
Bier trank. Mir fllt kein
Grund ein. Barris, weit du
keine Geschichte, die wir
Arctor sagte: Wir werden
einfach geradeheraus sa-
gen, da berall im Haus Ra
uschgift versteckt ist. Und
weil wir nicht wuten wo, h
tten wir beschlossen, auszu-
ziehen, damit nicht wir, sondern der neue Besitzer von
der Polizei hopsgenommen wird.
Nein, widersprach Barris, i
ch glaube nicht, da wir
uns erlauben drfen, so direkt zu sein. Ich wrde eher
vorschlagen, da du sagst,
Bob genau, du sagst, da
Wohin? sagte Luckman.
Ich finde, wir sollten ihne
te Arctor. Wir knnten soga
r eine Anzeige in die L.A.
Modernes Wohnhaus mit fnf Zimmern, Kche und
jeder Art; Dope (garantierte Spitzenqualitt) in allen
Rumen ist im Verkaufspreis eingeschlossen^
Aber dann wrden wir da
uernd Anfragen kriegen,
um was fr Dope es sich
eigentlich handelt sagte
Luckman. Und das wissen wir nicht; es kann jeder x-
beliebige Stoff sein.
Und sie wrden wissen wollen, wieviel berhaupt
davon da ist, murmelte Ba
rris. Mgliche Kaufinteres-
senten knnten sich nach der Menge erkundigen.
Es knnten zum Beispiel
fnfzig Gramm Marijuana
sein, sagte Luckman, ode
r einfach ganz banaler Shit
wie der in dem Joint, den wi
r gefunden haben. Oder ki-
Was ich vorschlagen wrde, sagte Barris, ist, da
wir das Amt fr Drogenmibrauch anrufen, die zustndi-
gen Beamten von der Situation
bitten, herzukommen und das D
ope zu entfernen das
Haus zu durchsuche
n, den Stoff zu
Angelegenheit einmal reali-
da uns nicht gengend Zeit bl
eibt, das Haus zu verkau-
fen. Ich habe vor lngerer Zeit einmal die juristischen
e sich aus einer Lage wie
dieser ergeben, und dabei fe
stgestellt, da die meisten
Du bist verrckt, sagte Luckman und starrte ihn an,
als sei er eine von Jerrys Blattlusen.
Wir sollen das
Amt fr Drogenmibrauch anrufen?
Aber dann wimmelt
es hier doch in null Komma nichts von Bullen, und
Eben darauf hoffe ich doch,
fuhr Barris glatt fort.
Wir knnten uns alle fre
Test unterziehen, um zu be
weisen, da wir nicht wissen,
wo der Stoff ist, um welche
Art von Stoff es sich handelt
und wer ihn hier versteckt ha
t. Der Stoff ist ohne unser
Wissen und ohne unsere Zus
timmung ins Haus gebracht
worden. Wenn du den Beamten das erzhlst, Bob, wird
Nach einer Pause rumte er ein: Mglicherweise je-
denfalls. Und natrlich msse
n alle Fakten erst von ei-
Aber andererseits, sagt
e Luckman, haben wir doch
unsere eigenen Vorrte. Und von
denen
wissen wir, wo
gesamten Vorrte durchs Klo splen mssen? Und mal
angenommen, wir lassen einen Stash aus? Herr im Him-
Also gibt es keinen Ausw
eg, sagte Arctor. Wir
Aus einem der Schlafzimmer erschien Donna Haw-
thorne. Sie trug eine merkwrdige, knielange Hose. Of-
fenbar hatte sie geschlafen, denn ihr Haar war zerwhlt
und ihr Gesicht aufgedunsen.
Ich bin einfach reingekommen, sagte sie, wies auf
zu ersehen, wann ihr zu
habt ihr so rumgeschrien? Mann,
ihr, wart vielleicht laut!
Sag mal, hast du gerade
eben einen Joint geraucht?
fragte Arctor sie. Bevor du di
Klar, sagte Donna. Ohne Joint kann ich nie ein-
Es ist Donnas Kippe, sagte Luckman. Gib sie ihr
Mein Gott, dachte Arctor. Ich war voll auf dem glei-
chen Trip wie Barris und Lu
ckman. Wir sind alle drei
sinn abgefahren. Er schttel-
te sich, erschauerte und blin
zelte. Obwohl ich genau ge-
wut habe, was hinter der ganzen Sache steckte, bin ich
zusammen mit ihnen in dieses
ausgeflippte, paranoide
Niemandsland hineingeschlidde
rt und habe alles ganz
morscht, dachte er. Wieder
dieser trbe Schmant; der
gleiche Schmant, der sie bed
eckt, bedeckt mich auch; der
Schmant dieser traurigen, den Traumwelt, in der wir
ziellos treiben.
Was hab ich? sagte sie,
Nicht das, was ich bin, dachte er, oder das, was ich
ber die Vorgnge wute, die
heute hier ablaufen sollten,
hat meinen Kopf wieder zu-
rechtgerckt, hat uns alle dr
ei aus diesem Niemandsland
herausgeholt. Eine kleine, sc
hwarzhaarige Puppe mit ir-
ren Klamotten, ber die ich
regelmig Bericht erstatte,
der ich mit allen nur denkbare
n Tricks meine wahre Iden-
titt verheimliche und die ich hoffentlich bald mal ficken
werde noch so eine Welt, in
der Tricks und Ficks alles
sind, was wirklich zhlt, dach
te er. Und dieses scharfe
Mdchen ist der Mittelpunkt
davon: ein Vo
Vernunft, durch dessen Existe
nz wir abrupt wieder ein-
geklinkt sind. Was wre s
onst wohl noch mit unseren
Kpfen passiert? Wir waren ja
dachte er. Nicht einmal
Donna. Man knnte euch
das ganze Haus leerrumen,
und ihr wrt selber schuld da
ran. Sogar die gigantischen
kapitalistischen Versicherungs
gesellschaften sagen, da
sie nichts zahlen, wenn man eine Tr oder ein Fenster
offenlt. Das ist eigentlic
reingekommen bin, als ich de
dachte mir, es wre scho
n jemand hier, wenn das Haus
Wie lange bist du schon hi
er? fragte Arctor sie.
Vielleicht hatte ihre Anwe
senheit die Verwanzung ver-
Donna warf einen Blick au
f ihre elektrische Timex-
Armbanduhr, die Arctor fr zwanzig Dollars gekauft und
ihr geschenkt hatte. Ungefhr seit 38 Minuten. Hey.
Ihr Gesicht hellte sich auf. B
ob, ich hab das Buch ber
Wlfe mitgebracht hast du
schauen? ne echte Schaffe, das Buch, wenn du auf so
was stehst.
Das ganze Leben, sagte Barris wie im Selbstge-
sprch, ist nur eine einzig
e groe Schaffe und sonst gar
nichts; es gibt nur diesen ei
nen Trip, und der schafft dich
wirklich. Eine Schaffe, die am
Ende jeden und alles ins
Grab bringt.
Sag mal, hab ich wirklic
h gehrt, da du das Haus
a Arctor. Oder hab ich
hab ich das alles blo ge
trumt? Ich knnte es nicht
mit Bestimmtheit sagen; was ich gehrt hab, klang alles
Wir sind alle am Trumen, sagte Arctor. Wenn ein
Schtiger der einzige in sein
er Umgebung ist, der nicht
wei, da er schtig ist, dann
wird vielleicht gerade der,
der nicht wei, ob ein Mann
meint, was er sagt, dieser
Mann selbst sein, berlegte er. Er fragte sich, wie viel
von dem Geschwafel, das Do
nna mitbekommen hatte, er
ernst gemeint hatte. Und er fragte sich, wieviel von dem
ziert gewesen war eine Art Kontakt-Irresein, das sich
sie war die Frage, die sie ihm gestellt hatte, grundstzlich
und naheliegend. Und er sehnt
e sich von ganzem Herzen
danach, ihr eine Antwort darauf geben zu knnen.
Am nchsten Tag erschien
Fred in seinem Jedermann-
Anzug, um sich ber die Ve
rwanzungsinstallation zu in-
Die Aufnahmen der sechs Holo-Kameras, die nun in-
nerhalb des Anwesens arbeite
n wir meinen, da sechs
vorerst gengen drfen ,
werden in ein Kontroll-
Zentrum abgestrahlt, das sich in einem Apartment im
gleichen Huserkomplex befi
ein kleines Stck die Strae
hinunter, erluterte Hank
Fred den Grundri sah, begann er zu frsteln, aber nicht
sehr stark. Er nahm den Plan
an sich und studierte die
Stellen, an denen die Kame
ras in den verschiedenen
Rumen installiert worden
waren, gleichmig da und
dort verteilt, so da jeder
Winkel permanent optisch und
akustisch berwacht werden
konnte. Also sehe ich die
Bnder in dem Apartment durch, von dem Sie sprachen,
Wir benutzten dieses Apartment als Kontroll-Zen-
trum fr ungefhr acht oder,
Huser oder Apartments, die wir in diesem speziellen
Komplex unter berwachung halten.
Sie werden also fters anderen Agenten begegnen, die
an den Monitoren ihre eigenen Bnder abspielen.
Tragen
Sie also immer Ihren Anzug.
Es wird sich nicht vermeiden lassen, da man mich
sieht, wenn ich in das Apartm
ent gehe. Es liegt zu nahe
Kann schon sein, aber der
Komplex ist riesig Hun-
derte von Wohneinheiten.
Und auerdem war das das
die notwendigen elektronisc
hen Installationen bot. Wir
werden uns damit behelfen m
ssen, wenigstens so lange,
bis wir mit Hilfe eines Rumungsbefehls ein anderes A-
partment in einem weiter entfernten Komplex bekommen
knnen. Wir haben uns schon
dahintergeklemmt zwei
Blocks weiter weg, wo Si
werden. Ich schtze, in einer Woche oder so ist die Sache
ber die Bhne. Wenn sich blo
holografische Bilder mit
hinreichend guter Auflsung
durch Mikro-Relais-Kabel
oder durch die Kabelfernsehle
itungen lteren Typs schik-
ken lieen, dann
Ich werde einfach einen Vo
rwand erfinden, falls Arc-
tor oder Luckman oder ein
anderer dieser Freaks mich
spiel knnte ich ihnen erzhle
n, da da so eine Nutte
wohnt, die ich manchmal dur
chbumse. In Wirklichkeit
komplizierte die Lage des Apartments die Dinge gar
nicht so sehr; tatschlich ersp
arte sie ihm ja sogar lange
Anfahrzeiten, fr die er nicht bezahlt wurde ein wichti-
ger Faktor.
Er konnte leicht mal eben zwischendurch ins Kontroll-
Zentrum rberschlendern, sich die Bnder durchsehen,
entscheiden, was fr seine Be
richte wichtig war und was
abgelegt werden konnte, und
dann rasch zurckgehen
Zu meinem eigenen Haus, dachte er. Arctors Haus. In
dem Haus oben an der Strae
bin ich Bob Arctor, der
verdchtige Rauschgiftsch
tige, der ohne sein Wissen
ununterbrochen ber
wacht wird; und dann, alle paar Ta-
ge, finde ich einen Vorwand,
um mich die Strae hinun-
ter und ins Kontroll-Zentrum zu
schleichen, wo ich Fred
bin, der Kilometer um Kilome
ter Bnder abspielen lt,
genheit, dachte er, ist irgendwie bedrckend. Aber zu-
gleich werde ich dadurch we
rtvolle persnliche Informa-
tionen erhalten und ich werde mich besser schtzen
Vielleicht werde ich dank
der Holo-Kameras schon
innerhalb der ersten Woche e
rfahren, wer mich eigentlich
Bei diesem Gedanken lie seine Anspannung sofort
Aus dem Plan knnen Sie genau ersehen, wo die Ho-
los installiert sind. Falls si
knnen Sie das mglicherwei
se selbst machen, whrend
Sie sich in Arctors Haus aufhalten und gerade niemand in
der Nhe ist. Sie haben doch normalerweise Zutritt zu
seinem Haus, oder nicht?
So eine Scheie! dachte Fred. Wenn ich das tue, dann
ist ganz klar, da ich auch m
it auf den Bildern bin. Leite
ich die Holos dann an Hank
weiter, so wei er mit abso-
luter Sicherheit, da ich eine
der Personen sein mu, die
darauf zu sehen sind, und da
s schrnkt die Zahl der Mg-
Bisher hatte er es geschick
t verstanden, Hank darber
im unklaren zu lassen, wie er
das in Erfahrung brachte,
was es ber die Verdchtigen
auf seiner Liste in Erfah-
rung zu bringen gab; nur er selbst, Fred, war der Schirm,
gab es dafr noch andere Apparate: Holo-Kameras und
Mikrophone, die im Gegensatz zu seinen mndlichen
Berichten nicht automatisch a
ll die Hinweise ausfilterten,
die zur Aufdeckung seiner
Identitt fhren mochten.
Ganz deutlich wrde da Robert
Arctor zu erkennen sein,
der an den Holos herumbaste
lte, wenn sie nicht richtig
funktionierten; sein Gesich
t wrde den Bildschirm voll-
stndig ausfllen. Aber andererseits wrde ja
sein, der die Speicherbnder
abspielte; er konnte immer
noch selektiv Informationen
ausfiltern zum Beispiel,
indem er Teile der holografischen Aufzeichnungen ein-
fach lschte. Nur wrde da
falt beanspru-
was
und das vollstndig? Aber
Arctor war doch gerade der
Verdchtige. Und war es nicht eine glnzende Bestti-
gung dieses Verdachtes, wenn
Arctor an den Holos her-
umbastelte?
Ich werde mich selbst el
ektronisch von den Bildern
lschen, sagte er. Damit Sie mich nicht sehen. Eine
meinem eigenen Schutz.
Natrlich. Haben Sie vorher noch nie mit solchen
berwachungssystemen gearbe
paar Bildern und zeigte sie
ihm. Zum elektronischen
Edieren holografischer Au
fzeichnungen bentzen Sie
einen solchen Totalauslscher damit knnen Sie jeden
Abschnitt der Bnder lschen,
auf dem Sie in Ihrer Iden-
die Tonaufzeichnungen gibt es keine feststehenden
Richtlinien. Sie werden allerd
ings wohl kaum besondere
Schwierigkeiten haben. Wir
nehmen es als gesicherte
Tatsache an, da Sie eine
der Personen aus Arctors
Freundeskreis sind, die sein Haus regelmig besuchen
Sie sind entweder Jim Barris oder Ernie Luckman oder
Donna? Er lachte. Oder
besser gesagt: Eigentlich
lachte der Anzug. Auf seine eigene, ganz spezielle Art.
Oder Bob Arctor, fuhr Ha
nk fort, whrend er nach-
denklich die Liste der Verdchtigen studierte.
Ich berichte die ganze Zeit ber mich selbst?, sagte
Also werden Sie sich selb
st von Zeit zu Zeit doch auf
uns weitergeben, denn wenn
Sie sich systematisch her-
ausedieren, knnen wir durch
einen Eliminationsproze
daraus schlieen, wer Sie
sind, ob wir das nun wollen
in, sich selbst gezielt hera
uszuedieren, sozusagen auf
wie soll ich das nennen? erfinderische, knstlerische
also zum Beispiel whrend der kurzen Zeitabschnitte,
wenn Sie allein im Haus si
nd und recherchieren, also
durchsuchen. Oder, wenn Sie
eine Holo-Kamera im Auf-
n Kamera warten, oder
Sie sollten einfach einmal
im Monat jemanden in ei-
ner Uniform zu Arctors Haus schicken, sagte Fred. Der
knnte dann ja sagen: Guten Morgen! Ich bin hier, um
die berwachungssysteme zu wa
Ihrem Haus, Ihrem Telefon und Ihrem Wagen installiert
haben. Vielleicht wrde Arct
or sich ja bereit erklren,
dann verschwinden.
Der Jedermann-Anzug Fred sagte: Falls Arctor wirk-
lich so viel auf dem Kerbholz
hat. Das ist bisher noch
Arctor knnte eine ganze Menge auf dem Kerbholz
haben. Wir haben erst krzlic
h neue Informationen ber
ihn erhalten und sofort analys
iert. Meiner Ansicht nach
gibt es nicht mehr die geringsten Zweifel: der ist so echt
wie ein Dreidollar-Schein. Au
sgekocht bis dorthinaus.
Typ. Bleiben Sie also an ihm dran, bis
er reif ist, bis wir so viel
e und so gute Beweise haben,
da er sich nicht mehr rauswinden kann, wenn wir ihn
uns greifen.
Wollen Sie sein Haus mit Dope spicken lassen?
Darber sprechen wir vielleicht spter noch mal.
Sie glauben, da er eine groe Nummer in der na,
Sie wissen schon in der ST-Agentur ist?
Was wir
glauben,
hat fr unsere Arbeit nicht die ge-
ringste Bedeutung, sagte Hank. Wir werten aus und
ziehen unsere Schlsse;
berichten nur und teilen uns
Ihre eigenen, notwendigerw
eise unzulnglichen Schlu-
folgerungen mit. Damit will
ich Ihre Arbeit nicht abwer-
ten, aber Sie knnen mir gla
uben, da wir eine gewaltige
Menge von Informationen haben, die Ihnen nicht nur zur
haben nicht fehlbare Mensch
en, sondern Computer zu-
Arctor ist verloren, sagte
Fred. Jedenfalls, wenn er
wirklich in eine groe Sach
e verwickelt ist. Und nach
dem, was Sie mir da so erzhle
n, kriege ich langsam eine
dumpfe Vorahnung, da da
Wenn wir weiter so gut vorwrts kommen wie bisher,
sollten wir ihn bald vor Geri
cht stellen knnen, sagte
Hank. Und dann knnen wi
r ihn endgltig abhaken.
Und darber wrden wir uns ja alle freuen.
Fred lernte mit stoischer Ruhe die Adresse und die
Nummer des Apartments auswendig und erinnerte sich
pltzlich daran, da er ma
nchmal ein junges Freak-
Prchen, das krzlich mit einemmal verschwunden war,
hatte. Wahrscheinlich hatte man sie hochgehen lassen
und ihr Apartment bernommen, um dort das Kontroll-
Zentrum einzurichten. Er hatte
sie wirklich gemocht. Das
Mdchen hatte langes, flachsb
londes Haar und trug nie
einen BH. Einmal war er
zufllig mit dem Wagen vor-
beigekommen, als sie sich
mit ein paar Einkaufstten
abschleppte, und hatte ihr angeboten, sie mitzunehmen;
daraufhin hatten sie sich ei
n bichen miteinander unter-
halten. Sie schien auf dem Ma
krobiotik-Trip zu sein, so
hen. Und sie war merkwr-
dafr: Offenbar hatten sie un
d ihr Freund eine Menge
Stoff daheim gehabt. Ode
r, was noch wahrscheinlicher
war, sogar gedealt. Aber we
nn das Apartment dringend
gebraucht wurde, htte auch
eine Anklage wegen Dro-
genbesitzes gereicht, und die konnte man immer kriegen.
Wofr, fragte er sich, wrd
e wohl Bob Arctors ver-
drecktes, aber gerumiges
Haus von den Behrden ge-
nutzt werden, wenn man Arctor
erst mal weggekarrt hat-
te? Nun, hchstwahrschein
lich wrde man daraus ein
noch greres Kontroll-Zentr
um machen, wo
sich noch
mehr einlaufende Informationen sichten und verarbeiten
Arctors Haus wrde Ihnen
gefallen, sagte er laut.
Es ist total heruntergekommen,
eine richtige schmutzige
Doper-Bude halt, aber es ist gro. Ein schner Hof. Eine
Menge Bsche und Stauden.
Das hat die Installationsmannschaft in ihrem Bericht
auch erwhnt. Das Haus bte
wirklich einige ausgezeich-
Sie
das Gefhl, gleich wahnsinnig zu werden, als er hrte,
wie die schnarrende Stimme des Jedermann-Anzugs
selbst diesen Worten jede
n Klang und alle Emotionen
raubte. Seine Wut steigerte sich immer mehr. Zum Bei-
Nun, eine Verwendungsmglichkeit liegt doch auf
der Hand: Vom Wohnzimmer aus blickt man direkt auf
eine vielbefahrene Kreuzung,
so da sich vorbeifahrende
Wagen und deren Nummernschilder bequem fotografie-
ren lieen Hank las wieder einmal in einem der un-
zhligen Berichte, die er vor
sich liegen hatte. Aber der
Leiter der Crew, Burt komisch, aber ich kann mich nie
an sein Gesicht erinnern Bu
rt also vertritt hier die Auf-
fassung, da das Haus so
bel heruntergekommen sei,
da es sich nicht lohnen wrd
e, es zu bernehmen. Zu
hohe Kosten.
In welcher Hinsicht? In
welcher Weise herunterge-
kommen?
Das Dach ist perfekt.
Sowohl der Innen- als auch der Auenanstrich. Der
Zustand der Bden. Die Kchenschrnke
Quatsch mit Soe, sagte Fred, oder jedenfalls
summte der Anzug das. Okay, Arctor hat vielleicht
nichts dagegen unternommen,
da sich das Geschirr und
der Mll nur so stapeln, und
Staub gewischt hat er auch
nicht, aber schlielich leben
da je auch drei Macker ohne
Puppen! Seine Frau hat ihn
verlassen; normalerweise
kmmern sich doch die Frau
en um den ganzen Kram.
Wenn Donna Hawthorne eing
ezogen wre und Arctor
gehalten. Auf jeden Fall k
nnte ein professioneller Rei-
nigungs-Service das ganze Haus in einem halben Tag
wieder in Topzustand bringe
n, jedenfalls soweits ums
Saubermachen geht. Was das Da
mich wirklich drber, weil
Dann empfehlen Sie also offiziell, da wir das Haus
erwerben, nachdem Arctor
festgenommen worden ist und
schwebte schon ber dem
entsprechenden Formular.
Ich hab dazu berhaupt keine Meinung. Mir ist das
alles ganz egal. Fred erhob sich von seinem Stuhl, um
zu gehen.
Sie werden noch nicht ge
hen, sagte Hank und be-
zwischen den Unterl
agen auf seinem Schreibtisch hervor.
Ich habe hier ein Memorandum
Sie haben immer Memorande
n, sagte Fred. Fr je-
dermann.
In diesem Memorandum, sagte Hank, werde ich
angewiesen, Sie hinber nach Zimmer 203 zu schicken,
Wenn es wegen der Anti-Drogen-Ansprache sein
sollte, die ich im Lions-Qub
gehalten habe dafr hat
man mich schon zusammengeschissen.
Nein, darum geht es diesmal nicht. Hank warf ihm
Ich bin fr heute mit Ihnen fer
also nicht in Bewegung, trab
en schnurstracks da hinber
Zimmer 203 erwies sich als vollstndig weier Raum mit
sthlernen Beleuchtungskrper
n, sthlernen Sesseln und
einem sthlernen Schreibtisch
, die alle festgeschraubt
waren ein Raum wie in ei
nem Krankenhaus, blitzblank
und steril und kalt; grelles Licht stach Fred in die Augen.
Eine Personenwaage an der r
echten Seite des Raumes, an
der ein Schild mit der Au
fschrift NACHJUSTIERUNG
E DES TECHNISCHEN
PERSONALS prangte, verst
rkte den Krankenhausein-
druck noch. Als er eintrat, blickten ihm zwei Polizeibe-
amte in voller Uniform entg
egen; besondere rmelstrei-
fen wiesen sie allerdings als
medizinische Assistenten im
polizeirztlichen Stab des
Sheriff-Bros von Orange
Sie sind der Beamte Fred
? fragte einer der beiden.
Er trug einen Kaiser-Wilhelm-Schnurrbart.
All right, Fred, lassen Sie mi
ch zunchst noch einmal
eine grundstzliche Tatsache klarstellen. Wie Sie zwei-
fellos wissen, werden smtlich
e Sitzungen, in denen Sie
Ihre Auftrge erhalten oder Bericht erstatten, aufgezeich-
gespielt, und zwar fr den Fa
ll, da bei den Sitzungen
gilt fr alle Beamten, die
hier zur mndlichen Berichte
rstattung erscheinen, nicht
nur fr Sie.
Der andere medizinische Assistent sagte: Diese Re-
gen dienstlichen Aktivitten,
wie beispielsweise die f-
fentliche Ansprache, die Sie
krzlich in Anaheim vor den
Jungs vom Rotary-Club gehalten haben.
Lions-Club, sagte Fred.
Nehmen Sie Substanz T?
sagte der medizinische
Assistent zur Linken.
Diese Frage, sagte der andere, ist trivial, weil wir
es als gegeben annehmen, da Sie im Vollzug Ihrer Ar-
beit dazu gezwungen sind. Antworten Sie also nicht.
Nicht, da es Sie belasten k
nnte, aber es ist einfach tri-
vial. Er wies auf einen Tisc
h, auf dem ein Stapel Blcke
und anderer Krimskrams lage
n, darunter grellbunte Ge-
genstnde aus Plastik und ande
re Objekte, die der Beam-
te Fred nicht identifizieren konnte. Kommen Sie hier
Sie, kurz gesagt, einigen
einfachen Tests unterziehen.
Das wird nicht viel von Ihre
r Zeit in Anspruch nehmen,
und es sind auch keine ph
ysischen Unannehmlichkeiten
damit verbunden.
Was diese Rede angeht,
die ich gehalten habe ,
Wir fhren diese Untersuc
hungen durch, sagte der
te und einen Stift und ein p
aar Formulare hervorkramte,
weil ein vor kurzem vorgele
gter Regierungsbericht ge-
zeigt hat, da in unserem
Zustndigkeitsbereich in den
in Kliniken fr neurale Aphasie eingewiesen werden
muten.
Sie sind sich der Tatsache bewut, da Substanz T in
hohem Mae suchtbildend ist? sagte der andere Assi-
Sicher, sagte Fred. Natrlich bin ich mir dessen
bewut.
der sitzende medizinische Assistent, und zwar in dieser
Reihenfolge Wir beginnen
mit einem Test, den wir
den OH-Test oder auch
Sie glauben, da ich schtig bin? sagte Fred.
Ob Sie schtig sind oder nich
t, ist eine zweitrangige
Frage, da wir ohnehin dam
it rechnen, da die bei den
Streitkrften fr chemische Kriegsfhrung zustndige
Abteilung irgendwann in den
nchsten fnf Jahren ein
Bei diesen Tests geht es
nicht um die suchtbildenden
Eigenschaften von Substanz T,
sondern um na, am be-
sten lege ich Ihnen zuerst diesen Objekt-Hintergrund-
Test vor, mit dessen Hilfe sich die Fhigkeit messen lt,
problemlos ein Objekt von se
inem Hintergrund zu unter-
scheiden. Sehen Sie dieses
legte eine vollgekritzelte Ka
rte vor Fred auf den Tisch.
Inmitten dieser scheinbar be
deutungslosen Linien ver-
birgt sich ein wohlvertrautes
Objekt, das jeder normale
Mensch eigentlich erkennen
mte. Sie sollen mir nun
sagen, worum es sich bei diesem
Item. Im Juli 1969 verffentlichte Joseph E. Bogen
seinen revolutionren Aufsatz Die andere Seite des Ge-
hirns: Das appositionelle De
nken. In diesem Aufsatz
zitierte er einen in der F
achwelt vllig unbekannten Dr.
A. L. Wigan, der bereit
s 1844 geschrieben hatte:
nes Organ, dem er entspringt. Diese Idee hat sich mir
aufgedrngt, und ich habe mich mehr als ein Viertel-
jahrhundert eingehend damit
beschftigt, ohne da es
mir gelungen wre, einen einzigen validen oder auch
nur plausiblen Einwand zu
finden. Daher glaube ich,
beweisen zu zu knnen
(1) Da jede Gehirnhemi-
sphre als Organ des Denkens ein eigenstndiges, in
den Hlften des Cerebrums simultan voneinander un-
abhngige, gesonderte Proz
esse des Denkens oder
Schlufolgerns abzulaufen vermgen.
In seinem Aufsatz schlufolg
erte Bogen daraus: Ich bin
[wie Wigan] der Ansicht, da
jeder von uns zwei Persn-
lichkeiten in einer Person verein
igt. Natrlich wirft diese
Hypothese eine Unzahl von Einzelfragen auf, die noch
dem Hauptwiderstand gegen
Wigans Theorie entgegen-
Empfinden, da jeder Mensch
in sich eine unauflsliche
Einheit ist. Dieser Glaube
an die menschliche Ganzheit
wird in unserer westlichen
Kultur nach wie vor hoch-
gehalten.
Objekt handelt.
Sodann zeigen Sie uns bitte, wo
genau es sich innerhalb de
Ich werde hier fr dumm verk
auft, dachte Fred. Was
gte er, wobei er nicht das
Diagramm, sondern den medizinischen Assistenten an-
vor dem Lions-Club? sagte er. Er zweifelte keinen Au-
Der ihm gegenbersitzende Assistent sagte:Bei vie-
len von denen, die Substanz
T nehmen, tritt eine Spal-
tung zwischen der rechten
und der linken Hemisphre
des Gehirns auf. Das fhrt zu einem Verlust der Fhig-
keit zur angemessenen Gesta
lt-Wahrnehmung, was ein
Defekt innerhalb sowohl das
des perzeptiven als auch des
kognitiven Systems ist, obwo
hl das kognitive System
weiterhin normal funktioni
ert. Aber die Daten,
die das kognitive System nun
vom perzeptiven System
empfngt, sind bereits durch
diese Spaltung deformiert,
so da auch das kognitive Sy
stem nach und nach immer
Sie das vertraute Objekt in
dieser Strichzeichnung aus-
findig gemacht? Knnen Sie es mir zeigen?
Fred sagte: Sie meinen damit nicht die Ablagerung
von Schwermetallspuren in den Synapsen, wo die Nerven-
Nein, sagte der Assistent, der neben dem Tisch
stand. Das ist kein herk
mmlicher Hirnschaden, son-
dern eine Art Toxizitt, eine
Gehirntoxizitt. Eine toxi-
sche Gehirnpsychose, die das perzeptive System sch-
OH-Test, mit den Grad de
perzeptiven Systems als ein einheitliches Ganzes. Kn-
Sie sollte Ihnen geradewegs
ins Auge springen.
Ich sehe eine Coke-Flasche, sagte Fred.
Eine Limonadenflasche ist die richtige Antwort,
sagte der sitzende Assistent, nahm mit einem raschen
Sie meine Rapporte und das alles studiert haben? Ir-
gendwas in Richtung Matschbi
rne? Es liegt an der Re-
de, dachte er. Was ist m
it der Rede, die ich gehalten
habe? sagte er. Habe ich da
bilaterale Dysfunktionen
gezeigt? Bin ich darum zu diesen Tests hierhergeschleift
teste gelesen, die die Abte
ilung von Zeit zu Zeit durch-
fhren lie.
Nein, das hier ist eine reine Routinemanahme, sag-
te der sitzende Assistent. W
ir wissen schlielich, Beam-
ter Fred, da es fr Geheime Rauschgift-Agenten oft
notwendig ist, im Zuge der
Ausbung ihrer Pflicht Dro-
Fr immer? fragte Fred.
Nur in den seltensten Fllen fr immer. Um es noch
einmal zu wiederholen: Es hand
elt sich hierbei um eine Art
Verseuchung der Wahrnehmung
, die im Laufe der Zeit
verschwinden ma
Trbe, sagte Fred. Trber Schmant, der sich ber
Haben Sie manchmal berlagerungseffekte? fragte
Was? sagte er unsicher.
Zwischen den Hemisphre
n. Wenn in der linken
Hemisphre, wo das Sprach
Gehirnhlfte oft die ausgefa
llenen Funktionen, so gut sie
Ich wei es nicht, sagte er. Ich bin mir dessen nicht
bewut.
Gedanken, die nicht Ihre eigenen zu sein scheinen.
Geist in Ihrem Kopf denken.
Aber ganz anders, ab Sie
normalerweise denken wrden
. Sogar auslndische Wor-
te, die Sie nicht kennen. Man
wann im Leben durch periphere Perception.
Nichts in der Art. Ich htte das bemerkt.
Wahrscheinlich. Nach den Berichten, die Leute mit
einer Schdigung der linken He
misphre gegeben haben,
ist es offensichtlich eine
ziemlich schockierende Erfah-
Ich glaube eigentlich doch,
da ich das bemerkt ht-
Frher nahm man im allgemeinen an, da die rechte
Hemisphre ber berhaupt keine sprachlichen Fhigkei-
ten verfgte, aber diese Theo
sich so viele Leute die li
nke Gehirnhlfte mit Drogen
ruiniert hatten und ihr der
rechten, meine ich dadurch
eine Chance gaben, auf den
Ich werde bestimmt in Zuk
unft darauf achten, sagte
Fred und lauschte zugleich
auf den rein mechanischen
Klang seiner Stimme. Wie di
e Stimme eines pflichteifri-
gen Kindes in der Schule. Eine Stimme, aus der die Be-
so dummen Befehl zu ge-
horchen, der ihm von jenen
erteilt wurde, die die Be-
fehlsgewalt innehatten. Jene
n, die grer waren als er
nden, die es ihnen erlaubte,
. Egal, ob der Befehl nun
sinnvoll war oder nicht.
Immer nur beipflichten, dachte er. Und das tun, was
einem befohlen wird.
Was sehen Sie auf dem zweiten Bild?
Zeigen Sie mir das Scha
f. Der sitzende Deputy
beugte sich vor und drehte
das Bild um. Wenn Ihre F-
higkeit zur Unterscheidung
von Objekt und Hintergrund
beeintrchtigt ist, dann kann
Ihnen das eine Menge rger
machen statt keine Formen
wahrzunehmen, nehmen Sie
Wie Hundescheie, dachte
Fred. Hundescheie wrde
bestimmt zu den falschen
gal, was man fr einen
Mastab anlegt. Er
Die vorliegenden Daten deut
en darauf hin, da die
Wahrnehmung spezialisiert ist,
also in erster Linie den
begabte, dominierende Hemisphre eher in der Art ei-
nes Computers, also tendenziell logischer und analyti-
scher, zu arbeiten, und die Befunde legen die Vermu-
tung nahe, da ein mglicher Grund fr die zerebrale
Ungleichgewichtigkeit beim Menschen in der grund-
legenden Unvereinbarkeit de
fhlte sich krank und nied
ergschlagen, fast so sehr
wie whrend der Ansprache vor dem Lions-Club. Da ist
gar kein Schaf, nicht wahr?
nigstens nahe dran?
Das hier ist kein Rorschach
-Test, sagte der sitzende
Assistent, bei dem ein vager Fleck von verschiedenen
Testpersonen auf unterschied
den kann. Bei diesem Test zei
gen die Testkarten ein de-
finitiv festgelegtes Objekt. Ei
ns und nur eins. In diesem
Ein Hund.
Woher wissen Sie, da es
ein Hund ist? Er sah kei-
nen Hund. Zeigen Sie ihn mi
r. Der medizinische Assi-
Beweis durch den sogena
nnten Spaltungsversuch,
bei dem die beiden Gehirn
hemisphren eines Tieres
darauf trainiert werden knnen, unabhngig voneinan-
der wahrzunehmen, Strategi
en zu erwgen und zu
handeln. Beim Menschen, wo die dominanten, hand-
nen sehr ausgeprgt in
Hemisphre offensichtlich au
f eine strukturell anders-
nennen knnte. Die Regeln oder Modelle, nach
denen die Denkakte der dominanten Hemisphre (je-
ner also, die spricht, liest und schreibt) ablaufen, sind
bereits seit vielen Jahren
Gegenstand syntaktischer,
semantischer, mathematisch-l
ogischer u. a. Analysen.
Seite des Gehirns das appos
itionelle Denken abluft,
werden hingegen noch viel
e Jahre intensiver Erfor-
tisch stark vereinfachter Um
die Form handelte, die inmitten der Linien auf der Vor-
nicht nur einfach irgendein Hu
nd, sondern eine ganz be-
stimmte Hunderasse: ein Wi
Gedrmen.
Schaf gesehen habe?
Vielleicht haben Sie einfach
nur eine psychologische
Blockade, sagte der Assist
ent, der neben dem Tisch
stand und sein Gewicht daue
wir mit dem ganzen Stapel
von Testkarten durch sind un
Die berlegenheit dieses
Tests gegenber dem Ror-
schach-Test, unterb
rach der sitzende Assistent ihn, wh-
rend er zugleich die nchst
e Zeichnung auf den Tisch
legte, besteht darin, da er ni
so viele falsche Antworten,
wie man sich nur ausdenken
aber nur eine richtige.
Pro Karte ein ganz be-
stimmtes Objekt, vom B
undesamt fr Psychotest-
tigt; das und nur das ist das richtige Objekt, denn schlie-
lich kommen die Angaben dire
kt aus Washington. Ent-
finden es nicht, und wenn
Sie eine ganze
von Fehlern machen, dann haben
wir einen Anhaltspunkt fr eine funktionale Wahrneh-
mungsbeeintrchtigung. Und in
diesem Fall werden wir
Sie fr eine Weile trockenlegen mssen so lange, bis
bei Ihnen wieder alles okay
Ja. So, was sehen Sie in
dieser Zeichnung zwischen
Die Stadt des Todes, dachte Fred, whrend er die
Zeichnung studierte. Genau da
s sehe ich: Tod in allen
Formen und nicht nur in de
r einen, korrekten. Tod ber-
all. Angeheuerte Killer auf
kleinen Wgelchen, neunzig
Sagen Sie mal, sagte Fred, hat Sie nicht doch die
ub auf mich aufmerksam
Die beiden medizinischen Assistenten wechselten ei-
Nein, sagte schlielich der, der neben dem Tisch
stand. Es war ein kurzer
Dialog zwischen Ihnen und
Hank. Eigentlich nur eine
Bldelei. Ungefhr vor zwei
Wochen Wie Sie sicher
wissen, gibt es eine techni
sch bedingte Verzgerung bei
der Sichtung dieses ganzen
Mlls, dieser ganzen Roh-
informationen, die bei uns
zusammenlaufen. Die zustn-
digen Sachbearbeiter sind noch
gar nicht bis zu Ihrer An-
sprache gekommen. Das wird
wohl auch noch ein paar
Tage dauern.
Worum gings denn bei dem Rumgealber?
Um ein gestohlenes Fahrrad, sagte der andere Assi-
stent. Ein Sieben-G
ang-Fahrrad, wie Sie es nannten. Sie
haben versucht, herauszufinde
n, wo wohl die fehlenden
drei Gnge geblieben sein mochten, richtig? Wieder
schauten sie einander an, die
beiden medizinischen Assi-
stenten. Sie uerten die
Vermutung, da die Gnge auf
dem Boden der Garage liegenge
blieben sein knnten, aus
der das Rad gestohlen worden war.
Zum Teufel noch mal, pr
otestierte Fred. Das war
doch alles Charles Frecks Fehler, nicht meiner; er hat alle
Weltmeister. Ich fand die
BARRIS:
(Steht mit einem groen, tollen, chromgln-
zenden Fahrrad mitten im Wo
hnzimmer und strahlt ber
das ganze Gesicht)
Schaut mal, was ich fr nur zwanzig
Dollar gekriegt hab!
BARRIS: Ein Fahrrad, ein
Zehn-Gang-Fahrrad, prak-
tisch funkelnagelneu. Ich hab
s bei unseren Nachbarn im
Hof stehen sehen und mich
danach erkundigt, und weil
die gleich vier von der Sorte hatten, haben sies mir fr
nd verkauft. Farbige. Sie
habens sogar fr mich ber den Zaun gehievt.
LUCKMAN: Wute gar nicht, da man ein fast fa-
brikneues Zehn-Gang-Fahrrad fr zwanzig Dollars krie-
DONNA: Ich finde, es hnelt unheimlich dem, das der
Puppe, die bei mir gegenbe
r wohnt, vor ungefhr einem
Monat geklaut worden ist.
Vielleicht haben diese
schwarzen Typen es geklaut.
ARCTOR: Na klar doch. We
nn sie vier davon hatten
DONNA: Wenn es wirklic
h der Kleinen mir gegen-
ber gehrt, solltest dus ihr
zurckgeben. Auf jeden Fall
solltest dus ihr mal zeigen, damit sie sehen kann, obs
BARRIS: Das ist ein Herrenf
ahrrad. Also kanns gar
FRECK: Warum behauptest du
eigentlich, es sei ein
h nur sieben Gnge hat?
(erstaunt)
(Geht hinber zum Rad und zeigt ihm, was er
Schau mal, fnf Zahnrder
hier und zwei Zahnr-
der hier am anderen Ende
Wenn der optische Chiasmus einer Katze oder eines
Auge aufgenommenen visue
llen Daten nur noch in die
rechte Hemisphre; analog d
azu informiert das linke
Auge nur noch die linke He
misphre. Wenn ein Tier
nach dieser Operation darauf
trainiert wird, unter aus-
schlielicher Benutzung jeweils nur eines Auges zwi-
schen zwei Symbolen zu unt
erscheiden, so zeigen sp-
tere Tests, da es diese Symbole auch mit dem ande-
ren Auge korrekt untersche
iden kann. Wenn jedoch
vor dem Training die Nerven
verbindungsstrnge be-
sonders der Corpus Callosum durchtrennt worden
sind, so mssen das ursprnglich abgedeckte Auge
und seine ipsilaterale Hemi
sphre ganz neu trainiert
werden. Die antrainierte Fhigkeit bertrgt sich, um
es noch einmal anders ausz
udrcken, also nicht von
einer Hemisphre auf die andere, wenn die Nerven-
verbindungsstrnge durchtre
nnt worden sind. Das ist
der grundlegende Spaltungs
versuch von Myers und
Sperry (1953; Sperry, 1961; Myers, 1965; Sperry,
macht zusammen sieben. Also ist das nur ein Sieben-
LUCKMAN: Yeah, aber selbst ein Sieben-Gang-
Rennrad ist seine zwanzig Do
llars wert. Er hat immer
noch einen guten Kauf gemacht.
(verrgert)
Diese Farbigen haben mir aber
(Alle drngen sich um das Rad, um es genauer in Au-
genschein zu nehmen. Sie zhl
en wieder und wieder die
(logisch)
Aber es mten zehn sein. Es gibt
keine Sieben- oder Acht-Gang-Rder. Jedenfalls nicht,
da ich wte. Habt ihr ne Idee, was mit den fehlenden
Gngen passiert sein knnte?
BERRIS: Diese Farbigen mssen daran herumgeba-
stelt haben. Bestimmt habe
n sies mit vllig ungeeigne-
ten Werkzeugen auseinandergenommen, ohne auch nur
einen blassen Schimmer von Fa
hrradmechanik zu haben,
und als sie es dann wieder
zusammengebaut haben, ha-
ben sie drei Gnge auf dem B
oden der Garage vergessen.
Vielleicht liegen sie da noch rum.
LUCKMAN: Dann sollten wir
rbergehen und sie um
BARRIS:
(wtend)
Wahrscheinlich werden sie un
extra zu verkaufen, statt sie umsonst rauszugeben, wie es
eigentlich ihre Pflicht wre.
sonst noch alles kaputtgemacht haben.
(Inspiziert das
LUCKMAN: Wenn wir alle zusammen hingehen, rk-
ken sie die Gnge bestimmt ra
us; darauf kannst du Gift
nehmen, Mann. Wir gehen alle, richtig?
(Blickt sich bei-
DONNA: Seid ihr sicher, da das Rad nur sieben
Gnge hat?
jemanden fragen, bevor ihr r
bergeht. Irgendwie, find
ich, sieht es nicht so aus,
nommen oder sonst was in der Richtung. Bevor ihr da
rbergeht und denen Feuer un
ter dem Arsch macht, mt
ihr das doch erst mal rausfinden. Kapiert ihr das?
LUCKMAN: Aber wen knnten wir fragen? Kennt ei-
ner von euch jemanden, de
r Ahnung von Rennrdern
FRECK: Fragen wir doch einfach den ersten, den wir
treffen. Wir schieben es vor
die Tr, und wenn dann ir-
gend so ein Freak daherkommt, fragen wir ihn. Auf diese
ns ein neutrales Urteil.
(Gemeinsam schieben sie
das Rad nach drauen und
treffen auch sofort einen jungen Schwarzen, der gerade
aus seinem Wagen steigt. Si
e deuten auf die sieben
acht? Gnge und
ragen ihn, wie vi
ele Gnge das Rad
denn nun habe, obwohl si
e doch ganz deutlich sehen
knnen auer Charles Freck
natrlich , da es nur
zwei am anderen. Fnf und
Das knnen sie mit eigenen Augen feststellen. Wo liegt
JUNGER FARBIGER: Sie mssen die Zahl der Zahn-
rder vorne mit der Zahl de
r Zahnrder hinten malneh-
men, um die Zahl der Gnge
zu erhalten. Nicht addieren,
sondern multiplizieren. Verste
nmlich bei jedem Schaltvor
gang von einem Zahnrad
zum nchsten weiter, so da je
zung entsteht. Zunchst koppe
Zahnrder hinten (er
mit einem der beiden vorne
(er zeigt auch
darauf),
was einmal fnf und da
mit fnf verschiedene
dann diesen Hebel hier an
der Lenkstange zi
eses mit jedem der fnf
Zahnrder hinten, was weitere
fnf plus fnf und damit
Die Zahl der Gnge wird n
dem man
(Sie bedanken sich bei ihm und rollen schweigend das
Rad ins Haus zurck. Der ju
nge Schwarze, den sie noch
nie vorher gesehen haben un
d der kaum lter als sieb-
zehn sein kann und einen un
glaublich alten, vermackel-
ten Wagen so eine Art Lieferwagen fhrt, schliet
Haustr hinter sich zu und
stehen da wie begossene Pu-
LUCKMAN: Hat irgendwer
von euch Dope dabei?
Where theres dope theres hope.
(Keiner
Alle Befunde deuten darauf
hin, da eine Trennung
der Hemisphren zwei vo
neinander unabhngige Be-
wutseinssphren innerhalb desselben Kraniums er-
schafft, will heien: innerhalb eines einzigen Orga-
nismus. Diese Schlufolgerung mag manche Leute
nmlich jene, die das Bewut
sein als eine unteilbare
beunruhigen. Andere Kritik
er mgen sie als voreilig
abtun, weil sie darauf beha
rren, da sich die bisher
rechten Hemisphre auf
einer quasi automatenhaften Ebene bewegen. Unzwei-
felhaft ist, da sich bei a
llen bisher untersuchten Fl-
len eine deutliche Unglei
zeigen lassen, aber es ist durchaus mglich, da dies
nur ein Charakteristikum ge
rade jener Individuen ist,
die wir studiert haben. Wenn das Gehirn eines sehr
jungen Menschen auf die
oben beschriebene Weise
auch noch Hoffnung.
da in der Folge beide He
misphren dieses Gehirns
tionen einer hheren Ordnung entwickeln wrden
und das auf einem Level, da
s sonst bei normalen Indi-
viduen nur in der linken He
Wir wissen, da Sie eine der Personen in dieser
Gruppe waren, sagte der me
dizinische Assistent, der
ihm am Tisch gegenbersa. Es ist brigens ganz egal,
welche. Keiner von Ihnen war
in der Lage, das Rad anzu-
schauen und die simple math
zunehmen, die erforderlich ist, um aus diesem sehr klei-
Gnge abzuleiten. Aus der
Stimme des Assistenten
konnte Fred ein gewisses Mitgefhl heraushren, einen
Versuch, freundlich zu sein. Problemstellungen wie die-
se finden sich in jedem Eignungstest fr weiterfhrende
Schulen. Waren Sie alle high?
Nein, sagte Fred.
Eignungstests dieses Schwierigkeitsgrads werden
selbst Kindern vorgelegt, sa
gte der andere medizinische
Also woran lags, Fred?
Wei ich auch nicht mehr,
sagte Fred. Er schwieg
einen Moment lang. Und dann
sagte er: Fr mich klingt
das alles so, als sei im kogn
itiven Bereich was schiefge-
gangen, nicht im perzeptiven
Vorgang nicht das abstrakte Denken eine entscheidende
Das knnte man zunchst meinen, sagte der sitzen-
de Assistent. Aber Tests ha
ben gezeigt, da das kogniti-
ve System versagt, weil es
keine akkuraten Daten erhlt.
ist auf eine solche Weise
verzerrt, da man, wenn man
ihn verarbeiten will, ihn
delte hilflos mit den Hnden
in der Luft herum, weil es
ihm sichtlich schwerfiel, einen Weg zu finden, die Zu-
sammenhnge in einfachen
Aber ein Zehn-Gang-Rad
sieben Zahnrder,
sagte Fred. Was wir gesehe
n haben, war korrekt. Zwei
vorne, fnf hinten.
Aber die Zahnrder an sich
sind eben nicht mit den
Gngen identisch. Sie haben nicht wahrgenommen kei-
ner von Ihnen hat das , wie
die sieben Zahnrder durch
mit zehn verschiedene ber
Gnge entstehen. Nmlich die fnf hinten mit
beiden vorne, ganz so, wie
der Schwarze Ihnen das ja
Wahrscheinlich nicht, sagte Fred.
hende Assistent, unterschied
sich grundlegend von dem,
Er sah nmlich zwei geso
nderte Verbindungslinien
zwischen dem rck
wrtigen und dem vorderen Zahnrad-
system, das heit, er konnte
simultan zwei voneinander
verschiedene Verbindungs
linien wahrnehmen, die von
den beiden vorderen Zahnrde
rn der Reihe nach zu je-
dem der fnf hinteren verlie
fen. Sie hingegen haben nur
Verbindung zu allen rckw
rtigen Zahnrdern gese-
hen.
Aber das wrde dann sechs Gnge machen, sagte
Fred. Zwei Zahnrder vorne, aber eine Verbindung.
Was wiederum ein Fall von inakkurater Wahrneh-
mung ist. Keiner hat dem
schwarzen Jungen das beige-
bracht; wenn man ihm in der Schule berhaupt was bei-
gebracht hat, dann hchstens
, durch Nachdenken also
durch eine Aktivitt auf de
r kognitiven Ebene heraus-
zufinden, was es mit diesen
beiden Verbindungslinien
auf sich haben knnte. Sie
hingegen haben eine davon
einfach vollstndig bersehen. Sie alle! Obwohl Sie vor-
ne zwei Zahnrder gezhlt haben, haben Sie sie auf der
Beim nchsten Mal werd ichs besser machen, sag-
Bei welchem nchsten Mal? Wenn Sie wieder ein
geklautes Zehn-Gang-Rad kaufen? Oder wenn Sie den
ganzen perzeptiven Input, der
tglich so anfllt, in Ihrem
Gehirn verarbeiten?
Fred schwieg.
Lassen Sie uns mit dem Test
fortfahren, sagte der
sitzende Assistent. Was sehen Sie in diesem Bild hier,
Plastik-Hundescheie, sagte Fred. Wie die, die hier
im Raum Los Angeles verkauft
hen? Das alles kam ihm wie
eine Neuauflage der An-
sprache vor dem Lions-Club vor.
Aber zu seiner berraschung lachten die beiden Assi-
Wissen Sie, Fred, sagte
Sie nehmens wenigstens noch mit Humor, und wenn
Sie den auch in Zukunft be
halten, dann werden Sies
Machen?
wiederholte Fred wie ein Echo. Was ma-
chen? Meinen Weg machen
? Eine Puppe anmachen?
Meine Fehler wiedergutmachen? Mir in die Hose ma-
chen? Geld machen? Boden gu
tmachen? Noch mehr von
diesem Schei hier durchmach
en? Definieren Sie die Be-
deutungsebene des von Ihnen
lateinische Wort fr machen ist
was mich im-
mer an
erinnert, und das ist lateinisch fr fik-
ken, und das wiederum bringt
mich darauf, da in der
Hinsicht
Das Gehirn der hheren Tiere und somit auch das
menschliche Gehirn ist ein
Doppelorgan, das sich aus
einer rechten und einer li
nken Hemisphre zusammen-
man Corpus Callosum nennt, miteinander verbunden
sind. Vor rund fnfzehn Ja
hren machten Ronald E.
Myers und R.W. Sperry, die
seinerzeit an der Univer-
deckung: Wenn diese Verb
indung zwischen den bei-
den Hlften des Cerebrums durchtrennt wird, so funk-
tionieren beide Hemisphren unabhngig voneinander,
als sei jede davon ein vollstndiges Gehirn.
drauf, Plastikscheie oder ri
oder was fr
Shit auch immer. Wenn ihr Jungs so ne Art Psychologen
seid und ihr euch laufend me
ine endlosen Rapporte bei
Hank angehrt habt, dann sa
gt mir doch mal eins: Wie
deichsle ich die Sache mit Do
nna? Wie komme ich an sie
ran? Ich meine, wie macht man das? Bei so einer sen,
einen Puppe wie der?
Jedes Mdchen ist anders,
sagte der sitzende Assi-
Ich meine, auf anstndige
auf die Tour, sie mit Pillen und Fusel vollzupumpen und
ihr dann einen reinzuschieben, whrend sie auf dem Fu-
boden vom Wohnzimmer liegt.
Kaufen Sie ihr Blumen, sagte der stehende Assi-
Wie bitte? sagte Fred, un
des Jedermann-Anzugs gefilte
Zu dieser Jahreszeit knnen
Sie berall kleine Frh-
lingsblumen kriegen. In
den Blumenabteilungen von
Blumen, murmelte Fred. Meinen Sie Plastikblu-
men? Richtige Blumen, vermute ich.
Die aus Plastik bringens nicht, sagte der sitzende
Assistent. Die sehen aus, als wren sie na, nachge-
Darf ich jetzt gehen? fragte Fred.
Die beiden Assistenten wechselten einen Blick und
nickten dann. Wir werden
Sie zu einem spteren Zeit-
punkt weiter durchtesten, Fred, sagte der, der neben
dem Tisch stand. Es eilt nicht so. Hank wird Sie von
sprung er nicht ergrnden ko
nnte, htte Fred ihnen am
liebsten die Hand geschttelt, bevor er hinausging, aber
dann tat er das doch nicht;
er ging nur einfach wortlos
hinaus, ein bichen down un
d ein bichen verwirrt, was
mglicherweise an der Art lag, wie es ihn so pltzlich
erwischt hatte. Sie haben das ganze Material ber mich
wieder und wieder durchgesehen, dachte er, und ver-
sucht, Anzeichen dafr zu fi
nden, da mein Gehirn aus-
gebrannt ist, und sie haben welche gefunden. Jedenfalls
genug, um mich diese Tests machen zu lassen.
Frhlingsblumen, dachte er, als er den Aufzug erreich-
te. Kleine Frhlingsblumen; vi
elleicht wachsen sie dicht
am Boden, und eine Menge
Leute trampeln darauf her-
um. Wachsen sie wild? Oder
in besonderen kommerziell
zunten Farmen? Ich mchte
zu gerne wissen, wie es
wohl drauen auf dem Land ist.
Die Felder und das alles,
die seltsamen, ungewohnten Ge
rche. Und, so fragte er
und was mu man machen, um
hinzukommen und dort-
zubleiben? Was fr eine Art vo
n Trip ist das, und was fr
eine Art von Fahrkarte braucht man dazu? Und von wem
Und, dachte er weiter, ich wrde gerne jemanden mit-
nehmen, wenn ich dorthin gehe
wenn man nicht einmal wei
, wie man an sie rankommen
soll? Wenn man schon seit Ewigkeiten ein Auge auf sie
geworfen hat und trotzdem im
mer noch nichts erreicht
hat nicht mal Stufe eins. Wir sollten uns beeilen, dachte
er, weil bald alle Frhlingsbl
umen tot sein werden. Tot
Auf dem Weg zu Bob Arctors Haus, wo man normaler-
weise immer einen Haufen Fr
eaks traf, mit denen zu-
sammen man sich antrnen
und einen guten Tag machen
konnte, bastelte Charles Freck
an einem Gag herum, mit
dem er den ollen Barris rein
legen wollte, um ihm die Ver-
arscherei mit der Galle neulic
h in Fiddlers Kaffeestube
Nummer Drei heimzuzahlen.
Whrend er gekonnt den
Radarfallen der Bullen auswic
h, von denen es in der
Stadt nur so wimmelte (neuerdi
ngs tarnte die Polizei die
Radarwagen, mit denen sie den armen Autofahrern auf
die Pelle rckten, als alte, verkommene, in einem stump-
fen Braun gespritzte VW-Busse, die von brtigen Freaks
gesteuert wurden; wenn er einen solchen VW-Bus sah,
verlangsamte er die Geschwindigkeit), spulte er in sei-
nem Kopf eine Phantasienumme
r ab eine Vorschau auf
die groe Verarschung, die er gleich starten wrde:
(beilufig)
drin-Kolben gekauft.
BARRIS: (
einem ganz gemeinen Gesichtsaus-
druck)
wie Speed; es ist eine kristalline Substanz, die synthe-
tisch in einem Labor herges
tellt wird. Demnach ist es
cht. Bist du dir sicher, da
kolben angedreht haben?
(elegant die Pointe anbringend)
ich hab vierzigtausend Do
llar von einem alten Onkel
geerbt und bin damit zu so
einem Macker gegangen, der
der hat da so eine Art ch
emisches Labor. Und von dem
hab ich einen Kolben und
die ganzen anderen Gerte
gekauft, die man sonst noch dazu braucht. Kolben im
formulieren, denn schlielich mute er sich beim Fahren
ja auch auf die Wagen um i
hn herum und auf die Ampeln
konzentrieren; aber er war sich sicher, da er es schaffen
wrde, Barris supergut eins
nn er erst
einmal zu Bobs Haus kam. Un
d je mehr Leute da waren,
desto begieriger wrde Barris nach dem Kder schnap-
pen, den er ihm hinzuwerfe
n gedachte. Und hinterher
wrde Barris in aller Augen
loch dastehen. Auf diese We
ise wrde er ihm die Verar-
schung von neulich doppelt
und dreifach heimzahlen,
weil Barris es noch mehr als a
lle anderen nicht ertragen
konnte, wenn man auf seine Kosten einen Gag machte.
Als er vorbeifuhr, sah er, da Barris drauen war und
offen, und Arctor und Barris beugten sich gemeinsam
ber den Motor. Neben ihnen
lag ein Stapel Werkzeuge.
whrend er die Tr zu-
knallte und beilufig zu den be
iden hinbers
chlenderte.
Barris, fuhr er dann ganz co
ol und direkt fort und legte
Barris die Hand auf die Schu
lter, um seine Aufmerksam-
Spter, knurrte Barris. Er
trug seinen Mechaniker-
ber und ber mit Motorl un
d anderem Schmier bedeckt
Freck sagte: Ich hab
Kolben gekauft.
Ungeduldig und mit finsterem Blick sagte Barris:
Wie gro?
Was meinst du damit
Ich mchte wissen, wie gro der Kolben ist.
Nun h , sagte Freck, whrend er fieberhaft
Wieviel hast du dafr bezah
lt? erkundigte sich Arc-
tor, der von der ganzen Wage
nrepariererei nicht weniger
Die beiden hatten den Ver-
uche und alle mglichen
anderen Teile abmontiert.
Freck sagte: Ungefhr zehn Eier.
Jim htte ihn dir billiger
besorgen knnen, sagte
Arctor und machte sich wied
er an die Arbeit. Nicht
praktisch nachgeschmissen, sagte Barris.
Aber es ist nicht nur ein
Kolben, sondern eine ganze
Garage voller Gerte! pr
sche Fabrik! Die spuckt pro
Tag eine Million Tabs aus
Und das alles zusammen hat nur zehn Dollar geko-
Wo steht denn diese sage
Nicht hier in der Nhe,
sagte Freck unbehaglich.
Ach, Scheie, Jungs.
inne er legte beim Arbei-
ten oft Pausen ein, egal, ob jemand sich mit ihm unter-
hielt oder nicht und sagte:
Weit du, Freck, wenn du
Donald Duck zu reden.
Dann kann dich keiner mehr
Arctor sagte: Was hast du
gerade gesagt, Barris? Ich
kann dich nicht mehr verstehen.
Barris verstellte seine Stimme und lie sie wie die Do-
nald Ducks klingen, wobei
sein Gesicht vor Vergngen
zu tanzen schien. Freck und
Arctor grinsten und genos-
sen die Nummer. Barris konnte
schier kein Ende finden,
ut quakend auf den Vergaser.
Was ist mit dem Vergaser?
erkundigte sich Arctor,
Mit normaler Stimme, aber
immer noch breit grinsend,
sagte Barris: Der Choke ist verbogen. Eigentlich mte
ein ganz neuer Vergaser rein. Andernfalls knnte es dir
passieren, da der Choke pltzlich die Benzinzufuhr
dichtmacht, whrend du de
dann stehst du pltzlich dumm da, weil dir der Motor
abgesoffen ist und dir irgend
so n Arschloch hinten
draufknallt. Und wenn da nich
t bald was dran gemacht
wird, luft auerdem mglicherweise noch reines Benzin
an den Zylinderwnden runter
und wscht den Schmier-
film weg, so da die Zylin
der angegriffen werden und
Dauerschden entstehen. Un
d dann wirst du sie neu aus-
bohren lassen mssen.
Wieso ist der Choke verbogen? fragte Arctor.
Achselzuckend machte sich
Barris wieder daran, den
Er berlie es Arctor und Charles Freck, die keine
Ahnung von Motoren hatten
und von komplizierten
Reparaturen wie dieser hier erst
recht nicht , selbst eine
In diesem Augenblick kam Luckman aus dem Haus.
Er trug ein irre scharfes He
schnittene Le-
vis und eine Sonnenbrille und
hatte ein Buch unter dem
Arm. Ich hab gerade ange
prfen sie nach, wie tief dich
ein neuer Vergaser in die
Miesen bringen wird. Sie wo
llen gleich zurckrufen,
darum hab ich die Vordertr offengelassen.
Barris sagte: Du knntest
doch gleich einen Vergaser
mit doppelter Leistungsstrke
einbauen lassen, wenn du
schon einmal dabei bist. Na
trlich mte dann zugleich
auch ein neuer Verteiler rein
. Wir knnten bestimmt ir-
Der Motor wrde im Leerla
uf auf viel zu hohe Tou-
ren kommen, sagte Luckman,
wenn man einen Roche-
ster-Vergaser oder was anderes in der Art nimmt daran
hattest du doch gedacht, oder?
Und er wrde nicht richtig
schalten. Er wrde nicht hochschalten.
zen, sagte Barris, das wrd
das ausgleichen. Und er
knnte die UpM auf einem
damit er den Motor nicht berdreht. Er wrde am Dreh-
zahlmesser ablesen knnen, wenn der Wagen nicht hoch-
man den Fu vom Gaspedal nimmt. Ich wei sogar, wo-
her wir einen Drehzahlmesser kriegen knnten. Ich hab
nmlich einen.
Yeah, sagte Luckman, das
mag ja noch hinhauen.
Aber wenn er in einer gef
Freeway volle Pulle auf das Ga
spedal tritt, um per Kick-
down in den berholgang zu
wechseln, dann wrde der
Motor doch runterschalten und so stark berdrehen, da
es die Dichtungskpfe auseinanderreit. Und es knnte
noch was Schlimmeres passier
en was viel Schlimme-
Barris sagte geduldig: Er wrde die Nadel des Dreh-
zahlmessers springen sehen un
d sofort den Fu wegneh-
men.
Beim berholen? sagte Luckman. Wenn er gerade
auf halber Hhe von so m
dicken Schei-Sattelschlepper
ist? Scheie, Mann, er w
mssen, hohe Umdrehung oder
nicht; er wrde den Mo-
tor hochjagen mssen, um ge
nug Power zu haben. Wenn
er nmlich langsamer wrde, wrde er nie an dem Kasten
vorbeikommen, den er da gera
de zu berholen versucht.
Schwung, sagte Barris.
Bei einem so schweren
Wagen wie dem hier wrde
ihn der Schwung vorbeitra-
gen, selbst wenn er den Fu vom Gas nhme.
Und was ist, wenns bergau
f geht sagte Luckman.
Dein Schwung trgt dich
sehr weit bergauf, wenn du
berholst.
Barris wandte sich an Arctor. Dieser Wagen Er
bckte sich, um nachzusehen, um was fr eine Marke es
sich handelte. Dieser Seine Lippen bewegten sich.
Olds. Wieviel
Er wiegt ungefhr tausend Pfund, sagte Arctor.
Dann hast du recht, gab
Barris zu. Bei einem so
gro sein. Oder vielleicht doch? Er whlte in seinen
konnte. Wenn sich tausend Pfund mit hundertdreiig
Stundenkilometern bewegen, er
Tausend Pfund, warf Arctor ein, mit Insassen, ei-
nem vollen Benzintank und ei
ner groen Kiste Ziegel-
steine im Kofferraum.
Wie viele Insassen? fragt
e Luckman. Sein Gesicht
war so unbewegt wie das einer Sphinx.
itz, sagte Luckman, und
Nein, sagte Arctor, elf auf dem Rcksitz. Der Fah-
rer sitzt allein vorn. Verstehs
ein greres Gewicht auf den
Hinterrdern. Das ergibt
eine bessere Bodenhaftung. Da
nn bricht er hinten nicht
Barris schaute beunruhigt auf. Der Wagen bricht hin-
Auer, wenn du elf Leute hast, die auf dem Rcksitz
Dann wre es besser, den Kofferraum mit Sandsk-
ken zu beladen, sagte Barris. Drei Sandscke zu je
zweihundert Pfund. Dann k
nntest du die Beifahrer
gleichmiger verteilen, un
d sie htten es ein bichen
Wie wars, wenn wir eine Kiste mit sechshundert
Pfund Gold in den Kofferraum
packen wrden? fragte
Luckman ihn. Ich meine, sta
tt drei Scken mit je zwei-
Kannst du nicht mal endlich die Klappe halten? sag-
te Barris. Ich versuche
nmlich gerade, die Trgheit
dieses Wagens bei hundertdr
berechnen.
Der bringt sowieso keine hundertdreiig mehr, sagte
Arctor. Einer der Zylinder ist kaputt. Ich wollte es dir
eigentlich schon vorhin sagen.
Ich mu da wohl gestern
vom 7-11 was zu Klum-
patsch gefahren haben.
Aber warum, zum Teufel, montieren wir dann eigent-
lich den Vergaser ab? wollte
Barris wissen. Wenn wir
das wieder in Ordnung bringen wollen, mssen wir das
ganze Kopfteil des Motors ab
montieren. Eigentlich sogar
noch mehr. Sag mal, ist vielle
icht sogar der Motorblock
Springt dein Wagen nicht
Er springt nicht an, sagte Luckman, weil wir den
Vergaser abmontiert haben.
Verwirrt sagte Barris: Warum haben wir den Verga-
ser abmontiert? Ich habs vergessen.
Um die ganzen Federn und wa
s es da sonst so an un-
wichtigen Teilchen gibt zu
erneuern, sagte Arctor.
Damit er nicht wieder ber
den Jordan geht und wir
beinahe mit ihm. Der M
echaniker von der Union-
Tankstelle hat uns das geraten.
Wenn ihr Bastarde nicht so dumm rumlabern wrdet
wie eine Bande von Speed-Freaks, sagte Barris, knnte
en abschlieen und euch
sagen, wieviel dieser Wage
n hier mit einem Rochester-
Vergaser bringen wrde, natrlich unter Bercksichti-
gung seines Gewichts und
der notwendigen Modifikatio-
Luckman schlug das Buch au
f, das er die ganze Zeit
auf, da es aussah, als sei er viel grer als gewhnlich.
Sein mchtiger Brustkorb schwoll an. Sein Bizeps eben-
fall. Hre, Barris, ich werd
e dir nun aus dieser Schrift
lesen. Er fing an, ungewhnlich flssig eine Textstelle
aus dem Buch vorzulesen. Der, der die Gabe hat, Chri-
stus als
zu erkennen als jede andere Wirklich-
Luckman las unbeirrt weiter. als jede andere
Wirklichkeit auf der Welt Christus, der berall gegen-
wrtig ist und allerorten i
finale Bestimmung und das plasmatische Prinzip des Uni-
versum
Chardin, Teilhard de Chardin.
Mein Gott, Luckman, sagte Arctor.
jener Mensch lebt wahrlich in einem Kosmos, wo
die mannigfaltigen Phantome
gen knnen und die doch zugleich die aktivste Werkstatt
der universellen Erfllung is
t. Luckman klappte das
Charles Freck, der dank seiner raschen Auffassungs-
gabe sofort begriff, da es je
tzt gleich Zoff geben wrde,
schob sich zwischen Barris
und Luckman. Macht doch
mal halblang, Jungs.
Aus dem Weg, Freck, sa
gt Luckman und holte weit
mit dem rechten Arm aus, um Barris mit einem von un-
ten hochgezogenen Schwinger kr
ftig eins zu verpassen.
Na, komm schon, Barris.
Ich habs nicht gern, wenn
jemand mich in so m Ton
anmacht. Dafr kriegst du
Mit einem flehentlichen, a
Barris Filzstift und Notizblock fallen und strzte Hals
ber Kopf in Richtung der offenstehenden Haustr da-
von. Whrend er wegrannte,
rief er ber die Schulter zu-
rck: Ich glaub, das Telefo
n hat gerade geklingelt. Be-
stimmt die Werkstatt wegen des Vergasers.
dmpfer holt? sagte Freck, dessen Nerven zum Zerrei-
en gespannt waren. Schrittc
henweise bewegte er sich
auf seinen Wagen zu, um si
ch blitzschnell dahinter in
Deckung werfen zu knnen,
falls Barris zurckkam und
Machen wir weiter, sagte
Arctor zu Luckman. Die
beiden wandten sich wieder
zu, whrend Freck sich n
gstlich bei seinem eigenen
Wagen herumdrckte und sich
fragte, warum er blo auf
die Idee gekommen war, heute hier reinzuschauen. Von
der lockeren Atmosphre, die sonst hier herrschte, war
nichts, aber auch rein gar
nichts zu spren. Schon von
Anfang an hatte er die h
lichen Untertne beim Herum-
albern bemerkt. Was, zum Te
ufel, ist eigentlich nicht in
Ordnung? fragte er sich und stieg in dsterer Stimmung
wieder in seinen Wagen, um den Motor anzulassen.
Wird sich hier auch alle
fragte er sich, so wie in Je
rry Fabins Haus whrend der
ganz locker zu, dachte er. A
lle machten sich einen Lenz
und trnten sich an, whrend sie auf Acid-Rock, beson-
ders auf den Stones, abfuhr
en. Donna sa da, in Leder-
jckchen und Stie
feln, und fllte Kapseln; Luckman
drehte Joints und erzhlte
dabei von dem Seminar ber
Doperauchen und Jointdrehen, das er an der UCLA
ab-
m absolut perfekten Joint,
den er eines Tages pltzlic
h drehen wrde und den man
den anderen Reliquien, die fr das amerikanische Natio-
nalbewutsein von so groer
Wichtigkeit waren, unter
Glas in einer mit Helium
gefllten Vitrine in der
rde. Wenn ich zurck-
blicke, dachte Freck, sogar nur
bis zu dem Tag, als Jim
Barris und ich neulich bei Fi
ddlers saen sogar da

Anm. d. bers.: Die Universit
war noch alles besser. Jerry war der Anfang, dachte er;
hat, auch hier los. Wie kn
nen Tage und Ereignisse und
Augenblicke, die so gut waren, blo so schnell hlich
werden, und das ohne jeden
Grund, ohne jeden wirkli-
chen Grund? Einfach nur
ein Wandel. Und da ist
Ich verzieh mich, sagte
er zu Luckma
die zu ihm hinberschauten, al
s er den Motor im Leerlauf
He, Mensch, bleib doch
noch was, sagte Luckman
mit einem wannen Lcheln. W
ir brauchen di
ch. Du bist
unser Bruder.
Ach Schei, ich hab keine Lust mehr.
Barris erschien vorsichtig in
der Haustr. Er hielt ei-
nen Hammer in der Hand. Fal
sch verbunden, rief er,
als er zgernd nher kam, w
obei er immer wieder inne-
hielt und umhersphte wie die Monsterkrabbe in einem
Wofr brauchst du den Hammer? fragte Luckman.
Ich dachte, ich bring ihn einfach mal mit, erklrte
Barris, whrend er zaghaft wi
eder zu dem Olds hinber-
ging, weil ich gerade im Ha
us war und ihn da rumliegen
Niemand ist so gefhrlich wie der, sagte Arctor,
der sich vor seinem eigenen
er zerbrach sich den Kopf
darber, was Arctor damit
wohl meinte. Vielleicht war das auf ihn, Charles Freck,
gemnzt gewesen? Er fhlte
sich beschmt. Aber Schei-
e noch mal, dachte er, wa
rum weiter hier rumhngen,
wenns einen so abtrnt? Da
s bringt doch sowieso nichts.
Nur immer schn auf Abstand bleiben, wenn irgendwo
Trouble im Anmarsch ist, befahl er sich selbst; das war
sein Leitspruch im Leben. Un
ohne noch einmal zurckzusc
hauen. Sollen sie sich doch
gegenseitig in die Pf
anne hauen, dachte
er. Was hab ich
denn berhaupt mit denen am Hut? Aber er fhlte sich
mies, echt mies, weil er einfach
so wegfuhr und sie allein
sich, warum es blo dazu
gekommen war und wie das
alles noch enden wrde. Ab
er dann kam ihm der Gedan-
ke, da die Dinge spter vielleicht wieder anders laufen
wrden, da es auch wieder
bergauf gehen konnte, und
das hob seine Stimmung, ja, es
veranlate ihn sogar dazu,
in seinem Kopf eine kurze
Phantasienummer abzuspulen,
whrend er so dahinkreuzte
, sorgsam darauf bedacht,
keinem der unsichtbaren Poliz
eiwagen in die Quere zu
kommen.
DA SASSEN SIE ALLE WIEDER BEISAMMEN WIE
Sogar die Leute, die entweder
tot oder ausgebrannt wa-
Art klarem, weiem Licht, das kein Tageslicht war, son-
gleichmig von allen Seiten umgab.
Und Donna und die anderen
Puppen sahen so scharf
aus sie hatten rckenfreie T-shirts und Hot Pants an
oder auch halb durchscheine
nde Blusen aus indischer
Baumwolle, natrlich ohne BH
. Er konnte Musik hren,
ohne allerdings in der Lage
zu sein, zu sagen, was fr
eine Nummer es war und von
welcher LP sie stammte.
Vielleicht Hendrix! dachte er. Yeah, eine alte Hendrix-
ihnen allen zugleich: von
Jim Croce und von J. J. aber
in erster Linie von Hendrix.
Bevor ich sterbe, murmelte
Hendrix gerade, lat mich
mein Leben so leben, wie ich
es mchte, und an dieser
Stelle ri der Film in seinem Kopf, weil er vergessen hat-
te, da Hendrix tot war und
wie Hendrix und auch Janis
gestorben waren, von Croce ga
r nicht zu reden. Hendrix
und J. J. krepiert an einer
berdosis Smack, alle beide,
zwei so dufte und coole Typen wie sie, zwei Menschen,
die mit ungeheurer Intensitt lebten, und er erinnerte
sich, einmal gehrt zu haben, da Janis Manager ihr nur
dann und wann mal ein paar
hundert Eier ausgezahlt hat-
te; den Rest praktisch alle
s, was sie verdiente wollte
er ihr wegen ihrer Heroinsu
cht nicht geben. Und dann
hrte Freck in seinem Kopf
Janis Song All Is Loneli-
ness, und er begann zu wein
en. Und in diesem Zustand
Als Robert Arctor zusammen mit seinen Freunden im
Wohnzimmer sa und zu einer
Entscheidung darber zu
gelangen versuchte, ob er
nun den Vergaser berholen
lassen oder sich nicht doch vi
elleicht einen neuen Verga-
ser oder sogar einen modifizier
ten Vergaser plus einem
llte, sprte er die schwei-
Kameras, ihre elektronisch
e Allgegenwart. Es war ein
beruhigendes Gefhl.
Du machst so n gutgela
unten Eindruck, sagte
Luckman. Wenn ich
hundert Eier rausschieben mte,
Ich hab gerade beschlosse
n, so lange rumzuziehen,
bis ich auf einen Olds wie meinen stoe, erklrte Arc-
tor. Und dann montiere ich denen ihren Vergaser raus
und bezahle gar nichts. So m
achens doch alle, die wir
kennen.
rris beipflichtend. Es
wre mir lieber gewesen, wenn sie nicht ins Haus ge-
ulich weg waren. Donna
stiehlt alles, was sie wegtragen kann, und wenn sies
nicht alleine wegtragen kann, dann ruft sie eben ihre
Bande von Klaubrdern an, und die kreuzen auf und tra-
Ich will euch mal eine Geschichte erzhlen, die ich
ber Donna gehrt habe, sagte Luckman. Also: Ir-
gendwann hat Donna mal n Vi
erteldollar in einen dieser
Briefmarkenautomaten reingest
eckt ihr wit schon, so
einen mit Rollenmarken drin
, und die Maschine ist
ausgeflippt und hat gar nich
t mehr damit aufgehrt,
Briefmarken rauszukurbein. Nach ner Zeit hatte sie
schon einen ganzen Einkaufsk
orb voll. Aber der Automat
immer noch mehr
von dem Zeug ausgespuckt. Am
Ende hatte sie so ungefhr
sie und ihre Klaubrder ha-
hntausend 15-Cent-Marken.
Tja, das war ja schon mal ne heie Sache nur: Was
sollte Donna Hawthorne dam
sie noch nie in ihrem ganzen
Leben einen Brief geschrie-
ben, auer damals, als sie ih
re Rechtsanwalt damit beauf-
tragt hat, einen Typen zu
belangen, der sie bei einem
Das
hat Donna gemacht? sagte Arctor. Sie hat
wirklich einen Rechtsanwalt ei
einer illegalen Transaktion
geht denn das?
de ihr Flhe schulden.
Stell dir blo mal vor, du wrdest nach einem Deal
von einem Rechtsanwalt einen bitterbsen Mahnbrief
kriegen, sagte Arctor. Nach dem Motto: Entweder Sie
zahlen, oder wir gehen vor Ge
richt! Wie schon so oft
Jedenfalls, fuhr Luckman fort, stand sie also nun
mit einem Einkaufskorb da
, der randvoll mit 15-Cent-
Marken war achtzehntausend mindestens. Was zum
Teufel fngt man damit an?
Schlielich kann man sie
nicht ans Postamt zurckverkaufen. Und wenn die Leute
von der Post aufkreuzten, um
den Automaten zu warten,
wrden sie feststellen, da
er ausgeflippt war, und wenn
dann jemand mit lauter 15-Ce
nt-Marken an einem Schal-
ner Rolle davon Scheie,
die wrden doch sofort kapi
ert haben, woher der Wind
weht; wahrscheinlich wrden
sie sogar schon auf Donna
ren Plan zurecht natrlich erst, nachdem sie die Brief-
markenrolle in ihren MG ge
laden hatte und weggefahren
war , und dann rief sie ein
paar von ihren Klaubrdern
ihnen, zu ihr rberzukommen und einen Prelufthammer
mitzubringen, so ein Spezialmodell, wassergekhlt und
, ein richtig irres Ding,
das sie so wahr mir Gott helfe! auch geklaut hatten.
Mitten in der Nacht gruben si
e dann den ei
Briefmarkenautomaten aus und
schafften ihn in ihre Bu-
Ford Ranchero. Der viel-
leicht auch geklaut war. Un
d das alles wegen der Brief-
Willst du damit sagen, da
kauft haben? fragte Arctor
verblfft. Aus dem Auto-
Nach dem, was ich gehrt ha
be, legten sie jedenfalls
die Rolle wieder ein und st
auf, an einer belebten Kreu
zung, wo eine Menge Leute
vorbeikommen, aber natrlic
h ein wenig versteckt, so
da er nicht zufllig von ei
Es wre klger gewesen, den Mnzspeicher aufzu-
Also verkauften sie von da
an Briefmarken, sagte
Luckman, so ein paar Woch
en lang, eben bis die Ma-
schine vollstndig leer war,
was ja irgendwann einmal
der Fall sein mute. Aber
was, zum Teufel, sollten sie
dann damit anfangen? Ich kann mir gut vorstellen, wie
Donnas Gehirn whrend jene
r Wochen an diesem Pro-
re Familie kommt aus ir-
gendeinem europischen Land. Kurz und gut, als die Rol-
le dann aufgebraucht war, da
hatte Donna beschlossen,
den Automaten auf Softdrinks
umzustellen. Eine riskante
Sache, denn
sieht das Postministerium nun gar nicht
Ist das wirklich wahr? fragte Barris.
Ist das wirklich wahr? fragte Luckman.
Barris sagte: Dieses Mdche
n ist asozial. Man sollte
sie auf der Stelle verhaften lassen. Begreift ihr berhaupt,
da alle unsere Steuern erhht worden sind, weil sie die-
se Briefmarken gestohlen ha
Schreib doch an die Regierung und erzhls ihnen,
sagte Luckman. Sein Widerw
ille gegen Barris lie sein
Gesicht ganz kalt werde. U
nd bitte Donna um eine
Marke, damit du den Brief damit frankieren kannst; sie
wird die bestimmt eine verkaufen.
Zum vollen Preis, sagte Barris ebenso aggressiv.
Die Holos, dachte Arctor,
lometer von solchem Zeug auf ihren teuren Bndern
Pltzlich kam ihm der Geda
nke, da zumindestens
fr ihn fr wen? fr Fred
nicht das wichtig war,
was sich abspielte, whrend Robert Arctor vor einer Ho-
lo-Kamera sa, sondern das,
was geschah, whrend Bob
Arctor anderswo war oder sc
hlief und andere Personen
sich im Bereich der Aufzeic
hnungsgerte aufhielten. Und
darum, dachte er, sollte ich
Abgang machen, sollte diese Jungs hier allein lassen und
andere Leute, die ich kenne,
zu ihnen rberschicken. Ich
Und dann nahm in seinem
Innern ein schrecklicher,
hlicher Gedanke Gestalt
an. Angenommen, ich sehe
Donna hier drinnen, wenn
ich die Bnder durchlaufen
lasse Donna, die mit einem Lffel oder einer Messer-
tum zerstrt oder stiehlt. Eine
Donna: meine klei-
ne Donna, wie sie in Wirklichk
eit ist, oder wie sie jeden-
falls immer dann ist, wenn
ich sie nicht sehen kann. Die
philosophische Wenn ein Baum im Walde strzt-
Nummer. Wie ist Donna, wenn kein
er in der Nhe ist und
Verwandelt sich, so fragte er sich, dieser sanfte, lie-
super-gutherzige Mdchen
dann schlagartig in eine
Fremde? Werde ich eine Vernderung miterleben, die
mir fast den Verstand raubt
? Bei Donna oder bei Luck-
finde? Nimm nur einmal deine Schokatze oder deinen
Schohund was mgen die tun, wenn du aus dem
Haus bist? Die Katze schnappt sich vielleicht einen Kis-
e ganzen Wertgegenstnde
hineinzustopfen; die elektr
eben alles, was sie nur
einsacken kann, bevor du
weg bist, ist sie wie verwandelt, eine ganz andere Katze,
Pfandleihe bringt und deine
Joints raucht oder an der Decke entlangspaziert oder
Ferngesprche mit Unbekannten fhrt und Gott wei
was noch. Ein Alptraum, eine
verkehrte Welt hinter dem
Spiegel, eine Stadt des Sc
hreckens, in der wirklich
mglich ist und in deren St
rae unsgliche Wesenheiten
herumkriechen; Donna, die au
f allen vieren kriecht und
aus den Futternpfen der Ha
ustiere frit wilde psy-
unauslotbar und abscheulich.
Wahnsinn, dachte er; eben
sogut knnte es sein, da
Bob Arctor mitten in der N
acht aus tiefem Schlaf auf-
steht und auf solche Trips geht. Vielleicht hat er sexuelle
Beziehungen mit der Wand. Oder mysterise Freaks tau-
chen auf, die er nie zuvor gese
hen hat, ein ganzer Haufen
davon, und sie alle haben
eine besondere Art von Kp-
fen, die sich um 360 Grad dr
ehen lassen, wie die von Eu-
len. Und die berwachungsmik
rophone werden die total
abstrusen, geisteskranken Ve
rschwrerplne aufzeich-
nen, die er gemeinsam mit i
hnen ausheckt und die vorse-
hen, das Herrenklo an der n
chsten Standard-Tankstelle
in die Luft zu jagen, inde
sprengstoff fllt aus gott wei
was fr hirnverbrannten
Grnden auch immer. Vielleicht passiert diese Art von
Zeug jede Nacht, whrend er
zu schlafen glaubt, und ist
Bob Arctor, mutmate er, mag mehr ber sich selbst
erfahren, als er zu erfahren bereit ist, mehr als ber Don-
na mit ihrem Lederjckchen
und ber Luckman mit sei-
nen modischen Klamotten und sogar ber Barris viel-
leicht geht Jim Barris ja einfach nur schlafen, wenn kei-
ner in der Nhe ist, und schlft so lange, bis die anderen
Aber daran vermochte er nich
t zu glauben. Da war es
schon wahrscheinlicher, da
Barris unter dem ganzen
Mll in seinem Zimmer das wie alle anderen Rume
berte und ein
kryptisches Signal an jene Bande von kryptischen Arsch-
lchern abstrahlte, mit denen er laufend aus irgendeinem
Grunde konspirierte, aus dene
n Leute wie er oder sie halt
zu konspirieren pflegten. Vielleicht, berlegte Bob Arc-
tor, bilden sie eine ande
re Abteilung der Behrden.
Andererseits wrden Hank
und die Jungs im Haupt-
quartier nicht allzu glcklich se
da die Kameras und Monitore
hem Kostenaufwand montiert
worden waren, sein Haus
verlie und nie wieder gese
hen ward; nie auf einem der
Bnder auftauchte. Er konnte
deshalb nicht einfach ver-
schwinden, um seine eige
nen berwachungsplne auf
Kosten der ihren durchzufhren. Schlielich waren
sie
die Geldgeber dieses Projekts.
In dem Drehbuch, das hier
verfilmt wurde, wrde im-
mer nur er der Starschauspieler sein mssen. Arctor
actor Schauspieler, dachte
er. Bob, der Schauspieler,
der gejagt wird; er, der Staatsfeind Nummer eins.
Es heit, da man seine eigene Stimme nicht wieder-
erkennt, wenn man sie zum
Tonband hrt.
Und wenn man sich selbst au
f einem Videoband sieht
oder, wie in diesem Fall, in
einem 3-D-Hologramm ,
dann erkennt man sich ebensowenig wieder. Man hat
sich vorgestellt, ein groer
Haaren zu sein, und statt de
ssen ist man eine winzige,
dnne Frau mit Glatze kann das so weit gehen? Ich
bin sicher, da ich Bob Arctor
und sei es auch nur an den
Kleidern, die er trgt, oder
durch einen Eliminationsproz
e. Das, was nicht Barris
oder Luckman ist und hier wohnt das mu Bob Arctor
sein. Falls es nicht einer der Hunde oder eine der Katzen
ist. Ich werde versuchen mssen, mein professionell ge-
Barris, sagte er, ich m
ach mal n Abflug. Viel-
leicht kann ich ja irgendwo
n paar Schnppchen ma-
chen. Dann tat er so
, als erinnere er sich pltzlich daran,
da er im Moment keinen Wagen hatte; er verzog pas-
send zu diesem Gedanken sein
Gesicht. Luckman, sag-
Luckman berlegte. Nein,
sagte er dann nachdenk-
lich, ich glaube nicht.
Kann ich deinen Wagen ha
ben, Jim? fragte Arctor
Ich frage mich ob du mit meinem Wagen klar-
kommen kannst, sagte Barris.
Barris brachte diesen Einwand immer vor, wenn je-
mand versuchte, seinen Wage
n auszuleihen. Er hatte
nmlich daran geheime Modi
fikationen vornehmen las-
sen, deren Natur er nie nhe
r erluterte und die sowohl
(a) die Radaufhngung
cher und das Handschuhfach
Handschuhfach. Barris hielt es immer verschlossen.
Auch das Radio war auf raffinierte Weise
wor-
den (aber das Warum und das Wie blieben unerklrt).
Wenn man einen Sender eins
tellte, hrte man immer nur
Alle Druckknpfe brachten
nur diese eine Sendung her-
ein, die keinen Sinn erga
b. Und merkwrdigerweise
spielte dieser Sender nie
irgendwelche Rockmusik.
Manchmal, wenn sie Barris zu einem Einkauf begleite-
ten, stellte er den mysterise
n Sender auf ganz besondere
Weise ein und drehte das Radi
o sehr laut, bevor er den
Wagen parkte, ausstieg und si
e allein im Wagen zurck-
lie. Wenn sie den Sender w
hrend seiner Abwesenheit
wechselten, wurde er ganz
komisch und weigerte sich,
sich auf dem Heimweg mit ih
nen zu unterhalten oder
ihnen auch nur eine Erklrun
g fr sein Verhalten zu ge-
ben. Bisher hatte er es ihne
n noch nie erklrt. Vielleicht
begann das Radio ja zu sende
n, wenn es auf jene Fre-
quenz eingestellt war, un
d am Empfnger saen
Womit ich nur ausdrcken will
Ach Quatsch! unterbrach Luckman ihn barsch. Das
ist ein Wagen mit nem ganz
gewhnlichen Sechszylin-
dermotor, du Arsch. Wenn wir
ihn in der Stadt abstellen,
fhrt ihn doch auch der Pa
rkwchter. Warum dann nicht
Bob? Du Arschloch.
enfalls veranlat, da ein
paar Zusatzgerte in sein
Autoradio eingebaut und gut
Aber er sprach nicht darber. Eigentlich war es ja auch
Fred gewesen, der das veranl
at hatte. Jedenfalls war es
auf Veranlassung von irgend
jemandem geschehen, und
nun vollbrachten diese Gerte
ein paar Kunststckchen,
die ein wenig denen hnelten,
die Barris diverse elektro-
nische Gerte dessen eigener Aussage nach angeblich
auch vollbrachten. Was sie ab
er natrlich in Wirklichkeit
Beispielsweise strahlt jedes Polizeifahrzeug auf der
vollen Breite des Frequenzspektrums ein besonderes In-
terferenzsignal ab, das in ei
nem normalen Autoradio den
gleichen Effekt erzeugt wie
ein nicht hinreichend entstr-
ter Motor. Jeder gewhnliche
Autofahrer wrde hch-
ndung des Polizeiwagens
defekt sei. In seiner Eigens
chaft ab Geheimer Rauschgift-
Agent war Bob Arctor jedoch
von der Gertestelle der
Behrden eine Apparatur ausgehndigt worden, die ihm,
nachdem er sie ins Autoradio eingebaut hatte, eine Men-
gegen die Gerusche anderen
Leuten jedenfalls den
meisten anderen Leuten be
rhaupt keine Informationen
gaben. Diese anderen Leute
erkannten nicht einmal, da
das statische Rauschen ein
Informationstrger war. Zu-
Arctor, wie weit das jeweilige Polizeifahrzeug sich sei-
nem eigenen Wagen genhert
hatte und zu welcher Ab-
teilung oder Behrde es gehrte
zur Stadtpolizei, zur
Polizei des County
lizei oder wozu auch immer. Fe
rner empfing er auch die
in einmintigen Abstnden a
bgestrahlten Piepser, die zur
Zeitkontrolle fr Beamte in einem parkenden Fahrzeug
dienten; dank dieser Signale
konnten sie feststellen, wie
lange sie schon warteten, o
hne dauernd auf die Uhr zu
schauen, was ja Verdacht erregen mochte. Das war zum
Beispiel dann von Nutzen, we
nn man beschlossen hatte,
in exakt drei Minuten ein bestimmtes Haus zu strmen.
Er wute auch ber die AM
-Station Bescheid, die pau-
senlos nur Top-Ten-Hits und
hnliches Zeug plus eine
das sich manchmal auf me
ganz anderes verwandelte. Wenn jemand das Radio auf
diese Station einstellte und
das Gedudel der Musik den
Wagen erfllte, dann wrde di
eser Jemand, falls er nur
mit halbem Ohr zuhrte, den Eindruck gewinnen, einen
ganz gewhnlichen Popmus
iksender mit typischem,
dem DJ-Gelaber erwischt zu haben, und entweder nicht
auf dieser Welle bleiben ode
r wenigstens nicht merken,
da der vorgebliche Disc-J
ockey manchmal in genau
demselben gedmpften Plauderton, in dem er sagte:
Und hier ist eine Nummer fr Phil und Jane, ein neuer
Song von Cat Stevens, mit de
m Titel pltzlich Sachen
sagte, die eher klangen wie: Blaues Fahrzeug, rcken
Sie eine Meile weiter nach No
rden in Richtung Bastan-
chury vor. Alle anderen Einheiten und so weiter. Er
hatte noch nie erlebt, da einer der vielen Macker oder
bemerkt hatte nicht einmal dann, wenn er aufgrund ei-
ner dienstlichen Anweisung
dazu gezwungen war, den
Polizeifunk laufen zu lassen, weil gerade irgendwo eine
Razzia oder eine andere Groak
tion anlief, in die er viel-
leicht einbezogen werden mochte. Mglicherweise hatten
jene seiner Mitfahrer, die
fach geglaubt, auf einem privaten Horrortrip oder para-
noid zu sein, und die ganze Sache schnell wieder verges-
Und er erkannte auch die vi
elen nicht als solche ge-
Doppelrhren und Rallyestrei
fen aufgemotzt waren und
von wild aussehenden Freakt
ypen gesteuert wurden, die
sich weder um Geschwindigkeitsbeschrnkungen noch
um andere Verkehrsregeln
kmmerten , weil die beson-
dere Art von informationstragender Statik, die aus dem
Radio drang, ihm ihre wahre
seiner Stostange klebten ode
r an ihm vorbeischossen. Er
hatte lngst gelernt, gar nicht mehr darauf zu achten.
Wenn er die Taste drckte, mit der man normalerweise
das Autoradio von AM auf
FM umstellte,
dann quoll
nicht nur ein von einer ganz
bestimmten Station auf einer
ganz bestimmten Frequenz ge
wiederholender, stupider Disco-Musik aus dem Laut-
sprecher, sondern zugleich sc
ein innerhalb des Radios ve
rborgenes, mit einem Sender
gekoppeltes Mikrophon ein, da
s von diesem Zeitpunkt an
alles, was die Insassen seines
Wagens sagten, aufnahm,
zerhackte und ins Behrdenzen
trum abstrahlte, whrend
zugleich die lrmende Musik,
die aus dem Lautsprecher
Von der Musik egal, wie la
ut sie auch immer dudeln
mochte bekamen die Leute im Behrdenzentrum nichts
mit. Sie strte ihre Abhrt
tigkeit nicht im geringsten;
der Spezialfilter eliminierte sie vollstndig.
Das, was Barris zu besitzen
lich ein gewisse hnlichkeit
mit dem, was er, Bob Arc-
tor, in seiner Eigenschaft als Geheimer Rauschgift-Agent
wirklich in seinem Autoradio hatte; aber ber das hinaus
waren an seinem Wagen kein
erlei weitere Modifikatio-
der an der Radaufhngung
noch am Motor noch sonstwo. Das wre zu plump und
auffllig gewesen. Und auerdem konnten ja Millionen
von Autofanatikern die gleich
en haarigen Umbauten an
ihren Wagen vornehmen; darum
hatte er sich nur darum
zu bekommen, und es dabei
bewenden lassen. Ein Fahr-
zeug mit hoher Motorleistung
kann nun einmal jeden
anderen Wagen berholen und
abhngen. In dieser Hin-
serienmig ber Radaufhngungen, Fahreigenschaften
und eine Lenkung,
gegen die keine wie auch immer gear-
also zum Teufel damit. U
nd Bullen knnen sich keine
Sportwagen leisten, nicht mal billige. Von Ferraris gar
Spezialausstattung verfgte sein Wagen al-
lerdings doch nmlich ber
sehr ungewhnliche Reifen.
Vor Jahren hatte die Firma Michelin in ihrer X-Serie da-
mit begonnen, Reifen mit ei
ngezogenen Stahlbndern auf
den Markt zu bringen. Die Re
ifen an Bob Arctors Wagen
schnell ab, hatten aber Vort
eile hinsichtlich der Ge-
nigung. Ihr grter Nach-
teil war ihr Preis, aber er
bekam sie umsonst von einer
die im Gegensatz zu der,
von der er sein Geld erhie
lt, kein Dr.-Pepper-Automat
natrlich erhielt er immer nur
dann eine neue Zuteilung,
wenn es unumgnglich notwen
dig war. Die Reifen zog er
selbst auf, wenn ihn niema
Radio selbst montiert hatte.
Seine einzige Sorge wegen des Radios war nicht die
mgliche Entdeckung der Um
bauten durch jemanden,
der wie Barris herumschnffelte, sondern die Mg-
lichkeit eines ganz gewhnlic
hen Diebstahls. Wegen der
zustzlichen Gerte wrde es
eine teure Angelegenheit
werden, das Radio im Falle ei
er wrde sich bei der Zuteil
ungsstelle wahrscheinlich den
Mund fusselig reden mssen,
bevor man ihm ein neues
Radio zugestand.
Natrlich hatte er in sein
em Wagen auch eine Waffe
versteckt. Barris, gefangen in
seinen grellen, ausgeklink-
ten Acid-Phantasien, wrde
das Versteck wohl niemals
Barris htte bestimmt einen mglichst exotischen Platz
gewhlt, um die Waffe zu ve
raum in der Lenksule. Oder
den Benzintank. Ja, wahr-
scheinlich htte er die Waffe
hnlich wie die Helden in
dem klassischen Streifen
Easy Rider
ihre Ladung Koks
an einem Draht in den Benz
intank baumeln lassen. Ne-
benbei bemerkt war gerade di
eser Ort wohl das ungeeig-
te. Jedem Bullen, der den F
ilm mitgekriegt hatte, war
wohl sofort das klargewesen, was clevere Psychiaterty-
pen spter aufgrund hochwissenschaftlicher Analysen
herausgefunden hatten: nmlic
h, da die beiden Motor-
radfahrer es unterbewut da
rauf anlegten, erwischt und
seinem Wagen lag im Handschuhfach.
Die angeblich so raffinierten Appartchen, auf die
Barris dauernd anspielte, wenn er von seinem eigenen
Wagen sprach, hatten mgliche
rweise sogar eine gewisse
hnlichkeit mit der Wirklichkeit, der Wirklichkeit von
schen Gimmicks, die Arctor zur Verfgung standen,
lngst weite Verbreitung ge
funden hatten und in TV-
Sptprogrammen und in Ta
Experten vorgefhrt worden wa
ren, die an ihrer Entwick-
oder aus den Polizeilaboratorie
n gefeuert worden waren
und nun einen Groll gegen
hschnittsbrger (oder, wie
ischen, da kein ge-
whnlicher Bulle das Risiko einging, einen mit berhh-
ter Geschwindigkeit durch die
Gegend rasenden, hochfri-
n aufgemotzten 57er Chevy,
wordener Teenager
aussah, der ausgeflippt war, weil er
zu viel Coors-Bier intus ha
tte, anzuhalten nur um he-
rauszufinden, da er eine
n Geheimen Rauschgift-
Agenten gestoppt hatte, der seiner Beute dicht auf den
Fersen war. Demnach wute
der typische Durchschnitts-
brger also heutzutage, wie und warum diese ganzen Ge-
heimfahrzeuge, die durch die
Straen rhrten, alte Da-
men erschreckten und manche Spieer so abschockten,
gierung schrieben, im munter
en Hin und Her Identifikati-
onssignale miteinander oder mit
ihrer jeweiligen Leitstelle
austauschten aber was ma
chte das schon aus? Wirkli-
che Probleme erschreckende
Probleme sogar wrde es
erst geben, wenn die Puks,
die Hot-Rod-Freaks, die Mo-
torradrocker und besonders di
und Grohndler es fert
igbrachten, auch in
ihre
Dann nmlich konnten sie einfach an jedem Bullen
vorbeirauschen. Ungestraft.
Dann gehe ich eben zu Fu߫, sagte Arctor. Genau das
hatte er ja ohnehin tun wollen;
er hatte sowohl Barris als
auch Luckman elegan
Rber zu Donna. Es war unmglich, zu Fu bis zu
ihrer Bude zu gelangen; m
it dieser Ankndigung stellte
ihn zu begleiten. Er zog sich
den Mantel an und trabte
zur Haustr. Bis spter, Jungs.
noch einmal zu einer Erklrung an.
Wenn ich versuchen wrde, deinen Wagen zu fah-
ren, sagte Arctor, wrde
ich bestimmt den falschen
Knopf drcken und pltzlich wie der Goodyear-Zeppelin
hoch ber Los Angeles schweben, und dann wrde ich
dazu engagiert werden, borsaueres Salz ber brennenden
lquellen abzuwerfen.
Ich bin froh, da du mein
e schwierige Lage zu wr-
digen weit, murmelte Barri
s, whrend Arctor die Tr
Fred sa in seinem Jedermann-Anzug vor dem Holo-
Schirm von Monitor Zwei un
die in rascher Folge vor se
inen Augen wechselnden Bil-
der. Im Kontroll-Zentrum wa
ren noch weitere Beobach-
ter mit der Durchsicht holografischen Bildmaterials be-
schftigt, das die an allen mglichen anderen Orten in-
stallierten Kameras hierher bermittelt hatten. Meist
handelte es sich um Auf
zeichnungen. Fred jedoch be-
auch auf, aber er hatte das Speicherband mit einer beson-
deren Schaltung umgangen, damit die Bilder, die eben in
diesem Moment aus Bob Arct
ors angeblich so herunter-
gekommenem Haus bertragen
wurden, gleichzeitig auch
auf den Holo-Schirmen erschienen.
Im Innern des Hologramms
Farben und mit sehr guter Au
man. Barris kauerte im besten Wohnzimmersessel und
beugte sich ber eine Hasch-Pfeife, an der er schon seit
Tagen herum werkelte. Er umwi
ckelte den Kopf der Pfei-
fe in endlosen Lagen mit we
iem Bindfaden; er konzen-
trierte sich so sehr auf dies
e Arbeit, da sein Gesicht zu
man ber einer Portion
Schlemmermahl fr frohe Fernsehstunden,
die er in gro-
en Bissen herunterschlang,
whrend er sich einen We-
stern im Fernsehen ansah. Vier Bierdosen, allesamt leer,
lagen auf dem Tisch, von seiner mchtigen Faust zer-
vollen Dose, warf sie um, versc
sie und fluchte. Bei diesem Fluch schaute Barris auf, be-
Schei Sparprogramm, gurgelte Luckman, den
Mund vollgestopft mit Essen,
und dann, ganz pltzlich,
lie er den Lffel fallen und
kam stolpernd auf die Fe,
wankte, drehte sich zu Barris um, beide Hnde erhoben,
stand offen, und halbzerkautes Essen fiel heraus, auf sei-
ne Kleider, auf den Boden.
Die Katzen kamen gierig her-
angestrzt.
Barris hielt in seiner Arbeit an der Hasch-Pfeife inne,
blickte auf, musterte den unglcklichen Luckman. Der
verfiel regelrecht in Rasere
fegte mit einer Hand die
Bierdosen und das Essen vom
te zu Boden. Die Katzen he
tzten erschrocken davon. Im-
mer noch sa Barris da, Luckman starr anglotzend.
Luckman schwankte ein paar
Schritte in Richtung K-
stallierten Kamera, und auf einem der anderen Holo-
Schirme vor Freds schreckgewe
Bild davon, wie Luckman im
Halbdunkel der Kche zu-
nchst blind nach einem Glas
den Kran anzudrehen und das Glas mit Wasser zu fllen.
Am Monitor sprang Fred auf;
Zwei, da Barris, der noch imme
r ruhig im Sessel sa, zu
seiner alten Beschftigung
zurckkehrte und sorgfltig
immer mehr Bindfaden um de
n Kopf einer Hasch-Pfeife
wand. Barris schaute nicht wieder auf; Monitor Zwei
en die berstenden und r-
chelnden Gerusche der Agon
eines Menschen und der scheppernde Lrm von Gegen-
stnden, die zu Boden polte
rten, weil Luckman in dem
verzweifelten Versuch, Barri
s Aufmerksamkeit zu erre-
gen, Tpfe und Pfannen u
nd Geschirr und Besteck um
sich schleuderte. Barris, ga
nz ruhig inmitten des Lrms,
In der Kche, auf Monitor
Eins, strzte Luckman wie
die Knie, sondern schlug einfach mit einem widerwrtig
dumpfen Gerusch lang hin und lag dann reglos da, alle
viere von sich gestreckt. Ba
rris fuhr fort, Bindfaden um
ung stand Fred vor den
Schirmen und starrte sie an. Alles in ihm drngte danach,
zu handeln, und doch war er
zugleich wie paralysiert. Er
langte nach dem Polizeitele
phon neben dem Monitor,
hielt inne, schaute immer noch zu.
Mehrere Minuten lang lag Luckman reglos auf dem
Boden der Kche, whrend Ba
rris wickelte und wickelte.
Barris beugte sich vornber wie eine alte Dame, die
gnzlich in ihrer Strickarbeit aufgeht; er lchelte still vor
sich hin, wiegte sich vor un
lte, lchelte
und warf dann bergangslos die
Hasch-Pfeife weg, stand
auf, starrte durchdringend auf Luckmans reglose Gestalt
litterte Glas ne-
ben ihm und auf all die Trmmer und Pfannen und zer-
brochenen Teller. Sein Gesicht verzog sich zu einer hh-
nischen Parodie pltzlichen Er
schreckens. Barris ri sich
tesk, er flatterte wie ein aufg
escheuchter Vogel in hilflo-
ser Furcht mit den Armen, ra
nnte ziellos ein bichen hin
und her, wieselte dann auf Lu
ckman zu, hielt ein paar
Schritte von ihm entfernt i
- Nummer abzuziehen. So, als habe er gerade erst die
Zwei, krmmte sich zusamme
n, atmete schwer vor
Kummer, dunkelrot im Gesich
t, und hpfte dann zum
Telefon. Er ri es mit einem
Ruck hoch, lie es fallen,
hob es mit zitternden Fingern
wieder auf er hatte ge-
rade entdeckt, da Luckman dort in der Kche einen ent-
nem Essensbrocken, begriff Fr
ed; und keiner war da ge-
wesen, der ihn htte hren od
er ihm gar htte helfen kn-
Langsam und mit hoher, ge
preter Stimme sprach
sagen, wo ich anrufen mu,
wenn ich einen dieser spezi-
nen von denen, die . wie
heit das doch gleich? Wie-
derbelebungsversuche? Knstliche Beatmung?
dem Lautsprecher dicht neben Fred, bekommt da je-
mand keine Luft mehr? Soll ich
Ich glaube, es handelt sich
um einen Herzstillstand,
sagte Barris mit seiner tiefen,
ruhigen und irgendwie zu-
gleich drngend und profe
ssionell klingenden Stimme in
das Telefon, einer Stimme, der man sofort anhrte, da
sich der Sprecher ber den tdlichen Ernst der Lage und
die Knappheit der noch verbleibenden Zeit sehr wohl im
klaren war. Entweder das, od
er er hat versehentlich ei-
nen Fremdkrper durch die Luftrhre in
Wie ist die Adresse, Sir?
unterbrach ihn das Fru-
Die Adresse, sagte Barris Moment, die Adresse ist
Fred, der immer noch stand, sagte laut: Mein Gott.
Luckman, der ausgestreckt auf dem Boden lag, atmete
nvulsivisches Zittern durch-
lief seinen Krper, und dann wrgte er das Zeug, das sei-
ne Kehle verstopfte, aus, sc
ne Augen, die verquollen und verwirrt ins Leere starrten.
Barris glatt in das Telefon.
Vielen Dank; anscheinend
Himmel, murmelte Luck
man undeutlich, whrend
Ich mu was in die falsche Kehle gekriegt haben. Bin
ich ohnmchtig geworden?
Nicht eigentlich ohnmchtig. Du
bist allerdings in ei-
nen anderen Bewutseinszusta
nd bergewechselt. Fr ein
Gott! Ich hab mich vollgesaut! Obwohl er taumelte
und vor Schwche zitterte,
schaffte Luckman es doch
irgendwie, auf die Fe zu
kommen; schlielich stand er
da, haltsuchend an die Wand
gelehnt, und schwankte vor
und zurck. Ich verkomme langsam wirklich, murmel-
te er angeekelt. Wie ein alter Weinsufer. Mit unsiche-
ren Schritten tappte er in Ri
chtung Ausgu, um sich zu
gestaute Angst wieder vers
chwand. Luckman wrde bald
wieder ganz okay sein. Aber
Barris! Was fr eine Art
von Mensch war das blo? Luckman hatte sich nicht
dank, sondern trotz seiner Hilfe erholt. Was fr ein
Freak, dachte Fred. Was fr
ein bekloppter Freak. Was
mu eigentlich in seinem Kopf los sein, da er in einer
solchen Situation einfach
mig rumstehen kann?
man, whrend er sich am Au
Gut, da ich so eine krf
tige Konstitution hab, sag-
te Luckman. In groen Schlucke
n leerte er eine Tasse mit
Wasser. Was hast du eigentlich
gemacht, als ich da lag?
Dir einen runtergeholt?
Du hast doch gesehen, da
ich telefoniert habe, sag-
te Barris. Ich wollte eine
habe sofort gehandelt, als
Wichs, sagte Luckman s
uerlich und kippte immer
mehr von dem frischen, saube
wei, was du tun wrdest, wenn ich tot umfiele du
wrdest meinen Stash klauen
. Du wrdest sogar meine
Taschen nach Stoff filzen.
Wirklich faszinierend, sagte Barris, diese Be-
schrnkungen der menschlichen Anatomie. Ich meine,
da Nahrung und Luft sich
einen gemeinsamen Durch-
gang teilen mssen. So da jederzeit die Gefahr besteht,
terzuholen.
Eine Hupe. Bob Arctor
blickte hastig auf, sphte hi
naus in den
kehr. Am Bordstein ein Sportwagen mit laufendem Mo-
tor; am Steuer ein Mdchen, das ihm zuwinkte.
Mein Gott, sagte er wieder. Mit einem langen
deiner Bude und bin erst glatt an dir vorbeigefahren, bis
ich pltzlich gecheckt hab, da
du das warst, der da ent-
langtrabte. Darum hab ich umgedreht und bin zurckge-
kommen. Steig ein.
Schweigend stieg er ein und schlo die Wagentr.
Warum bist du um diese Zeit hier drauen unter-
wegs? sagte Donna. Wegen
deines Wagens? Ist er
immer noch nicht wieder in Ordnung?
Ich hab grad eine total
sagte Bob Arctor. Nicht au
fm Trip, sondern Er
schauderte.
Donna sagte: Ich hab dein Zeug.
Yeah, hochgradigen Tod. Ich fahr besser los. Sie
fdelte sich in den Verkehr ein; fast augenblicklich hatte
sie den Wagen bis ber die zulssige Hchstgeschwin-
digkeit hochgejagt. Donna f
uhr immer zu schnell und zu
auch sehr gekonnt.
Dieser Scheikerl Barris! sagte er. Weit du, wie
einfach, bis eine Situation eint
von selbst stirbt. Und Barris
sitzt ganz ruhig dabei, wh-
rend der andere stirbt. Er rich
da sie sterben und er sich
raushalten kann. Aber ich bin
mir nicht sicher, wie er das macht. Jedenfalls arrangiert
er alles so, da sie abkratzen
knnen, einfach abkratzen.
hin. Beispielsweise, sagte
er, wrde Barris nie selbst
eine Ladung Plastiksprengsto
ff an die Znd
ung deines
Wagens anschlieen. Statt dessen wrde er
Hast du das Geld? sagte Do
nna. Fr den Stoff? Er
ist wirklich primo, und ich brauche das Geld sofort. Ich
mu es noch heute abend haben,
weil ich mir n paar an-
dere Sachen besorgen mu.
Ich mag Barris nicht, sagte Donna, whrend sie den
Wagen durch den Verkehr lenkte, und trauen tue ich
Weit du, er ist verrckt.
Und wenn du mit ihm rum-
hngst, dann wirst du auch
verrckt. Und wenn du nicht
mit ihm rumhngst, dann bist
du okay. Im Moment bist
du auch wieder verrckt.
Echt? sagte er erschrocken.
Ja, sagte Donna ruhig.
Hm, sagte er. Himmel. Er wute nicht, was er
darauf antworten sollte. Be
sonders, weil Donna sich nie
Hey, sagte Donna volle
wir nicht mal zusammen zu
einem Rockkonzert gehen?
Anaheim Stadium
Klar doch, sagte er mechanisch. Und dann kapierte
er erst, was Donna da eigentlich gesagt hatte sie hatte
Alll riiiight! sagte er ber
glcklich; neue Lebens-
kraft durchpulste ihn. Einmal
mehr hatte ihn die kleine,
dunkelhaarige Puppe, die er so
sehr liebte, wieder auf die
Erde zurckgeholt. Wann denn?
Sonntag nachmittag. Ic
len, ligen Hasch mitnehmen
und mir richtig einen rein-
knallen. Das wird schon kein
er merken, weil bestimmt
Tausende von Freaks da sein
werden. Sie blickte ihn
kritisch an. Aber du mut
dir was Duftes anziehen,
nicht diese gammeligen Klamot
ten, in denen du manch-
mal rumlufst. Ich meine
ihre Stimme wurde weich.
Ich mchte, da du scharf aussiehst, weil ich dich ganz
Okay, sagte er entzckt.
in ihrem kleinen Wagen durch die Nacht schossen. Du
hast ja das Geld bei dir, und
wenn dus mir gegeben hast,
pfeifen wir n paar von den
Tabs ein und
hauen uns so
richtig bequem hin und machen
uns nen schnen Abend.
Und wenn du Lust drauf hast,
kannst du ja losziehen und
uns ne Pulle Southern Comfort holen, und die knnen
wir uns dann auch
Oh wow, sagte er mit au
Worauf ich heute abend aber am meisten Bock ht-
Strae einbog, an der sie wo
hnte, und den Wagen in ihre
Auffahrt lenkte, das war, in
ein Drive-in-Kino zu fah-
ren. Ich hab mir eine Zeit
ung gekauft und nachgeschaut,
was heute luft, aber ich ha
b nichts Vernnftiges finden
knnen, auer im Torran
schon angefangen. Um halb sechs. Die rsche.
Er sah auf die Uhr. Dann haben wir schon ne Menge
verpat, mindestens
Nein, wir knnen immer noch das meiste sehen. Sie
schenkte ihm ein kurzes, warmes Lcheln, als sie den
Wagen zum Stehen brachte
Die zeigen da alle
Hauptprogramm geht von heut
e abend halb acht durch
bis morgen frh um acht. Ich
werde direkt vom Drive-in
Wir werden total stoned im
Kino sitzen und Southern
Comfort trinken, die ganze Nacht lang. Wow, war das
Sie guckte ihn hoffnungs-
Die ganze Nacht lang, echote er.
Yeah yeah yeah. Donna
sprang aus dem Wagen und
kam herber auf seine Seite, um ihm dabei zu helfen, die
kleine Beifahrertr aufzukrie
sten davon schon frher dieses
Jahr gesehen, aber als die
Lag an einem Schinkensandwich,
das sie mir im Drive-in
verkauft haben. Das hat mich echt sauer gemacht; Ich
in dem enthllt wird, da a
lle berhmten
ten der Menschheitsgeschich
Nero insgeheim Affen waren, die die gesamte menschli-
che Geschichte von Anfang
an gelenkt haben. Darum
will ich unbedingt da
reingehen. Sie senkte ihre Stimme
zu einem verschwrerischen Flstern, als sie auf die
Haustr zugingen. Die haben mich mit diesem ollen
Schinkensandwich ganz sch
n abgelinkt. Weit du, was
das nchste Mal ins Drive-in ge
fahren sind, drben in La
Habra, da hab ich eine verbogene Mnze in den Mnz-
schlitz gesteckt, vorne an der
Einfahrt. Und auch n paar
in die anderen Verkaufsauto
maten, damit sichs auch
richtig lohnte. Ich hab zu
sammen mit Larry Tailing du
erinnerst dich doch bestimmt
an Larry, wir sind damals
zusammen gegangen? einen ganzen Haufen von Quar-
ters und Fnf-Cent-Stcke
n verbogen, mit seinem
Schraubstock und einem groe
n Schraubenschlssel. Ich
hab natrlich vorher nachge
forscht, ob die Automaten
auch alle der richtigen Firm
a gehrten. Und dann haben
wir ne ganze Ladung davon
hopsgehen lassen, praktisch
Langsam und irgendwie feierlich schlo sie im Halb-
Scheint nicht gerade ratsam
zu sein, dich ablinken zu
wollen, Donna, sagte er, als sie ihre hbsche kleine Bu-
Bleib stehen. Oder tritt auf die Zeitungen.
Donna
Nun mach mich blo nicht an, nur weil du auf den
Zeitungen gehen mut. Weit du eigentlich, wieviel es
Du bist ja sparsam wie n franzsischer Bauer, sagte
er, whrend er seinen eigenen
Mantel ablegte. Wirfst du
eigentlich jemals irgendwa
s weg? Wahrsc
wahrst du sogar noch Bindfad
enstcke auf, die zu kurz
Eines Tages, sagte Donna
und schttelte ihr langes,
schwarzes Haar, als sie aus
werde ich mal heiraten,
und dann werd ich all das
brauchen, alles, was ich beis
eite gelegt hab. Wenn man
Nimm nur mal den groen Spie
gel, den wir neulich ne-
benan im Hof entdeckt haben; drei Leute haben zusam-
men ber eine Stunde malocht,
um ihn ber den Zaun zu
Wieviel von dem, was du zu
rckgelegt hast, hast du
r, und wieviel davon ge-
stohlen?
Gekauft?
Sie studierte unsicher sein Gesicht. Was
bei einem Dope-Deal vor sich
Er zckte seine Brieftasche.
Ich gebe dir Geld, richtig?
Donna nickte und blickt i
hn an, gehorsam (das jedoch
wohl mehr aus Hflichkeit), aber trotzdem wrdevoll.
Und ein wenig reserviert.
Und dann gibst du mir daf
r eine Ladung
Dope, sagte
er, whrend er ihr zugleich die Scheine hinhielt. Was ich
meine, ist eine Ausdehnung
gerade machen, wir beide, bei diesem Dope-Deal, in die
Geschftsbeziehungen.
Ich glaube, das versteh ich, sagte sie. Ihre groen,
dunklen Augen waren sanft,
aber lebhaft. Sie war immer
Als du krzlich diesen
Coca-Cola-Lieferwagen ge-
stoppt und leergemacht hast wie viele Flaschen Coke
Genug fr einen Monat, sagte Donna. Fr mich
und meine Freunde.
Aber was Er begann zu lachen. Was gibst du
Ich gebe etwas von mir selbst.
wagens, der den Schaden vi
Die Coca-Cola-Company ist
ein kapitalistisches Mo-
nopolunternehmen. Kein ande
rer auer denen kann Co-
ca-Cola herstellen. Das ist wie bei der Telefongesell-
schaft. Wenn du jemanden anrufen willst, meine ich. Al-
Wutest du schon ihre
die Formel von Coca-
neration zu Generation weiterv
ererbt wird und das je-
weils nur wenige Personen kenne
n, die alle der gleichen
Familie angehren? Und da
es keine Coke mehr geben
dig kennen, stirbt? Darum ist
ja auch sicherheitshalber
eine Niederschrift der Formel irgendwo in einem Safe
deponiert, fgte sie nachdenk
lich hinzu. Ich mchte zu
gerne wissen, wo, sagte sie
wie im Selbstgesprch. Ihre
Augen flackerten.
Du und deine Klaubrder
werden die Coca-Cola-
WARUM ZUM TEUFEL
SOLLTE MAN BER-
DARAN HABEN, COKE
HERZUSTELLEN, WENN MAN ES DOCH VON IH-
REN LIEFERWAGEN KLAU
EN KANN? Die haben
eine Menge Lieferwagen. Du
siehst sie doch dauernd auf
der Strae, und sie fahren
richtig schn langsam. Ich
hng mich immer an sie dran
, wenn sich die Gelegenheit
en, lieblichen kleinen Ko-
boldlcheln, als wolle sie vers
uchen, ihn durch die Magie
dieses Lchelns in ihre
hinberzuziehen, in der sie
mit blitzender Lichthupe im-
mer wieder gefhrlich dicht auf einen der langsamen Lie-
ferwagen auffuhr und dabei
immer wtender und unge-
duldiger wurde und dann, wenn
der Fahrer des Lastwa-
gens auf den Randstreifen f
uhr, um sie vorbeizulassen,
nicht wie andere Fahrer mit ihrem Wagen vorbeizog,
sondern ebenfalls anhielt und alles stahl, was auf dem
tztlich nicht, weil sie ein
dem Zeitpunkt, da der Liefer
wagen endlich an den Rand
fuhr, schon so lange auf die Ki
sten mit Coke gestarrt hat-
te, da sie mittlerweile eine
n Verwendungszweck fr das
Zeug gefunden hatte.
Schiere Wut hatte sich in prakti-
sches Denken verwandelt.
Sie hatte ihren Wagen nicht
den MG, sondern den greren
Camaro, den sie damals
noch nicht zu Schrott gefahr
en hatte mit einer Menge
von Coke-Ksten vollgeladen
, und dann hatten sie und
ihre Langfingerfreunde einen Monat lang so viel Coke
an hatte sie das Leergut in
verschiedene Lden zurck-
gebracht. Wegen des Flaschenpfandes.
Was hast du eigentlich m
gemacht? hatte er sie einmal gefragt. Sie in Kattun
gewickelt und sie in deiner Zedernkiste gehortet?
Ich hab sie weggeworfen
, hatte sie mrrisch ge-
schlssen berhaupt nichts an
fangen. Es gibt nicht mal
mittelbar darauf mit mehreren
Polythylen-Tten zurck.
Willste nachzhlen? erkun
tausend. Ich hab sie auf meiner Feinwaage ab-
gewogen, bevor ich bezahlt hab.
Ist schon okay, sagte er. Er nahm die Beutel entgegen
und sie das Geld, und er dachte
: Donna, einmal mehr knn-
te ich dich in den Knast bri
ngen, aber das werde ich viel-
leicht nie machen, ganz egal,
was du tust, selbst wenn es
und Lebendiges und Ses an
dir hast, und das wrde ich
nie zerstren knnen. Ich verstehe
es nicht, aber es ist da.
Knnte ich zehn haben? fragte sie.
Zehn? Zehn Tabs zurck? Kl
Beutel er lie sich nur sc
hwer aufknoten, aber er ver-
fgte ber die ntige Finge
rfertigkeit und zhlte genau
zehn fr sie ab. Und dann zehn
fr sich selbst. Dann band
er den Beutel wieder zu und brachte alle Beutel zu sei-
nem Mantel im Schrank.
chen? sagte Donna mit sich
tlicher Wut, als er zurck-
kam. Die zehn Tabs waren nirg
endwo zu sehen; sie hatte
Sie nehmen dich fest,
sagte er, wenn du welche
Das haben sie doch schon i
haben sie einen neuen Trick
zusammen, das die Verkufe
r immer abmachen, wenn du
mal, welchen. Du wirst ni
e draufkommen, was ich he-
rausgefunden hab. Beinah htts mich dabei brigens
erwischt. Sie warf sich in einen Sessel, grinste erwar-
tungsvoll und holte einen klei
nen, in Alufolie eingewik-
kelten Wrfel aus der Tasche, den er sofort als einen
Brocken Hasch identifizierte, noch bevor sie ihn ausge-
wickelt hatte. Das ist nicht einfach, nur ein aufgeklebtes
Preisschild. Es enth
lt auch ein winziges Stckchen einer
fer an der Kasse das Preisschild nicht abgemacht hat und
du damit durch die Tr zu ge
hen versuchst, dann geht
Und wie hast du das rausgekriegt?
Direkt vor mir war so n Teenybopper, die mit ner
Alarmsirene ging los, und
denn unter deinem Mantel?
Hattest du auch Dope im Wagen? fragte er. Wenn
haben, dann beschlagnahmen
sie auch deinen Wagen,
wenn du auch nur n biche
n so aussiehst, als knntest
du noch mehr auf dem Kerbholz haben. Und wenn sie
ihn dann abschleppen und
den Stoff finden, lochen sie di
ch auch dafr
noch ein. Ich
zen wollen zu sagen: Wo du
niemanden vom Rauschgift-
das durfte er nicht sagen, weil
er sich selbst damit mein-
te; falls Donna jemals we
gen Drogenbesitz hopsgenom-
men werden wrde, wrde er sich, wenigstens im Rah-
men seiner Mglichkeiten, den Arsch abrackern, um ihr
zu helfen. Aber er konnte be
rhaupt nichts fr sie tun,
wenn sie nicht in Los Angele
s selbst, sondern beispiels-
weise im L. A. County festgenommen wurde! Und wenn
das jemals passierte, womit man eines Tages wohl rech-
nen mute, dann wrde es
dort geschehen: zu weit weg,
als da er davon erfahren
wrde oder ihr helfen konnte.
In seinem Kopf spulte er
eine Phantasienummer ab, eine echte Horrorshow: Don-
na, die hnlich wie Luckman st
arb, ohne da jemand es
hrte oder sich dafr interessi
Selbst wenn sie es hrten, mochten sie genau wie Barris
spt war. Sie wrde nicht rich
tig sterben, nicht so, wie
Luckman gestorben war war?
gestorben war,
verbesserte er sich. Aber we
il sie schtig nach Substanz
T war, wrde sie nicht nur einfach ins Gefngnis wan-
dern, sondern zugleich au
ch zwangsweise auf Entzug
gehen mssen. Cold Turkey. Und da sie nicht nur Drogen
konsumierte, sondern auch d
ealte und schlielich war
it dem Diebstahl , wrde sie
eine ganze Weile im Knast sitzen, und whrend dieser
Zeit mochten ihr noch eine ganze Reihe anderer Dinge,
schrecklicher Dinge, zustoen. Und wenn sie dann wie-
der rauskam, wrde sie vllig
verndert sein
eine ganz
andere Donna. Ihre sanfte, frsorgliche Art, die er so sehr
liebte, ihre Wrme das alles wrde sich in Gott wei
was verwandelt haben. Auf jeden Fall wrde sie leer
. Donna, verwandelt in ein
und das blhte ihnen eines Tage
s allen. Aber hoffentlich
nicht Donna, dachte er. Jedenfa
lls nicht, sola
nge ich lebe,
und nicht an einem Ort, wo
ich ihr nicht helfen kann.
Lebendig,
Was solln das heien?
Nach einem Augenblick be-
griff sie, was er meinte. A
ch so, Transaktionsanalyse,
stimmts? Aber wenn ich Hasc
h rauche Sie hatte ihre
eigene kleine Hasch-Pfeife
aus Ton herausgeholt, die sie
selbst gemacht hatte und dere
n Kopf wie ein Seeigel aus-
Sie blickte mit glnzenden Augen glcklich zu
ihm auf, lachte und streckte ihm die kostbare Hasch-
Pfeife entgegen. Ich lade di
Stehen so lange, bis der Sh
it im Pfeifenkopf krftig
glomm. Dann watschelte sie
auf ihn zu und beugte sich
junges, dachte er, ein Gedanke
, der ihm jedesmal in die-
sen Augenblicken kam , atme
te sie den Hasch-Rauch in
einem groen, kraftvollen Stro
m in ihn hinein und erfll-
te ihn so mit ihrer eigenen
heien und khnen und unver-
besserlichen Energie, die zu
gleich ein Beruhigungsmittel
tspannte und ganz gelst
werden lie: sie, die ihn auflud, und Bob Arctor, der die-
se Gabe entgegennahm.
Ich liebe dich, Donna, sa
gte er. Dieses Aufladen
war fr ihn an die Stelle sexueller Beziehungen mit ihr
ganz anders im Vergleich zu
Sex, denn hierbei konnte
gleichberechtigter Austausch, ein Geben und Nehmen,
Yeah, das kann ich dir nachfhlen, da du mich
liebst, meine ich, sagte sie, kicherte und setzte sich ne-
ben ihn, um einen Zug aus de
r Hasch-Pfeife zu nehmen,
diesmal fr sich selbst.
Dinger. Schleichen ungefhr
ber, nein,
dem Boden.
Klamm. Hinter den Mbeln.
Dann eben kleine Frhlingsblumen, sagte er.
Ja, sagte sie. Das gef
llt mir kleine Frhlings-
blumen, mit Gelb drin. Die, die zuerst rauskommen.
Vorher, sagte er. Frher als alle anderen
Ja. Sie nickte, die Augen geschlossen, sehr weit weg
auf ihrem Trip. Bevor alle
auf ihnen rumtrampeln und
sie weg sind.
Du kennst mich wirklich,
sagte er. Du kannst mei-
ne Gedanken lesen.
Sie lehnte sich zurck und
legte die Hasch-Pfeife bei-
seite. Sie war ausgegangen. N
ichts mehr da, sagte sie,
und ihr Lcheln verschwand langsam.
Was ist los mit dir? sagte er.
Nichts. Sie schttelte den Kopf, und das war alles.
Darf ich meine Arme um dich legen? fragte er. Ich
mchte dich festhalten. Okay? Dich nur ein bichen in
den Arm nehmen, ja?
Ihre dunklen, mden Augen
zublicken. Nein, du bist zu hlich.
Nein, sagte sie, diesmal mit einer gewissen Schrfe.
Ich schniefe ne Menge Koks; ich mu supervorsichtig
sein, weil ich ne Menge Koks schniefe.
wiederholte er wie ein Echo. Er war w-
tend auf sie. Du verfickte
Geh mir blo nicht an die Wsche, sagte sie und
Klar, sagte er. Natrlich nicht. Er kam auf die
Fe und wich vor ihr zurck
. O ja, darauf kannst du
Gift nehmen! Er sprte das unwiderstehliche Bedrfnis,
zu seinem Wagen hinauszuge
hen, die Pistole aus dem
Handschuhfach zu holen und
ihr das Gesicht wegzu-
schieen ihren Schdel und ihre Augen in kleine
Stckchen zerplatzen zu lasse
n. Und dann verging das
alles wieder dieser Hasch-Ha, diese Hasch-Wut. Ach
Scheie, sagte er niedergeschlagen.
Ich habs nicht gern, wenn
irgendwelche Leute mei-
sen, weil ich so viel kokse.
Eines Tages jedenfalls hab
ich das vor werde ich ber
die kanadische Grenze ge-
hen, mit vier Pfund Koks dr
in, in meiner Mse, meine
willst du hin? Sichtlich alarmiert erhob sie sich halb.
Ich hau ab, sagte er.
Dein Wagen steht bei dir zu
Hause. Ich hab dich
hergefahren. Das Mdchen kmpfte sich hoch, zerzaust
und durcheinander und halb sc
hlafend, stolperte hinber
zum Schrank, um ihre Lede
rjacke herauszuholen. Ich
fahre dich heim. Aber vers
tehst du wenigstens, warum
ich meine Mse schtzen mu?
Vier Pfund Coke bringen
in Kanada
Ach, la doch den Schei߫, sagte er. Du bist zu sto-
jemand anders an diesen blden kleinen Rollschuh ran.
Sie baute sich vor ihm auf und schrie ihn an: Weil
auer mir keiner meinen Wagen fahren kann, darum!
Kein anderer kriegt das jemals richtig hin, erst recht kein
Mann! Weder das Fahren noch sonstwas! Deine Pfoten
waren schon wieder unten in meiner
Und dann war er irgendwo dr
auen in der Dunkelheit,
irrte ziellos umher, ohne Mantel, in einem Teil der Stadt,
den er nicht kannte. Er ganz
allein. Beschissen allein,
dachte er, und dann hrte er
Donna, die hinter ihm hereil-
te, Donna, die versuchte, i
hn einzuholen. Ihr Atem ging
geraucht hatte und ihre Lu
ngen von dem ganzen Harz
halb verschlammt waren. Er hi
elt an, stand da, ohne sich
Als sie nur noch wenige Schritte von ihm entfernt war,
wurde Donna langsamer und keuchte: Mir tuts schreck-
gesagt hab, meine ich. Ich war gar nicht so richtig da.
Yeah, sagte er.
Zu hlich!
Wenn ich den ganzen Tag
super-mde bin, dann haut
mich manchmal schon die
erste Pfeife um. Wlste nich wieder reinkommen? Oder
en? Wlste ins Drive-in?
Und was ist mit dem Southern
Comfort? Ich kann keinen
kaufen sie verkaufen ihn mir nicht, sagte sie und un-
terbrach sich einen Moment lang. Bin schlielich noch
Okay, sagte er. Zusammen gingen sie zurck.
Das Hasch ist doch wohl
echt Klasse, was? sagte
Bob Arctor sagte: Das Hasc
h ist schwarz und klebrig,
Was du rauchst, ist Opium u
nd kein Hasch weit du
das eigentlich? Darum ist es au
ch so teuer weit du das
eigentlich? Er hrte, wie
seine Stimme immer lauter
wurde; er blieb stehen. Du rauchst kein Hasch, Herz-
chen. Du rauchst Opium, un
che Sucht. Und dafr bezahls
Augenblick pro Pf
das Zeug rauchen und wegnicken, wegnicken und nicht
mal mehr in der Lage sein, deinen Wagen anzuwerfen
und dich an Lieferwagen dran
zuhngen, und du wirst es
jeden Tag brauchen, bevor
du zur Arbeit gehst
Ich brauch das heute sc
hon, sagte Donna. Ich
meine, ich mu mir jedesmal erst n Pfeifchen reinzie-
hen, bevor ich zur Arbeit ge
he. Und auch mittags und
sobald ich nach Hause komme
. Darum deale ich ja um
mir mein Hasch kaufen zu knnen. Hasch ist fab. Hasch
Ungefhr zehntausend Dollar pro Pfund, sagte Don-
na. Die gute Sorte.
Heiliger Himmel! So viel wie Smack!
und werds auch nie tun. Ma
n hlt ungefhr noch sechs
Monate lang durch, wenn man
zu schieen anfngt, ganz
Sogar Leitungswasser. Man
Du
Donna sagte: Das sind wir doch alle. Du nimmst
Substanz T. Also? Wo ist de
nn da der Unterschied? Ich
steh eben drauf, mir jeden Ab
end, wenn ich nach Hause
komme, ne Ladung klasse Hasch reinzuziehen das ist
mein Trip. Versuch nicht, mi
ch zu ndern. Versuch nie-
mals, mich zu ndern. Mich
oder meine Moralvorstellun-
gen. Ich bin, was ich bin.
Und ich fahre nun mal auf
Hasch ab. Es ist mein Leben.
Schon mal Bilder von einem dieser alten Opiumrau-
cher gesehen, wie es sie frher in China gab? Oder von
einem Hasch-Raucher heutzuta
ge in Indien? Weit du,
wie die hinterher mal aussehen, wenn sie lter werden?
Donna sagte: Ich rechne gar nicht damit, lange zu le-
ben. Also? Ich will gar nicht
lange hier rumhngen. Du
heie, denk doch blo mal
an Jerry Fabin; schau dir jema
nden an, der sich zu viel
Substanz T in den
Kopf geknallt hat.
Gibt dir diese Welt
wirklich was, Bob? Sie ist doch nur eine Zwischenstation
auf dem Weg in die nchste,
wo sie uns dafr bestrafen,
da wir von Natur aus bs sind
Du bist ja
Wir werden sowieso best
raft. Wenn du also dann und
wann mal auf n Trip gehen kannst, dann tus, zum Teu-
fel noch mal. Neulich war ich fast verunglckt, als ich
mit meinem MG zur Arbeit gefahren bin. Ich hatte das
Acht-Kanal-Stereo voll auf
und rauchte gerade meine
Hasch-Pfeife, und da hab ic
h diesen alten Macker in
seinem 84er Ford Imperator nicht gesehen
Du bist ja total behmmert, sagte er. Super be-
hmmert.
Weit du, ich werde frh
sterben. Auf jeden Fall.
Egal, was ich tue. Vielleicht auf dem Freeway. Hast du
eigentlich schon bemerkt, da
die Bremsen an meinem
MG vllig durch sind? Und ic
h hab mir dieses Jahr
richt gehen. Mann, das fuckt einen ab. Sechs ganze Mo-
Eines Tages, sagte er, wer
de ich dich also urpltz-
lich nie mehr sehen. Richtig? Nie wieder.
Wegen des Verkehrsunte
rrichts? Nein, nach den
Weil du auf dem Friedhof
liegst, erluterte er.
Ausradiert, bevor du nach
nug bist, um dir eine Dose
Bier oder eine Flasche
Yeah! rief Donna lebhaft aus. Der Southern Com-
Comfort reinziehen
und uns dann die
rein-
tun? Solln wir? Es sind immer noch acht brig, darunter
Hr mir doch mal zu, sa
gte Bob Arctor und legte
seine Hand auf ihre Schulter;
instinktiv entzog sie sich
Nein, sagte sie.
Er sagte: Weit du, was sie dich ein einziges Mal
machen lassen sollten? Vielle
icht nur ein einziges Mal?
Sie sollten dir erlauben, in ei
nen Laden zu
ganz legal eine Dose Bier zu kaufen.
Als Geschenk fr dich, weil du gut bist, sagte er.
Einmal haben sie Alkohol an mich ausgeschenkt!
rief Donna voller Begeisteru
ng aus. In einer Bar! Die
Cocktail-Kellnerin ich hatte
mich richtig in Schale ge-
worfen und war mit nen paar
anderen Leuten da hat
mich gefragt, was ich denn
wnsche, und ich hab ge-
sagt: Ich htte gerne einen Wodka Collins, und sie hat
mich tatschlich bedient! Das
war brigens im La Paz, n
echt dufter Laden. Wow, ka
nnst du dir das vorstellen?
Ich hab das mal in ner
Werbung gesehen und mir ge-
merkt, den Wodka Co
llins, meine ich. Damit ich, wenn
man mich irgendwann mal in ner Bar fragen wrde,
auch ganz cool klingen wrd
e. Irre, was? Pltzlich hak-
te sie sich bei ihm ein und dr
ckte sich an ihn, whrend
fast nie tat. Das war der a
llertollste Supertrip meines
Lebens.
Ich glaube, sagte er, da
nn hast du dein Geschenk
wohl schon bekommen. Das eine, wunderbare Ge-
schenk.
Ich find das toll, sagte
Donna. Ich find das echt
toll! Natrlich haben sie mir
hinterher erzhlt die Leu-
te, mit denen ich zusammen da war, meine ich , da ich
mir einen mexikanischen Drin
k htte bestellen mssen,
zum Beispiel einen Tequila Sunrise, weil das eben so
eine Art mexikanische Bar ist,
die im La Paz-Restaurant.
Beim nchsten Mal werde ic
h das natrlich wissen; ich
habs oben in meinem Gedchtn
fr den Fall, da ich da mal wieder hingehe. Weit du,
was ich eines Tages tun werde, Bob? Ich werde nach
Norden ziehen, nach Oregon,
und im Schnee leben. Ich
werde jeden Morgen den Sc
hnee vor dem Eingang weg-
schaufeln. Und ein kleines
Haus haben u
nd einen Gem-
Er sagte: Dafr mut du sparen. Dein ganzes Geld
Donna streifte ihn mit einem seltsam verlegenen
Blick. Es klappt bestimmt.
Na, du weit schon. Ihre Stimme klang weich, als
sie ihn an ihrem Geheimnis
teilhaben lie, ihm ihr Ge-
heimnis offenbarte, weil er,
und sie ihm vertrauen konnt
e. Mister Wunderbar. Ich
wei ganz genau, wie er sein
wird er wird einen Aston-
Martin fahren und mich dari
n nach Norden mitnehmen.
Und genau da steht das klei
ne, altmodische Haus im
Schnee, nrdlich von hier.
Nach einer Pause fgte sie
hinzu: Schnee soll doch ganz
hbsch sein, nicht wahr?
Ich bin noch nie im Schnee gewesen, auer einmal
oben in den Bergen in San Be
rdoo, und da war es mehr
Graupelregen als Schnee, un
d ich bin im Schlamm aus-
gerutscht und voll auf die Schnauze geflogen. Solchen
Schnee.
Bob Arctors Herz wurde schw
er. Er kannte dieses Ge-
fhl nur zu gut. Bist du di
r da ganz sicher? Es wird
wirklich so kommen?
Es wird so kommen! Sie ni
Schweigend gingen sie dann weiter. Zurck zu Don-
nas Bude, um ihren MG zu
holen. Donna, eingehllt in
ihre eigenen Trume und Pln
e; und er er mute pltz-
lich wieder an Barris denke
n, an Luckman und Hank und
das Kontroll-Zentrum. Und an Fred.
Hey, du, sagte er, kann ich mit dir nach Oregon
Sie lchelte ihn an, sanft und so voller Zrtlichkeit, da
Und weil es sie so gut kann
te, verstand er auch, da
sie es wirklich so meinte. Und daran wrde sich nichts
ndern. Er erschauerte.
Yeah, sagte er. Sehr.
Die Heizung in meinem MG ist echt Spitze, sagte
sie. Wir drehen sie einfach
voll auf, wenn wir im Drive-
in sind dann kannst du dich richtig schn aufwr-
men. Sie nahm seine Hand, dr
ckte sie, hielt sie fest,
Aber der Nachklang dieser kurzen Berhrung blieb
noch lange in ihm, in seinem Herzen. Wenigstens das
blieb ihm. In all den Jahren seines Lebens, die noch vor
ihm lagen, in den langen Jahren ohne sie, ohne die Hof-
fung, sie jemals wiederzuse
sie lebte oder glcklich war
oder tot oder was auch im-
mer, blieb die Erinnerung an
diese Berhrung in ihm be-
schlossen, eingesiegelt in se
inem Innern, und verlie ihn
nie. Die Erinnerung an dies
e eine kurze Berhrung ihrer
nie mit zu sich nach Hause,
um sie im Austausch dafr
zu bumsen, da er ihr ein
Pckchen mit zehn Mex-Hits
gegeben hatte.
Das Mdchen sie war mager und hatte merkwrdig
sich; es war das erste Mal,
war er hatte sie auf einer
Fixerparty kennengelernt ,
und er wute sehr wenig be
r sie, obwohl er doch ihre
Telefonnummer schon seit Wochen mit sich herumtrug.
Da sie ein Nadel-Freak war, war sie natrlich frigide,
aber das trnte ihn durchaus
lich gleichgltig, weil sie kein Vergngen daran hatte,
aber andererseits machte es
ihr deshalb auch nichts aus,
welche Art von Sex es war.
Das merkte man sofort, wenn man sie einfach nur an-
schaute. Connie sa halb
ausgezogen da, schon ohne
Schuhe, eine Haarklammer
im Mund, gleichgltig vor
sich hin starrend, offensich
tlich irgendwo in ihrem Kopf
auf einem Trip unterwegs. Ih
r lngliches, knochiges Ge-
sicht war herb und irgendwi
e ausdrucksvoll; wahrschein-
lich, entschied er, weil die Knochen, besonders die Kie-
ferlinien, so stark hervortr
hatte sie einen Pickel. Zweifellos kmmerte sie das nicht,
ja, wahrscheinlich bemerkte
sie ihn nicht einmal; genau
Vielleicht konnte sie nich
t einmal einen Unterschied
erkennen. Fr sie, die sie sc
hon lange an der Nadel hing,
mochten Sex und Pickel vielle
oder sogar das gleiche sein.
er, dieser flchtige Einblick in die Gedankenwelt eines
Hast du eine Zahnbrste, die ich benutzen kann?
chen weggenickt und hatte
vor sich hin zu murmeln be
gonnen, wie es bei Fixern
manchmal nachts um diese Zeit vorkam. Ach, Scheie
so leise geworden, da er ihre
nchsten Worte nicht mehr
hren konnte, obwohl er an
der Bewegung ihrer Lippen
Weit du, wo das
Badezimmer ist?
Das hier im Haus.
Sie ri sich mhsam zu
sammen und begann wieder,
sich mit mechanischen Be
wegungen zu kmmen. Was
sind das fr Typen, die da
drauen rumhngen? Sich
Joints drehen und immer
weiterquatschen, obwohls
schon so spt ist? Ich nehm
e an, die wohnen hier bei dir.
Klar wohnen die hier. Wo so
llten Typen wie die auch
sonst wohnen?
Zwei davon jedenfalls, sagte Arctor.
Ihre Augen, die an die eines toten Kabeljaus erinner-
ten, wandten sich ihm zu un
d starrten ihn an. Bist du
schwul? fragte Connie.
Ich kmpfe dagegen an, so
gut ich kann. Genau des-
Dann wird das wohl eine ziemlich heie Schlacht
Connie nickte. Schtze, ich werds wohl gleich raus-
finden. Wenn du ein latenter
Schwuler bist, wirst dus
vielleicht mgen, wenn ic
Leg dich hin, und ich besorg
s dir. Soll ich dich auszie-
hen? Okay, du liegst einfach
nur da, und ich mach al-
les. Sie griff nach dem Reiverschlu seiner Hose.
Spter dste er im Halbdunk
el vor sich hin, schlfrig
vom Abdrcken seiner eigenen Fixe, wenn man das so
nennen konnte. Connie schna
rchte neben ihm vor sich
hin. Die lag auf dem Rcken,
die Arme beiderseits ihres
Krpers auf der Decke. Er
konnte sie nur verschwommen
erkennen. Sie schlafen wie Gr
af Dracula, dachte er, diese
Junkies. Starren unverwandt immer nur nach oben, bis
sie sich urpltzlich aufrichte
n, wie eine Maschine, die
mu schon Tag sein, sa
gt der Junkie. Oder jeden-
falls das Tonband in seinem
Kopf, das ihm seine Anwei-
sungen vorspielt. Der Geist
eines Junkies ist wie die Mu-
sik, die du aus dem Radiowecker hrst manchmal
was ganz Bestimmtem zu veranlassen. Die Musik aus
dem Radiowecker soll dich
aufwecken; die Musik des
Junkies soll dich in ein
Werkzeug zur Beschaffung von
immer mehr Stoff verwande
ln, ein Werkzeug, das der
Maschine verwandeln.
Jeder Junkie, dachte er, ist eine Bandaufnahme.
Wieder dste er vor sich
bei ber diese
hlichen Dinge nach. Und we
nn der Junkie eine Puppe
ist, dann hat er schlielich ni
chts zu verkaufen als seinen
Krper. Wie Connie, dachte
er; Connie, die hier neben
chen neben sich um un
d sah Donna Hawthorne.
dachte er. Er konnte ihr Ge
Irrtum war unmglich. Herr im
Himmel! dachte er und
stieen dagegen; die Lampe kippte um und fiel zu Boden.
Das Mdchen merkte nichts da
von, sondern schlief ruhig
weiter. Immer noch starrte er
sie an, und dann, ganz all-
mhlich, sah er wieder Connie, sah ihr scharfgeschnitte-
nes, kantiges Gesicht mit de
hagere, dstere Gesicht eines vllig ausgemergelten Jun-
kies Connie und nicht Do
nnas; das eine Mdchen und
Niedergeschlagen lie er sich wieder zurcksinken,
dmmerte wieder ein biche
n weg und fragte sich, was
das wohl bedeuten mochte, wi
eder und wieder, bis sich
seine Gedanken in der Dunkelheit verloren.
Ich hab mir nie was draus gemacht, da er gestun-
ken hat, murmelte das Mdc
hen neben ihm irgendwann
spter vertrumt im Schlaf. Ich habe ihn trotzdem ge-
Er fragte sich, wen sie damit meinte. Ihren ersten
Freund? Ihren Vater? Ein hei
ihren Kindertagen? Vielleicht
sie alle, dachte er. Aber die
Worte hatten Ich habe ihn ge
liebe ihn. Offenbar gab es diesen
wer oder was auch
immer er gewesen sein moch
leicht, berlegte Arctor, haben sie (wer immer
sie
sein
mochten) Connie dazu gezwungen, ihn rauszuwerfen,
Durchaus mglich. Er fragte sich,
wohl gewesen war, dieses ve
das neben ihm schlummerte und im Traum ihren Erinne-
rungen nachhing.
In seinem Jedermann-Anzug sa Fred vor einer Batterie
ris in Bob Arctors Wohnzimmer ein Buch ber Pilze las.
Warum ber Pilze? fragte sich
Fred und spulte die Bn-
der im Schnellvorlauf eine Stunde weit vor. Barris sa
Kurz darauf legte Barris
das Buch weg und ging aus
dem Haus, wobei er den Erfassungsbereich der Kameras
verlie. Als er zurckkam, trug er eine kleine Packpa-
pier-Tte bei sich, die er au
sodann einen nach dem anderen mit den Farbfotos in
dem Buch verglich. Mit eine
r fr ihn ungewhnlichen,
bertrieben anmutenden Akribie berprfte er jeden ein-
ob er einen erbrmlich ausse-
henden Pilz beiseite und fllte
die anderen wieder in die
er eine Handvoll leerer
Kapsein und fing an, den von ihm auserkorenen Pilz
sorgfltig zu zerbrseln und
in die Kap-
Nachdem Barris damit fertig
war, klemmte er sich ans
Telefon. Da der Apparat
angezapft war, wurden die
Und?
Ich hab was.
In echt?
Was n das?
Ein seltener halluzinogener Pilz, der seit Tausenden
von Jahren von sdamerika
nischen Geheimkulten ver-
Nein danke. Klick.
Erneutes Whlen. Hallo, hier ist Jim.
Jim? Jim wer?
Der mit dem Bart grne Sonnenbrille, Lederhose.
Wir haben uns mal auf nem
Oh yeah. Jim. Yeah
Wrst du interessiert, organische Psychedelics zu
kaufen?
Hm, ich wei nicht so recht Unsicherheit. Sag
mal spricht da wirklich Jim? Du klingst gar nicht wie
Ich hab da was Unglaublic
hes, einen seltenen orga-
nischen Pilz aus Sdamerika, den indianische Geheim-
kulte seit Tausenden von Jahren benutzen. Du fliegst,
wirst unsichtbar, dein Wagen ve
lich immer dann, wenn ich ihn im Parkverbot abstelle
und die Bullen ihn absc
hleppen lassen. Haha.
Ich kann dir vielleicht
geben.
Wie teuer?
Fnf Dollar pro Kapsel.
Horrorshow! Ohne Witz? He
y, sollen wir uns nicht
gleich nachher irgendwo tre
ffen? Dann Argwohn. Hr
du hast mich doch mal abgeli
nkt. Und woher hast du die-
se Pilz-Hits berhaupt? Wohe
r wei ich, da das kein
Sie sind im Innern eines tnernen Gtzenbildes in die
USA gebracht worden, sagte Barris. Als Teil einer
sorgfltig bewachten Liefer
Gtzenbild mit den Pilzen
war besonders gekennzeich-
dacht geschpft. Barris f
gte hinzu: Wenn du davon
Da hab ich auch was von, wenn die Dinger mein
Gehirn angefressen haben und ich mich von Baum zu
Baum schwinge.
Ich hab selbst vor zwei
Tagen einen eingepfiffen,
sagte Barris. Um den Stoff
Trip, den ich jemals gehabt
hab. Farben ber Farben.
Besser als Meskalin, echt. Ic
h will nicht, da meine Kun-
den gelinkt werden. Ich test
e mein Zeug immer selbst.
Ein anderer Jedermann-Anzu
geht er hausieren? Meskalin, hat er gesagt?
Er hat vorhin Pilze in Ka
Entweder er selbst oder je
mand anderes mu sie hier in
der Gegend gesammelt haben.
Manche Pilze sind hochgiftig, sagte der Jedermann-
Anzug hinter Fred.
Ein dritter Jedermann-Anzug lste sich von seinen Ho-
lo-Monitoren und gesellte si
ch zu ihnen. Bestimmte
Pilze enthalten gleich vier verschiedene Gifte
auf einen Schlag alles Wirk
stoffe, die die roten Blut-
krperchen knacken. Es dauert zwei Wochen, bis man
endlich stirbt, und es gibt ke
in Gegengift. Ein unvorstell-
bar schmerzhafter Tod. Nur ein Fachmann kann bei
wildwachsenden Pilzen mit Be
stimmtheit sagen, was er
Ich wei߫, sagte Fred und notierte sich die abtei-
Barris whlte schon wieder.
Wegen was kann man ih
gen? sagte Fred.
Wegen irrefhrender Werbung, sagte einer der an-
deren Jedermann-Anzge, und
beide lachten und kehrten
an ihre eigenen Schirme zur
Hauses, und ein ziemlich entmutigt wirkender Bob Arc-
Howdy, sagte Barris, samm
elte rasch seine Kapseln
ein und stopfte sie sich in
die Tasche. Na, bist du bei
Donna weitergekommen? kicher
te er. Vielleicht sogar
Schnauze, sagte Arctor und verschwand von Holo-
Monitor Vier, nur um einen
Moment spter in seinem
Schlafzimmer in den Erfassungsbereich von Kamera
sich ins Schlo befrdert ha
tte, holte Arctor eine Reihe
fllt waren; er blieb einen
unentschlos-
sen mitten im Raum stehen un
d stopfte sie dann unter das
Dann erst zog er sich den Ma
ntel aus. Er wirkte mde
und deprimiert; tiefe Linien ha
tten sich in sein Gesicht
eingegraben.
Eine Weile sa Bob Arctor
nun auf der Kante seines
den Kopf, erhob sich, stand
unentschlossen da dann
strich er sich das Haar gl
att und verlie das Zimmer, um
wieder zu Barris zu gehen, w
odurch er erneut in den Be-
reich der zentralen Wohnzimmerkamera kam. Whrend
dieser Zeit war Kamera Zwei Zeuge gewesen, wie Barris
die braune Tte mit den Pil
zen unter den Polstern der
liche Buch zurck in das
hatte, wo es nicht auffallen wrde.
Was hast du heute gemach
t? fragte Arctor ihn.
ber was?
ber die besonderen Merkmale gewisser pilzartiger
Daseinsformen mit recht heiklen Eigenschaften. Barris
kicherte. Ist wohl nicht so gut gelaufen bei dem kleinen
Arctor musterte ihn eingehe
nd und ging dann in die
Barris folgte ihm gemchlich. Bob, sagte er, es tut
gesagt habe, was dich ver-
fee hei wurde, lungerte
Barris bei ihm in der Kche
herum und trommelte und summt
Wo ist Luckman?
Vermutlich irgendwo draue
n unterwegs, um eine
Telefonzelle zu knacken. Er
hat deinen hydraulischen
Wagenheber mitgenommen; fr gewhnlich heit das,
da er vorhat, eine Te
lefonzelle auszunehmen,
Du weit, sagte Barris, da
du jederzeit mit meiner
professionellen Untersttzun
g rechnen kannst, wenn du
weitere Versuche unternimmst,
das kleine Frulein an-
Fred lie das Band im Schnellvorlauf vorwrtsschie-
en. Schlielich zeigte der
Zhler einen Zwei-Stunden-
Sprung an.
mach dich an die Arbeit am Cephskop, verflucht noch
Erneut spulte Fred das Ba
nd vorwrts. Weitere zwei
Stunden verstrichen.
Schlafzimmer im Bett lag. Ein auf KNX eingestellter
Radiowecker spielte leise und verschwommen Folk-
Rock. Auf Monitor Zwei wa
r Barris zu erkennen, der
allein im Wohnzimmer sa und wieder in dem pilzkund-
lichen Buch las. Lange Zeit tat keiner der beiden Mnner
besonders viel. Einmal bewegt
e sich Arctor und streckte
die Hand nach dem Radio aus,
um den Lautstrkeregler
hherzudrehen, weil gerade ei
n Song gespielt wurde, den
er offenbar mochte. Im Wohnzimmer las Barris immer
weiter; er rhrte sich kaum. Ar
s griff nach dem Hrer
und hob ihn an sein Ohr. Hallo?
Aus dem Lautsprecher nebe
n Fred drang die Stimme
des Anrufers, eines Mannes: Mister Arctor?
Da brat mir doch einer einen Storch, sagte Fred zu
sich selbst. Er griff nach
dem Regler der Abhranlage
Mr. Arctor, sagte der Anrufer, der seinen Namen
immer noch nicht genannt hatte
, langsam und mit leiser
Sie so spt stre, aber es
dreht sich um den Scheck, den Ihre Bank nicht anneh-
men
Ah ja, sagte Barris. I
ch hatte ohnehin vor, Sie
deswegen anzurufen.
Die Situation ist die, Sir. Ich habe
einen schweren Anfall von Darmgrippe, verbunden mit
einem starken Absinken de
r Krpertemperatur sowie
Pfrtner- und Unterleibskrmpfen Mir gehts im Mo-
ment zu beschissen, da ich die Sache mit diesem mick-
rigen Zwanzig-Dollar-Scheck de
rzeit einfach nicht regeln
kann, und offengestanden habe
ich auch nicht die Ab-
sicht, sie berhaupt
Wie bitte? sagte der Mann.
Er wirkte nicht sonder-
lich berrascht; seine Stimme klang rauh. Und drohend.
Ja, Sir, sagte Barris nicken
d. Sie haben mich schon
Mr. Arctor, sagte der Anru
fer, besagter Scheck ist
und diese Grippe-Symptome,
die Sie da beschreiben
Ich glaube, irgendwer hat mir was in den Kaffee ge-
tan, sagte Barris mit einem
breiten Grinsen auf dem Ge-
Und
glaube, sagte der Mann, da Sie einer von
Glauben Sie doch, was Sie wollen, sagte Barris,
immer noch grinsend.
ins Telefon, ich werde m
it dem Scheck zum Bro des
Bezirks-Staatsanwalts gehen,
und da ich Sie ohnehin ge-
rade am Telefon habe, mch
te ich Ihnen mal klipp und
Turn on, tune out und tsch
auf. Die mit der Abhranlag
e gekoppelte Fangschaltung
hatte automatisch die Telefo
nnummer des Anrufers auf-
Whlen entstandenen Impulsk
ren Signal aufnahm, das in
dem Augenblick erzeugt wur-
de, da die Verbindung zustande kam. Fred las die Num-
Dann stoppte er den Bandtransport aller Holos, griff zu
seinem Polizeitelefon und fra
zu dieser Nummer gehrte.
Schlosserei Englesohn, 1343 Harbor in Anaheim,
ende Beamte. Lover Boy.
kay. Er hatte sich das
mglicherweise auf einen
Aueneinsatz zur Herstellung eines Nachschlssels, weil
der Schlssel des Besitzers verlorengegangen war.
Theorie. Barris hatte sich
als Arctor ausgegeben und
die Schlosserei Englesohn ange
rufen, um sich illegal ei-
nen Zweit-Schlssel machen zu lassen, entweder fr
das Haus oder fr den Wage
er Englesohn gegenber vorg
egeben hatte, seinen kom-
te der Schlosser sozusagen
als Rckversicherung pltz-
lich von Barris gefordert, zu
m Nachweis seiner Identitt
einen Scheck auszuschreiben. Barris war ins Haus zu-
rckgegangen, hatte Arctors
Scheckbuch geklaut, einen
der Schecks ausgefllt und
ihn dem Schlosser gegeben.
Der Scheck war nicht durchgegangen. Aber warum
nicht? Arctor sorgte imme
r dafr, da genug Geld auf
seinem Konto war; ein Sch
eck ber eine so geringe
Summe wrde auf jeden Fall
gedeckt sein. Aber wenn
der Scheck angenommen wurde, wrde Arctor bei der
Durchsicht der Kontoauszge
darauf stoen und entdek-
ken, da nicht er, sondern
Jim Barris den Scheck ausge-
schrieben hatte. Also hatte Barris in Arctors Schrnken
herumgewhlt und vielleicht schon zu einem frheren
Zeitpunkt ein altes Scheckbuch entdeckt, das zu einem
lngst aufgelsten Konto ge
hrte. Dieses Scheckbuch
hatte er dann benutzt. Da da
s Konto nicht mehr bestand,
Aber warum ging Barris nich
t einfach hin und bezahl-
war der Glubiger bereits sauer und rief dauernd an, und
am Ende mochte er den Sch
eck vielleicht wirklich zum
Bezirksstaatsanwalt bringen. Arctor wrde alles heraus-
kriegen, und eine ganze Wa
genladung Scheie wrde auf
Barris herniederprasseln. Aber
die Art, in der Barris am
Telefon mit dem ohnehin schon vor Wut kochenden
Glubiger umgesprungen war
er hatte ihn raffiniert zu
noch grerer Feindseligkeit
angestachelt, und nur der
Himmel mochte wissen, was de
r Schlosser daraufhin al-
les unternehmen wrde. Und was noch schlimmer war
Barris Beschreibung seiner
Grippe war nichts anderes
als eine Beschreibung der Symp
tome, die auftraten, wenn
ein Heroinschtiger sich zu
lange keine Fixe mehr ge-
erkennen. Und Barris hatte da
nem weiteren ganz offenen Hi
er harte Drogen nahm und es
ihm scheiegal war, wie
andere darber dachten. Und
das alles in der Rolle Bob
An diesem Punkt wute der Schlosser, da er einen
Junkie-Schuldner hatte, de
r ihm einen faulen Scheck
ausgeschrieben hatte und sich
einen Schei darum km-
merte und gar nicht die Absich
t hatte, seine Schulden zu
begleichen. Und der Junkie
verhielt sich so, weil der
Drogenkonsum ihn offenbar so hatte ausklinken und
durchdrehen lassen, da das alles fr sein zerstrtes Ge-
hirn vllig bedeutungslos wa
r. Und das war eine Beleidi-
gung fr Amerika. Ein Maul
voll Spucke in das Gesicht
von Gottes eigenem Land.
sogar fast wrtlich Tim Lear
ys berhmt-berchtigte Her-
ausforderung an das Establis
hment und alle Spieer zi-
tiert. Und der Orange County war voll von rechtschaffe-
nen Brgern mit Gewehren un
d Revolvern, die nur dar-
Barris hatte Arctor eine
Zielscheibe umgehngt und
ihn zum Abschu freigegeben.
Wenn er Glck hatte, be-
kam er nur wegen des unged
eckten Schecks einen Schu
vor den Bug. Wenn er
aber Pech hatte nun, dann erwar-
nicht einmal, was sich da ber seinem Haupt zusammen-
Warum? fragte sich Fred. Auf seinem Notizblock hielt
er die Kennziffer dieser Bandsequenz fest; auerdem no-
tierte er auch die Nummer des Tonbandes, auf dem das
abgehrte Gesprch aufg
wollte Barris Arctor damit
blo heimzahlen? Was hatte
linkt haben, dachte Fred, we
Dieser komische Barris, dach
te er, ist ein Arschloch.
Durch sein Verhalten wird
er den Tod eines Menschen
Einer der Jedermann-Anzge
, die bei Fred im Kon-
troll-Zentrum waren, ri
ihn aus seinen Gedanken.
Kennst du diese
Es wre bestimmt keine schl
echte Idee, sie in irgend-
einer Form davor zu warnen,
da er sie mit den giftigen
Pilzen, mit denen er hausieren
geht, ganz schn in Gefahr
bringt, dieser Clown mit der
grnen Sonnenbrille. Kannst
du ihnen das unterjubeln, o
hne da deine Tarnung dabei
Der andere Jedermann-Anzug in Freds Nhe rief von
seinem Drehstuhl aus herber: Wenn einer von ihnen
auf einmal unter heftiger b
elkeit leiden sollte das ist
hnlich wie bei Strychnin?
sagte Fred. Es durch-
fuhr ihm eiskalt, als er vor seinem inneren Auge noch
einmal den Kimberly Hawkins-Tag abspulte, den Hunde-
scheie-Tag, und er sich an
belkeit erinnerte, an sein
en Zusammenbruch in seinem
Wagen
Ich werds Arctor erzhlen, sagte er. Ich kanns
ihm bestimmt verklickern, ohne
da er Verdacht schpft.
Er ist fgsam und gelehrig.
Und hlich, sagte eine
r der Jedermann-Anzge.
Das war doch Arctor, dieses
abgehalfterte Individuum,
das mit hngenden Schultern zur Tr reinkam?
h, sagte Fred und drehte
sich wieder den Schirmen
zu. Oh verdammt, dachte er,
der Tag, an dem Barris uns
am Straenrand die Ta
Sein Geist versank in eine
m Malstrom, wirbelte durch
zwei Trips zur gleichen Zeit
und zerbrach dann in zwei
Hlften. Das nchste, an das
er sich erinnern konnte, war,
da er im Waschraum des Kontroll-Zentrums stand, in
der Hand eine Blechtasse voll Wasser und sich den Mund
aussplte, allein an einem Ort,
wo er nachdenken konnte.
Wenn man es genau nimmt, bin
ich Arctor, dachte er. Ich
bin der Mann auf den Schirm
en, der Verdchtige, den
Barris durch sein hinterfotziges Telefongesprch mit dem
Schlosser in Teufels Kche
gebracht hat, und trotzdem
habe ich mich gefragt, was Arctor wohl angestellt haben
mag, da Barris ihn unbedingt
fertigmachen will! Ich bin
bematscht; mein Gehirn ist bematscht. Das hier ist nicht
wirklich kann nicht wirklic
h sein. Das, was ich beo-
bachte, bin ich ist Fred. Das da auf den Schirmen war
Fred ohne seinen Jedermann-An
zug; so sieht Fred ohne
den Anzug aus!
Und Fred war es auch, so be
griff er nun, der krzlich
fast mit giftigen Pilzstckchen erledigt worden wre. Er
htte es fast nicht bis hierher in sein Kontroll-Zentrum
hauchdnn war.
Job, den die mir da gege-
ben haben, dachte er. Ein Sc
heijob. Aber wenn ich ihn
nicht machen wrde, dann
wrde ein anderer an meine
stehen. Sie wrden ihn im Namen der Gerechtigkeit in
ihn mit Dope spicken und
ihn dann einfach einsammeln. Wenn also schon irgend
jemand sein Haus beobachten mu, dachte er, dann ist es
immer noch am besten, wenn ich dieser Jemand bin, trotz
der damit verbundenen Nachte
ile; allein schon die Tatsa-
che, da ich auf diese Weise
Barris unter Kontrolle hal-
ten und seine Umgebung vo
r diesem ausgeflippten
Scheikerl schtzen kann, rechtfertigt das.
Und wenn irgendein anderer
Polizist, der Barris Ak-
tionen auf dem Monitor berwacht, das sieht, was ich
wahrscheinlich noch alles sehen werde, dann werden sie
zu dem Schlu kommen, da
Arctor der grte Drogen-
Zwischenhndler im Westen der USA ist, und empfeh-
len, da er Herr im Himme
l! ohne Gerichtsverfahren
in einer Nacht-und-Nebel-A
Von unseren geheimen Ko
mmandoeinheiten. Den Mn-
nern in Schwarz, die wir vo
n der Ostkste anfordern und
die meist auf Zehenspitzen durch die Gegend schleichen
Und mit den neuen Infrarot-Zi
elfernrohren fr Hecken-
schtzen und der Vollsynchr
onisation fr EE-Schrap-
nellgeschosse. Den Mnnern,
die berhaupt nicht bezahlt
werden, nicht einmal von einer Dr. Pepper-Maschine; sie
drfen nur eines Tages Pinnc
hen ziehen, und wer ge-
winnt, der ist der nchste Pr
sident der USA. Mein Gott,
dachte er, diese Scheikerl
e knnen ein vorberfliegen-
des Flugzeug abschieen. Un
d das Ganze so aussehen
lassen, als habe einer der Motoren einen Schwarm Vgel
angesaugt. Diese EE-Schrapnellgeschosse oh ver-
dammt, Mann, dachte er; es wrden sogar Federspuren in
den Trmmern der Motoren
zurckbleiben, wenn man
die Geschosse entsprechend prparierte!
Das ist ungeheuerlich, dachte er, als er darber nach-
sann. Arctor nicht blo als Verdchtiger, sondern Arctor
als was auch immer. Zielsche
ibe. Ich werde ihn weiter
beobachten; Fred wird weite
hen; dann wird sich alles
zum Guten wenden. Ich kann
tun, so auf die Tour Wir warten doch besser noch ab,
bis er schlielich Als er das begriff, warf er die
Blechtasse weg und tauchte
wieder aus dem Waschraum
Du siehst ja ziemlich angeschossen aus, sagte einer
der Jedermann-Anzge zu ihm.
Tja, sagte Fred, mir is
t da was Komisches passiert
auf dem Weg zum Grab. Vor se
inem inneren Auge sah er
ein Bild des Ultraschall-Rich
tstrahlprojektors, der einen
tdlichen Herzanfall bei
einem neunundvierzigjhrigen
Bezirksstaatsanwalt ausgelst ha
tte, gerade als dieser im
Begriff war, die Untersuchunge
n im Fall eines schreckli-
chen und berhmt gewordenen
politischen Meuchelmor-
des, der sich hier in Kalifo
erffnen. Ich htts fast
Fast ist fast, sagte de
r Jedermann-Anzug. Aber
eben nicht ganz.
Oh, sagte Fred. Yeah. Richtig.
dich wieder an die Arbeit,
oder der nchste Zahltag ist
Kannst du dir vorstellen, diesen Job anzugeben, wenn
aber die beiden Jederma
nn-Anzge waren nicht zu
Scherzen aufgelegt und hrt
en nicht einmal zu. Darum
Und lie die Batterie der Holos erneut anlaufen.
r, ist, die Strae hinauf-
nachdenke, damit ich nicht wieder abgelenkt werde. Ich
Ich werde sagen Hey, Mann,
mir gehts echt dreckig
Ich brauch dringend Stoff ha
ste nich n Joint fr mich
ber? Ich geb dir auch n Do
llar dafr. Und er wird das
tun, und dann werde ich ihn
festnehmen, ihn zu meinem
Wagen schleifen, ihn hinein
verfrachten, hinaus auf den
Freeway fahren und ihm dann eins mit der Pistole ber-
ziehen und ihn aus dem Wagen werfen, direkt vor einen
Lastwagen. Und ich kann einf
ach behaupten, da er sich
befreien wollte und zu springe
n versuchte.
Denn wenn ich das nicht
mache, dann kann ich nie
standen hat, und Luckman
oder Donna oder Freck auch
nicht, oder wir werden alle
an Pilzvergiftung krepieren.
da wir alle drauen im
Wald herumgekraucht seien
und wahllos Pilze gepflckt
und gegessen htten, obwohl
er, Barris, versucht htte,
uns davon abzuraten, aber wi
r htten nicht auf ihn hren
College gegangen seien.
Selbst wenn die Gerichtspsyc
hiater feststellen, da er
verrckt ist, und ihn fr immer in
die Klapsmhle sperren, wird schon jemand tot sein.
Zum Beispiel, dachte er, vielleicht Donna. Vielleicht
wird sie hereinspaziert kommen, voll auf einem Hasch-
Trip, weil sie mich und die
Frhlingsblumen sucht, die
ich ihr versprochen habe, und Barris wird ihr ein Stck
ten selbst gebacken hat, un
d zehn Tage spter wird sie
sich mit Schaum vor dem Mu
nd in Todesqualen winden,
in einer Intensivstation, aber auch die rzte dort werden
ihr nicht mehr helfen knnen.
Wenn das passiert, dachte
er, werde ich ihn in Drano
kochen, in der Badewanne, in heiem Drano, bis nur
noch Knochen brigbleiben,
und dann die Knochen per
Post verschicken, an seine Mutter oder seine Kinder oder
was fr Verwandte er auch immer haben mag, und wenn
er keine hat, dann werde
ich die Knochen eben herum-
streunenden Hunden vorwerfen.
Aber mein kleines Md-
chen wird trotzdem lngst
seinem heimt
ckischen An-
Entschuldigt bitte, wandte er sich in einer Phantasie-
beiden anderen Jedermann-
Anzge. Wo kann ich um
diese Nachtzeit noch eine Hundert-Pfund-Dose Drano
herbekommen?
Mir steht das alles bis oben
hin, dachte er und schalte-
te die Holos ein, um bei
den anderen Anzgen im Kon-
troll-Zentrum nicht noch mehr Aufmerksamkeit zu erre-
Auf Monitor Zwei sprach Ba
rris gerade mit Luckman,
stockbesoffen. Wahrscheinlich
hatte er wieder zuviel
Ripple intus. In den Verein
igten Staaten, sagte Barris
gerade zu Luckman, der vers
uchte, die Tr zu seinem
Schlafzimmer zu finden, um
sich dort hinzuhauen, und
Drogenschtige. Die Zahl der Hirn-
und Leberschden, die vom
Alkohol und den darin ent-
haltenen Verunreinigu
ngen verursacht
Luckman verschwand, ohne
berhaupt mitgekriegt zu
haben, da Barris da war. Ich wnsche ihm alles Gute,
dachte Fred. Aber gute Wns
che werden nicht reichen,
jedenfalls nicht mehr lange. We
Sinne des Wortes immer nur
das Nach-Sehen. Auer,
dachte er, auer vielleicht
, wenn ich die Holo-Bnder
rckwrts laufen lasse. Dann werde ich eher da sein, vor
Barris. Was ich tue, wrde dem vorausgehen, was Barris
tut. Wenn er, da ich doch zuer
st da bin, berhaupt noch
Und dann tat sich die andere
Seite seines Kopfes auf
und sprach zu ihm, ganz ruhi
g, wie ein zweites Ich, das
ihm eine Botschaft bermitteln wollte, wie man die gan-
Der richtige Weg, um die Geschichte mit dem
Schlosser-Scheck ganz cool b
er die Bhne zu bringen,
sagte es ihm, ist, zuerst einmal morgen in aller Herr-
gottsfrhe nach Harbor rberz
ufahren, die Rechnung zu
begleichen und den Scheck zu
rckzukriegen. Tu das zu-
erst, bevor du irgendwas anderes tust. Erledige das auf
das erledigt ist, nimm die ande
ren, ernsteren Probleme in
Angriff. Richtig? Richtig, da
chte er. Auf diese Weise
werde ich Boden gutmachen.
Genau da mu ich anset-
lange vorwrtsschieen, bis er aufgrund der Daten auf
den Skalen vermuten konnte,
ne zeigen wrde. Alle wrden schlafen. Ein guter Vor-
Alle Lichter im Haus wa
standen auf Infrarot. Luckma
n und Barris lagen in ihren
Wollen wir doch mal schauen, dachte Fred. Connie Ir-
gendwas. Gespeichert in uns
eren Computern als abhn-
gig von harten Drogen. Auerd
em verdient sie sich das
Geld fr ihren Stoff durch
Prostitution und dealt auch
Wenigstens hast du nicht zusehen mssen, wie dein
Objekt Geschlechtsverkehr hatte, sagte einer der ande-
ren Jedermann-Anzge, der ber Freds Schulter einen
kurzen Blick auf die Schinne
warf und dann weiterging.
stoischer Ruhe die beiden sc
hlafenden Gestalten auf dem
was er dort tun mute. Ich
habe es schon immer gehat,
Eine hbsche Sache, wenn
man es selber macht,
nicht so hbsch anzuschauen.
dann kann ich wohl bald Sc
hlu machen; bestimmt wer-
den sie nach dem Wachwerden noch mal bumsen, aber
mehr wird sich da wohl nicht tun.
Er konnte seine Blicke je
doch nicht abwenden. Der
schlafende Bob Arctor i
mmer nur dieses eine Bild,
dachte Fred, Stunde um Stu
nde. Und dann bemerkte er
sieht aber verdammt nach
Donna Hawthorne aus!
Aber das pat doch nicht
zusammen, dachte er und
Band zurcklaufen, dann wi
eder vor. Bob Arctor und
eine Puppe, aber nicht Donna! Es war die Junkiepuppe
Connie! Er hatte recht gehabt.
Die beiden Individuen lagen Seite an Seite da, und
Und dann, w
hrend Fred zuschaute, schmolzen und
verblaten Connies harte, ka
zge, wurden
ganz wei und verwandelten
sich in Donna Hawthornes
kapiers nicht, dachte er. Das ist ja wie eine wie nennen
die das doch gleich? Wie ei
ne gottverdammte berblen-
dung! Ein filmisches Verfahr
en. Scheie, was soll das
bedeuten? Hat schon jemand da
es im Fernsehen zu zeigen?
Wieder spulte er das Band zurck und dann wieder
vorwrts; genau in dem Augenblick, als die ersten Ver-
nderungen in Connies Gesichtszgen eintraten, stoppte
er dann den Bandvorlauf. Da
einem Standbild.
Er drehte am Vergrerer. Alle anderen Kuben ver-
schwanden; ein groer Kubus formte sich aus den bishe-
rigen acht. Eine einzige n
chtliche Szene: Bob Arctor,
Aufrecht ging Fred in das
Hologramm hinein, in die
dreidimensionale Projektion,
und stellte sich dicht neben
Auf dem halben Wege dazw
mer noch halb Connie; aber
zugleich auch schon halb
Donna. Am besten bergebe ich das hier dem Labor,
dachte er; da hat ein Expert
e dran rumgedreht. Man hat
mir manipulierte Bnder unte
rgeschoben. Aber wer?
fragte er sich. Er trat aus
dem Holo-Kubus, lie ihn zu-
sammenbrechen und verndert
e die Einstellung, bis wie-
erneut da, fieberhaft nachdenkend.
Jemand hatte die Bnder frisiert, indem er Connies
Bild mit dem Donnas berlage
rte. Sorgfltig geflschte
Beweise dafr, da Arctor di
e kleine Hawthorne bumste.
Und? Ein guter Techniker konnte das schon immer bei
Tonbndern oder auch bei Videobndern machen, und
nun hielt er eben den Beweis
auch bei Holo-Bn
dern mglich war. Sicherlich eine
Wenn unsere Abtastkameras nur in Intervallen arbei-
ten wrden, dachte er, htten
kriegen wird. Aber auf dem Ba
Oder handelt es sich vielle
icht nur um einen elektroni-
schen Bildfehler oder Bild
zusammenbruch? berlegte er.
Eine Art elektronische Durc
anderen. Wenn
die Bild-
impulse bei der Aufnahme zu
hoch verstrkt waren und
zwei Bandsektionen zu lange in Berhrung miteinander
kamen, dann mochten die Impulse sozusagen abfrben.
Himmel, dachte er. Das Bild
Donnas stammt aus einer
vorangegangenen oder einer na
chfolgenden Szene, viel-
leicht aus der im Wohnzimmer.
Wenn ich blo mehr ber di
e technische Seite des
berwachungsvorganges wte, dachte er. Ich verschaf-
fe mir lieber mehr Hinter
grundinformationen darber,
bevor ich die Sache an die
groe Glocke hnge. Manch-
mal gibt es ja auch beim
Rundfunk Wellensalat; ein Sen-
der berlagert einen berlagerungseffekte, entschied
Wie die Geisterbilder auf
einem Fernsehbildschirm.
Technisch bedingt, eine Fehl
funktion. Strimpulse eines
anderen Senders. Wieder lie
er das Band vorwrts lau-
de auch weiterhin
nur Connie zeigen. Und dann wie-
der sah Fred, wie Donnas Gesich
t sich in das Bild stahl,
und diesmal wachte der schl
afende Mann neben ihr im
te sich mit einem Ruck hin,
el zu Boden, und Arctor
sa da und starrte unverwandt auf das schlafende Md-
Als Connies Gesicht ganz
allmhlich wieder Donnas
Gesicht verdrngte, entspannte sich Arctor, und schlie-
lich sank er wieder zurck un
d schlief weiter. Aber sein
Schlaf war nicht mehr so ruhig wie zuvor.
Tja, das erledigt wohl die Theorie mit den technisch
bedingten Fehlfunktionen, dachte Fred. Hat sich was mit
elektronischem Abfrben od
er berlagerungseffekten.
Arctor hat es auch gesehen.
Ist aufgewacht, hat es gese-
hen, hingestarrt und dann aufgegeben.
Heiliger Himmel, dachte Fr
ed und desaktivierte die
ganze Anlage vor ihm vollstndig. Schtze, ich hab
genug fr heute, erklrte er
und erhob sich zittrig auf
Wohl ein bichen abartigen Sex gesehen, was? frag-
te ein Jedermann-Anzug. Na,
du wirst dich schon an
diesen Job gewhnen.
Ich werde mich nie an diesen Job gewhnen, sagte
gen reif fr eine Reparatur war, fuhr er am nchsten
Morgen mit dem Taxi bei der
Schlosserei Englesohn vor,
vierzig Dollar in bar in der Tasche und eine gute Dosis
Der Laden hatte eine alte
rtmliche, hlzerne Ausstrah-
lung; zwar war das Ladenschild eher modern gehalten,
aber in den Schaufenster
n lagen seltsame messingne
Zierstcke von einer Art aus, wie man sie bei einer
Schlosserei eben erwarten ko
nnte: irre zierliche Briefk-
sten, ausgeflippte Trknufe,
die so geformt waren, da
sie menschlichen Kpfen hnelten, groe Attrappen
schwarzer, eiserner Schlssel.
Er trat ein. Halbdunkel
umgab ihn. Wie in der Bude eines Dopers, dachte er und
An einem Ladentisch, der
von zwei groen Maschinen
zum Frsen und Polieren von
Schlsselbrten und Tau-
Schlsseln berragt wurde,
begrte ihn eine ltliche,
Zwar euer Bart ist kraus, doch hebt ihr nicht die Riegel
um einen von mir ausgestellten Scheck auszulsen,
Oh. Die Dame holte liebe
nswrdig einen mit einem
Deckel verschlossenen Kartei
nach dem dazugehrigen Schlssel
und entdeckte dann, da der Ka
rteikasten gar nicht abge-
Ja, sagte er, das Geld schon in der Hand.
auf den Zettel zu schreiben,
wahrscheinlich eine Notiz,
Es tut mir aufrichtig leid,
sagte er zu ihr, aber ich
habe durch ein Versehen den
Scheck statt auf mein der-
t erloschenes ausgestellt.
Ummm, sagte die Dame lchelnd, whrend sie
Ich wre Ihnen zudem se
hr verbunden, sagte er,
wenn Sie Ihrem Gatten, de
r mich krzlich angerufen
Mein Bruder Carl, sagt
e die Dame, um genau zu
sein. Sie warf ihm ber ihre
Schulter einen Blick zu.
Falls Carl mit Ihnen gespro
chen hat Sie gestikulierte

Anm. d. bers.:
Deutsch im Original.
lchelnd. Er regt sich manc
hmal so auf, wenn es um
Schecks geht ich mchte
mich in seinem Namen ent-
schuldigen, falls er ein wenig heftig Sie wissen
Sagen Sie ihm bitte, spu
lte Arctor seine auswendig
gelernte Ansprache
ab, da ich zu de
mich meinerseits fr mein
Verhalten entschuldigen
mchte.
Ich glaube, er sagte irgend
ihm den Scheck; er gab ihr zwanzig Dollar.
Irgendwelche Nebenkosten? sagte Arctor.
Keine Nebenkosten.
Ich war durcheinander, sa
gte er und warf einen kur-
zen Blick auf den Scheck, um ihn dann in seiner Tasche
verschwinden zu lassen, weil ein Freund von mir gerade
Du meine Gte, sagte die Dame.
Ohne selbst so recht zu wissen, warum er eigentlich
seinen Abgang immer noch hi
nauszgerte, sagte Arctor:
Er ist erstickt, ganz allein
in seinem Zimmer, an einem
and hat ihn gehrt.
Wuten Sie, da sich mehr
solcher Todesflle ereig-
nen, als die meisten Leute ahne
n? Ich habe gelesen, da,
wenn man mit einem Freund di
niert und dieser eine Zeit
lang nichts sagt, sondern einf
ach nur dasitzt, man sich
vorbeugen und ihn fragen soll,
ob er sprechen kann. Weil
er nmlich vielleicht nicht me
hr dazu in der Lage ist.
Stellen Sie sich das nur vor
er mag ersticken und kann
es einem nicht einmal sagen.
Ja, sagte Arctor. Danke. Das ist wahr. Und danke
wegen des Schecks.
Das tut mir leid, das mit Ihrem Freund, sagte die Dame.
Ja, sagte er. Er war wohl der beste Freund, den ich
Das ist ja ganz schrecklich, sagte die Dame. Wie
Anfang Dreiig, sagte Arctor, was auch stimmte:
Luckman war zweiunddreiig.
Oh, wie furchtbar. Ich werde es Carl erzhlen. Und
vielen Dank, da Sie den la
ngen Weg hier herunterge-
kommen sind.
Ich habe Ihnen zu danken
, sagte Arctor. Und sagen
Sie bitte auch Mr. Englesohn
meinen aufrichten Dank.
Ich bin Ihnen beiden ja so
dankbar. Er ve
den und trat wieder hinaus auf den warmen, morgendli-
chen Brgersteig. Das grelle
Licht und die dumpfige Luft
Er bestellte sich telefonisch ein Taxi, und auf der
Rckfahrt zu seinem Haus sa
er einfach nur da und lob-
te sich selbst dafr, wie gut er doch aus diesem von Bar-
hlichen Eklat. Htte ei
n ganzes Stck schlimmer
kommen knnen, machte er sich
selber klar. Der Scheck
war immer noch da. Und ich
mute nicht dem Macker
Er holte den Scheck hervo
r, um nachzusehen, wie gut
es Barris gelungen war, sein
e Handschrift nachzuahmen.
Ja, es handelte sich tatschlic
h um ein aufgelstes Konto;
er erkannte die Farbe des Sc
gltig geschlossenes Konto,
und die Bank hatte einen
Stempel mit den Worten KONTO ERLOSCHEN darauf-
gedrckt. Er fragte sich, ob
der Schlosser daraufhin wohl
ausgeflippt war. Und dann, als er den Scheck genau be-
Verkehrsgewhl suchte, sah
Arctor, da die Handschrift
Sie erinnerte nicht im geringsten an die von Barris.
Eine perfekte Flschung. Er
htte nie und nimmer darauf
kommen knnen, da es nicht seine eigene Schrift war,
auer dadurch, da er sich dara
n erinnerte, diesen Scheck
Mein Gott, dachte er, wie
viele dieser Schecks hat
hat er mich lngst um die H
lfte all dessen gebracht, was
Barris, dachte er, ist ein Geni
e. Andererseits knnte er
die Schrift natrlich durchge
paust oder jedenfalls auf
mechanischem Wege kopiert
tographen. Aber ich habe doch
nie einen Scheck fr diese
llt wie also knnte es
eine auf mechanischem We
ge hergestellte Flschung
sein? Fr diesen Scheck gibt
es doch keine Vorlage. Ich
werde ihn rber zur graphologischen Abteilung schicken,
entschied er. Sollen die doch
herausknobeln, wie es ge-
macht worden ist. Vielleicht nur bung, bung, bung.
Und was den Schwindel mit den Pilzen anging
Er dachte: Ich werde einfach direkt auf ihn zugehen
und ihm sagen, da mehrere Le
ute mir erzhlt htten, er
habe versucht, ihnen Pilz-Hits
zu verkaufen. Und da er
Schlu mit diesem Schei
machen sollte. Genau ich
habe eine Rckfrage von je
manden bekommen, der sich
wegen der Pilz-Hits Sorgen m
achte. Was ja auch nur zu
Aber diese ganzen Einzelpun
n fr das, was er eigent-
Was ich bei der ersten
Durchsicht der Bn-
der entdeckt habe, stellt nur
eine Zufallsauswahl aus der
Gesamtheit dessen dar, gege
n das ich angehen mu.
Wei der Himmel, was er sons
Schlielich hat er alle Ze
it der Welt zur Verfgung ge-
habt, um herumzustbern und Nachschlagewerke zu le-
sen und Anschlge und Intr
igen und Verschwrungen
und was nicht noch alles s
onst auszuhecken Viel-
leicht, dachte er bergangslos, sollte ich besser mein Te-
lefon durchchecken lassen, um
zu sehen, ob es angezapft
ist. Barris hat eine ganze Kiste voller elektronischer Bau-
teile, und sogar eine Firma wie Sony hat beispielsweise
eine Induktionsspule auf den
Markt gebracht, die als An-
zapfvorrichtung fr ein Tele
Mglicherweise schon seit geraumer Zeit.
Ich meine, dachte er, zustzlich zu der krzlich mit
meinem Einverstndnis vor
genommenen der notwen-
digen Anzapfung.
Erneut studierte er den Scheck, whrend das Taxi
durch die Straen holperte, und ganz pltzlich dachte er:
Was, wenn ich ihn selber ausgestellt htte? Was, wenn
Arctor das hier geschrieben
hat? Ich glaube, ich habs
Arctor hat diesen Scheck
hchstpersnlich ausgeschrie-
ben, zwischen Tr und Ange
aben kippen
alle , weil er aus irgendein
em Grund in Eile war; wollte
den Scheck eben rausknallen
Scheckbuch erwischt, und hint
erher hat er das alles ver-
gessen. Hat die ganze Angelegenheit total vergessen.
Was grinsest du mir, hohler Schdel, her?
Den leichten Tag ge
sucht und in der
Dmmrung seh wer
wieder aus dem Dunst der gewaltigen Dope-
Happenings in Santa Ana aufg
se kleine, blonde Puppe mit
den komischen Zhnen, den
langen blonden Haaren und de
m dicken Arsch kennenge-
lernt hatte; keine groe Schnhe
it, aber so tatkrftig und
knnen; er war bis zum Stehkr
agen mit Dope abgefllt
gewesen. Er hatte die Sache
mit dem Wagen einfach nicht
mehr geregelt gekriegt an
diesem Abend war er so un-
glaublich viel Dope einge
ng hatte sich beinahe bis
zur Morgendmmerung hingezogen.
So viel Substanz T,
und alles echt primo. Sehr,
sehr primo. Sein Stoff.

Indem er sich vorbeugte, sagte er: Halten Sie bitte an
der Shell-Tankstelle da drben. Ich mchte aussteigen.
Er stieg aus, bezahlte den
Telefonzelle, schaute die Nummer des Schlossers nach
Die alte Dame war am Apparat. Schlosserei Engle-
Hier spricht noch einmal Ar
Sie schon wieder belstigen mu. Von was fr einer Ad-
resse ist damals der Anru
f gekommen, durch den der
Auftrag erteilt wurde, fr de
n hinterher der Scheck aus-
Nun, da mu ich erst einm
al nachsehen. Einen klei-
nen Moment bitte, Mr. Arcto
r. In seinem Ohr drhnte
es, als sie den Telefonhrer auf die Theke legte.
Die ferne, gedmpfte Stimme eines Mannes: Wer ist
dran? Dieser Arctor?
Ja, Carl, aber sag bitte ni
chts, bitte. Er ist vorhin he-
reingekommen und
La mich mit
Pause. Dann wieder die alte
Dame. Ja, ich habe die
s seine Heimatadresse ab.
Dorthin ist ihr Bruder bestellt worden? Um den
Einen Moment, bitte. Carl
? Erinnerst du dich noch,
wo du mit dem Lieferwagen
hingefahren bist, um den
Zum Katella Boulevard.
Zum Katella Boulevard.
Zum Katella Boulevard, Mr. Arctor. In Anaheim.
Nein, warten Sie Carl sagt
gerade, es war in Santa Ana,
Danke, sagte er und legte auf. Santa Ana. Main
mu in dieser Nacht minde
stens dreiig Namen und e-
benso viele Nummernschilder notiert haben. Das war
nicht nur eine von diesen
gewhnlichen Drogenparties.
Eine groe Lieferung war ge
fen; die groen Dealer teilten
die Ware unter sich auf und
Agents provocateurs
hopsgenommen worden
Wow, dachte er, ich erinnere mich immer noch an diese
Nacht oder besser gesagt:
Ich werde mich wohl nie
mehr so genau daran erinnern knnen.
Aber das entschuldigte Barris immer noch nicht dafr,
dieser Telefonanruf kam. So,
sich das nur spontan ausgedach
t improvisiert. Scheie,
vielleicht war Barris an je
nem Abend einfach nur abge-
fllt gewesen und hatte das ge
tan, was eine Menge Mak-
abfahren, was sich gerade so ergibt. Arctor hatte den
Scheck geschrieben, daran konn
mehr geben; Barris hatte nur
zufllig den Hrer abgeho-
ben. Und in seinem angefresse
nen Kopf gedacht, da es
ein irre cooler Gag war. Er
hatte nur unverantwortlich
gehandelt, sonst nichts.
Und auch Arctor, berlegte er, als er erneut die Taxi-
verantwortungsbewut ge-
handelt, als er den Scheck w
hrend dieser ganzen langen
sen? Er holte den Scheck no
ch einmal heraus, um das
Datum festzustellen. Andertha
lb Monate. Jesus, und da
hatte er Barris mangelndes Verantwortungsbewutsein
vorgeworfen! Beinahe htte Arctor sich dafr die schwe-
dischen Gardinen von innen
ansehen knnen; nur dank
Gottes unergrndlicher Gnade war dieser Schwachkopf
Carl nicht lngst zum Bezirk
sstaatsanwalt gerannt. Ober
vielleicht hatte ihn auch nur
seine putzige alte Schwester
chen gemacht, von denen ich
bisher noch nichts wute.
Barris ist da nicht der einzige
und vielleicht nicht einmal
der Hauptbeltter. Erstens einmal mu immer noch der
m Barris Arctor mit so ab-
gefeimter Bsartigkeit verfolgt. Woher kommt dieser
brennende Ha? Kein Mens
ch unternimmt doch ber
eine lngere Zeitspanne hinw
eg alle nur erdenklichen
Anstrengungen, um jemanden
fertigzumachen, wenn er
keinen Grund dafr hat. Und
Barris versucht nicht, ir-
gendwen sonst fertigzumachen, sagen wir, Luckman oder
Charles Freck oder Donna Ha
wthorne; er hat sich mehr
als jeder andere darum gekmme
rt, da Jerry Fabin in die
Staatliche Nervenklinik kam,
und er kmmert sich gera-
dezu rhrend um alle Tiere im Haus.
Einmal war Arctor kurz
davor gewesen, einen der
Hunde wie zum Teufel hatte
der kleine schwarze Kter
doch gleich geheien, Popo oder so hnlich? ins Tier-
heim zu bringen und dort einschlfern zu lassen, weil die
Hndin sich nicht abrichten lie. Barris hatte Stunden, ja,
eigentlich sogar Tage mit Po
po verbracht und sie abge-
dressiert werden konnte und deshalb nicht mehr weg
mute, um eingeschlfert zu
werden. Falls Barris Bsar-
tigkeit sich gegen alle richte
te, dann wrde er doch wohl
keine Nummern keine guten Nummern wie die ab-
Er gab die Adresse der Shell-Tankstelle durch.
Und wenn Carl, der Schlosser,
gemerkt hat, da Arctor
schwer drogenschtig ist, berl
egte er, whrend er in d-
sterer Stimmung herumlungerte
und auf das Taxi wartete,
dann ist das auch nicht Barri
s Schuld; als Carl damals
um fnf Uhr morgens in sein
war, um einen Schlssel fr Ar
Arctor mglicherweise gerade auf puddingweichen Br-
gersteigen entlangspaziert
und die Wnde hochgegangen,
oder er hatte mit Fischaugen Schlagball gespielt oder ein
paar von den anderen Dingen getan, die man auf einem
Dope-Trip so tun konnte. Carl hatte schon da seine
Schlufolgerungen gezogen.
Als Carl den neuen Schls-
sel geschliffen hatte, war Arctor vielleicht gerade ver-
kehrt herum durch die Luft geschwebt oder auf seinem
sprach. Kein Wunder, da Ca
rl nicht sonderlich erfreut
gewesen war.
Vielleicht, spekulierte er, versucht Barris ja sogar
blo, Arctors zunehmende Fe
hlleistungen wieder auszu-
bgeln. Arctor hlt sein Fahrzeug nicht lnger so gut in
Schecks aus, und das alles ni
cht aus bser Absicht, son-
dern weil sein gottverdammtes
Gehirn durch den ganzen
Stoff zermatscht ist. Aber
das macht die Angelegenheit
eher nur noch schlimmer. Ba
rris tut, was er kann; das
kann durchaus sein. Nur ist auch
Gehirn zermatscht.
Dem Wurme gleich ich, der den Staub durchwhlt.
Staube nhrend lebt,
sich gegenseitig auf zer-
matschte Art und Weise. Di
e Zermatschten fhren die
Zermatschten. Und zwar geradewegs ins Verderben.
Vielleicht, mutmate er, hat Arctor selbst die ganzen
Drhte durchgeknipst und
verbogen und die ganzen
Kurzschlsse in seinem Ceph
skop verursacht. Mitten in
der Nacht. Aber aus welchen Grnden?
Eben das wrde die Kardinalsfrage sein:
Warum?
Aber
bei zermatschten Gehirnen wa
r alles mglich, alles denk-
bar, selbst Motive, die so verdreht wie die Drhte waren.
Whrend seiner Ttigkeit als Geheimer Rauschgift-Agent
hatte er das selbst gesehen,
viele, viele Male. Diese Tra-
gdie war ihm nicht neu; das alles war nur ein Routine-

fall mehr in den Computersp
eichern. Das hier war das
Stadium, das der Reise in
die Staatliche Nervenklinik
Alle diese Typen bewegten
sich auf demselben Spiel-
unterschiedlicher Entfernung vom
Ziel und wrden es zu
verschiedenen Zeiten erreiche
n. Aber am Ende wrden
sie doch alle an diesem Ziel ankommen: in der Staatli-
Das war in ihr Nervengewe
be einprogrammiert. Oder
in das, was immer davon briggeblieben war. Nichts
konnte dem noch Einhalt gebiet
en oder es verhindern.
Und, so glaubte er nun zu wissen, besonders nicht
mehr fr Bob Arctor. Dies
e langsam in ihm aufdm-
mernde Erkenntnis gewann er
rein intuitiv; sie war nicht
von dem abhngig, was Barris
neue, eine professionelle Erkenntnis.
Orange County hatten ja beschl
ossen, Bob Arctor in den
Brennpunkt ihres Interesses
zu rcken; sie hatten zwei-
fellos gute Grnde dafr, Grunde, ber die er nichts wu-
te. Vielleicht besttigten diese gleichzeitigen Entwick-
lungen einander: Das wachse
nde Interesse der Behrden
an Arctor immerhin hatte
es die Abteilung eine ganz
tors Haus zu installieren u
nd ihn dafr zu bezahlen, da
er die Ergebnisse dieser berwachungsttigkeit analy-
sierte, und dann waren da ja
auch noch die anderen Be-
amten weiter oben, die sich
das abschlieende Urteil ber
das Material bilden muten,
das er in regelmigen Ab-
zu der Tatsache, da Barris
seine Aufmerksamkeit in ei-
hatten Arctor zu ihrem Prim
rziel gemacht. Aber was
hatte er selbst an Arctors Verhalten bemerkt, das ihm als
ungewhnlich ins Auge gest
ochen war? Durch unmittel-
bare Beobachtung, unabhngig von den Einschtzungen
der beiden anderen Parteien?
Whrend das Taxi weiterfuhr,
berlegte er sich, da er
hchstwahrscheinlich eine ganze Weile wrde Ausschau
wrde sich den Kameras und
den Schirmen nicht binnen
eines Tages offenbaren. Er w
rde viel Geduld aufbringen
mssen; er wrde sich darein
schicken mssen, ber ei-
nen langen Zeitraum Nachfo
rschungen anzustellen und
sich in einen Bewutseinszus
sah, irgendein dunkles, rtselhaftes Verhalten von Arc-
tors Seite, wrde Arctor pl
tzlich im Schnittpunkt einer
Peilung von drei Fixpunkten aus stehen, und es wrde
eine dritte Absicherung fr di
e Einschtzungen der ande-
ren Parteien geben. Gewi
sttigung liefern. Und dam
it den Kostenaufwand und die
Zeit rechtfertigen und den
Ich frage mich, was Barris we
i, was wir nicht wissen,
dachte er. Vielleicht sollten
schleifen und ihn danach frage
n. Andererseits ist es na-
trlich gnstiger, ber Material zu verfgen, das unab-
hngig von Barris zusammenge
tragen worden ist; an-
dernfalls wrden die Erkennt
nisse eine bloe Verdopp-
lung jener Erkenntnisse sein
er auch war oder was immer er
auch darstellen mochte
Und dann dachte er: Was, zu
m Teufel, habe ich da ei-
gentlich gerade gedacht? Ic
ne Bob Arctor doch; er ist
ein guter Mensch. Er ist in
dachte er, fr das
Orange County, in einer
Sich an die Welt mit klammernden Organen;
Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust
Aber, dachte er, das erkl
rt noch nicht, warum das
Sheriff-Bro von Orange County
hinter ihm her ist und
zwar so sehr, da sie diese
ganzen Holos installiert und
einen Full-Time-Agenten damit beauftragt haben, ihn zu
berwachen und ber ihn Berich
t zu erstatten. Das lt

Anm. d. bers.: Deutsch im Original
Das pat alles nicht zusammen, dachte er. Da mu
noch mehr, noch viel mehr in
jenem Haus vor sich gehen,
dem unkrautberwucherten
Hinterhof und den Katzen-
klos, die nie geleert werden, jenem Haus, wo die Tiere
herumspazieren und die Abfallei-
mer berquellen, weil nie jemand den ganzen Mll nach
drauen trgt.
Was fr eine Verschwendung, dachte er, ein so gutes
und solides Haus derartig
herunterkommen zu lassen.
Man knnte so viel damit ma
chen. In diesem Haus knn-
te eine Familie leben, Kinder
und eine Frau. Dafr war es
ausgelegt: drei Schlafzimme
r. So eine Verschwendung;
so eine beschissene Versch
wendung! Sie sollten es ihm
wegnehmen, dachte er; sie so
llten auf der Stelle eingrei-
fen und die Zwangsrumung an
ordnen. Vielleicht werden
sie das ja auch machen. Und es einer besseren Verwen-
dung zufhren; dieses Haus
schreit geradezu danach.
Dieses Haus hat auch schon
viel bessere Tage gesehen,
vor langer Zeit. Jene Tage
jemand, der nicht so ist wie Arctor und seine Kumpane,
darin wohnen wrde und es
Besonders den Hof, dachte e
r, als das Taxi in die mit
alten Zeitungen berste Auffahrt einbog.
Er bezahlte den Fahrer, holte
seinen Trschlssel her-
war. Er war ganz allein
keiner auer ihm im Haus.
Falsch! Keiner auer ihm u
nd den heimlichen, unsichtba-
Alles, was er tat. Alles, was er sagte.
Unwillkrlich mute er an di
e Kritzeleien denken, die
man manchmal sah, wenn man zum Pinkeln auf ein f-
fentliches Pissoir ging.
LCHLE! DU WIRST FR
VORSICHT, KAMERA GEFI
LMT! Und die Kamera
surrt los, dachte er, sobald
stisch. Er mochte das nicht.
Er fhlte sich gehemmt; die-
se Empfindung war seit dem ersten Tag, vom ersten Au-
genblick an, nachdem sie wieder nach Hause gekommen
waren, immer strker gewo
rden. Seit dem Hundeschei-
e-Tag, wie er ihn bei sich
nannte eine Bezeichnung,
die ihm nicht mehr aus dem
Kopf gehen wollte. Und mit
jedem Tag war das Bewutse
in um die Anwesenheit der
Keiner daheim, nehme ich an, erklrte er wie blich
mit lauter Stimme und war
sich dabei der Tatsache be-
wut, da die mit den Kameras gekoppelten Mikrophone
diese Worte aufgenommen hatten. Aber er mute immer
aufpassen; er durfte ja di
kennen. Wie ein Schauspieler vor einer Filmkamera,
dachte er. Du mut spielen,
als wrde die Kamera gar
nicht existieren, sonst schmei
t du die Szene. Und dann
Denn bei dieser Scheie gi
bt es keine Wiederholungs-
Statt dessen mu man damit rechnen, von den Bndern
gelscht zu werden. Ich meine,
mu damit rechnen.
n Kameras, sondern ich.
Was ich tun sollte, dachte er, um aus all dem heraus-
zukommen, ist das Haus zu verkaufen; es ist ja sowieso
Niemand kann mich hier rausbringen.
Aus welchen Grnden auch immer sie das tun wrden
oder wenigstens gerne tten.
Vielleicht existieren die S
ie, die mich beobachten,
ja auch einfach nur
in meiner Einbildung. Paranoia. Oder
besser: nicht die Sie, sonde
rn das Es. Das entpersn-
lichte Es.
ist es nicht. Jedenfalls nich
t nach meinen Mastben. Es
So albern das alles
auch ist, dachte er, so bengstigend
Das, ungleich meiner kleinen, dunkelugigen
Donna, niemals blinzelt. Was
sieht eine Kamera eigent-
lich? fragte er sich. Ich meine, was sieht sie
Sieht sie in den Kopf hinein
? Oder in da
Herz? Sieht eine starr montierte Infrarot-Kamera, wie
man sie frher zu verwende
n pflegte, oder eine 3-D-
Abtastkamera, wie man sie heute verwendet, das neueste
Modell, in mich in uns
hinein, und ist das Bild, das
auf den Schirmen erscheint,
klar oder dunkel und ver-
schwommen? Ich hoffe, da we
nigstens das Bild auf den
Schirmen klar ist, dachte er,
lnger in mich selbst hineinsehen kann. Ich sehe nur
ch drinnen. Um unser aller
willen hoffe ich, da die Kameras es besser knnen.
Denn, so dachte er, wenn die Kameras nur dunkle Bilder
liefern, so dunkle wie die, di
e ich selber sehe, dann sind
wir alle verdammt, sind wied
er verdammt, wie wir es
schon von jeher gewesen sind,
und dann werden wir am
Ende unwissend sterben, und se
lbst das bichen, das wir
wissen, jenes winzige Fragment der Wahrheit, noch
Nach Zufallskriterien nahm er einen Band aus dem
Bcherschrank im Wohnzimmer;
es handelte sich, wie er
Das groe illustrierte
Buch der krperli-
chen Liebe.
Als er es nach Zufalls
kriterien aufschlug,
entdeckte er eine Seite, die einen Mann zeigte, der mit
seligem Lcheln an der ber
ihn ragenden rechten Titte
einer vor Lust keuchenden Pupp
e knabberte, und er sagte
tiere er die Worte eines berhmten, altehrwrdigen, ber-
Jedweder Mensch sieht nur einen winzigen Teil der
einen, alles umfassenden Wahrhe
it, und sehr oft, ja sogar
nahezu
Verfluchtes dumpfes Mauerloch,
Trb durch gemalte Scheiben bricht!
Den Wurme nagen, Staub bedeckt,
Den bis ans hohe
immer, bringt er sich soga
r noch selbst um jenes klei-
gen ihn und handelt wie eine andere Person, besiegt ihn
Mit einem bedeutungsschweren
Nicken, so, als sei er
von der Weisheit der nichtexistenten Worte auf jener Sei-
te tief bewegt, schlo er das groformatige, in rotes Le-
der eingebundene und mit gl
Groe illustrierte Buch
der krperlichen Liebe
und stellte es auf seinen a
ngestammten Platz im Regal
dachte er, zoomen die Kameras
nicht auf den Buchumschlag
und lassen meinen kleinen
dessen, was mit allen sei-
nen Bekannten geschah, imme
r deprimierter wurde, be-
chen. In den Kreisen, in dene
n er verkehrte, war es kein
sich einfach eine grere Ladung Reds und schluckte sie
man zuvor den Telefonhrer
neben die Gabel gelegt hat-
te, um von niemandem gestrt zu werden.
Natrlich mute ein solcher Abgang sorgfltig geplant
werden. Im Mittelpunkt der Vo
rbereitungen standen da-
bei die Artefakte, die spter
e Archologen dereinst fin-
den sollten. Es galt, sie so
auszuwhlen, da diese Ar-
chologen auch wissen wrden
kam. Und sich auerdem ein Bild davon zusammenpuzz-
len konnten, was zum Zeitpunk
t der Durchfhrung deiner
Tat in deinem Kopfe vorging.
Deshalb verwandte er mehrere Tage darauf, ber die
Zusammenstellung der Artefakt
e zu entscheiden. Viel
lnger, als er darauf verwandt
hatte, zu beschlieen, sich
zu tten, und ungefhr die
gleiche Zeit, die er bentigt
hatte, um sich eine hinrei
nge von Reds
zu beschaffen. Man wrde ihn
dem Rcken liegend, neben
sich ein Exemplar von Ayn
(welches Zeugnis davon able-
gen wrde, da er ein unvers
tandener Obermensch gewe-
sen war, verkannt von den Ma
ssen und daher in gewisser
Weise ein Opfer ihrer schmhlichen Miachtung) und
Annullierung seiner Benzin-Kre
ditkarte protestierte. Auf
diese Weise wrde er das Sy
stem anklagen und durch
der Tod fr ihn selbst bewirkte. Tatschlich war er sich
ber das, was der Tod fr ih
n selbst bewirken mochte,
lngst nicht so im klaren wi
e ber das, was die beiden
Artefakte bewirken wrden;
aber jedenfalls summierte
sich alles auf, und er begann,
zu treffen, wie ein Tier, das sprt, da seine Zeit ge-
kommen ist, und nun nach
dem Instinktprogramm han-
delt, das die Natur ihm fr
den Augenblick mitgegeben
hat, da sein unvermeidliches Ende naht.
war beinah schon verronnen) n
derte er seinen Plan in
einem entscheidenden Punkt
ab und beschlo, die Reds
Ripple runterzusplen, und so
machte er sich auf zu sei-
schft fr Weine, und ersta
nd dort eine Flasche 1971er
ig Dollar rmer machte und das war alles, was er hat-
Wieder daheim, entkorkte er
die Flasche und gab der
Blume Zeit, sich in aller Ruhe
zu entfalten. Dann trank er
ein paar Glser, verbrachte ei
n paar Minuten damit, sich
in seine Lieblingsseite im
Groen illustrierten Buch der
zu versenken, die ein Mdchen zeig-
te, das rittlings auf einem Ma
nn hockte, stellte den Pla-
stikbeutel mit den Reds nebe
schlielich mit dem Ayn Ra
nd-Buch und dem unvollen-
tungsvolles zu denk
en, aber das wollte
ihm einfach nicht
gelingen; statt dessen sah er
immer nur das rittlings auf
dem Mann hockende Mdchen
vor seinem inneren Auge.
Und dann kippte er mit eine
alle Reds auf einmal hinunter. Nach vollbrachter Tat lie
er sich zurcksink
en, das Ayn Rand-Buch und den Brief
Aber er war abgelinkt word
en. Die Kapseln waren gar
dern eine Art verrckter ps
ychedelischer Drogen, und
zwar eine Sorte, die er noch nie zuvor eingepfiffen hatte.
Vielleicht eine Mischung,
Statt ruhig zu ersticken, be
gann Charles Freck zu hallu-
zinieren. Tja, dachte er philosophisch, das ist nun einmal
mein Geschick. Immer werde ich beschissen. Angesichts
der Menge der Kapseln, die er
er sich vorsorglich schon einmal darauf ein, da ihm ein
Seine erste Wahrnehmung wa
r ein Geschpf von ir-
gendwo zwischen den Dimens
ionen, das neben seinem
Das Geschpf hatte viele Au
gen, die gleichmig ber
waren, trug ultramoderne,
teuer aussehende Kleidung und ragte ungefhr zweiein-
Du wirst mir meine Snden vorlesen, sagte Charles
Freck. Das Geschpf nickte und erbrach das Siegel der
Und das wird hundertta
usend Stunden dauern.
Das Geschpf von irgendwo zwischen den Dimensio-
nen bedachte ihn mit einem
scharfen Blick aus seinen
und sagte: Wir sind nicht
lnger im weltli
chen Univer-
sum. Kategorien wie Raum
und Zeit die den Niederun-
gen materiellen Seins angehre
n, treffen auf dich nicht
lnger zu. Du bist auf die
Ebene transzendenten Seins
vorgelegen werden, in alle Ewigkeit, im Schichtdienst.
Die Liste wird nie enden.
Vertrau nie einem Dealer, dachte Charles Freck und
geschehen machen zu knnen.
Tausend Jahre spter lag er immer noch da auf seinem
Brust, und hrte ihnen dabe
langt, und er war damals gerade sechs Jahre alt gewesen.
Zehntausend Jahre spter hatten sie die sechste Klasse
Das Jahr, in dem er die Masturbation entdeckt hatte.
Er schlo die Augen, aber
trotzdem konnte er immer
noch das vielugige, zweieinha
der endlosen Schriftrolle sehen, das las und las und las
Und als nchstes , sagte es gerade.
Charles Freck dachte: Wenigstens war der Wein gut.
Schirm von Holo-Kamera Drei, wie sein Objekt offen-
sichtlich nach Zufallskriterien
ein Buch aus dem Bcher-
schrank im Wohnzimmer sein
es Hauses nahm. Ein Ver-
steck fr Dope? fragte Fred und zoomte mit der Kamera-
linse nher heran. Oder hatte er sich in diesem Band viel-
leicht eine Telefonnummer oder eine Adresse notiert? Er
konnte auf den ersten Blick sehen, da Arctor das Buch
nicht hervorgeholt hatte, um da
rin zu lesen; Arctor hatte
gerade eben erst das Haus
seinen Mantel. Eine eigentm
liche Aura umgab ihn; er
wirkte gleichzeitig angespannt
und ausgelaugt. Als stehe
er unter emotionaler Hoch
spannung und sei doch zu-
Die Zoom-Linse zeigte, da
sich auf der von Arctor
ein Farbfoto eines Mannes befand,
der an der rechten Brustwarze
einer Frau knabberte; bei-
de Individuen ware
n nackt. Die Frau hatte offensichtlich
gerade einen Orgasmus; ihre
Augen hatten sich halb ge-
schlossen, und ihr Mund klaffte in einem unhrbaren
Sthnen offen. Vielleicht be
nutzt Arctor das dazu, um
sich aufzugeilen, dachte Fred, whrend er zuschaute. Aber
Arctor schenkte dem Bild
statt dessen rezitierte er zu
render Stimme einen hchst
merkwrdigen Text, teilwei-
se in Deutsch, offenbar, um jeden zu verwirren, der ihn
zufllig belauschen sollte. Vielleicht nahm er an, da
seine Mitbewohner irgendwo im
Haus waren, und wollte
ohnzimmer locken, mutmate
Aber niemand tauchte auf.
Luckman das wute Fred,
weil er sich schon lngere Zeit vor den Schirmen aufhielt
hatte sich stereo mit einer Handvoll Reds und einer
Ladung Substanz T vollgep
umpt und war, noch immer
vollstndig angezogen, in seinem Schlafzimmer bewut-
los geworden, nur ein paar
Was macht Arctor da blo? fragte sich Fred und no-
tierte sich die Kennziffern di
eser Bandabschnitte. Er wird
mant, der wegen Arctor anrief, gemeint hat.
Oder, berlegte er, knnten die Stze, die Arctor laut
ausgesprochen hat, der akus
tische Auslser fr irgendei-
, die er im Haus installiert
hat? An oder aus. Vielleicht erzeugt diese Apparatur so-
die Funktion der Abtastkame-
ras strt und damit unsere berwachungsttigkeit.
Aber er zweifelte daran. Zw
eifelte daran, da Arctors
Handlungsweise berhaupt verstandesmig erklrbar
war oder einen Zweck oder ei
ne Bedeutung hatte auer
Der Typ ist verrckt, dachte
er. Echt verrckt. Seit
dem Tag, da er die Schde
n an seinem Cephskop ent-
deckte sptestens aber vo
n dem Tag an, als er von der
Fahrt heimkam, auf der er merkte, da jemand an seinem
zwar so, da er dadurch
beinahe draufgegangen wre ,
verhlt er sich permanent
wie ein Irrer. Bis zu einem gewissen Grad auch schon
frher, dachte Fred. Aber perm
anent jedenfalls seit dem
Hundescheie-Tag, wie Fred
diesen Tag seines Wis-
Eigentlich konnte man ihm
deswegen sogar nicht ein-
Mantel schlte, wrde jeden
um den Verstand bringen.
Aber die meisten Leute wrden
nach einiger Zeit wieder
einklinken. Nicht so Arctor. Bei ihm wirds immer
schaften vor, die gar nicht existieren, und das, obwohl
keiner da ist, der sie hren
knnte. Und no
ch dazu in
fremden Zungen.
Oder will er mich vielleicht
nur bluffen?
dachte Fred
unbehaglich. Hat er irgend
wie herausgefunden, da er
unter permanenter berwach
tut er nur
so, als sei er verrckt, weil er
dadurch von seinen wirkli-
chen Aktivitten ablenken will?
Oder spielt er einfach
nur irgendwelche ausgeflippten Spielchen mit uns? Die
es an den Tag bringen.
Also wenn man mich fragt, dachte Fred, spielt er uns
werden. Ein sechster Sinn.
primitiver Instinkt: da, was ei
ne Maus hat, jedes gejagte
Ding. Es wei, da sich jemand anschleicht. Es
das.
Arctor zieht extra fr uns
eine Nummer ab, foppt uns.
Aber andererseits ka
nn man sich da nie
ganz sicher sein.
Es gibt Bluffs, unt
er denen sich noch andere Bluffs ver-
bergen. Unter jeder Schicht li
egt immer noch eine weitere.
kurer Lesung hatte Luck-
man geweckt. Die Kamera in
seinem Schlafzimmer zeig-
te, wie er sich benommen au
vernahm er den Lrm, der entstand, als Arctor beim Auf-
hngen seines Mantels einen Kleiderbgel fallen lie.
Luckman lie seine langen, muskulsen Beine unter sich
gleiten und griff nach einer Handaxt, die er immer auf
aufrecht und bewegte sich m
it der Geschmeidigkeit eines
Im Wohnzimmer nahm Arctor die Post vom Kaffee-
Er warf eine kitschige Re-
klamesendung in Richtung Papier
In seinem Schlafzimmer hrte Luckman das. Er ver-
steifte sich und hob den Kop
f, als wolle er eine Witte-
Arctor, der die Post las, machte pltzlich ein finsteres
Gesicht und sagte: Da wird
doch der Hund in der Pfan-
ne verrckt.
In seinem Schlafzimmer entspannte Luckman sich,
gibts Neues?
Arctor sagte: Ich bin he
ute am Gebude der Maylar
Erzhl mir doch keinen vom Pferd.
Sie waren gerade dabei, In
ventur zu machen, sagte
tte einer der Angestellten
die ganzen Inventurlisten am
Absatz seines Schuhs nach
drauen geschleppt. Darum
hechelte die ganze Beleg-
schaft drauen auf dem Parkpl
atz der Maylar Mikropunkt
Und einer kleinen Papiertte.
Gabs auch ne Prmie f
r den ehrlichen Finder?
sagte Luckman ghnend und
schlug sich mit den Hand-
Arctor. Nur hatten sie die auch verloren. Es war nm-
lich n winzig kleiner Penny.
Luckman sagte: Du siehst ne ganze Menge merk-
wrdiger Sachen, we
nn du so durch die Gegend fhrst,
Nur in Orange County, sagte Arctor.
Wie gro ist eigentlich
das Gebude dieser Maylar
Und was schtzt du, da es wiegt?
Mit oder ohne Belegschaft?
Fred lie das Band im Schnellvorlauf vorwrtsschie-
en. Als die Skalen anzeigten
, da eine Stunde verstri-
chen war, hielt er es fr einen Augenblick an.
ungefhr zehn Pfund,
sagte Arctor gerade.
Sag mal, wenn das Geb
gro ist und nur zehn Pfund wi
egt, wieso hast du es dann
berhaupt bemerkt?
gelegt hatte, sagte: Sie haben ein groes Firmenschild.
Herr im Himmel! dachte Fred
und spulte das Band er-
neut vorwrts. Aus einem vagen Impuls heraus hielt er es
wie sieht dieses Firmen
schild aus? sagte Luckman
gerade. Er sa auf dem Fubod
en und reinigte eine Kat-
zengras-Kiste. Neon oder so? Farben? Ich berleg mir
die ganze Zeit, ob ichs vie
lleicht schon mal gesehen
Hier, ich werds dir zeigen,
sagte Arctor und langte
in die Brusttasche seines
Hemdes. Ich habs mitge-
weit du eigentlich, wi
e man Mikropunkte in jedes
beliebige Land schmuggeln
knnte, ohne
da irgendwer
was spitzkriegen wrde? sagte Luckman gerade.
Wahrscheinlich auf jedem beliebigen Weg, sagte
Arctor und lehnte sich bequem
zurck. Er rauchte einen
Joint, und eine dicke Qualmwolke verfinsterte das
Nein, ich meine einen Weg, auf den nie jemand
kommen wrde, sagte Luckman. Barris hat ihn mir
eines Tages mal verraten, unter dem Siegel der Ver-
schwiegenheit; ich sollte ke
inem was davon erzhlen,
Kleine Dopekunde fr
Nein.
Einfache Tricks, um x-be
liebige Objekte in die
Vereinigten Staaten einzuschmuggeln oder auch wieder
hinaus, je nachdem, in welc
her Richtung man die Grenze
berquert.
Man schmuggelt sie mit einer Lieferung Dope
ein. Zum Beispiel mit Heroin. Die Mikropunkte sind in
den Pckchen drin. Keiner w
klein sind. Sie wrden nicht
Aber dann wrde sich ir
gendein Junkie einen Hit
schieen, der zur Hlfte au
s Smack und zur Hlfte aus
Tja, dann wrde er wohl pltzlich der schei-gebil-
Kme ganz darauf an, was auf den Mikropunkten
Barris hatte auch noch nen
ganz neuen Trick auf La-
ger, um Dope ber die Gren
ze zu schmuggeln. Du kennst
das doch, diese Typen vom Zoll fragen einen immer, ob
man was zu verzollen hat, richtig? Und da kann man ja
Okay, wie geht dies
er Trick denn nun?
Tja, schau mal, du nimmst einfach einen groen
Klotz Hasch und schnitzst so
lange daran herum, bis er
von auen wie ein Mensch aussi
eht. Anschlieend hhlst
du ihn teilweise aus und baus
t ein Aufziehwerk und ein
in die Schlange, und direkt vor der Zollabfertigung ziehst
du ihn mit dem Schlssel auf,
und er geht von ganz allei-
ne zu dem Mann vom Zoll hin. Der sagt dann zu ihm:
Nein, nichts und marschiert einfach immer geradeaus
weiter bis er auf der andere
n Seite der Grenze stehen-
bleibt, weil das Uhrwerk abgelaufen ist.
Man knnte auch statt eine
r Feder eine Art Solarzel-
lenbatterie einbauen. Dann
knnte er jahrelang weiter-
Und was sollte das bringen? Am Ende wrde er entwe-
der den Pazifik oder den Atlantik erreichen. Vielleicht wr-
de er sogar ber den Rand der Welt hinauswandern, wie
Stell dir mal ein Eskimodorf vor und einen zwei Me-
ter groen Haschklotz, so u
ngefhr im Wert von wie-
Die Eskimos kauen gerade
Seehundsfelle und schnit-
zen Knochenspeere, und dies
er Haschklotz, der zwei
Milliarden Dollar wert ist,
kommt durch den Schnee da-
hermarschiert und sagt wi
eder und wieder: Nein,
Sie wrden sich bestimmt
fragen, was er damit wohl
Sie wrden so verwirrt sein, da sie gar nicht mehr
darber wegkmen. Legend
en wrden entstehen.
Kannst du dir vorstellen, de
inen Enkeln zu erzhlen:
Ich habe mit meinen eigene
n Augen gesehen, wie der
auftauchte und vorberschritt,
ungefhr in die Richtung
da vorne, und er war zwei M
illiarden Dollar wert und
sagte immer nur: Nein, nichts. Seine Enkel wrden ihn
Nein, schau mal, Legenden bauschen immer alles
auf. Nach ein paar Jahrhunderten wrde die Geschichte
ungefhr so gehen: Zu
Zeiten unserer Altvorderen
strmte eines Tages ein drei
ganz hervorragendem Schw
arzen Afghanen, der acht
Trilliarden Dollar wert war und tdliches Feuer versprh-
te, auf uns los und schrie: S
terbt, Eskimo-Hunde! und
wir kmpften todesmutig mit unseren Speeren gegen ihn
Die Kinder wrden auch di
e Version nicht glauben.
Kinder glauben einem sowieso berhaupt nichts
Es bringt dich echt runt
er wenn du dich mit einem
Kind unterhltst. Mich hat
mal ein Kind gefragt: Wie
s du das erste Auto gesehen
hast? Scheie, Mann, ich bin 1962 geboren.
Mein Gott, sagte Arctor,
genau das hat mich auch
mal ein Typ gefragt, den ich
kannte. Hatte zuviel Acid
geschluckt. Er war siebenundz
wanzig Jahre alt, nur drei
Jahre jnger als ich. Er bekam berhaupt nichts mehr auf
die Reihe. Spter pfiff er noch ein paar Hits Acid ein
oder was sie ihm als Acid verkauft hatten , und danach
pinkelte er auf den Fubod
en und schi auf den Fubo-
gehts dir, Don? dann sprach
er einem das nur nach wie
ein Papagei. Wie gehts dir, Don?
Das Gesprch verstummte, und das Schweigen hing
wie der Qualm des Joints zw
ischen den beiden Mnnern
in dem dunstigen Wohnzimmer. Ein langes, dsteres
Schweigen.
Bob, weit du was? sagt
Ich bin immer gerade so a
lt gewesen wie alle anderen.
Ich glaube, ich auch, sagte Arctor.
Ich wei nicht, woran das gelegen hat.
Aber natrlich weit du das, Luckman, sagte Arc-
tor. Nmlich daran, woran es
bei uns allen gelegen hat.
Hm. Du, reden wir ber was anderes, ja? Er inha-
lierte wieder geruschvoll,
und sein langes Gesicht war
Eines der Telefone im Kont
roll-Zentrum klingelte. Ein
nahm das Gesprch entgegen und
schob den Apparat dann zu
Fred hinber. Fred.
unten bei uns waren? sagt
e eine Stimme. Und dem
OH-Test unterzogen wurden?
Sie sollten noch einmal
wiederkommen. Eine Pause
auch am anderen Ende der Leitung. Wir haben weiteres
smtliche Standard-Perzep-
tionstests sowie einige andere
Tests absolvieren werden.
Dieser Termin ist morgen um
fnfzehn Uhr, wieder im
selben Raum. Alles in alle
m werden die Tests ungefhr
vier Stunden in Anspruch
nehmen. Wissen Sie noch die
Zimmernummer?
Nein, sagte Fred.
Okay, sagte Fred stoisch.
Whrend oder auerhalb
Ich hab Krach mit me
inem Mdchen gehabt.
Irgendwelche Bewutseinsstrungen? Haben Sie
bisweilen Schwierigkeiten,
Personen oder Gegenstnde
zu identifizieren? Kommt es Ihnen manchmal so vor, als
seien bestimmte Dinge, die
Sie sehen, umgekehrt oder
verkehrt? Und da ich gerade
danach frage irgendwel-
Nein, sagte er mrrisch. Nein auf alle Fragen.
Wir erwarten Sie dann al
so morgen in Zimmer 203,
Welches Material ber mich hat Sie eigentlich dazu
bewogen
Darber reden wir morgen.
Kommen Sie einfach hin.
All right? Und, Fred Kopf hoch.
Tja, ein herzliches
auch Ihnen, dachte er und
Voller Verrgerung darber, da sie ihm solche Sche-
rereien machten und ihn dazu
wogegen sich alles in ihm aufl
Farben auf, und die dreidi
mensionalen Szenen darauf
erfllten sich mit Leben. Aus dem Lautsprecher drang
noch mehr von dem nutzlosen,
fr Fred so frustrierenden
Geplapper:
Diese Puppe, schwafelte Luckman weiter, war also
schwanger geworden und beantragte eine Abtreibung,
weil ihre Periode schon viermal ausgeblieben war und ihr
Bauch sichtlich dicker wurd
e. Die ganze Zeit ber be-
schwerte sie sich stndig ber
die Kosten fr die Abtrei-
bung; aus irgendeinem Grund wollte die Wohlfahrt nm-
lich kein Geld dafr rausr
cken. Nun, eines Tages war
da war so eine Freundin
von ihr da und sagte ihr knallhart ins Gesicht, da sie ja
sowieso nur eine hysteris
Scheinschwangerschaft also htte. Du
nur glauben, da du schwange
auf sie ein. Ein reiner Sc
huld-Trip. Und die Abtreibung
und das ganze Moos, das du da
fr blechen mut, das ist
ein Selbstbestrafungs-Trip. Und daraufhin schaute die
Puppe sie ganz ruhig an ic
h stand damals echt auf sie,
nebenbei bemerkt und sagte: Na gut, wenn es also eine
hysterische Schwangerschaft
ist, dann werde ich auch
eine hysterische Abtreibung
haben und dafr mit hysteri-
Arctor sagte: Ich mchte zu gerne wissen, wem ei-
glaubte
Amt gewesen, so ungefhr um
1882. Spter, nachdem er
sich einer lngeren Therapie
unterzogen hatte, kam er
immerhin so weit, da er blo noch glaubte, es sei nur
eine Amtszeit gewesen
Wutentbrannt schlug Fred auf die Bedienungselemente
der Holos und lie die Bnde
r zweieinhalb Stunden vor-
wrts jagen. Wie lange geht
dieser Rotz denn noch wei-
also bringst du dein Ki
nd zum Doktor zum Psy-
chologen und erzhlst ihm,
da dein Kind die ganze
Zeit ber schreit und Wutanf
lle hat. Vor Luckman auf
tel mit Grass; er unterzog ge
rade das Grass einer genauen
berprfung. Und es lgt;
triebene Geschichten. Und de
r Psychologe untersucht das
Kind, und seine Diagnose laut
ist hysterisch. Sie haben ein
hysterisches Kind. Aber ich
t sagen, woran das liegt. Und
dann merkst du, die Mutter,
da deine groe Stunde ge-
kommen ist, und du jubelst ihm die Wahrheit ganz locker
unter den Kittel: Ich wei, wo
Nmlich daran, da ich eine
hysterische Schwangerschaft
hatte. Luckman und Arctor la
chten beide, und auch Jim
Barris fiel in ihr Gelchter
ein; er war irgendwann wh-
Pfeife; er war immer noch ni
cht fertig, den Pfeifenkopf
Wieder spulte Fred das Band
dieser Typ, sagte Luck
man gerade und strich vorn-
bergebeugt das Grass in einer kleinen Schachtel glatt,
whrend Arctor ihm gegenbe
rsa und ihm mit halbem
Auge dabei zuschaute, tra
t im Fernsehen auf und be-
sein. Im Laufe seiner Karriere, so erzhlte er dem Inter-
unter anderem als berhmter Chirurg vom John Hopkins
Medical College, als Physiker, der mit einem staatlichen
Forschungsstipendium in Ha
rvard an der Theorie hoch-
beschleunigter subatomarer
finnischer Romancier, der de
n Literaturnobelpreis ge-
Und mit dem allen ist er durchgekommen? fragte
Der Typ hat sich nie als irgendeiner dieser Leute
ausgegeben. Er hat sich ni
stapler. Das kam spter
durch einen Artikel in der L. A. Times heraus die hat-
ten die Geschichte nachgeprf
Besenschwinger in Disneyland, oder jedenfalls war er
das so lange gewesen, bis er die Autobiographie eines
weltberhmten Hochstaplers in
die Finger kriegte es
gab nmlich wirklich mal so
einen und sich sagte:
Zum Teufel, wenn der sich al
s diese ganzen exotischen
Macker ausgibt und dam
it durchkommt, dann kann
ich
das schon lange, aber spter
hat er sichs wohl anders
berlegt und sich gesagt: Z
um Teufel, was soll das ei-
gentlich; ich werd mich einfach als
ausge-
ben! Er hat auf diese Weis
e ne Menge Moos gemacht,
stand in der
Fast so viel wie der echte weltbe-
rhmte Hochstapler. Und er sa
gte, es wre so doch viel
Barris, der in seiner Ecke
immer noch Bindfaden auf-
wickelte, sagte wie zu sich
selbst: Auch wir sehen ab
und an Hochst
apler. In unserer nch
sten Umgebung. Aber
sie geben sich nicht als Phys
iker fr subatomare Teilchen
Rauschgift-Agenten, meinst du, sagte Luckman.
Yeah, Rauschgift-Agenten. Ich frage mich manchmal,
wie viele Rauschgift-Agenten
wir kennen. Wie sieht so
Das ist ja, als wrdest du fragen: Wie sieht so ein
sagte Arctor. Ich hab
mich mal mit einem groen
Hasch-Dealer unterhalten,
der hopsgenommen worden war, als er gerade zehn
Pfund Hasch in seiner Tasche
hatte. Ich hab ihn gefragt,
denn aussah. Ihr wit schon,
der na, wie sagt man doch
gleich? der Lockvogel, der auftrat und sich als Freund
Hasch zu verkaufen.
Wahrscheinlich, sagte Barris und wickelte weiter
Bindfaden auf, ganz genau so wie wir.
dieser Hasch-Dealer, meine ic
h er war brigens schon
verknackt worden und mute
am nchsten Tag in den
Kahn , der erzhlte mir: Sie haben lngere Haare als
wir. Und die Lehre, die man
daraus ziehen kann, ist
wohl: Halte dich blo von
Typen fern, die so aussehen
Es gibt auch weibliche Ra
uschgift-Agenten, sagte
Ich mchte gerne mal einen Rauschgift-Agenten
kennenlernen, sagte Arctor.
Ich meine, bewut. Einen,
wei, da es einer ist.
Tja, sagte Barris, mit Bestimmtheit wrdest du das
erst wissen, wenn er dir die
Handschellen anlegt. Falls es
mal so weit kommt.
Arctor sagte: Was mich interessieren wrde haben
Rauschgift-Agenten eigen
gesellschaftliches Leben aus?
Wissen ihre Ehefrauen Be-
Rauschgift-Agenten haben
keine Ehefrauen, sagte
Luckman. Sie leben in Hhl
en und sphen unter gepark-
ten Wagen hinter dir her, wenn du vorbergehst. Wie
Menschen, sagte Barris.
Wie kann ein Typ das blo machen? sagte Arctor.
Sich als Rauschgift-Agent ausgeben?
Was?
sagten Barris und Luckman wie aus einem
Scheie, ich bin heute echt
ausgeklinkt, sagte Arctor
mit einem schiefen Grinsen.
Sich als Rauschgift-Agent
ausgeben wow. Er schtte
lte in komischer Verzweif-
lung den Kopf.
Luckman starrte ihn an. SICH ALS RAUSCHGIFT-
AGENT AUSGEBEN?
SICH ALS RAUSCHGIFT-
Ich glaub, mein Gehirn ist heute eine einzige Mot-
sche, sagte Arctor. Ich hau mich besser in die Falle.
Vor den Schirmen unterbrach Fred den Bandvorlauf;
Machste ne Pause, Fred? rief einer der anderen Je-
dermann-Anzge zu ihm hinber.
Yeah, sagte Fred. Ich
bin mde. Dieser Schei
geht einem nach ner Weile
ganz schn auf den Geist.
pier schon nicht mehr die Hlfte von dem, was sie sa-
gen, so mde bin ich. Und ic
h habs satt, fgte er hinzu,
ihnen zuzuhren.
Wenn man selbst dabeisitzt, sagte ein Jedermann-
Anzug, ist es lngst nich
t so schlimm; richtig? Ich
nehm doch an, da du dabeig
esessen hast da du einer
aus dieser Gruppe bist, nat
rlich in einer Tarnidentitt.
Stimmts?
Ich wrde nie mit Spinnern wie denen da rumhn-
gen, sagte Fred. Die reden doch nur immer und immer
wieder das gleiche, wie sen
ile alte Opas. Warum machen
sie das eigentlich, dauernd nur rumsitzen und Schei la-
bern?
Warum machen wir das, was wir machen? Im Grun-
de genommen ist das doch auch immer wieder das glei-
che, wenn mans sich mal genau anschaut.
Aber wir mssen das machen; das ist unser Job. Wir
knnen uns das ni
Wie senile alte Opas, warf ein Jedermann-Anzug
ein. Die knnen sich das au
ch nicht aussuch
Sich als Rauschgift-Agent
ausgeben, dachte Fred. Was
So tun, berlegte er, als sei man ein Hochstapler. Ei-
ner, der unter parkenden Wagen lebt und Dreck frit.
urg oder Romancier oder
Politiker; jemand, um den sich
keine Fernsehanstalt rei-
en wrde. Das ist kein Le
ben, das irgend jemand, der
noch bei Verstand ist
Dem Wurme gleich ich, der den Staub durchwhlt,
Den, wie er sich im Staube nhrend lebt,
Ja, das trifft es ganz genau, dachte er. Dieses Gedicht.
Luckman mu es mir vorgelesen haben, oder vielleicht ha-
ben wir es mal in der Schule durchgenommen. Lustig, was
da manchmal aus den Tiefen der Erinnerung wieder an die
Oberflche kommt. Was das Ge
hirn so alles speichert.
Kopf gehen, obwohl er doc
h das Band schon lngst ge-
stoppt hatte. Ich wnschte mir, ich knnte sie vergessen,
dachte er. Ich wnschte mir,
ich knnte wenigstens fr
vergessen.
Irgendwie krieg ich das Gefhl, sagte Fred, da
ich manchmal wei, was sie im nchsten Augenblick sa-
Das nennt man
, nickte einer der Jedermann-
Anzge. Pa mal auf, ich will
dir mal n paar gute Tips
geben. Spul das Band immer ber einen lngeren Auf-
vor, also nicht nur eine Stunde sondern,
sagen wir mal, sechs Stunden.
Wenn sich da nichts Be-
Auf diese Weise kommst du nich
t in ihren Rhythmus. Du
schwimmst sozusagen gegen den Strom. Sechs oder so-
gar acht Stunden vorwrts, da
nn in groen
Sprngen zu-

Im Gegensatz zu Kapitel XI, wo diese
ne englische bersetzung.
rck Du wirst den Dreh
bald raushaben und ein Ge-
spr dafr kriegen, ob du
von diesem Nichts vor dir
hast oder ob irgendwo was
Und du wirst eigentlich ga
sagte der andere Jedermann-An
zug. Bis du wirklich auf
ein vorbeifahrender Last-
wagen, bis sie ihr Baby weinen hrt. Das weckt sie das
erregt ihre Aufmerksamkeit.
Ganz egal, wie schwach das
Weinen auch immer sein ma
g. Das Unterbewutsein ar-
es achten mu.
Ich wei߫, sagte Fred. Ich
habe selbst zwei Kinder.
Jungen?
Mdchen, sagte er. Zwei kleine Mdchen.
Ist ja suuuuper, sagte
einer der Jedermann-Anzge.
Ich hab auch ein M
dchen, ein Jahr alt.
Bitte keine Namen, sagte der andere Jedermann-
Anzug, und sie alle lachten. Ein bichen.
Jedenfalls, sagte Fred zu sich
dern auszusondern und weiterz
uleiten lohnt. Diese kryp-
tische uerung darber, sich als ein Rauschgift-Agent
auszugeben. Die anderen Mnner bei Arctor im Haus
auch die hat diese uerung
berrascht. Wenn ich mor-
gen um drei rbergehe, werd
e ich eine Kopie davon mit-
nehmen ein Band allein mit dem Ton mte reichen
und das mal mit Hank durchdi
skutieren. Das und alles
andere, was ich bis morgen noch finde.
Aber selbst wenn das alles
ist, was ich Hank vorlegen
kann, dachte er, so ist es
immerhin doch ein Anfang. Es
zeigt, da diese Rund-um-die-Uhr-berwachung Arctors
keine Verschwendung ist.
utscher. Arctor hat sich
verplappert.
Was diese uerung allerdi
ngs bedeuten sollte, wute
Aber das, sagte er zu sich selbst, werden wir schon
noch herausfinden. Wir werden
so lange an Bob Arctor
dranbleiben, bis er reif ist.
Auch wenn es noch so uner-
quicklich ist, ihm und seinen Kumpels die ganze Zeit
ber zusehen und zuhren zu
mssen. Diese Kumpels
von ihm, dachte er, sind gena
uso schlimm wie er selbst.
Wie habe ich es blo jemals
aushalten knnen, die ganze
Zeit ber mit denen allen in
diesem Haus rumzuhngen?
Was fr eine Art, sein Leben
zu verbringen; was fr ein,
wie der andere Beamte es genannt hatte, endloses Nichts.
Ganz tief unten, dachte e
r, in der Motsche, der Mot-
sche ihres Gehirns und der
Motsche, die sie von auen
umgibt; berall nichts als Motsche. Und das liegt nur an
ihnen selbst daran, was fr
eine Art von Individuen sie
Er steckte seine Zigaretten ein und ging zurck in den
Waschraum, verriegelte die T
r. Dann nahm er zehn Ta-
Blechtasse mit Wasser und pfi
ff alle zehn Tabs ein. Er
wnschte sich, mehr Tabs
mitgenommen zu haben. Na
ja, dachte er, ich kann ja noch ein paar schlucken, wenn
ich die Arbeit hinter mich ge
bracht habe. Wenn ich nach
Hause komme. Er schaute auf seine Uhr und versuchte,
auszurechnen, wie lange das
wohl noch hin war. Aber er
konnte kaum noch klar denk
ist es bis dahin noch? fragte
er sich und berlegte zu-
hl geworden sein mochte.
einandergebracht, erkannte er
pltzlich. Ich wei nicht
einmal mehr, wie spt es schon ist.
Ich fhle mich, als htte ich Acid geschluckt und wre
dann durch eine Wagenwaschanlage geschickt worden,
Unmengen von gigantischen
Brsten, die auf mich eindrin
tiefer hineingezogen in Tunnels aus schwarzem Schaum.
Was fr eine Art, seinen Lebensunterhalt zu verdienen,
dachte er und entriegelte die Tr des Waschraumes, um
Als er den Bandtransport erneut anstellte, sagte Arctor
sher berblicken kann, ist
krank war.
sagte Arctor, habe ich beschl
ossen, ihn zu verscheuern
und mir statt dessen eine Ente zu kaufen.
Kommt ganz aufs Gewicht an, sagte Arctor.
Am folgenden Nachmittag um
drei Uhr wurde Fred, der
sich noch schlechter fhlte als am Tag zuvor, von zwei
medizinischen Assistenten
nicht denselben wie beim
ersten Mal mehreren Tests unterzogen.
In rascher Aufeinanderfolge werden Sie nun eine
Anzahl von Objekten, die Ihne
n vertraut sein mten, vor
sich vorbeiziehen sehen, und
zwar zunchst vor Ihrem
linken und dann vor Ihrem r
Zeit werden auf dem Leuchtschirm vor Ihnen simultan
Umrizeichnungen mehrerer solcher Ihnen vertrauter
Objekte erscheinen, und Sie sollen mit Hilfe des Druck-
stiftes markieren, welches Ih
rer Ansicht nach die korrek-
te Umrizeichnung des jeweils
gerade sichtbaren Objek-
Ihnen vorberbewegen, also
zgern Sie nicht zu lange.
auch die von Ihnen bentig-
Okay, sagte Fred, den Druckstift einsatzbereit.
Dann lief eine ganze Herde
vertrauter Objekte an ihm
vorbei, und er stie mit dem Stif
darunter. Zuerst exerzierte
er diese bung mit dem linken
noch einmal mit dem rechten Auge.
Als nchstes wird vor Ih
rem rechten Auge kurzzeitig
das Bild eines vertrauten Objekts erscheinen; Ihr linkes
Auge wird dabei abgedeckt se
ken Hand, ich wiederhole, Ihrer
Hand, in eine
Gruppe von Objekten hinein
langen und das eine finden,
dessen Bild Sie gesehen haben.
Okay, sagte Fred. Das Bild eines einzelnen Wrfels
wurde kurzzeitig gezeigt; mit
zwischen vor
ihm aufgebauten kleinen Objekten herum,
Im nchsten Test werden
sich in Reichweite Ihrer
linken Hand mehrere Buchst
aben befinden, die zusam-
men ein Wort ergeben, die Si
e aber nicht sehen knnen.
Sie werden diese Buchstaben
ertasten und dann mit Ihrer
rechten Hand das von den Bu
ergaben das Wort WARM.
Als nchstes werden Sie
in diese vollstndig dunkle
Schachtel hineinlangen, whrend zugleich beide Augen
abgedeckt sind, und mit Ihre
r linken Hand ein Objekt
berhren, um es zu identifiz
ieren. Sagen Sie uns dann,
worum es sich bei diesem Obje
kt handelt, ohne es visuell
wahrgenommen zu haben. Da
nach werden Ihnen drei
Objekte gezeigt werden, die einander irgendwie hnlich
sehen, und Sie sollen uns sage
n, welches der drei Objek-
te, die Sie sehen, am strksten dem Objekt hnelt, das Sie
mit der Hand berhrt haben.
Okay, sagte Fred und abso
lvierte auch diesen und
viele weitere Tests, fast ei
ne Stunde lang. Tasten, benen-
In dem nun folgenden Test
werden Sie, whrend Ihre
Augen wieder abgedeckt sind,
hinauslangen und mit je-
der Ihrer beiden Hnde jewe
ils ein Objekt fhlen. Sie
sollen uns sagen, ob das Ob
jekt, das Ihrer linken Hand
prsentiert wird, mit dem iden
tisch ist, das Ihrer rechten
Hier nun in schneller Folge
Bilder von Dreiecken in
verschiedenen Positionen. Si
e sollen uns sagen, ob es
Nach zwei Stunden lieen sie ihn komplizierte Kltze
in komplizierte Lcher einpassen und stoppten die Zeit,
die er dafr brauchte. Er fhlte
sich, als sei er wieder in
der ersten Klasse, in der er
auch immer alle Tests ver-
schlechter ab als damals. Frule
in Frinkel, dachte er; das
alte Frulein Frinkel. Whren
d ich diesen Schei machen
schleuderte mir Sterbebefehle entgegen, wie man das in
der Transaktions-Analyse nenn
t. Stirb. Hr auf zu exi-
stieren. Hexenmutter-Flche.
Eine ganze Ladung davon,
bis ich am Ende wirklich Mist
mand geschafft, sich seinerse
its mit einem Sterbebefehl
zu revanchieren, und es hatte
gewirkt. Er hoffte es. Viel-
leicht hatte sie sogar einer
seiner eigenen Sterbebefehle
erwischt. brigens schleudert
e er auch den Testern, die
ihm gegenbersaen, jetzt solche Befehle entgegen.
Es schien aber nicht viel zu
Was ist an diesem Bild falsch? Eines der Objekte
pat nicht zu den anderen. Sie sollen markieren
Er tat das. Dann folgte ein Test mit realen Objekten,
von denen eines nicht in die
Schar der anderen gehrte;
erregende Objekt zu entfernen.
Danach sollte
er alle An-
sto erregenden Objekte aus ei
wie die Tester das nannten
herausnehmen und sagen,
ob all die Ansto erregenden Objekte ein gemeinsames
Merkmal hatten, und wenn
ja, welches. Ob auch
Er mhte sich immer noch da
mit ab, als die Tester ihm
mitteilten, die ihm zur Verf
gung stehende Zeit sei abge-
derten, eine Tasse Kaffee trinken zu gehen und anschlie-
end drauen zu warten, bis man ihn wieder hereinriefe.
Nach einer Zeit die ihm verdammt lange vorkam
erschien einer der Tester und sagte: Da wre noch eine
Sache, Fred wir htten gerne eine Blutprobe von Ih-
Gehen Sie die Halle hinun
ter zu dem Raum mit der
Aufschrift Pathologisches La
bor und geben Sie das hier
dort ab. Dann, nach der Blutentnahme, kommen Sie hier-
her zurck und warten.
In Ordnung, sagte er dster und schlenderte mit der
berweisung in der Hand davon.
Als er vom pathologischen
Labor wieder nach Zimmer
203 zurckkam, machte er sich
an einen der Tester heran
oben gehen wrde, um mit me
Ergebnisse warte? Er hat
bald Dienstschlu.
Keine Einwnde, sagte der Tester. Da wir be-
schlossen haben, Ihnen eine
Blutprobe abnehmen zu las-
sen, wird es ohnehin lnger
dauern, bis wir die Schlu-
auswertung machen knnen; ja, gehen Sie ruhig rauf. Wir
werden oben anrufen, wenn
wir Sie wieder hier benti-
gen. Hank, nicht wahr?
Der Tester sagte: Sie kommen mir heute sehr viel
niedergeschlagener vor als da
, wo wir uns das erste Mal
gesehen haben.
Als Sie das erste Mal hier
che. Da waren Sie zwar auch
angespannt, aber Sie haben
immer noch Scherze gemacht und gelacht.
Fred starrte ihn an und begriff pltzlich, da das einer
der beiden medizinischen A
ssistenten war, mit denen er
es schon frher zu tun gehabt ha
tte. Aber er sagte nichts;
er grunzte einfach nur und verlie dann ihr Bro, wankte
zum Aufzug. Das bringt einen
echt runter, dachte er. Die-
se ganze Sache. Ich mchte
zu gerne wissen, welcher der
beiden medizinischen Assistenten das war. Der mit dem
Kaiser-Wilhelm-Schnurrbart oder der andere. Der ande-
re, vermute ich. Der hier hatte ja keinen Schnurrbart.
Sie werden dieses Objekt manuell mit Ihrer linken
Hand abtasten, sagte er zu sich selbst, und es gleich-
zeitig mit Ihrer rechten anscha
uen. Anschlieend werden
Sie uns in Ihren eigenen Wort
en sagen Er brachte es
nicht fertig, sich noch me
hr solchen Unsinn auszuden-
ken. Nicht ohne ihre Hilfe.
Als er Hanks Bro betrat,
sah er, da auer Hank noch
ein anderer Mann anwesend wa
r. Er trug keinen Jeder-
mann-Anzug und sa in der hi
ntersten Ecke des Raumes,
Hank gegenber.
Hank sagte: Das ist der Informant, der uns wegen
Bob Arctor angerufen und da
bei diese elektronische Ab-
schirmung benutzt hat ich ha
be Ihnen davon erzhlt.
Dieser Mann hat uns erneut
angerufen, um uns weite-
re Informationen ber Bob
Arctor zukommen zu lassen;
wir haben ihm daraufhin erklr
t, da er sein Inkognito
aufgeben und seine wahre Id
entitt enthllen msse. Wir
forderten ihn auf, persnlich
hier vorzusprechen, und das
Aber sicher, sagte Fred
und starrte unverwandt Jim
Barris an, der grinsend dasa und mit einer Schere her-
so, als behage ihm das alles
nicht so recht. Und er sah hlich aus. Superhlich,
dachte Fred mit innerem Wi
derwillen. Sie sind James
Barris, nicht wahr? sagte
er. Sind Sie schon mal ver-
Seine ID-Karte weist ihn als James R. Barris aus,
hinzu: Er hat kein Vorstrafen-Register.
Was will er? Zu Barris sagt
e Fred: Wie lauten Ihre
Informationen?
Ich habe Beweise dafr, sagte Barris mit gedmpf-
ter Stimme, da Mr. Arctor einer weitgespannten, im
Verborgenen operierenden Ge
heimorganisation angehrt,
reiches Waffenarsenal verf
gt, Kodeworte benutzt und
deren Endziel mglicherweise der Sturz der
ulation, unterbrach ihn
Hank. Von welchen Aktione
n dieser Organisation wis-
erster Hand stammen.
Sind Sie je in eine Nerv
enklinik eingewiesen wor-
den? sagte Fred zu Barris.
Nein, sagte Barris.
Wren Sie bereit, fuhr Fr
ed fort, im Bro des Be-
zirksstaatsanwalts eine notar
ichtlich Ihrer Beweise und Informa-
tionen zu unterzeichne
n? Und wrden Sie
Er hat bereits durchblicken lassen, da er das tun
wrde, unterbrach ihn Hank.
Meine Beweise, sagte Barris, die ich zwar heute
grtenteils nicht mitgebrach
t habe, aber jederzeit vorle-
gen knnte, bestehen aus
Bandaufnahmen, die ich von
Telefongesprchen Robert Arctors angefertigt habe. Ich
meine Gesprche, die er fhrte, ohne zu wissen, da ich
Ich halte sie fr eine ,
begann Barris, aber Hank
winkte ab. Eine po
litische Organisation, sagte Barris.
Obwohl er schwitzte und ein
wenig zitterte, machte er
einen zufriedenen
rschwrung gegen
nen.
Fred sagte: Was fr eine
Verbindung besteht zwischen
der Substanz T stammt?
Barris blinzelte, leckte sich
dann die Lippen und sagte,
indem er das Gesicht verzog
: Meiner Meinung nach
Er unterbrach sich mitten im Satz. Wenn Sie alle meine
Informationen auswerten, werden Sie meine Beweise,
meine ich werden sie zweifellos daraus den Schlu zie-
hen, da Substanz T von ei
ner fremden Macht hergestellt
wird, die entschlossen ist,
die USA zu vernichten, und
da Mr. Arctor eine wesentlic
he Funktion in der Maschi-
Knnen Sie uns noch weitere
Angehrige dieser Or-
ganisation namhaft machen? sagte Hank. Personen,
der Tatsache bewut, da es ei
n Verbrechen ist, staatli-
chen Behrden wissentlich fa
lsche Informationen zu ge-
ben, und da man Sie desw
egen belangen kann und ver-
Ich bin mir dessen bewut, sagte Barris.
Mit wem hat Arctor konferiert? sagte Hank.
Mit einer gewissen Mi Donna Hawthorne, sagte
Barris. Unter verschiedenen Vorwnden fhrt er hinber
zu ihrer Wohnung
und kollaboriert dor
t regelmig mit
Kollaboriert.
Ich bin ihm gefolgt, sa
gte Barris langsam und be-
tont. In meinem eigenen Wa
gen. Ohne sein Wissen.
Er geht oft dahin? sagte Hank.
Donna Hawthorne ist sein Mdchen, sagte Fred.
Barris sagte: Auerdem hat Mr. Arctor
Hank wandte sich zu Fred um und sagte: Glauben
Wir sollten uns auf jeden
Bringen Sie Ihre Beweise
her, befahl Hank Barris.
Alle. Vor allen Dingen interessieren uns Namen Na-
men, Autonummern, Telefonnu
mmern. Haben Sie jemals
beobachten knnen, da Arctor mit greren Mengen
von Drogen zu tun hatte? Mengen, die den Bedarf eines
gewhnlichen Drogenkonsumenten bei weitem berstie-
gen?
Aber ja doch, sagte Barris.
Welche Arten von Drogen?
Verschiedene Arten. Ich
habe Proben da
von. Ich ha-
be sorgfltig Proben gesamm
elt damit Sie sie analy-
sieren knnen. Die kann ich
auch mitbringen. Eine ziem-
wollen? sagte Hank zu Barris. Zu Fred sagte er: Viel-
leicht sollten wir ihm eine
n Beamten mitgeben, wenn er
die Beweise holt. Was im Klartext hie: Um ganz si-
cherzugehen, da er nicht pl
tzlich Angst vor seiner ei-
genen Courage bekam und sich
verdnnisierte. Da er
gar nicht erst auf den Gedanke
n kam, es sich doch noch
Da wre noch eine Sache,
die ich Ihnen gerne sagen
mchte, sagte Barris. Mr. Arctor ist schwer drogenab-
hngig, schtig nach Substanz
T, und daher jetzt geistes-
mer mehr zugenommen, und er ist gefhrlich.
Gefhrlich,
Ja, erklrte Barris. Er
zeigt bereits Symptome, wie
sie bei einem durch Substanz T verursachten Hirnscha-
Schwchung der ipsilaterna-
len Komponente nach sich zieht Und zudem Barris
rusperte sich. Verfallserscheinungen auch im Corpus
Ich habe Ihnen doch schon
einmal erklrt, sagte
Hank, da solche durch nich
ts gesttzte Spekulationen
vllig wertlos sind, und ich m
chte Ihnen dri
ngend raten,
in Zukunft darauf zu verzic
hten. Aber auf jeden Fall
werden wir Ihnen einen Beamten mitgeben, wenn Sie
Grinsend nickte Barris. Aber ich nehme doch an
Ich knnte Barris ges
den. Ich sagte ja schon, da Mr. Arctor
Hank nickte. All right, Mr. Barris, wir wissen es zu
wrdigen, da Sie ein derar
tiges Risiko eingehen, und
wenn alles klappt, wenn Ihre Informationen von mageb-
licher Bedeutung dafr sind, bei Gericht eine Verurtei-
Aus diesem Grunde bin ich
nicht hier, sagte Barris.
Der Mann ist krank. Gehirnge
schdigt. Durch Substanz T.
Der Grund, aus dem ich hier bin
Uns interessiert nicht, wa
rum Sie hier sind, sagte
Hank. Uns interessiert nur,
ob Ihre Beweise und das von
Ihnen gesammelte Material uns
Vielen Dank, Sir, sagte Ba
Wieder in Zimmer 203, dem Polizeilabor fr psychologi-
sche Tests, hrte Fred ohne
groes Interesse zu, wie die
beiden Psychologen versucht
Wir sind zu dem Schlu
gekommen, da bei Ihnen
keine gewhnlichen Funktions
beeintrchtigungen vorlie-
Konkurrenz, sagte der a
ndere Psychologe, zwi-
schen der linken und der rech
ten Hemisphre Ihres Ge-
hirns. Das Problem liegt nicht so sehr darin begrndet,
da ein einzelnes Signal unz
ulnglich oder, wenn man es
rseucht wre; uns scheint es
vielmehr, als wrden sich st
ndig zwei Signale in die
Quere kommen, miteinander
ander widersprechende In
Normalerweise, erluterte
der andere Psychologe,
benutzt jeder Mensch die linke Hemisphre. Das Ego,
das Ich-Bewutsein, hat dort
seinen Sitz. Sie ist domi-
nant, weil in eben dieser li
das Sprachzentrum lokalisiert
ist; oder, um es prziser
stiert sich vor allem darin,
da die Sprachfhigkeit be-
fr den Spracherwerb in
der linken und die rumlichen
Fhigkeiten in der rechten
nem Digitalcomputer vergliche
n werden, die rechte mit
einem Analogcomputer. Daher fhrt die bilaterale Funk-
tionsweise des Gehirns nicht zu einer einfachen Ver-
ssysteme registrieren und
verarbeiten die hereinkomme
nden Daten auf unterschied-
liche Weise. Bei Ihnen jedoch
ist keine der beiden Hemi-
sphren dominant; sie ergnzen einander
nicht,
nicht
die funktionalen Defizite der jeweils anderen
Hemisphre. Die eine Hlfte gi
bt Ihnen eine Information,
die andere Hlfte eine andere.
Das ist ungefhr so, als htten Sie in Ihrem Wagen
zwei Tankanzeiger, sagte de
r andere Mann, und einer
davon wrde anzeigen, da der Tank voll ist, wohinge-
gen der andere auf leer st
eht. Beide An
zeigen knnen
nicht gleichzeitig zutreffen.
es ist in Ihrem Fall
nicht so, da einer der Tank
andere nicht; vielmehr Al
so noch mal anders rum.
genau die gleiche Men-
ge Benzin: das gleiche Benz
in, den gleichen Tank. Sie
testen sozusagen das gleiche Ding. Sie als Fahrer haben
nur eine indirekte Beziehun
g zum Benzintank, nmlich
vermittelt ber die Benzinuhr,
oder, in Ihrem Fall, die
Benzinuhren. Tatschlich k
nnte der Tank sogar vllig
leer sein, und Sie wrden nichts davon wissen, bis eine
nbleibt. Es sollte nie zwei
Benzinuhren geben, die ei
nander widersprechende In-
formationen liefern, denn soba
ld dieser Fall eintritt, kn-
berhaupt kein
Wissen mehr ber den Zustand
erlangen, auf den sich diese
Informationen beziehen. Das
ist nicht dasselbe, als htten
Sie zwei Benzinuhren, eine
regulre und eine als Reserve, und die Reserveuhr immer
Ich bin mir sicher, da Sie das schon wissen, sagte der
Psychologe zur Linken. Sie haben es am eigenen Leibe
ran es lag und
was es war.
Die beiden Hemisphren
meines Gehirns konkurrie-
ren miteinander? sagte Fred.
Warum?
Substanz T. In funktioneller Hinsicht bewirkt sie das
der Test uns besttigt hat. Die fr gewhnlich dominante
linke Hemisphre ist gesch
digt, und die rechte Hemi-
sphre versucht fo
rtwhrend, die durch
diese Schdigung
bedingten Ausflle zu kompe
nsieren. Aber die nun paar-
zu einem einheitlichen Ganzen, weil dieser Zustand ab-
norm ist, da der Krper fr so
irresein verwandtes Phnom
en. Wir knnten natrlich
Wird das wieder weggehen, unterbrach ihn Fred,
wenn ich von Substanz T runterkomme?
Mglicherweise, sagte der Psychologe zur Linken
funktionale Strung.
Der andere Mann sagte: Es
knnte auch eine organi-
sche Schdigung sein. Es knnte irreversibel sein. Das
wird sich erst im Laufe der Zeit herausstellen, und zwar
erst dann, wenn Sie schon la
nge von Substanz T runter
sind. Und zwar vollstndig.
Was? sagte Fred. Er vers
tand die Antwort nicht
Und selbst wenn es ein
Schaden am Gehirngewebe
ist, sagte einer der Psychologen, sollten Sie die Hoff-
nung nicht aufgeb
en. Derzeit laufen Experimente zur
operativen Entfernung kleiner Gewebeabschnitte aus
beiden Hemisphren, um so
konkurrierende Verarbei-
tungsprozesse im Bereich de
r Gestaltwahrnehmung nach-
haltig abzustellen. Es wird
allgemein angenommen, da
dadurch vielleicht die ursp
rngliche Hemisphre ihre
Das Problem dabei ist jedoc
h, da das jeweilige Indi-
viduum fr den Rest seines
Lebens vielleicht nur noch
Eindrcke einlaufende
Sinnesdaten empfan-
gen mag. Statt zweier Signale bekommt es ein halbes
Signal. Was meiner Ansicht na
Ja, aber partielle, nichtkonkurrierende Funktionen
sind immer noch besser als gar keine Funktionen, weil
lagerungen sich am Ende i
mmer zu einer Null-Aufnahme
Sehen Sie mal, Fred, sagte der andere Mann, Sie
knnen nicht lnger
Ich werde nie wieder Substanz T einpfeifen, sagte
Fred. In meinem ganzen Leben nicht mehr.
mehr. Wegen dem Stre bei meinem Job.
Man sollte Sie auf jeden
entbinden, sagte der Psychol
oge. Sie ganz freistellen.
Sie sind geschdigt, Fred. Und Sie werden das noch fr
eine ganze Zeit sein. Allermi
ndestens. Was danach sein
Vielleicht werden Sie wied
er ein volles Comeback ma-
Und wie kommt es, knirsch
te Fred, da die beiden
Hemisphren meines Gehirns,
selbst wenn sie beide zu-
gleich dominant sein mgen,
nicht dieselben Reize emp-
fangen? Warum knnen ihre
beiden Dingsbumse nicht
Schweigen.
Ich meine, sagte er gestikulierend, die linke Hand
und die rechte Hand wenn
die ein Objekt ergreifen,
dasselbe Objekt, dann mten
Linksseitigkeit versus Rech
tsseitigkeit und ihre Be-
deutung, zum Beispiel
, sagen wir mal, hi
nsichtlich eines
Spiegelbildes in dem die
linke Hand zur rechten Hand
wird Der Psychol
aufschaute. Wie wrden Si
e einen linken Handschuh im
Gegensatz zu einem rechten
eren, so da
jemand, der nichts ber dies
e Begriffe wei, Ihnen sagen
knnte, welchen Sie meinen?
wischt? Das spiegelbild
Ein linker Handschuh, sagte Fred und hielt inne.
ist, ab nhme eine Hemi
Wirklichkeit so wahr, als werde sie von einem Spiegel
Wie durch einen Spiegel hindurch. Ver-
stehen Sie? Und darum wird
links zu rechts, mit allen
Implikationen, die sich daraus ergeben. Und wir wissen
bisher noch nicht, was fr Implikationen es mit sich
bringt, wenn man die Welt auf diese Weise verkehrt
sieht. Topologisch gesprochen
ist ein linker Handschuh
der durch die Unendlichkeit ge-
zogen wurde.
Durch einen Spiegel hindurch, sagte Fred. Ein
dunkler Spiegel, dachte er;
ein dunkler Schirm. Und der
heilige Paulus hatte, wenn er
von einem Spiegel sprach,
nicht einen Glasspiegel di
e hatte es damals noch gar
nicht gegeben gemeint, s
ondern das Abbild seiner
selbst, das er sah, wenn er
auf den polierten Boden einer
metallenen Pfanne schaute.
Das hatte Luckman ihm bei
einer seiner theologischen Vorlesungen erzhlt. Kein
Linsensystem, wo ja keine
Umkehrung stattfindet, kein Blick
eigenen Gesichts, zu ihm
zurckgespiegelt, und zwar
verkehrt durch die Unend-
lichkeit gezogen. Wie sie es mir die ganze Zeit begreif-
lich machen wollten. Nicht durch ein Glas
hindurch,
dern wie von einem Glas zu
rckgespiegelt. Und diese
Widerspiegelung, die auf dich zurckfllt: das bist du,
das ist dein Gesicht, aber z
ugleich auch wieder nicht.
Und sie hatten in jenen alte
n Zeiten noch keine Kameras,
und darum ist das die einzige
Art, in der jemand sich sel-
Ich habe mich selbst rckwrts gesehen.
Ich habe in gewisser Hinsic
ht damit angefangen, das
gesamte Universum rckwrts zu sehen. Mit der anderen
Topologie, sagte einer
der Psychologen gerade.
Eine bisher nur unzulnglic
h verstandene Wissenschaft
oder mathematische Theorie, wie auch immer man das
bezeichnen will. Genau wie die Schwarzen Lcher im
Fred sieht die Welt von inne
n heraus, erklrte der
andere Mann gerade im selb
en Augenblick. Von vorne
und von hinten zugleich, vermute ich. Es drfte uns
schwerfallen, zu sagen, wie sie ihm daher erscheint. Die
Topologie ist der Zweig der Mathematik, der jene Eigen-
figuration untersucht, die unve
rndert bleiben, wenn das
Objekt einer isomorphen, ja
jeder denkbaren
isomor-
phen, kontinuierlichen Tran
sformation unterworfen wird.
Und wenn Objekte eine solche Transformation
durchmachen wer wei, wie sie dann hinterher ausse-
hen wrden? Sie wrden prin
zipiell unerkennbar sein.
Um ein Analogiebeispiel zu
Eingeborener zum ersten Mal eine Fotografie von sich
sieht, dann erkennt er nicht, da er das selbst ist. Und
das, obwohl er doch schon vi
ele Male sein Spiegelbild
gesehen hat, in Flssen ode
ner Gegenstnde. Weil sein
Spiegelbild nmlich seiten-
verkehrt ist und die Fotograf
ie nicht. Darum wei er
nicht, da es dieselbe Person ist.
Er ist nur das seitenverkehrte, zurckgespiegelte Ab-
bild gewohnt und denkt
, er sehe so aus.
Es kommt auch oft vor, da eine Person, die ihre ei-
gene Stimme vom Tonband hrt
der Resonanz im Sinus
Vielleicht seid ihr Schei
kerle es, sagte Fred, die
das Universum verkehrt sehen, wie in einem Spiegel.
Und welches ist nun
Ein Psychologe sagte: F
rher wurde bisweilen die
e Wirklichkeit selbst. Der
grundlegende Fehler einer solchen Abspiegelung ist
nicht, da sie nicht wirklich
ist, sondern da sie umge-
kehrt ist. Ich frage mich
In seiner Stimme schwang
ein merkwrdiger Unterton mit. Paritt. Das wissen-
schaftliche Prinzip der Gleichgewichtigkeit. Universum
und abgespiegeltes Bild, und aus irgendeinem Grunde
bilateraler Paritt mangelt.
Wohingegen eine Fotografie
das Fehlen der bilatera-
len hemisphrischen Paritt
kompensieren kann; sie ist
nicht das Ding, aber sie ist
auch nicht verkehrt, so da
fotografische Bilder gar keine bloen Abbilder mehr w-
ren, sondern das Ding selbst in ihnen aufgehoben sein
mte. Durch eine Umke
hrung der Umkehrung.
Aber ein Foto kann auch durch einen unglcklichen
Zufall umgekehrt werden, n
mlich wenn man das Nega-
tiv falsch herum einlegt und
kann das normalerweise nur
erkennen, wenn Schrift auf
dem Bild ist. Aber nicht
am Gesicht eines Menschen.
Man knnte zwei Kontakta
bzge von einem beliebigen
Menschen haben, einen seite
nverkehrten und einen kor-
rekten. Jemand, der diesem
Menschen nie persnlich be-
ge Bild wre, aber er knnte sehen, da sie sich vonein-
ander unterscheiden und ni
cht zur Deckung gebracht
Und alsbald wird sich das Wort erfllen, das da ge-
schrieben steht, sagte eine Stimme. Der Tod wird auf-
gezehrt. Im Sieg. Vielleicht
konnte nur Fred diese Wor-
te vernehmen. Denn, sagt
Schrift rckwrts erscheint, wirst du wissen, was Illusion
ist und was nicht. Die Verwi
schluckt, sondern au/gezehrt
im Sieg. Siehe, ich ver-
Wir werden nicht
alle im Tode ruhen.
Das Geheimnis, dachte er, er meint die Offenbarung.
Eines Geheimnisses. Eines
Wir werden nicht sterben.
Und das wird rasch geschehen.
Wir werden alle verwandelt sein, und damit meint er:
pltzlich wieder umgekehrt, auf rechte Weise. In einem
Weil, dachte er dster, whrend er zuschaute, wie die
n ihre Schlufolgerungen schriftlich
verkehrt sind. Ganz beschisse
n nach rckwrts gekehrt,
von uns, jedermann und
jedes verdammte Ding, und au
ch die Abstnde zwischen
uns und sogar die Zeit. Aber
wie lange, dachte er, dauert
es wohl, wenn ein Abzug ge
macht wird, ein Kontaktab-
zug, und der Fotograf entdeckt,
da er das Negativ falsch
eingelegt hat, wie lange dauert
es da wohl, es wieder zu
wenden? Es wieder umzukehren,
so da es wieder so ist,
Den Bruchteil einer Sekunde.
perzeptives System so im Arsch wie eh und je. Wie sie es
mir erklrt haben. Ich begrei
fe, aber ich bin hilflos
kann mir nicht selber helfen.
Da ich beide Formen auf einm
al sehe, dachte er, die,
die der Norm entspricht, und die, die ihr nicht entspricht,
bin ich vielleicht der erste Me
nsch in der Geschichte, fr
den beides vllig gleichwertig
ist und der so einen flch-
tigen Blick von dem erhascht
, wie es sein wird, wenn
ist. Obwohl ich auch
das andere wahrnehme,
Wann sehe ich eine Fotogr
Und wie hoch ist wohl mein
Krankengeld oder mein Ru-
hestandsgehalt oder meine I
nvalidenrente, whrend die
Furcht und Klte.
Wie kalt ist es in di
esem unterirdischen
Gewlbe! Das ist natr
lich, es ist ja tief.
Und ich mu
von dem Dreck loskommen. Auf Entzug gehen. Ich habe
gesehen, wie andere Leute da
s durchgemacht haben. Herr
im Himmel, dachte er und schlo die Augen.
nen gerade, aber die Leute
bei den Mathematikern sa-
gen, da wir so dicht vor der Grenze einer neuen Kosmo-
logie stehen knnten, da
Der andere sagte erregt: D
ie Unendlichkeit der Zeit,
rd als eine Schleife. Ge-
Er mute noch eine Stunde rumbringen, bis er wieder in
anzuhren und sie zu berprfen.
so ging er in dies
e Richtung, Teil ei
Stromes von Menschen in Uniform und Menschen in Je-
in Schlips und Kragen.
In der Zwischenzeit wurden die Befunde der Psycho-
logen vermutlich gerade zu
Hank hochgebracht. Sie wr-
den dort vorliegen, wenn er hinkam.
Wenigstens gibt mir diese
berlegte er, als er in die Ca
in die Schlange der Warte
nden einreihte. Zeit. Ange-
nommen, dachte er, die Zeit ist rund, wie die Erde. Du
segelst nach Westen, um Indien
zu erreichen. Alle lachen
dich aus, aber am Ende liegt
Indien da vor dir, nicht hin-
ter dir. In der Zeit vielleic
ht liegt die Kreuzigung vor
uns, whrend wir dahinsegeln
und glauben, sie liege hin-
ter uns im Osten. Vor ihm ei
Sweater, kein BH, fast kein
Rock. Es war ein angeneh-
mes Gefhl, sie mit Blicken auszuziehen; er starrte und
starrte, und schlielich beme
rkte sie ihn und rckte un-
Die Menschwerdung und die Wiederkunft Christi
ein und dasselbe Ereignis, dach
te er; Zeit eine Endlos-
sich so sicher waren, da es
geschehen wrde. Er wrde
zurckkommen.
fiel ihm ein da sie ihn ihre
rseits unmglich so erkennen
konnte, wie er sie erkannte, de
nn in seinem Anzug hatte er
kein Gesicht und keinen Arsch.
Aber sie sprt, da ich sie
im Visier habe, entschied er
. Jede Puppe mit solchen Bei-
i jedem Mann.
Weit du, dachte er, in
diesem Jedermann-Anzug
knnte ich ihr eins ber de
n Kopf geben und sie bis in
alle Ewigkeit bumsen, und wer
wrde je erfahren, wer es
Was fr Verbrechen man in diesen Anzgen begehen
er nicht nur richtige Ver-
brechen, sondern auch lliche
re Snden
Sachen eben,
Mi߫ sagte er zu dem M
dchen mit dem engen blau-
en Sweater, Sie haben aber
verdammt hbsche Beine.
Aber ich vermute, das wissen
Sie lngst, oder Sie wrden
nicht so einen Mikrorock wie den da tragen.
Luft. Eh, sagte sie.
Wirklich? sagte er berrascht.
Bin ich der Typ, sagte er, der immer dasitzt und
Ihre Beine mustert und eine Menge ber Sie-wissen-
Nun, kommt ganz drauf an.
Darf ich Sie demnchst mal abends zum Essen einla-
den?
Kann ich Ihre Telefonnu
mmer haben? Damit ich Sie
anrufen kann?
Das Mdchen murmelte: Geben
Ich werde Sie Ihnen geben,
sagte er, wenn Sie sich
haben mchten.
Nein, da drben sitzt ei
ne Freundin von mir sie
beiden.
Wir wollen was Persnliches besprechen.
Okay, sagte er.
Er holte sich einen Kaffee und ein Sandwich, suchte
kleine Brocken von dem Sand
wich in den Kaffee fallen.
Sie werden mich von Arctor
abziehen, entschied er.
in Syanon oder im Neuen
Pfad oder in einem anderen
dieser Heime sitzen und auf
Entzug sein, und sie werden jemand anders damit beauf-
tragen, ihn zu beobachten und
die Erkenntnisse ber ihn
auszuwerten. Irgendein Arschloch, das einen Schei-
dreck ber Arctor wei. Sie
werden noch einmal ganz
von vorne anfangen mssen.
Wenigstens knnen sie mich
Barris Beweise begut-
achten lassen, dachte er. Mich
erst in den zeitweiligen
Wenn ich sie wirklich mal bumsen wrde, und wie
wrde schwanger, grbelte er.
Die Babys keine Gesich-
Ich wei, da man mir den
Fall entziehen mu. Aber
noch ein paar Dinge tun knnt
e Barris Informationen
bearbeiten, an der Entscheid
ung teilhaben.
Oder einfach
nur dasitzen und sehen, was er
vorlegt. Um meines eige-
lich herausfinden, in was
Arctor eigentlich verwickelt ist.
Sie sind es mir schuldig, mi
r zu gestatten, lange genug
dabeizubleiben, um das herauszufinden.
Wenn ich blo einfach nur zuhren und zuschauen
Er sa da und starrte vor
sich hin, und irgendwann
spter bemerkte er, da das
Mdchen in dem engen blau-
en Sweater und ihre Freundin
, die kurze, schwarze Haare
hatte, von ihrem Tisch aufstanden und sich anschickten,
hinauszugehen. Die Freundin
, die nicht besonders scharf
aussah, zgerte pltzlich und
kam dann auf den Tisch zu,
an dem Fred vornbergebeugt vor seinem Kaffee und den
zigen Augenblick Zeit. h, wo
llte es Ihnen eigentlich
selbst sagen, aber dann ha
tte sie doch nicht die Traute.
leicht schon vor einem Monat oder so, vielleicht sogar
Wenn was? sagte er.
Ihnen schon seit einiger Ze
Sie viel mehr Erfolg htten, wenn Sie eines dieser Mittel
Odol.
Ich wnschte, ich htte da
s frher gewut, sagte er
ohne Begeisterung.
sichtlich erleichtert zum Gehen. Bis spter mal. Grin-
Der arme Teufel, dachte er
bei sich selbst. War das nun
wirklich gut gemeint?
Oder einfach nur
eine Verarscherei,
von zwei gehssigen
Weibsbildern, als si
e sahen, wie er
ich hier so alleine sa. Einfach nur ein mieser kleiner Sei-
tenhieb, um Ach, zur
Oder es knnte auch wahr
und sich steif erhob. Ich mch
te zu gerne wissen, ob der
heilige Paulus Mundgeruch ha
tte. Er schlenderte aus der
den Taschen des Jedermann-Anzugs und dann auch in
den richtigen Anzugtaschen da
runter. Vielleicht war das
der Grund dafr, warum Paulus
in den spteren Jahren
seines Lebens dauernd im Ge
fngnis sa. Sie haben ihn
deswegen reingesteckt.
Auf solche beschissenen Tr
immer dann geschickt, wenn sowieso schon alles schief-
ganzen Tiefschlge, und dann
knallt einem so eine Puppe
glatt noch mal einen vor den
Latz. Als ob die gebauten
Weisheiten dieser Psychologe
n-Macker, die sich fr un-
fehlbarer als der Papst halten, nicht schon ausreichen
wrden. Anscheinend nicht. Sche
ie, dachte er. Er fhlte
kaum noch gehen, kaum no
ch denken; sein Gehirn
summte, so durcheinander wa
verzweifelt. Jedenfalls, dachte er, bringts
Lavons
ist besser. Auer, da es,
wenn dus wieder aus-
spuckst, so aussieht, als w
rdest du Blut spucken. Viel-
Wenn es in diesem Geb
ude einen Drugstore gbe,
dachte er, knnte ich mir ei
ne Flasche kaufen und das
Zeug anwenden, bevor ich
raufgehe, um Hank gegen-
sere Chance haben.
mir irgendwie helfen knnte. Ganz egal, was. Jeden Fin-
gerzeig, wie den, den mir di
eses Mdchen gegeben hat.
Jeden guten Rat. Er fhlte
sich niedergeschlagen und
Wenn ich von allem runter
bin, dachte er, dann werde
ich keinen von ihnen mehr wi
edersehen, keinen meiner
Freunde, der Leute, die ich
Ich werde endgltig drauen se
fr den Rest meines Lebens auer Dienst sein. Auf jeden
Fall werde ich sie nie wieder
zu Gesicht kriegen, weder
Arctor noch Luckman noch
Jerry Fabin noch Charles
Freck. Und, was am schlim
msten ist. auch Donna
Hawthorne nicht. Ich werde
keinen meiner Freunde wie-
Donna. Dun fiel ein Lied ei
n, das sein Groonkel vor
Jahren zu singen pflegte, in Deutsch.
Ich seh, wie ein Engel im rosigen Duft
Anm. d. bers.: Im Original zuerst in Deutsch und dann in Englisch.
erklrt, mit dem Engel sei die
Frau gemeint, die er liebte,
und es war lange her, da er jene Worte gehrt hatte. Die
Stimme seines in Deutschl
and geborenen Groonkels,
der im Haus sang oder laut las.
Selbst wenn mein Gehirn ni
cht ausgebrannt ist, begriff
er, wenn ich spter wieder im Dienst sein werde, wird
sein. Oder sie werden tot sein oder im Knast oder in
Staatlichen Nervenkliniken ode
r einfach nur in alle Win-
de verstreut, verstreut, ve
rstreut. Ausgebrannt und zer-
strt, so wie ich, unfhig,
herauszuknobeln, was zum
Teufel eigentlich luft. Fr
mich ist alles irgendwie an
einem Endpunkt angekommen. Ich habe, ohne es zu wis-
Alles, was ich irgendwann tu
n knnte, dachte er, ist,
die Holo-Bnder wieder abzusp
ielen, um mich an sie zu
Ich sollte ins Kontroll-Zen
trum gehen Er blickte
um sich und verstummte. Ic
h sollte ins Kontroll-Zentrum
noch dazu in der Lage bin.
Spter mgen sie gelscht
werden, und spter werde
ich sowieso keinen Zugang
mehr zu ihnen haben. Sche
i was auf die Abteilung,
dachte er; sie knnen die Ma
terialkosten ja mit meinem
schen Erwgung gehren mir die Bnder von jenem Haus
und den Leuten darin. Und je
alles, was ich von all dem
brigbehalten habe; das ist
alles, was ich mitzunehmen hoffen kann.
Aber zum Abspielen der Bnde
brauche ich auch da
onssystem aus dem Kontroll-Zentrum. Ich werde es de-
montieren und Stck fr St
ck wegkarren mssen. Die
Kameras und die Aufzeichnungskomponenten werde ich
ja nicht bentigen nur di
e Abspielvorrichtung und die
s die Schirme. Sie werden
mich zwar auffordern, den Sc
kann mir ein Duplikat davon machen lassen, kurz bevor
ich ihn abgebe; es ist ein ganz gewhnlicher BKS-
Schlssel. Ich kann es schaffe
n! Er fhlte sich sogleich
wohler, als er das begriff; in seinem Innern sprte er
grimmige Entschlossenheit und eine neue innere Strke.
dermann. Und Befriedigung
Wenn ich andererseits auch
die Kameras und die Auf-
nze andere Zeug klauen
wrde, dachte er, knnte ich die berwachung fortfh-
ren. Auf eigene Faust. K
nnte die Kontrolle am Leben
erhalten, wie ich es bisher ge
Weile. Aber schlielich ist alles im Leben nur fr eine
Die berwachung, dachte er, mu erhalten bleiben,
das ist das Wichtigste. Und,
wenn mglich, die berwa-
chung durch mich. Ich sollte
bis in alle Ewigkeit beo-
bachten, beobachten und auswer
ten, selbst wenn ich nie
nehme; selbst wenn ich ei
nfach nur dasitze und still -
berwache, ungesehen: das alle
in ist wichtig, allein die
Tatsache, da ich an meinem Platz bin und alles berwa-
Yeah, verbesserte er sich,
Wenn jemand zuschaut wenn ich zuschaue , kann ich
es bemerken und Hilfe holen.
Um Hilfe telefonieren. Ih-
nen auf der Stelle Beistand
leisten. Den richtigen Bei-
Sonst, dachte er, knnten sie sterben, und niemand
wrde darum wissen! Darum wissen oder sich vielleicht
auch nur einen Scheidreck darum kmmern.
Irgendwer mu doch in so
erbrmliche kleine Leben
wie die ihren eingreifen. Oder wenigstens ihre traurigen
Auftritte und Abgnge regist
rieren. Registrieren und,
wenn mglich, dauerhaft auf
zeichnen, damit man sich an
sie erinnere und ihrer gede
nke. An einem besseren Tag,
nschen begreifen werden.
In Hanks Bro sa er mit Hank und einem uniformierten
Beamten und dem schwitzenden,
grinsenden
Jim Barris zusammen, whrend auf dem Tisch vor ihnen
teilungsgebrauch eine Ko
Wann denn?
Aber es ist dringend.
Worum gehts denn?
Wir planen
Hank hob die Hand und ga
b Barris ein Zeichen, das
Band anzuhalten. Wrden Si
e bitte die Stimmen fr uns
Aber natrlich, erklrte
Barris eifrig. Die weibli-
che Stimme ist die von Donn
a Hawthorne, die mnnliche
die von Robert Arctor.
All right, sagte Hank nicken
d und blickte dann Fred
an. Er hatte Freds medizinischen Befund vor sich liegen
und blickte immer wieder hinein. Lassen Sie das Band
halb Sdkalifornien morgen nacht, fuhr die
identifiziert hatte, fort. D
as Luftwaffendepot in Van-
werden, um automatische
und halbautomatische Waffen
Hank hielt in der Lektre
des medizinischen Berichts
inne und hrte zu, wobei er
den vom Jedermann-Anzug
verwischten Kopf hin und her wiegte.
Barris, der bisher still vor si
ch hin gegrinst
hatte, grin-
ste nun alle im Raum offen
an; seine Finger spielten mit
Broklammern, die er vom Tisch genommen hatte, fum-
melten und fummelten, als wolle
Die weibliche Person, die als Donna Hawthorne iden-
tifiziert worden war, sagte: Was ist mit dieser Desorien-
tierungsdroge, die die Moto
rradfreaks fr uns geklaut
haben? Wann bringen wir
dieses Dreckszeug hoch zur
Wasserscheide, um
Die Organisation braucht
zuerst die Waffen, sagte
die Stimme des Mannes. Das andere ist Stufe B.
einen Kunden.
t im Stuhl und sagte laut:
Ich kann die eben erwhn
te Motorrad-Gang identifi-
auf einem anderen
Haben Sie noch mehr Material von dieser Sorte?
sagte Hank. Um diese Erkenntnisse zu vertiefen? Oder
handelt es sich im wesen
tlichen nur um dieses eine
Aber es dreht sich im Grunde immer um das gleiche.
Sicher, es bezieht sich au
f die gleiche konspirative
Organisation und ihre Plne,
Was sind das fr Leute?
sagte Hank. Und was ist
das fr eine Organisation?
Nennen Sie uns Namen. Si
Robert Arctor, Donna Hawthorne, in erster Linie. Ich
habe hier auch verschlsse
lte Nachrichten Barris
fummelte mit einem schmutzigen Notizbuch herum, lie
rsuchte, es aufzuschlagen.
Hank sagte: Ich beschlag
nahme das ganze Zeug hier,
Mr. Barris, die Bnder und wa
s Sie sonst noch haben. Dir
Beweismaterial geht damit zei
tweise in unseren Besitz
Aber meine Handschrift und das chiffrierte Mate-
Sie werden zur Verfgung stehen, um uns das zu er-
klren, wenn wir zu diesem Punkt kommen und das Ge-
Hank gab dem uniformierten
Bullen, nicht Barris, ein
Hand zur Abschalttaste aus. So
fort hielt ihn der Bulle auf
und stie ihn grob zurck.
anderen Mnner an, immer noch maskenhaft lchelnd.
Mr. Barris, sagte Hank, wir knnen Sie leider nicht
entlassen, bis die Sichtung di
eses Materials abgeschlos-
sen ist. Damit Sie jederzeit
verfgbar sind, werden Sie
formal unter dem Vorwurf belangt werden, den Behrden
nen vorgelegt zu haben.
rwand um Ihrer eigenen Si-
cherheit willen, und wir alle wi
ssen das, aber die formale
Anklage wird jedenfalls erho
ben werden. Sie wird an den
einem Stillhaltevermerk. Ist
diese Regelung zufrieden-
gab er dem uniformierten Bu
llen ein Zeichen, Barris hi-
nauszubringen. Die Beweise
und der Shit und der ganze
Der Bulle fhrte den grinse
nden Barris hinaus. Hank
und Fred saen sich gege
nber, zwischen sich das
Durcheinander auf dem Tisch. Hank sagte nichts; er las
die Befunde der Ps
ychologen. N
ach einer Weile hob er
den Telefonhrer ab und w
hlte eine hausinterne Num-
mer. Ich habe hier eine Ladung noch nicht ausgewerte-
tes Material ich mchte,
da Sie es durchsehen und
feststellen, wieviel davon ei
ne Flschung ist. Geben Sie
mir ber Ihre Erkenntnisse Be
scheid, und dann werde ich
Ihnen sagen, was Sie als nch
stes damit machen sollen.
Es sind ungefhr zwlf Pfu
nd; Sie werden wohl einen
Pappkarton brauchen, Gre dr
ei. Okay, danke. Er legte
auf. Das Elektronik- und
Entschlsselungslabor, in-
Zwei schwerbewaffnete uniformierte Labortechniker
Wir konnten nur den hier
finden, entschuldigte sich
einer von ihnen, als sie die Beweisstcke auf dem Tisch
Hurley.
Richten Sie Hurley aus,
da er das auf jeden Fall
noch irgendwann heute sichten soll. Und er soll mir so-
da es sich um Flschunge
n handeln knnte. Die Sache
mu unbedingt noch heute ber die Bhne gehen; sagen
Sie ihm das.
schleppten ihn wieder aus dem Bro.
Hank warf die medizinische
n Befunde auf den Tisch,
lehnte sich zurck und sagt
e: Was okay, was haben
Fred sagte: Das ist mein medizinischer Bericht, den
Sie da haben, nicht wahr? Er streckte die Hand aus, um
ihn aufzuheben, berlegte er si
ch dann aber anders. Ich
wrde sagen, das, was er uns vorgespielt hat, die kurzen
Passagen, die er uns vorgespielt hat, das hrte sich fr
Sie mgen recht haben,
sagte Fred, aber ich bin
anderer Ansicht.
Das Depot in Vandenberg,
mglicherweise das OSI-Depot
. Hank griff nach dem
Telefon. Wie im Selbstgespr
ch sagte er laut: Wollen
wir doch mal sehen wie hie der Typ vom OSI doch
gleich, mit dem ich mich damals unterhalten habe er
war am Donnerstag mit einigen Bildern hier
Hank schttelte den Kopf,
schob das Telefon wieder
weg und wandte sich erneut
Fred zu. Ich werde damit
warten. Das hat Zeit, bis der
vorlufige Bericht ber die
Flschungen vorliegt. Fred?
Was sagt mein medizinischer
Fred zuckte die Achseln, so
gut er das in seinem Je-
Na, vielleicht flackern noch
irgendwo so zwei Gehirn-

Anm. d. bers.:
Deutsch im Original.
zellen vor sich hin. Aber da
s wars auch schon. Haupt-
schlich Kurzschlsse und Funken.
Keine Ahnung. Das Gehirn hat eine Menge Zellen.
Und es gibt mehr mgliche Verbindungen zwischen
ihnen, sagte Fred, als Sterne im Universum.
Wenn das stimmt, dann habe
n Sie aber im Moment
keine allzu gute Trefferquote. Ungefhr zwei Zellen von
illionen Billionen, sagte
Das ist ja noch schlechter
als die Trefferquote der gu-
ten alten Philadelphia Phillies unter Connie Mack. Die
on immer mit einem
Was kriege ich, sagte Fred, wenn ich angebe, da
Einen Ehrenplatz in einem Wartezimmer, wo Sie
ganz umsonst eine Menge
Saturday Evening Posts
Cosmopolitans
Wo mchten Sie denn am liebsten hin?
Fred sagte: Darber mte ich erst mal nachdenken.
Ich will Ihnen mal sagen,
Hank. Ich wrde nicht in ei
ne Staatliche Nervenklinik

Anm. d. bers.:
gehen; ich wrde mir an Ihre
r Stelle sechs Flaschen gu-
ten Bourbons kaufen, Marke I. W. Harper, und in die
Hgel gehen, rauf in die Sa
n Bernadino-Berge, irgend-
wo in die Nhe eines der Seen, in eine einsame Gegend,
und einfach ganz allein dort bl
eiben, bis alles vorber ist.
niemand finden kann.
Aber vielleicht geht
es nie mehr vorber.
Dann kommen Sie eben nie mehr zurck. Kennen Sie
irgendwen, der da oben ein Blockhaus hat?
Nein, sagte Fred.
Sind Sie fit genug, um zu fahren?
Mein Er hielt inne, und
eine traumartige Kraft -
berkam ihn; pltzlich fhlte
er sich ganz entspannt und
gelst. Alle rumlichen Bezi
ehungen in dem Bro vern-
derten sich; die Vernderung berhrte sogar seine Zeit-
wahrnehmung. Er ist in Er ghnte.
Sie erinnern sich nicht.
Ich erinnere mich daran, da er nicht mehr funktio-
Wir knnten dafr sorgen, da jemand Sie hinauf-
Mich wo hinauffhrt? fragte er sich. Hinauf in was?
Straen, Feldwege, Pfade hi
nauf, zerrend und sich auf-
bumend in der Motsche, wie
ein Kater an einer Leine,
der nur wieder ins Haus zu
rckwill. Der sich befreien
Er dachte:
Ein Engel, der Gattin
so gleich, der fhrt
mich zur Freiheit ins himmlische Reich.
Sicher, sagte

er und lchelte. Erleichteru
ng. Gegen den Zug der Leine
ankmpfen, sich abmhen, fre
izukommen, und sich dann
ausgebrannt, vorbergehend je
denfalls. Vielleicht auch
Hank sagte: Ich denke, da
Sie ein sehr guter Mensch
Danke, sagte Fred.
Nehmen Sie Ihren Revolver mit.
Was?
Wenn Sie mit den I. W. Harper-Flachmnnern in die
en. Packen Sie Ihren Re-
volver ein.
Sie meinen, fr den Fall,
da ich nicht mehr von dem
Hank sagte: Nicht nur fr diesen Fall. Bei der Dosis,
auf der Sie laut diesem Berich
t mittlerweile sind, sind die
haben.
Okay.
Wenn Sie zurckkommen, sagte Hank, melden Sie
Hlle, ich werde meinen Anzug nicht anhaben.
Rufen Sie mich trotzdem an. Mit oder ohne Ihren
Anzug.
Wieder sagte er: Okay. Offenbar machte selbst das
nichts mehr aus. Offenbar wa
Wenn Sie hingehen und Ih
re nchste Gehaltszahlung
abholen, wird unter dem Strich
Fred sagte: Bekomme ic
h einen Bonus dafr fr
das, was mir passiert ist?
Nein. Lesen Sie Ihre Dienstvorschrift. Ein Beamter,
der willentlich schtig wird und das nicht auf der Stelle
mu mit einer Geldbue von
dreitausend Dollar und/oder
sechs Monaten Haft rechnen. Sie werden mglicherweise
nur mit einer Geldbue davonkommen.
sagte er in unglubigem Staunen.
Es hat Ihnen ja niemand ei
ne Pistole an den Kopf
gehalten und Sie mit dem Zeug vollgepumpt. Niemand
lich und willentlich eine su
chtbildende Droge einge-
nommen, eine Droge, die zu
Gehirnschden und Desori-
Aber ich mute doch!
Hank sagte: Sie htten es auch vortuschen knnen.
Die meisten Beamten schaffen es, damit klarzukommen.
Und wenn man die Menge in Be
tracht zieht, die Sie laut
diesem Bericht schlucken
Sie behandeln mich wie ei
nen Gauner. Ich bin kein

Im Original: I am not a crook ein
ruchs des amerikanischen
hen bertragenen Verteidig
ungsrede gegen die im Zu-
sammenhang mit der Watergate-Affre gegen ihn erho-
benen Vorwrfe. Auer Dick haben auch andere ameri-
Hank griff nach einem Notiz
block und einem Stift und
begann zu rechnen. Wie hoch
gehaltsmig, meine ich? Ich kann das Ganze ja mal
cht spter bezahlen? Viel-
leicht in einer Reihe von monatlichen Raten, verteilt ber
Okay, sagte er.
Wieviel kriegen Sie pro Stunde?
Er konnte sich nicht daran erinnern.
Daran auch nicht.
Hank warf den Schreibblock
wieder hin. Mchten
Ich werde mir auch das
abgewhnen, sagte Fred.
Alles. Eingeschlossen Erdnsse und Er konnte nicht
mehr denken. Sie saen beide einfach nur da, beide in
ihren Jedermann-Anzge
n, beide schweigend.
Wie ich meinen Kindern
immer sage, begann Hank.
Ich habe zwei Kinder, sagte Fred. Zwei Mdchen.

kanische Knstier dieses Zitat als Anspielung auf Ri-
chard Tricky Dicky Nixon ir
Ich glaube nicht; von Rech
ts wegen drften Sie keine
haben.
Vielleicht nicht. Er ha
tte den Versuch unternom-
men, darber nachzudenken
, wann wohl die Entzugs-
Versuch, darber nachzude
Substanz T er an allen mg
Und ob das Geld, das er in
Zukunft am Zahltag kriegte,
wohl reichen wrde, gengend Nachschub ranzuschaf-
Soll ich denn nun fr Sie ausrechnen, wie hoch Ihr
Ruhestandsgehalt sein wird, oder was? sagte Hank.
Okay, sagte er und nickte heftig. Tun Sie das. Er
Wieviel kriegen Sie also
holte Hank und griff dann resi
gniert zum Telefon. Ich
werde mal die Gehaltsstelle anrufen.
Fred sagte nichts, sondern starrte nur auf den Boden
Ich glaube nicht, da Sie
es bis in die Berge schaffen
werden, sagte Hank. Selbst, wenn jemand Sie hin-
Nein.
Wohin wollen Sie dann?
Lassen Sie mich noch ein
bichen hier sitzen und
Nein.
Er fragte sich, was
von Rechts wegen
wohl bedeuten
mochte.
Wollen Sie vielleicht r
ber zu Donna Hawthorne?
sagte Hank. Aufgrund der ganzen Informationen, die
ren Agenten erhalten habe,
wei ich, da Sie sich nahestehen.
Ja. Er nickte. Tun wir.
Und dann blickte er auf
und sagte: Wie haben Sie das herausgefunden?
Hank sagte: Durch einen Eliminationsproze. Ich
und die Zahl der Verdchtigen
in dieser Gruppe ist nicht
unendlich gro tatschlich
handelt es sich ja sogar um
eine sehr kleine Gruppe. Wir
dachten, wir wrden auf de
m Weg ber diesen Personen-
kreis weiter nach oben vorstoe
n, und vielleicht gelingt
uns das ja tatschlich durch
Barris. Sie und ich haben
eine Menge Zeit damit verbracht, miteinander zu plau-
dern. Ich habs schon vor lang
er Zeit rausgeknobelt. Da
Ich bin
wer?
sagte er und starrte auf Hank, den Je-
dermann-Anzug, der ihm ge
genbersa. Ich bin Bob
Arctor? Er konnte es nich
t glauben. Es ergab keinen
Sinn fr ihn. Es pate mit nichts von dem zusammen,
Machen Sie sich nichts draus, sagte Hank. Wie ist
Sie ist vielleicht gerade
me zitterte. In der Parfume
rie. Die Nummer ist Er
konnte seine Stimme nicht me
hr unter Kontrolle halten,
und er konnte sich nicht an
die Nummer erinnern. Wer,
zum Teufel, soll ich sein? sagte er zu sich selbst. Ich bin
nicht Bob Arctor. Aber wer bi
n ich dann? Vielleicht bin
Geben Sie mir die Telefonnummer von Donna
Hawthornes Arbeitsstelle, sagte Hank gerade rasch in
fons. Hier, sagte er und
hielt Fred den Hrer hin. S
prechen Sie selbst mit ihr.
Nein, vielleicht besser doch ni
cht. Ich werde ihr sagen,
sie soll Sie abholen wo?
Wir werden Sie hinfahren
treffen. Wten Sie einen gute
n Ort? Wo treffen Sie sich
fr gewhnlich?
Bringen Sie mich
zu ihrer Wohnung
wei, wie man reinkommt.
Ich werde ihr sagen, da
Sie hier neben mir sitzen
und auf Entzug sind. Ich werde einfach sagen, ich sei ein
Bekannter von Ihne
Spitze, sagte Fred. Find
ich ja echt dufte. Danke,
Hank nickte und whlte erneut, diesmal eine Nummer
von Ziffer zu Ziffer langsame
r, als dauere der Whlvor-
gang ewig, und er schlo die
Augen, atmete schwer vor
sich hin und dachte: Wow. Ich bin echt hinber.
Da haste recht mit, stimmt
e er zu. Ausgeklinkt, ausge-
flippt, ausgebrannt und abgenibbelt. Und angeschissen.
Total im Arsch. Er hatte das unwiderstehliche Bedrfnis,
Wir werden Sie zu ihr rberbringen , begann
Hank, unterbrach sich dann
aber und wandte seine Auf-
merksamkeit dem Telefon zu
. Er sagte: Hey, Donna,
hier is n Kumpel von B
ob, hrste? Hey, Mann, ihm
gehts unheimlich beschissen, nein, echt, ich will dich
nich verarschen. Hey, er
So was von dufte, dachten zwei Stimmen unisono in
seinem Geist, als er hrte, wie sein Kumpel Donna die
Sache verklickerte. Und vergi
nicht, ihr zu sagen, da
sie mir was mitbringen soll;
ich geh echt aufm Zahn-
fleisch! Kann sie fr mich
Nachschub besorgen oder so?
Mich vielleicht aufladen, wi
e sies sonst immer tut? Er
streckte seine Hand aus, um Hank zu berhren, schaffte
Du, ich mach das bestimmt
auch mal fr dich, ver-
Bleiben Sie nur ganz ruhi
g da sitzen, bis der Wagen
telefonierte Hank; dieses Mal sagte er: Wagenpark? Ich
zeifahrzeug kenntlichen Wa-
gen und einen Beamten in Zi
vil. Was ist derzeit verfg-
Im Innern des Jedermann-Anzugs, des vagen Flecks,
schlossen sie die Augen, um zu warten.
Vielleicht sollte ich doch lie
ber veranlassen, da Sie
in ein Krankenhaus gebracht werden, sagte Hank. Ih-
nen gehts ja wirklich unheim
lich dreckig; vielleicht hat
wir an Barris interessiert, nich
t an Ihnen; die Installation
der Kameras im Haus sollte in erster Linie dazu dienen,
Barris unter berwachung zu ha
lten. Wir hofften, ihn auf
zu knnen und das haben
wir ja auch geschafft. Hank
schwieg. Eben aus diesem
Grunde bin ich mir ziemlich sicher, da seine Bnder und
die anderen Beweisstcke gef
das besttigen. Aber Barris ist in eine ganz groe Sache
verwickelt. Eine ganz ble
Geschichte. Es hat was mit
Waffen zu tun.
Ich war dann also ein Was? sagte er pltzlich sehr
Wir muten an Barris rankommen und ihn reif schie-
en.
Ihr Arschficker, sagte er.
Auf die Art, wie wir es
arrangiert haben, mute Bar-
ris wenn das berhaupt sein richtiger Name ist im
r gewahr werd
ein geheimer Polizeiagent wa
ren, der kurz davorstand,
ihn festzunageln oder aber ihn dazu zu benutzen, ber ihn
an seine Hintermnner heranzukommen. Und darum
All right, sagte Hank spt
er. Bleiben Sie nur ganz
ruhig da sitzen, Bob, Fred
, was auch immer. Beruhigen
Sie sich wir haben den Mist
kerl ja geschnappt, und er
haben. Dafr hat es sich doch gelohnt, meinen Sie nicht
er nun eigentlich verwickelt ist?
Sicher, gelohnt. Er konn
te kaum noch sprechen;
Zusammen saen sie da.
hielt Donna am Straen-
rand an, an einer Stelle, wo sie unter sich zu allen Seiten
die Lichter sehen konnten.
Aber inzwischen hatten die
Qualen fr ihn begonnen; si
e konnte das deutlich erken-
nen, und es blieb ihnen nich
t mehr viel Zeit. Sie hatte
sich so sehr gewnscht, noch einmal mit ihm zusammen-
zusein. Tja, sie hatte wohl zu
nen ihr ber die Wangen, und
wrgen und sich zu bergeben.
Wir bleiben ein paar Minuten
hier sitzen, erklrte
sie ihm, whrend sie ihn du
rch die Bsche und das Un-
kraut fhrte, ber den sandig
en Boden, zwischen weg-
geworfenen Bierdosen und allerlei anderem Mll hin-
durch. Ich
Hast du deine Hasch-Pfeife
dabei? brachte er mh-
sam heraus.
Ja, sagte sie. Sie muten
sich weit genug von der
Strae entfernen, um nicht
von der Polizei bemerkt zu
werden. Oder wenigstens
Hasch-Pfeife verschwinden lassen konnten, wenn ein
Polizist vorbeikam. Sie wrd
e den Polizeiwagen anhalten
fernt in sicherer Deckung, und
die Beamten, die sich zu
Fu nherten. Es wrde gengend Zeit sein.
. Zeit genug, um sicher vor
mehr. Jedenfalls keine Zeit nach menschlichen Mast-
ben mehr die war abgelaufen
. Es war eine andere Art
dachte sie, die eine Ratte
hat: nmlich Zeit, hin und her
zu rennen, nutzlos zu sein. Si
ch ziellos zu bewegen, hin
und her, her und hin. Aber we
nigstens kann er noch die
Lichter unter uns sehen. Obwohl
ihm das vielleicht nichts
Sie fanden einen geschtzten
Platz, und sie holte den
in Alufolie gewick
elten Klumpen Hasch hervor und zn-
hockte, schien es nicht einmal
zu bemerken. Er hatte sich
beschmutzt, aber sie wute,
da er nichts dafr konnte.
Tatschlich war er sich desse
n vielleicht nicht einmal
bewut. Whrend des Entzugs wurden sie alle so.
Hier. Sie beugte sich zu ihm hinber, um ihn aufzu-
laden. Aber er bemerkte auch sie nicht. Er sa einfach
telt, kotzte und beschmutzt
e sich, zitterte und wimmerte
wie wahnsinnig vor sich hin.
Es klang fast wie eine Art
Sie mute pltzlich an ei
nen Typen denken, den sie
einmal gekannt hatte eine
n Typen, der Gott gesehen
hatte. Er hatte sich ganz hnlich verhalten, gewimmert
und geweint, ohne sich allerd
ings selbst zu beschmutzen.
Er hatte Gott whrend eine
s Flashbacks nach einem
Acid-Trip gesehen, zu einem Zeitpunkt, als er gerade mit
riesigen Dosen wasserlslicher Vitamine experimentier-
te. Ihre orthomole
kulare Struktur so
llte angeblich die
neuralen Impulse im Gehirn
anregen, beschleunigen und
synchronisieren. Bei diesem
Typen jedoch hatten sie an-
ders gewirkt. Er war nicht einfach nur smarter geworden
er hatte Gott gesehen. Er
war vllig berrascht gewe-
Ich nehme an, sagte sie, wir wissen nie, was das
Neben ihr sthnte Bob Arctor
Kanntest du einen Macker
namens Tony Amster-
dam?
Donna nahm einen Zug aus
der Hasch-Pfeife und ver-
senkte sich in die Lichter,
die unter ihnen ausgebreitet
lagen; sie roch die Luft und lauschte. Nachdem er Gott
gesehen hatte, fhlte er sich
richtig gut, so ungefhr ein
Jahr lang. Und dann fhlte er
sich richtig mies. Mieser,
eines Tages schlagartig kapierte, da er Gott nie wieder
sehen wrde; er wrde fr den Rest seines Lebens
Jahrzehnte, fnfzig Jahre vi
und nichts auer dem sehen,
was er schon immer gesehen
hatte. Das, was auch wir sehen. Er war schlechter dran,
als wenn er Gott nicht gesehen htte. Er erzhlte mir sp-
ter mal, da er daraufhin ri
chtig durchgedreht wre; er
flippte einfach aus und fing an zu fluchen und zerdepper-
te alle mglichen Sachen in
seinem Apartment. Er zer-
schlug sogar seine Stereoanlage. Er hatte begriffen, da
er fr alle Zeit so wrde weite
Wie wir anderen auch. Es
war das erste, was Bob
Arctor zu sagen fertiggebr
acht hatte; die Worte kamen
heraus, als msse er jedes ei
nzelne von ihnen unter gro-
Donna sagte: Genau das ha
be ich ihm auch gesagt.
Ich hab versucht, ihm das kl
im gleichen Boot, und es w
rde den Rest von uns auch
nicht zum Ausflippen bringen.
Und er sagte: Du weit
nicht, was ich gesehen habe. Du weit es nicht.
Ein Krampf ging durch Bob Arctor und erschtterte
seinen ganzen Krper, und dann wrgte er heraus: Hat
Funken. Ganze Kaskaden von farbigen Funken, un-
gefhr so, als wrde an de
inem Fernseher was kaputtge-
hen. Funken, die die Wnde hochgingen, Funken in der
Luft. Und die ganze Welt war ein lebendiges Wesen,
wohin auch immer er blickte.
Und es gab keine Zuflle:
alles pate zusammen und geschah planvoll, weil damit
kunft. Und dann sah er eine
Pforte. Ungefhr eine Woche
lang sah er sie, wohin auch i
mmer er schaute drinnen in
seinem Apartment oder drauen, wenn er zum Laden
ging oder durch die Gegend fuhr. Und sie hatte immer
die gleichen Proportionen; sie war sehr schmal. Er sagte,
sie sei beglckend gewesen.
Das ist der Begriff, den er
immer gebraucht hat. Er hat nie versucht, durch die Pfor-
te hindurchzugehen; er hat
sie einfach nur angeschaut,
weil sie so beglckend war.
Klare Konturen aus lebendi-
gem roten und goldenen Licht,
sagte er. Als ob sich die
Funken entlang bestimmter Linien versammelt htten,
hat er sie nie wieder gesehe
n, in seinem ganzen Leben
nicht, und das war es, was i
hn schlielich so fertigge-
Nach einer Weile sagte Bob Arctor: Und was war auf
Donna sagte: Er sagte, da sei noch eine Welt auf der
Er ist nie hindurchgegangen?
Das ist ja der Grund, warum er wie ein Irrer in sei-
gedacht, hindurchzugehen, er
hat einfach nur die Pforte
bewundert, und spter konnte
er sie berhaupt nicht mehr
sehen, und da wars zu spt.
ein paar Tage, und dann war
sie wieder dicht und fr
immer verschwunden. Er hat
wieder und wieder jede
Menge LSD und diese wasserlslichen Vitamine ge-
nommen, aber er hat sie nie wieder gesehen; er hat nie
die richtige Dosierung gefunden.
Bob Arctor sagte: Was wa
Er sagte, es sei immer Nacht gewesen.
Nacht!
Da war Mondschein und Wasser, immer das gleiche
Bild. Nichts bewegte oder vernderte sich. Schwarzes
Wasser, wie Tinte, und ein Ufer, ein Inselstrand. Er war
sich sicher, da es Griechen
land war, das Griechenland
des Altertums. Er legte sich
die Theorie zurecht, da die
Pforte eine schwache Stelle in der Zeit war und da er
zurck in die Vergangenheit sa
h. Und dann, spter, als er
sie nicht mehr sehen konnte,
meine ich, ist er immer auf
den Freeway hinausgefahren, mitten hinein in den dichte-
sten Lastwagenverkehr, und dabei jedesmal schier
wahnsinnig geworden. Er sagte, er knne die ganze Be-
wegung und den Lrm nicht au
shalten, dieses ganze ver-
rckte Hin- und Hergesch
Bumsen. Jedenfalls konnte
er nie herausfinden, warum
ihm das, was er gesehen hatte, gezeigt worden war. Er
glaubte wirklich daran, da
es Gott gewesen und die
Pforte zur nchsten Welt, aber
unter dem Strich ist dabei
doch nur herausgekommen, da
es ihn ganz wirr im Kopf
gemacht hat. Er konnte es nicht festhalten, und darum
konnte er nicht damit fertig
werden. Jedesmal, wenn er
lte er ihm todsicher nach
Bob Arctor sagte: So fhle ich mich auch.
Da war eine Frau auf der Insel. Keine richtige mehr
so ne Art Statue. Er sagte,
es sei eine Statue gewesen,
die die Aphrodite von Kyrene darstellte. Und sie stand
einfach nur da im Mondschein,
bleich und kalt und ganz
Er htte durch die Pforte
gehen sollen, als er die
Chance dazu hatte.
Donna sagte: Er hatte die Chance gar nicht. Es war
nachdem er Sie hielt
inne. Wenn er starb.
Er hat sie verpat, sagte
Bob Arctor. Man kriegt
nur eine Chance, und damit ha
t sichs. Er schlo die
Augen, als wolle er sich
so vor der Qual und dem
Schwei schtzen, der in Bch
en ber sein Gesicht rann.
Und berhaupt, was wei
denn so ein ausgebrannter
Surekopf schon? Was wei
berhaupt einer von uns?
Ich kann nicht mehr reden. Ve
rgi es. Er wandte sich
im Kino. Sie legte ihre Arme
um ihn und prete ihn so
dicht an sich, wie sie es nur vermochte, wiegte ihn sanft
vor und zurck. Damit wir durchhalten.
Genau das versuchst du au
ch gerade zu tun. Fr
Du bist ein guter Mann. Dir ist verdammt bel mitge-
spielt worden. Aber das Leben ist fr dich noch nicht
vorber. Du bedeutest mir sehr viel. Ich wnschte Sie
lie ihn nicht mehr los, hie
lt ihn schwiegend in den Ar-
men, in der Dunkelheit, di
e ihn von innen heraus auf-
immer mehr entri. Du bist
ein guter und freundlicher
Mensch, sagte sie. Und es ist ungerecht so, aber es
kann nicht anders sein. Vers
uche, das Ende abzuwarten.
fernt, wirst du den Weg wi
edererkennen, den du frher
schon gegangen bist. Es wird
dir alles wieder einfallen.
Zurckgegeben werden, dachte sie. An dem Tage, da den
Menschen alles, was ihnen ungerechterweise wegge-
nommen worden ist, zurc
kgegeben wird. Es mag tau-
send Jahre dauern oder sogar noch lnger, aber jener Tag
wird kommen, und dann werd
en alle Konten ausgegli-
chen. Vielleicht hast du wie Tony Amsterdam eine Visi-
on von Gott gesehen, die
den ist; die dir entzogen wurde,
dachte sie, aber nicht fr
alle Zeit erloschen ist. Und
tief drinnen in den schreck-
lich verbrannten, den immer noch brennenden Schalt-
kreisen deines Kopfes, die me
hr und mehr verschmoren,
wahres Wesen nicht preisgibt
und der dich doch dank der
durch die Jahre, die vor
dir liegen, diese schrecklichen Jahren, leiten wird. Ein
Wort, nicht einmal ganz vers
tanden, irgendein winziges
Ereignis, das man zwar sieh
t, doch nicht begreift; ein
unter dem Germpel die-
ser Welt, der dich durch Refl
exe leiten soll, bis zu dem
Tag aber wie schwach gl
omm dieser Funke doch.
Nicht einmal sie selbst vermochte ihn sich wirklich vor-
zustellen. Vermengt mit
dem Gewhnlichen, Alltgli-
chen, war Bob Arctor vielleic
Welt erschienen, fr einen Augenblick nur.
men zu halten und zu hoffen.
Aber wenn er eines Tages wieder darauf stie, dann
wrde falls sie Glck hatte
n das Muster von seinem
Gehirn wiedererkannt werden
. Die rechte Hemisphre
wrde den korrekten Vergleic
h ziehen. Und das, auch
zu denken in der Lage war. Und die Reise, diese fr ihn
so schreckliche Reise, die i
wohl sie anscheinend doch
vllig ohne Sinn war, wrde
endlich vorber sein.
Ein Licht stach in ihre Auge
n. Vor ihr stand ein Bulle
mit Gummiknppel und Taschenlampe. Wrden Sie
beide bitte aufstehen? sagte
der Beamte. Und mir Ihre
Sie lste sich von Bob Arct
bis er auf dem Boden lag;
er bemerkte den Bullen gar
nicht, der sich ihnen heimlich von einem Privatweg am
Fu des Hgels genhert
hatte. Whrend Donna ihr
Ausweismppchen aus der Geldtasche holte, winkte sie
zugleich den Beamten beise
ite, dahin, wo Bob Arctor
nicht mithren konnte. Mehrere Minuten lang studierte
der Beamte beim gedmpften Licht seiner Taschenlampe
ihre Ausweise, und dann sagte er:
Sie sind ein Geheimagent der Bundespolizei.
Tut mir leid. Der Beamte gab ihr die Ausweismappe
Hauen Sie endlich ab, verdammt noch mal, sagte
ins Gesicht und wandte sich da
nn ab; er verschwand so
Als sie zu Bob Arctor zur
klar, da er den Bullen berh
aupt nicht bewut wahrge-
wahr. Nicht einmal sie, geschweige denn irgend jeman-
Weit weg konnte Donna de
n Polizeiwagen hren, der
wie ein verklingendes Echo de
n ausgefahrenen, von hier
Wanzen, vielleicht eine Ei
dechse, raschelten durch das
trockene Gras um sie heru
m. In der Ferne schimmerte
das Lichterband des Freeway 91
, aber kein Gerusch er-
reichte sie; der Abstand war zu gro.
Bob, sagte sie sanft. Kannst du mich hren?
Alle Schaltkreise sind zusammengeschmolzen, dachte
sie. Geschmolzen und verschmo
lzen. Und keiner wird sie
wieder ffnen knnen, egal,
wie sehr sie es versuchen
mgen. Und sie
Los, komm, sagte sie und ve
rsuchte, ihn auf die F-
e zu zerren. Wir mssen endlich losspritzen.
Bob Arctor sagte: Ich
kann keine Li
Mein Ding ist weg.
Sie erwarten uns schon,
sagte Donna bestimmt. Ich
hab die Verantwortung daf
r bernommen, da du an-
kommst.
Aber was soll ich blo machen, wenn mein Ding weg
rden dich nehmen.
Es bedarf der grten Weishe
it, die es nur geben mag,
dachte sie, um zu erkennen, wann man Ungerechtigkeit
walten lassen darf. Wie kann die Gerechtigkeit jemals
dem zum Opfer fallen, was ri
was passieren? Sie dachte: Weil auf dieser Welt ein
Fluch liegt, und all das hier beweist es; das hier ist der
endgltige Beweis, gerade da
s hier. Irgendwo, auf dem
tiefsten mglichen Level, is
t der Mechanismus, die Kon-
struktion der Dinge, auseinan
dergefallen, und aus dem,
was briggeblieben ist, hat sich das Bedrfnis gelst, alle
die verschiedenen Arten vo
n vagem, verschwommenem
Bsen zu tun, zu dem der weiseste Ratschlu uns bef-
higt hat, und ist an die Obe
Tausenden von Jahren
sich in das Wesen von allem eingeschlichen. Und, dachte
sie, in jeden einzelnen von uns. Wir knnen uns nicht
umwenden oder unseren Mund
ffnen und sp
nicht einmal eine einzige En
tscheidung treffen, ohne das
Bse zu tun. Es interessiert
mich nicht, wie es angefan-
gen hat, wann oder warum. Sie dachte: Ich hoffe nur, da
bei Tony Amsterdam; ich hof-
fe einfach nur, da eines Tages der Sprhregen aus hell-
leuchtenden Funken zurckke
hren wird und wir ihn
diesmal alle sehen werden. Die schmale Pforte, hinter der
es Frieden gibt. Eine Statue
, das Meer, und das, was wie
Mondschein aussieht. Und nichts, was sich bewegt,
nichts, was die Ruhe stren knnte.
Vor langer, langer Zeit, dachte sie. Vor dem Fluch,
und jedermann und alles fa
nd diese Ruhe. Das Goldene
Zeitalter, dachte sie, als Weisheit und Gerechtigkeit das-
selbe waren. Bevor alles
in scharfkantige Splitter zer-
barst. In winzig kleine Br
uchstcke, die nicht zusam-
menpassen, die nicht wieder
zusammengefgt werden
knnen, so sehr wir uns auch bemhen.
Unter ihr, in der Dunkelheit,
zwischen den wie zufl-
lig in der Nacht verstreuten
Lichtern der Stadt, ertnte
eine Polizeisirene. Ein Poli
zeiwagen, der seiner Beute
dicht auf den Fersen war. Es
tes Tier, das danach gierte, zu
tten. Und wute, da es
bald tten wrde. Sie erscha
uerte; die Nachtluft war kalt
Nicht, wenn solche Gerus
gen. Geht diese Art von gier
igem Gerusch auch von mir
aus? fragte sie sich. Bin ich
das? Bin ich jenes Ding, das
sich an seine Beute ansc
Der Mann neben ihr regte sich schwach und sthnte;
sie half ihm auf. Half ihm au
f die Fe und zurck zum
Wagen, Schritt fr Schritt, half
ihm, half ihm, half ihm,
weiterzumachen. Unter ihnen
war das Gerusch des Poli-
zeiwagens abrupt verstummt; er hatte seine Beute an-
kend, dachte sie: Meiner
Die beiden Mitarbeiter des
standen da und
musterten das Ding, das da
vor ihnen auf dem Fuboden
lag, das sich erbrach und zitte
rte und selbst beschmutzte,
die Arme eng um sich gelegt
wie in einer Umarmung, als
knne es sich auf diese Weise
die Klte fernhalten, die es
Was ist das? sagte ein An
gehriger des Anstaltsper-
Donna sagte: Ein Mensch.
ressen. Noch ein Verlierer.
Sie sagte zu den beiden: Es ist leicht, zu gewinnen.
Jeder, kann gewinnen. Indem sie sich ber Robert Arc-
Lebe wohl.
Sie legten gerade eine alte Armeedecke ber ihn, als
sie ging. Sie schaute nicht zurck.
Sie stieg wieder in ihren Wagen und fuhr sofort zum
nchsten Freeway, mitten hinein in den dichtesten Ver-
nahm sie das Band mit Carole Kings
Tapestry
gleichzeitig zerrte sie ihre
Ruger-Pistole aus der unter
sie sich an die Stostange eines Lieferwagens, der Holz-
ksten mit Coca-Cola-Familie
und whrend Carole King in
Stereo sang, entleerte sie
das Magazin der Ruger auf die Coke-Flaschen ein paar
Whrend Carole King mit einschmeichelnder Stimme
von Leuten sang, die
, vier Flaschen zu tref-
fen, bevor das Magazin der
Pistole leer war. Glassplitter
und Coke-Spritzer prasselten auf die Windschutzscheibe
und Treue sind nicht Ei-
genschaften dieser Welt, dach
te sie; und dann, bei Gott,
rammte sie ihren alten Gegner, ihren Feind von alters
her, den Coca-Cola-Lieferwagen, der einfach weiterfuhr,
ohne es berhaupt zu be
brachte ihren Wagen ins Sc
hleudern; die Scheinwerfer
erloschen, ein Kotflgel kreischte mit einem schrecker-
regenden Gerusch ber eine
n Reifen, und dann war sie
pltzlich vom Freeway her
unter, stand auf dem Rand-
streifen der Gegenfahrbahn. Wasser strmte aus dem
Khler, und Autofahrer bremsten ab, um zu gaffen.
Komm zurck, du Wi
chser, sagte sie zu sich selbst,
aber der Coca-Cola-Lieferwag
en war lngst weg. Mgli-
cherweise war er nicht einmal
beschdigt worden. Hch-
stens ein Kratzer. Tja, frher
oder spter hatte es wohl
dazu kommen mssen, da sie es in diesem ihrem Krieg
mit einem Symbol und eine
r Realitt aufzunehmen ver-
suchte, die zu bermchtig fr
Versicherungssatz wieder in di
e Hhe gehen, begriff sie,
g. Wenn du ein Turnier mit
kaltem, hartem Bargeld.
Ein Mustang neueren Jahrgangs wurde langsamer, und
der Fahrer, ein Mann, rief ihr zu: Kann ich Sie mitneh-
men, Mi?
kleine zerbrechliche Gestalt zu Fu, die einer Unendlich-
Zeitungsausschnitt, im Foyer
des Samarkand House, des
Zentrums des
Neuen Pfades
in Santa Ana, Kalifornien,
Wenn der senile Patient
am Morgen aufwacht und
nach seiner Mutter ruft, dann erinnern Sie ihn daran,
da sie schon lange tot ist, da er ber achtzig Jahre
alt ist und in einem Genesu
ngsheim lebt und da wir
nicht mehr 1913, sondern schon 1992 schreiben und
da er darum der Wirklic
hkeit und der Tatsache ins
Gesicht sehen mu, da
Ein Insasse hatte den Rest
des Textes abgerissen; er
hrte an dieser Stelle au
Artikel aus einer Fachzeitsch
rift fr Krankenpflegerin-
nen; er war nmlich auf Ku
nstdruckpapier gedruckt.
Was du hier zuerst tun wi
rst, sagte George, der zum
ist, die Badezimmertr zu
putzen. Die Bden, die Bek-
Okay, sagte er.
Hier ist ein Scheuerlappe
n. Und ein Wischeimer.
Glaubst du, da du weit,
wie man so was macht? Ein
Badezimmer putzen? Fang an,
nn du nicht klarkommst.
Er trug den Eimer zu der Wa
nne im rckwrtigen Teil
hinein und lie dann das hei
e Wasser einlaufen. Alles,
was er sehen konnte, war der entstehende Schaum direkt
vor ihm; der Schaum und das Brausen.
Aber er konnte Georges S
timme hren, die von auer-
halb seines Gesichtsfeldes
kam. Nicht zu voll, sonst
kannst du ihn hinterher nicht hochheben.
Okay.
Es soll dir ein bichen schwerfallen, zu sagen, wo du
Ich bin in einem Heim des
Er stellte
den Eimer auf dem Boden ab, und der Eimer schwappte
ber; er stand blo da und
In welchem Heim des
Neuen Pfades?
In Santa Ana.
George hob den Eimer hoch,
um ihm zu zeigen, wie
man den Drahtgriff anfassen
und den Eimer beim Gehen
schwingen mute. Ich denk
mir, da wir dich spter
auf die Insel oder auf eine de
r Farmen schi
cken werden.
Das kann ich, sagte er. Aufs Klo gehen.
Na, mal sehen. Wir werden damit warten, bis wir
dich besser kennen. Auf jede
n Fall wird das ne Weile
dauern; alle, die zu uns kommen, mssen erst mal n
Monat lang Klos schrubben.
Irgendwie wrde ich gerne auf dem Land leben,
Wir unterhalten verschiedene Arten von Rehabilitati-
onseinrichtungen. Wir werden
spter entscheiden, was
fr dich am besten ist. Du
weit, da du hier rauchen
darfst, aber es wird nicht ge
rne gesehen. Hier ists nicht
dich nicht rauchen.
Wir geben jedem Insassen ein Pckchen pro Tag.
Geld? Er hatte keines.
nen Preis lngst bezahlt. Ge
orge nahm den Scheuerlap-
pen, tauchte ihn in den Eimer, zeigte ihm, wie man
scheuern mute.
Aus dem gleichen Grund,
weswegen du keine Brief-
tasche und keinen Nachnamen hast. Das wird dir spter
zurckgegeben werden, das alle
s. Genau das ist ja unser
Programm: dir zurckzugebe
n, was man dir weggenom-
men hat.
he passen mir nicht.
Wir sind auf Spenden ange
wiesen, aber wir nehmen
nur neue Sachen, von Lden.
Spter knnen wir dir viel-
leicht mal welche anmessen. Hast du alle Schuhe in der
All right, das hier ist das Badezimmer im Erdge-
scho; mach das zuerst. Dann,
wenn das erledigt ist, alles
h nach oben nimm den
Wischlappen und den Eimer m
Badezimmer da oben zeigen.
Und danach kommt dann
das Badezimmer in der dritten
dir eine Erlaubnis holen, be
raufgehst, weil da die Puppen
wohnen; also frag zuerst
jemanden vom Personal und
geh nie ohne Erlaubnis
rauf. Er klopfte ihm auf die Schulter. All right, Bruce?
George sagte: Du wirst so lange Badezimmer
schrubben, bis du so weit kommst, da du gute Arbeit
leisten kannst. Es ist vllig egal, was jemand tut; es
kommt nur darauf an, da er so weit kommt, da er es
stolz sein kann.
Werde ich jemals wieder so werden, wie ich frher
Das, was du frher warst, ha
t dich hierhergebracht.
Wenn du wieder so
wrdest, wie du frher mal warst,
dann wrde dich das frher
oder spter wieder hierher-
bringen. Und beim nchsten
Mal wrdest dus vielleicht
nicht mal bis hierhin schaffen. Stimmt doch, oder? Du
hast Glck gehabt, da du hi
erhergekommen bist; du ht-
Jemand anderes hat mich hergefahren.
Du bist ein Glckspilz. Beim nchsten Mal wrden
sies vielleicht nicht tun. Vi
elleicht wrden sie dich am
Straenrand aus dem Wagen ki
ppen und sich sagen: Zum
Teufel damit.
Bruce scheuerte unbeirrt weiter.
Am einfachsten gehts, wenn du zuerst die Wasch-
becken machst, dann die Wa
Okay, sagte er und legt
e den Scheuerlappen weg.
Man mu erst mal den richtigen Dreh rauskriegen.
Als er genauer hinschaute, sa
h er vor sich Risse in der
Emaille des Beckens; er tru
felte Reinigungsmittel in die
Risse und lie heies Wasser darberlaufen. Der Dampf
wallte auf, und er stand regung
slos mitten darin, whrend
im Gemeinschaftsraum und
trank Kaffee. Die anderen lie
en ihn in Ruhe, weil sie
wuten, da er auf Entzug wa
r. Whrend er so dasa und
aus seiner Tasse trank, konnt
e er ihre Gesprche verfol-
gen. Sie kannten sich alle untereinander.
Wenn du durch die Augen eines Toten hinaussehen
du knntest die Augenmuskula
und darum knntest du den B
lick nicht auf eine bestimm-
te Stelle richten. Dir bliebe nichts anderes brig, als zu
warten, bis sich irgendein Objekt an dir vorberbewegt.
Du wrdest wie eingefroren sein. Einfach nur warten und
warten. Das wre bestimmt ganz schrecklich.
Er starrte hinunter auf den Dampf seines Kaffees; nur
Hey.
Hey.
Er schaute ein wenig zur Seite.
Wie gehts dir?
Gut, sagte er.
Fhlst du dich schon
ein bichen besser?
Ich fhle mich gut, sagte er.
weder die Frau noch einen
der anderen Anwesenden an;
er schaute blo hinunter au
f den Kaffee, schaute und
Du knntest dann jemanden sehen, wenn er direkt
vor dir hergeht, aber eben
nur dann. Du knntest nur das
sehen, was in der Richtung liegt
, in die du schaust, aber
nichts, was in einer anderen Richtung liegt. Wenn ein
tja, das wrs dann. Fr i
dich ja nicht bewegen.
Okay, sagte er, den Kaffee, die Tasse, mit beiden
Hnden haltend.
n zu haben, aber nicht
zu leben. Zu sehen und sogar zu begreifen, aber nicht zu
leben. Einfach nur hinauszusc
hauen. Zu erkennen, aber
nicht zu leben. Ein Mensch
kann sterben und trotzdem
weiterexistieren, Vielleicht ist das, was manchmal aus
den Augen eines Menschen au
f dich hinausschaut, schon
damals in seiner Kindheit ge
storben. Das, was in einem
Menschen schon tot ist, schaut
immer noch hinaus. Es ist
dich anblickt, der leere Kr-
wann gestorben und schaut nur
einfach weiter und weiter
Jemand anderes sagte: Genau
lich, zu sterben: wenn man
nicht mehr aufhren kann,
das anzustarren, was auch i
mmer vor dir ist. Da ist ir-
gendein verdammtes Ding, ge
nau vor dir, und du kannst
einfach nichts dagegen unter
nehmen, also zum Beispiel
noch das, was vor
dich hingestellt wi
rd, akzeptieren
Wie wrde es dir gefallen, in alle Ewigkeit auf eine
Bierdose zu starren? Vielleic
ht war das gar nicht mal so
schlimm. Wenigstens mte
man sich davor nicht frch-
Vor dem Abendessen, das sie im Speiseraum zu sich
nahmen, hatten sie Diskussion
sstunde. Verschiedene phi-
losophische Konzepte wurd
en von verschiedenen Mit-
und dann gemeinsam diskutiert.
Er sa mit im Scho gefalte
den Fuboden und lauschte da
rauf, wie sich die groe
Kaffeemaschine aufheizte; es klang wie
blub-blub,
das Gerusch machte ihm Angst.
Das Lebende gibt ununter
brochen seine Eigenschaf-
Alle saen im Raum verstreut auf Klappsthlen und
diskutierten das. Das Konzept schien ihnen vertraut zu
lche Stze Teile der Denk-
Neuen Pfades
und wurden vielleicht sogar
auswendig gelernt, damit ma
n wieder und wieder ber
Blub-Blub.
Das Nichtlebende drngt
strker vorwrts als das
Lebende.
Sie sprachen auch darber.
Blub-blub.
Das Gerusch,
sging, wurde lauter und
lauter und ngstigte ihn imme
r mehr, aber er bewegte
sich nicht und schaute nicht
hinber; er sa nur da, an
seinem Platz, und lauschte. Es war schwierig, zu hren,
Wir haben zuviel von dem in uns, was das Nichtle-
bende vorwrts treibt. Und
der Austausch kann nicht
mal jemand aufstehen und nachsehen, was mit dieser
Es gab eine Unterbrechung
, whrend jemand die Kaf-
feemaschine untersuchte. Er sa da, starrte nach unten,
zuviel unseres passiven Lebe
ns gegen die uere Wirk-
Sie diskutierten das. Die
hinter ihm, die ihn sanft
berhrte. Ned? Bruce? Wie
Okay. Er stand auf und folgte ihnen zur Kaffeema-
schauten ihm dabei zu, wie er
Sahne und Zucker in seine
Tasse tat. Sie schauten ihm dabei zu, wie er zu seinem
Stuhl demselben wie vorher
zurckkehrte; er hatte
ihn sich gut gemerkt, damit er ihn auch wiederfand, um
Mnch, der meditiert, ist
Er sa da und schaute auf
den leeren Becher; es war
ein Porzellanbecher. Als er
einen Aufdruck auf dem Bode
n und da die Glasur ge-
splittert war. Der Becher sah sehr
alt aus, aber er war in
Kreisfrmige Bewegung ist die toteste Form des Uni-
Eine andere Stimme sagte: Es ist Zeit.
Er wute die Antwort darauf. Zeit ist rund.
irgend jemand noch eine ab
schlieende Bemerkung ma-
Nun, man mu dem Weg de
des folgen; das ist die Grundregel, wenn man berleben
Eine andere, ltere Stimme sagte: Ja, die, die folgen,
berleben den Fhrer. Wie bei Christus. Nicht umge-
genau ab halb sechs nichts mehr ausgibt.
Sprecht whrend des
Sthle kreischten, knarrten. Er stand ebenfalls auf,
trug ganz wie die anderen se
inen alten Becher zurck
Reihe auf. Er konnte kalte Kleidungsstcke um sich her-
um riechen; gute Gerche, aber
kalt. Es klingt so, als
wrden sie sagen, passives Leben sei gut, dachte er. Aber
ist ein Widerspruch in sich.
Er fragte sich nach dem We
sen und der Bedeutung des
Lebens; vielleicht verstand er
blo noch nicht richtig,
was sie meinten.
ken war angekommen. Mehrer
e Leute standen mit Hau-
fen von Kleidern auf dem Ar
m herum, und einige hatten
sich Hemden angezogen,
um sie anzuprobieren und
Komplimente einzuheimsen. Hey, Mike, du bist ja ein
wahnsinnig scharfer Macker.
In der Mitte des Foyers sta
ger Mann mit lockigem Haar und einem Boxergesicht; er
fummelte stirnrunzelnd an se
inem Grtel herum. Wie
funktioniert denn das hier? Ich kapier einfach nicht, wie
man ihn am Verrutschen hindert. Und warum geht er
gen ausgesucht, wute aber nicht, wie man die Ringe
einklinken mute. Augenzwink
ernd blickte er um sich
und sagte: Ich glaube, die
haben mir einen gegeben, mit
dem sonst keiner klarkommen konnte.
Bruce trat hinter ihn, gri
ff um ihn herum und zog die
Dane, sagte Mike. Er whlte sich durch einen Stapel
von Hawaiihemden, die Lippe
n geschrzt. Zu Bruce ge-
wandt, sagte er: Wenn ich heirate, zieh ich eins davon
Hbsch, sagte er.
Mike schlenderte zur ande
ren Seite des Foyers hin-
ber, wo zwei Frauen standen; sie lchelten. Indem er
sich ein weinrotes Hemd mit Blumenmuster vor die Brust
hielt, sagte Mike: Ich geh he
All right, geht rein und ko
mmt essen, rief der Direk-
tor des Rehabilitationszentrums anfeuernd. Seine Stimme
klang so kraftvoll wie immer. Er winkte Bruce zu. Na,
Gut, sagte Bruce.
Ja, stimmte er zu, das
kommt vom Entzug. Knnte
ich nicht doch ein bic
Keine Chemikalien, sagte der Direktor des Zen-
ktor folgend. Von den Ti-
schen aus lchelten die anderen ihn an.
Nach dem Essen sa er auf halber Hhe der breiten
Treppe, die zum zweiten Stock fhrte. Keiner sprach ihn
an; derzeit fand gerade eine
Er sa da, bis sie zu Ende war. Alle Mitarbeiter tauchten
Er sprte, da sie ihn ansahe
n, und vielleicht sprachen
ihn auch einige an. Er sa
auf den Stufen, vornberge-
beugt, die Arme um sich gele
Auf den dunklen Teppic
h vor seinen Augen.
Bruce, komm mal mit in den Gemeinschaftsraum.
Eigentlich mtest du ja sc
hon auf deinem Zimmer sein
hrst du? Mit einem Wink
forderte Mike ihn auf, ihm
in den Gemeinschaftsraum, de
Gemeinschaftsraum waren, schlo Mike die Tr.
Bruce, sich ihm gegenber
mde zu sein; dicke Ringe langen um seine kleinen Au-
gen, und er rieb sich die Stirn.
Ich bin seit halb sechs heute morgen auf den Bei-
Ein Klopfen; die Tr ging einen Spaltbreit auf.
Mit erhobener Stimme brlle Mike: Ich mchte nicht,
da irgendwer hier hereinkommt; wir unterhalten uns.
Weit du, du solltest liebe
r dein Hemd ein paarmal
am Tag wechseln, sagte Mike. Ist ja furchtbar, wie du
Aus welcher Ecke des
Staates kommst du eigent-
schlecht geht. Ich hab das gleiche durchgemacht, vor
ungefhr anderthalb Jahren
. Sie haben mich immer im
Wagen durch die Gegend gefa
hren. Andere vom Perso-
nal. Hast du schon Eddie kennengelernt? Das groe, dr-
re Handtuch, das immer alle
Leute fertigmacht? Der hat
mich acht Tage lang pausen
los durch die Gegend kut-
schiert. Hat mich nie allein
gelassen. Mike brllte pltz-
lich: Wollt ihr wohl end
lich drauenbleiben? Wir sind
Geht und schaut eu
ch Fernsehen an.
Seine Stimme wurde leiser, und er blickte Bruce prfend
an. Manchmal mu man das tun. Jemanden nie allein
Bruce, pa auf, da du dir nicht das Leben nimmst.
Ja, Sir, sagte Bruce, zu Boden starrend.
Nenn mich nicht Sir!
Warst du bei der Armee,
Bruce? Hats daran gele-
gen? Bist du deswegen au
f dem Zeug hngengeblieben?
Nein.
Er gab nicht das geringste Gerusch von sich.
Sir, sagte Mike. Ich selbst hab zehn Jahre im
Knast gesessen. Einmal hab ich miterlebt, wie sich in
unserem Zellentrakt acht Type
n an einem Tag die Kehle
n. Wir muten mit den Fen in
nau das ist es, was ein Gefngnis ausmacht: Du schlfst
mit deinen Fen in der Toile
tte. Du bist nie im Knast
Nein, sagte er.
Aber andererseits hab ic
h Gefangene gesehen, die
achtzig Jahre alt waren und froh darber, zu leben und
die auch am Leben bleiben wo
llten. Ich erinnere mich
noch genau an die Zeit, als ich auf Dope war und scho;
ich hab zu schieen angefa
ngen, als ich noch ein Teena-
ger war. Sonst hab ich mir nie was zuschulden kommen
lassen. Ich hab mich nur
vollgeschossen und bin dann
fr zehn Jahre in den Bau ge
wandert. Ich hab so viel
geschossen Heroin und T du
rcheinander , da ich gar
nicht mehr fhig war, was ande
res anzustellen; ich hab
auer dem Stoff gar nichts
anderes mehr wahrgenom-
und lebe hier. We
it du, was mir am meisten auffllt?
ist, den ich bemerkt hab?
Ich kann das Wasser hren, wenn
wir in den Wald fahren
du wirst unsere anderen Ei
nrichtungen spter kennen-
lernen, die Farmen und das alle
s. Ich kann die Strae ent-
langgehen und die Hunde und Ka
tzen sehen. Ich hab sie
frher nicht mal bemerkt. A
lles, was ich gesehen hab,
war der Stoff. Er blickte
darum verstehe ich, wie du dich fhlst.
Es ist hart, sagte Bruce, von dem Zeug runterzu-
kommen.
Jeder einzelne hier ist davon runtergekommen. Na-
trlich fangen einige hinterher wieder damit an. Wenn du
von hier weggehen wrdest, w
rdest du auch wieder da-
mit anfangen. Du weit das.
Keiner von denen, die in
diesem Heim sind, hat ein
leichtes Leben gehabt. Ich
will damit nicht sagen, da
dein Leben leicht gewesen ist. Eddie wrde das vielleicht
sagen. Er wrde dir knallhar
t erklren, deine Probleme
seien lppisch. Aber Probleme
sind nie lppisch, bei kei-
nem. Ich sehe, wie mies du dich fhlst, aber ich hab
Menge besser. Wer ist dein Stubenkamerad?
John.
Ah ja, John. Dann bist
du also unten im Erdge-
Ja, es ist schn warm da
. Du wirst wahrscheinlich
sehr viel frieren. Die meisten von uns tun das, und ich
erinnere mich noch gut dran, wies bei mir war; ich hab
die ganze Zeit ber vor Klte
gezittert, und die Hosen
hab ich mir auch vollgesch
issen. Aber glaub mir, du
wirst das nicht noch einmal durchmachen mssen, wenn
du hier im
Neuen Pfad
Fr wie lange? sagte er.
Fr den Rest deines Lebens.
kann hier jedenfalls nicht mehr raus, sagte Mi-
ke. Ich wrde sofo
rt wieder an der Nadel hngen, wenn
ich wieder nach drauen gi
nge. Ich hab zu viele Kum-
pels drauen. Ich wrd wieder in die Scene einsteigen,
dealen und schieen, und dann
zurck in den Knast wan-
dern, aber diesmal fr zwan
zig Jahre. Weit du hey
Hast du Laura schon kennenge
Ein hbsches Mdchen,
ziemlich stmmig? Ganz
hbsche Figur?
mal zusammen in den Zoo wir nehmen den Kurzen
vom Direktor nchste Woch
e mit in den Zoo von San
Mehr Bammel als ich.
Schweigen.
Hast du berhaupt gehrt,
was ich gesagt hab? sag-
te Mike. Da ich Bammel ha
b, in den Zoo zu gehen?
Ich bin noch nie in eine
m Zoo gewesen, jedenfalls
knnt ich mich nicht dran
erinnern, sagte Mike. Was
macht man eigentlich in so ei
nem Zoo? Vielleicht weit
Man schaut in verschiede
ne Kfige und Freigehege
hinein.
Alle mglichen.
Wilde Tiere, denk ich mir. Normalerweise wilde
Im Zoo von San Die
go haben sie fast alle wilden Tie-
Die haben auch einen von
diesen wie heien die
Ich hab mal einen Werb
espot im Fernsehen gese-
hen, sagte Mike. Da kam ei
n Koalabr drin vor. Die
hpfen. Irgendwie erinnern di
e mich an ein ausgestopftes
Bruce sagte: Die Leute, die in den zwanziger Jahren
den guten alten Teddybren e
rfunden haben den, mit
dem die Kinder spielen ,
haben den Koalabren als
Vorbild genommen.
Ach, wirklich? Ich hatte
immer geglaubt, man mte
nach Australien fahren, um ei
nen Koalabren zu sehen.
In Australien gibts sie
in rauhen Mengen, sagte
Bruce, aber die Ausfuhr ist
verboten. Egal, ob von le-
benden Tieren oder von Felle
n. Sie wren frher mal fast
Ich bin nie weit rumgeko
mmen, sagte Mike, auer,
wenn ich Stoff von Mexiko rauf nach Vancouver in Bri-
tisch Kolumbien transportiert hab. Aber ich hab immer
die gleiche Route genommen, und darum hab ich nie
was gesehen. Ich bin einfach
nur mit Vollgas durch die
Gegend gedst, ums hinter
mich zu bringen. Ich fahr
dich danach fhlst, ich meine,
wenn du dich richtig mies
m. Ich werde fahren, und wir
knnen dabei reden. Mir mach
t das nichts aus. Eddie und
Danke.
en. Haben sie dich schon f
r den Kchendienst am Mor-
Nein.
Dann kannst du ja genaus
o lange pennen wie ich.
Wir sehen uns dann also beim
dich zu mir an den Tisch,
und ich mach dich mit Laura
bekannt.
Wann wollt ihr heiraten?
en uns freuen, wenn du
kommen wrdest. Natrlich wi
rd die Trauung hier im
Gebude sein, und darum werden sowieso alle dran teil-
nehmen.
Danke, sagte er.
Er sa im
und sie schrien auf ihn ein. Gesichter
berall, schreiende Gesichte
r; er senkte den Blick und
Wit ihr, was er ist? Ein Kumulchen! Der Klang
dieser Stimme, die noch schriller war als die anderen,
lie ihn aufblicken. Inmitten
Fratzen ein chinesisches Mdchen, das wie ein Dmon
ulchen, genau das bist du!
Kannst du dir einen runterholen? Kannst du dir einen
runterholen? sangen die anderen in endloser Wiederho-
lung auf ihn ein; der Kreis,
den sie auf dem Fuboden
Der Direktor des Zentrums,
und rosa Pantoffeln, lchelte
. Winzige, gesplitterte Glit-
zeraugen, wie die eines Gespen
stes. Sich vor und zurck
wiegend, die Beine unter
sich zusammengelegt, ohne
Los, wir wollen endlich sehe
n, wie du dir einen run-
Der Direktor schien es zu genieen, wenn seine Augen
freudiger Erregung. Wie ein tu
ntiger alter Schmierenko-
mdiant, der im Kreise seiner Verehrer hofhlt, einge-
hllt in den Mantel seines Charismas, paradiesvogelbunt,
sphte er umher und geno.
Und dann, von Zeit zu Zeit,
trillerte seine Stimme heraus, schabend und monoton,
Das Kumulchen! heu
lte ihm das chinesische
Mdchen entgegen; neben ihr
flatterte ein Mdchen wie
ein Vogel mit den Armen und
blies ihre Backen auf,
plop-plop. Hier! heulte
das chinesische Mdchen und
drehte sich herum, um ih
strecken, auf das sie dann
rend sie ihn zugleich anheu
lte: Dann k mir doch den
Arsch, Kumulchen! Er m
chte andere Leute kssen!
K doch das hier, Kumulchen!
Wir wollen endlich sehen,
wie du dir einen runter-
holst! psalmodierte die Fam
ilie. Hol dir
Kumulchen!
Er schlo die Augen, aber
seine Ohren hrten immer
noch.
Du Tunte, sagte der Direktor langsam zu ihm. Mo-
noton. Du dmliches Stck
Scheie. Du Pimmel. Du
Dreck. Du Arschwichser. Du Weiter und weiter.
Seine Ohren nahmen immer noch Gerusche auf, aber
die Tne vermischten sich
schaute nur einmal kurz auf, als er Mikes Stimme er-
kannte, die sich ber die anderen Stimmen erhob, als der
Lrm fr einen Moment ein we
nig abebbte. Mike sa da
und starrte ihn teilnahmslos an; sein Gesicht war ein bi-
chen gertet und die Haut se
ines Nackens wund und ge-
schwollen von dem zu engen Kragen seines Hemdes.
Bruce, sagte Mike. Was ist mit dir los? Was hat
dich hierhergebracht? Was
mchtest du uns erzhlen?
Kannst du uns berhaupt irge
ndwas ber dich erzhlen?
Tunte! kreischte George
, auf und ab hpfend wie
ein Gummiball. Was warst du, du Tunte?
Das chinesische Mdchen sprang auf, schrill krei-
schend: Erzhls uns, du Sc
Arschficker! Scheihaufen! Pisser!
Du Arschwichser, sagte der Direktor. Du
Schwchling. Du Gewichs. Du
der Worte und schlielich auch die Worte selbst.
Das einzige, was er noch sprte, war Mike; Mike, der
ihn ansah, ihn ansah und laus
chte, aber nichts hrte. Er
wute nichts, er erinnerte sich
an nichts, er fhlte kaum
er war sogar ein bichen froh darber.
Schau mal hier hinein, sagte eine Frau. Hier brin-
gen wir die Freaks unter.
Er sprte eine unbestimmte
Angst, als er die Tr ff-
sich ein Lrm, dessen Ausma
ihn berraschte; aber er
saen und die Kinder mit Mi
lch und Babynahrung ftter-
ten. Rick, der Koch, gab zu
erst den beiden ltlichen
nder, whrend alle anderen
Ein chinesisches Mdchen,
das Teller in den Speise-
saal trug, lchelte ihn an und sagte: Du magst Kinder?
Du kannst dich zu den Kind
Du kannst sie spter auch
mal fttern, so in ein oder
zwei Monaten. Sie zgerte.
Wenn wir sicher sein kn-
nen, da du sie nicht schlgst
. Wir haben hier eine Regel:
werden.
Okay, sagte er. Ihm wurde warm ums Herz, und er
fhlte sich pltzlich wieder
lebendig, als er die Kinder
der krabbelte ihm auf den Sc
ho. Er begann, das Kind
mit einem Lffel zu fttern. Das Kind und er selbst,
dachte er, fhlten sich nun
gleichermaen geborgen. Das
chinesische Mdchen lchelte
ihm zu und ging dann mit
Eine lange Zeit ber sa er
mitten zwischen den Kin-
dern und hielt erst eines, da
nn ein anderes. Die beiden
n Kindern und kritisierten
boden waren ber und ber
mit greren und kleineren
Essensbrocken und Schmierfleck
en bedeckt; erschrocken
stellte er fest, da schon alle Kinder gefttert worden
waren und nun in das groe Spielzimmer strmten, um
sich Zeichentrickfilme im Fernsehen anzuschauen. Lin-
kisch beugte er sich vor, um
zuwischen.
Nein, das ist nicht deine Aufgabe! sagte einer der
Okay, stimmte er zu. Als er sich wieder erhob, stie
er sich den Kopf an der Ti
schkante. Seine Hnde waren
Geh und hilf dabei, den Speisesaal sauberzuma-
chen! sagte der andere Mann
zu ihm. Er hatte einen
Einer von den Kchenhelfer
n sagte im Vorbergehen
zu ihm: Du brauchst eine Er
laubnis, um bei den Kindern
Verwirrt stand er da und nickte.
Das ist was fr die Alten, sagte der Kchenhelfer.
Babysitten. Er lach
te. Fr die, die nichts anderes
mehr knnen. Er ging weiter.
Ein Kind ein kleines Mdchen war in der Nische
zurckgeblieben. Es muster
te ihn mit groen Augen und
Ich hab dich gefragt, wie dun heit?
Zgernd berhrte er ein St
ck Rindfleisch, das auf
sich immer noch warm, weil er sich der Gegenwart des
Kindes an seiner Seite bewu
t war; er berhrte ihren
Kopf, aber nur kurz.
Mein Name ist Thelma, sagte das Kind. Hast du
deinen Namen vergessen? Si
e ttschelte ihn. Wenn du
deinen Namen fters vergit,
kannst du ihn dir doch auf
die Hand schreiben. Soll ich dir zeigen, wie? Sie tt-
Wird er denn nicht abgegeben? fragte er sie. Wenn
ich ihn mir auf die Hand sc
hreibe und dann irgendwas
tue oder ein Bad nehme, wird er doch sofort wieder ab-
gewaschen.
Oh, verstehe. Sie nickte.
Tja, du knntest ihn auch
an die Wand schreiben, be
r deinen Kopf. In dem Zim-
mer, wo du drin schlfst. Am besten ganz weit oben, da-
mit er nicht weggewischt werden kann. Und wenn du
Nein, das ist doch
Name. Du heit bestimmt
anders. Und auerdem is
ts ein Mdchenname.
Hm, mal berlegen, sagte er und dachte angestrengt
Das nchste Mal, wenn wir
uns treffen, werde ich dir
einen Namen geben, sagte Thelma. Ich denk mir ei-
Du wohnst doch auch hier, oder? sagte er.
Ja, aber meine Mami drfte
weg. Sie ist noch am berlege
n, ob sie von hier weggeht
und uns mitnimmt, mich
hatte, war von ihm gewichen.
Urpltzlich, ohne erkennba
ren Grund, rannte das Kind
Ich sollte mir selbst eine
enken, ent-
schied er; eigentlich ist das
doch meine eigene Aufgabe.
rum er das tat; da war nichts
Besonderes zu sehen. Bruce,
dachte er; das ist mein Name. Aber es mte noch einen
anderen, besseren Namen gebe
n als den, dachte er. Die
Wrme, die ihm noch geblie
ben war, verschwand nach
und sehr weit weg von sich
selbst und verloren. Und
nicht sehr glcklich.
Eines Tages konnte Mike West
away es so hindrehen, da
er losgeschickt wurde, um
Gemses abzuholen, die ein
ortsansssiger Supermarkt
dem
doch vergewissert hatte, da
ihm niemand vom Personal
folgte, ttigte er einen Telef
onanruf und traf dann in ei-
Sie saen zusammen drauen, und auf dem Holztisch
zwischen ihnen standen Coke und Hamburger.
Haben wir es wirklich geschafft, ihn einzuschleu-
sen? erkundigte sich Donna.
Ja, sagte Westaway. Aber bei sich dachte er: Der
Typ ist so total au
sgebrannt. Ich frage mich, ob uns das
weiterbringt. Ich frage mich
, ob wir damit wirklich einen
entscheidenden Erfolg verb
ucht haben. Und doch mute
Sie haben noch keinen
Verdacht geschpft?
Nein, sagte Mike Westaway.
Donna sagte: Sind Sie sich eigentlich sicher, da sie
das Zeug anbauen?
Nein. Aber das zhlt nicht.
Die da oben glauben es.
Mors ontologica.
Tod der Seele. Der Identitt. Des
Wird er dazu fhig sein, zu handeln?
die vorberstrmten, mit schwermtigem Blick, whrend
Wer kann das schon sagen?
Man kann es nie mit Sicherheit wissen, bis der ent-
scheidende Augenblick da ist.
Eine vage Erinnerung. Ein
paar durchgeschmorte Gehirnze
llen, die noch ein bichen
weiterflackern. Wie ein Reflex.
Reagieren, nicht agieren.
Wir knnen nur hoffen. Erinnern Sie sich, was Paulus in
nung und Selbstaufgabe bis
dunkelhaarige Mdchen, das
ihm gegenbersa, und ihr
nein, dachte er; ich mu vo
n ihm immer nur als Bruce
denken. Andernfalls gebe ic
h zu, da ich zuviel wei:
Dinge, die ich nicht wissen
wa, warum Bruce so viel von ih
r hielt. Jedenfalls damals,
als er noch fhig war, zu denken.
Er ist sehr grndlich auf
worden, sagte Donna in einem, wie es ihm vorkam, un-
gewhnlich hoffnungslosen Tonfall. Und gleichzeitig
huschte ein Ausdruck von Tr
auer ber ih
entstellte es. Ein so hoher Pr
eis, sagte sie dann wie zu
Er dachte: Aber es gibt keinen anderen Weg. Anders
kann man nicht hineinkommen.
kann nicht hinein-
an denken, wie lange ich es versucht habe. Sie werden
nur eine ausgebrannte Hlle
wie Bruce hereinlassen. Je-
manden, der harmlos ist. Er wrde so sein mssen wie
nicht eingehen. Das ist ihr Grundsatz.
Die Regierung verlangt sc
hrecklich viel, sagte Don-
Das Leben verlangt schrecklich viel.
Sie hob ihren Blick und starrte ihn voller mhsam un-
terdrckter Wut an. In diesem Fall doch wohl die Bun-
ngt es von Ihnen, von mir,
von Sie unterbrach sich. V
on dem, was einmal mein
Er ist immer noch Ihr Freund.
Donna sagte heftig: Ja, das, was von ihm brigge-
Das, was von ihm briggeb
lieben ist, dachte Mike
nach dir. Auf seine Weise
jedenfalls. Auch er fhlte
sich niedergeschlagen. Aber
der Tag war schn, die Mens
chen und die Autos ringsum
lieen seine Stimmung wied
er besser werden, und die
Luft roch gut. Und endlich
bestand wieder Aussicht auf
Erfolg; das beflgelte ihn am meisten. Sie waren so weit
auch noch schaffen.
Donna sagte: Ich glaube wi
rklich, es gibt nichts, was
des Geschpf zu opfern, ohne
da dieses Geschpf je-
Wenn er es nur verstehen wrde und sich freiwillig
zur Verfgung stellen wrde.
Aber Sie hob resignie-
rend die Hnde. Er wei es ni
cht; er hat es nie gewut.
Natrlich hat er das. Es gehrt zu seinem Job.
Es ist ihm nie zu Bewutsein gekommen, und auch
kein aktives Bewutsein mehr hat. Sie wissen das genau-
sogut wie ich. Und er wird ni
e wieder in seinem Leben,
nie wieder, solange er lebt,
ein aktives Bewutsein ha-
auf uns. Ich spre es auf meinem Rcken. Wie ein
Leichnam. Ich trage einen
Leichnam mit mir herum
Bob Arctors Leichnam. Auch
wenn er klinisch gesehen
noch lebt. Ihre Stimme war laut geworden; Mike We-
cher Anstrengung zwang sie sich wieder zur Ruhe. Von
den anderen Holztischen hatte
n schon andere Gste, die
dort genuvoll ihre Hamburge
r und Shakes verzehrten,
fragend herbergeblickt.
doch einmal unter diesem Aspe
jemanden verhren, der keinen Verstand hat.
Ich mu zurck zur Arbeit, sagte Donna. Sie schau-
te auf die Armbanduhr. Ich
werde ihnen berichten, da
alles okay zu sein scheint,
wenn man von dem ausgeht,
Warten Sie bis zum Winter, sagte Westaway.
Winter?
Bis dahin wird es dauern. Fragen Sie nicht, warum,
aber so ist es nun mal; entwed
er wird es im Winter klap-
pen, oder es luft berhaupt nicht. Wir werden es dann
schaffen oder nie. Genau zur Sonnenwende, dachte er.
Ein angemessener Zeitpunkt. Dann, wenn alles tot ist
und unter dem Schnee begraben.
Der Winter der Seele.
Wenn der
Nur am Schlafen, sagte Westaway. Er erhob sich.
Ich mu auch abhauen. Ich mu eine Fuhre Gemse
abholen.
Donna starrte ihn mit einem Blick an, in dem zugleich
stumme Trauer, Schmerz und Bestrzung lagen.
Fr die Kche, sagte Westaway sanft. Mhren und
Salat. Richtiges Gemse.
permarkt, fr uns Arme vom
Neuen Pfad.
da ich das gesagt habe. Es so
llte kein Witz sein. Es soll-
te berhaupt nichts bedeuten.
Er ttschelte ihre in Leder
gehllte Schulter. Und als er das tat, kam ihm auf einmal
der Gedanke, da vielleicht Bob Arctor diese Jacke als
Geschenk fr sie gekauft hatte in besseren, glckliche-
ren Tagen.
Wir arbeiten schon lange in
dieser Angelegenheit zu-
sammen, sagte Donna in ge
dmpftem, ruhigem Tonfall.
Ich mchte nicht mehr viel lnger daran arbeiten. Ich
wnsche mir, da das endlich aufhrt. Manchmal, wenn
ich nachts nicht schlafen ka
nn, denke ich mir: Scheie,
wir sind klter als sie. Als der Gegner.
Ich sehe nichts Kaltes, we
nn ich Sie anschaue, sagte
sehr genau. Was ich allerdi
ngs sehe und ich glaube
nicht, da ich mich tusche , ist einer der warmherzig-
kennengelernt habe.
Ich bin nach auen hin
warm, und die Leute knnen
nur die Auenseite sehen.
Warme Augen, ein warmes
aber innendrin bin ich die
ganze Zeit ber kalt und voller
Lgen. Ich bin nicht das, was ich zu sein scheine; in
Wirklichkeit bin ich schrecklich. Die Stimme des Md-
chens blieb ruhig, und whre
nd sie sprach, lchelte sie.
Ihre Pupillen waren gro
und sanft und ohne Arglist.
Aber dann wieder sage ic
h mir, da es nicht anders
be das vor langer
mich gezielt so gemacht, wie
lich ist das gar nicht so schlecht. Auf diese Weise be-
kommt man alles, was man will. Und bis zu einem ge-
wissen Grad ist jeder so. Nur
eines an mir ist tatschlich
schlimm ich bin ein Lgne
r. Ich habe meinen Freund
angelogen. Ich habe Bob Arct
or die ganze Zeit ber be-
logen. Ich habe ihm sogar ei
nmal gesagt, er solle blo
nichts von dem glauben, was ic
h sagte, aber natrlich hat
er gedacht, ich wrde nur scherzen; er hat nicht auf mich
gehrt. Aber nachdem ich es
ihm einmal gesagt habe, lag
es doch nur noch an ihm, ob er von da an noch auf mich
hren und mir glauben wollte
oder nicht. Ich habe ihn
gewarnt. Aber er hat das, wa
s ich ihm gesagt habe, sofort
wieder vergessen und einfach weitergemacht. Ist einfach
auf seinem Weg weitergegangen
, ohne nach rechts oder
links zu schauen.
Das Mdchen entfernte sich langsam vom Tisch. O-
kay, dann gibt es soweit al
so nichts, was ich berichten
mte. Auer Ihrer optimistis
chen Einschtzung. Einfach
nur, da er eingeschleust wo
rden ist und sie den Kder
geschluckt haben. Sie habe
n nichts aus ihm herausge-
kriegt bei diesen Sie sc
hauderte. Diesen gemeinen
Richtig.
Dann bis spter. Sie hie
lt inne. Die Regierungsleu-
Im Winter oder nie, sagte Westaway. Zur Winter-
Das ist Quatsch, sagte Do
nicht mehr. Wir wrden das,
was wir tun, nicht tun ms-
Das sind die meisten Sachen
. Als sie sich langsam
noch ein paar Schritte zurckzog,
folgte er ihr, weil er sich
zu ihr hingezogen fhlte; Zune
igung fr sie empfand. Ich
glaube nicht, da Sie Ihre
n Freund zerstrt haben. Mir
scheint, Sie sind genausosehr
zerstrt worden, ebensosehr
ein Opfer. Nur trit
t so offen zutage.
Aber wie dem auch sei es
Ich werde in die Hlle
kommen, sagte Donna. Sie
lchelte pltzlich, ein bre
ites, jungenhaftes Grinsen.
Meine katholische Erziehung.
und wenn man heimkommt, si
nd lauter kleine McDo-
nalds-Hamburger drin.
Und die sind aus Truthahnscheie, sagte Donna.
Und dann, ganz pltzlich,
war sie verschwunden. Hatte
sich zwischen den ziellos
dahineilenden Menschen ver-
flchtigt; er blinzelte. Ob Bo
b Arctor das gleiche gefhlt
blick war sie noch da, und si
e schien so dauerhaft zu
sein, als wrde sie fr alle Ew
igkeit auch bleiben; dann
nichts. Verschwunden wie Fe
uer oder Luft, ein Element
der Erde, das in die Erde zurckkehrt. Sich mit den Je-
dermann-Menschen vermischt, die es immer gab und
immer geben wird. In ihrer
Mitte ausgegossen. Das Md-
wandelt. Das kommt und geht
, ganz wie sie will. Und
niemand, nichts, kann sie fassen.
Ich versuche, den Wind mit
te er. Und das hatte auch Arct
or versucht. Wie sinnlos es
doch ist, dachte er, einen
Rauschgiftagenten der Regie-
rung festhalten zu wollen. Sie sind substanzlos. Schatten,
die mit dem Hintergrund vers
chmelzen, wenn ihr Job das
von ihnen fordert. Als ob sie
eigentlich schon vorher gar
nicht dagewesen wren.
Arctor, dachte er, hat ein
von den Behrden geschaf-
fenes Trugbild geliebt, eine
holografische Projektion,
durch die ein gewhnlicher Me
nsch wieder und wieder
hindurchgehen kann, nur um
am Ende allein herauszu-
kommen. Allein und ohne auch
nur fr einen Augenblick
wirklich in ihr Innerstes eingedrungen zu sein in das
Mdchen selbst.
Der Wille des Herrn, berlegte er, ist es, aus dem B-
sen das Gute zu erschaffen. Wenn Er hier aktiv ist, tut Er
wahrnehmen knnen; der Proz
e liegt unter der Oberfl-
che der Wirklichkeit verborgen
und kommt erst viel sp-
ter zum Vorschein. Vielleicht fr unsere Nachgeborenen,
jene armseligen Wesen, di
e nichts von dem Kampf wis-
sen werden, den wir durchgest
anden haben, und nichts
von den Verlusten, die wir
hinnehmen muten auer,
wenn sie vielleicht in einer Funote zu einem unbedeu-
tenden Buch einen Hinweis darauf finden. Irgendeine
kurze Randnotiz, in der nicht einmal die Namen der Ge-
Irgendwo, dachte er, sollte
man ein Denkmal mit den
Namen all jener errichten, di
e in diesem Krieg gestorben
sind. Und auch derer sollte
noch schlimmere Schicksal zute
il geworden ist, nicht zu
sterben. Die weiterleben mut
en, ber ihren Tod hinaus.
Ich habe das Gefhl, da D
onna ein Sldner ist. Je-
mand, der nicht auf der gew
hnlichen Gehalts
liste steht.
Und solche Sldner sind noch
mehr als die anderen wie
rschwinden fr immer. Man
Nirgendwo. Weil sie nmlich sowieso nie dagewesen ist.
Mike Westaway nahm wieder
an dem Holztisch Platz,
um seinen Hamburger aufzue
ssen und seine Coke auszu-
trinken. Denn das war immerh
in noch besser als alles,
was man ihnen im
Neuen Pfad
Der Gedanke, Donna zurckzurufen, den Versuch zu
unternehmen, sie zu finden oder sie zu besitzen Ich
suche das, was auch Bob Arct
or gesucht hat, und darum
allem. Auch vorher war sein
e Existenz schon tragisch.
Einen Luftgeist zu lieben
das war die eigentliche Tra-
gdie. Die Hoffnungslosigkeit an sich. Ihr Name wrde
in keinem Buch erscheinen
. Nirgendwo in den Annalen
der Menschheit: kein Wohnort,
kein Name. Es gibt sol-
che Mdchen, dachte er, und genau die liebst du am mei-
sten: die, bei denen es keine Hoffnung gibt, weil sie sich
dir gerade in dem Moment,
da du deine Hnde um sie
schliet, auch schon entzogen haben.
Also haben wir ihn vielleic
ht vor einem noch schlim-
Fr einen guten und ntzlichen Zweck.
Wenn wir Glck haben.
Kennst du irgendwelche Geschichten? fragte Thelma
Ich kenne die Geschichte vom Wolf, sagte Bruce.
Vom Wolf und der Gromutter?
Nein, sagte er. Vom schwarzweien Wolf. Er lebte
oben in einem Baum und sprang von dort aus wieder und
wieder hinunter auf die Tiere des Bauern. Eines Tages
schlielich rief der Bauer a
lle seine Shne und die Freun-
de seiner Shne zusammen, und
sie stellten sich rund um
e Wolf heruntersprang. Am
Ende strzte sich der Wolf
tatschlich auf ein rudiges
braunes Tier, und da wurde
er in seinem schwarzweien Mantel von ihnen allen ge-
meinsam erschossen.
Oh, sagte Thelma, das ist aber schlimm.
Baum schnellte, und bewahrte
n seinen wunderschnen
Pelz auf, damit jene, die auf ihn folgten, jene, die nach
ihm kamen, sehen konnten, wie er ausgeschaut hatte, und
ihn in all seiner Kraft u
nd Herrlichkeit bewundern konn-
ten. Und zuknftige Genera
tionen erzhlten sich voller
Ehrfurcht die vielen Geschichten, die sich um seine Tap-
ferkeit und seine Wrde rankten, und sie beweinten sei-
nen Tod.
Warum haben sie ihn erschossen?
Es mute sein, sagte er. Wlfe wie den mu man
Kennst du sonst noch irgendwelche Geschichten?
Nein, sagte er, das ist die einzige Geschichte, die
ich kenne. Und er sa da und
erinnerte sich daran, wie
sehr der Wolf seine berle
genen Fhigkeiten genossen
hatte und was fr ein gutes Ge
fhl es gewesen war, sich
wieder und wieder mit diesem geschmeidigen Krper
vom Baum hinunterzuschnellen.
Krper nicht mehr; sie hatten den Wolf niedergeschos-
sen. Und das wegen ein paar
magerer Tiere, die sowieso
re, die nie sprangen und die au
f ihren Krper nicht stolz
sein konnten. Aber anderers
eits und das mochte auf
se Tiere immer irgendwie vorwrts. Und der schwarz-
weie Wolf hatte sich nie bekl
agt; er hatte nichts gesagt,
nicht einmal dann, als sie ih
n erschossen. Seine Klauen
waren immer noch tief in seine Beute vergraben gewe-
sen. Aus keinem besonderen Grund. Nur, weil das eben
so seine Art war und er es gerne tat. Er konnte sich nicht
anders verhalten, kannte kein
en anderen Le
bensstil. Und
Ich bin der Wolf, rief
Thelma und sprang unge-
uff, wuff! Sie schnappte
nach verschiedenen Gegenst
nden und verfehlte sie doch
Ordnung war. Zum ersten Mal sah er, da sie hirnge-
ihn mit einer unbestimmten
Er sagte: Du bist nicht der Wolf.
Aber trotzdem stolperte sie nach wie vor, als sie her-
umtappte und herumhinkte; trot
zdem blieb, wie er pltz-
lich begriff, die Hirnschdigung weiter bestehen. Er frag-
te sich, wie es mglich war, da
Ich unglckselger Atlas! Eine Welt,
Die ganze Welt der Schmerzen mu ich tragen,
Ich trage Unertrgliches, und brechen
ein solches Ma an Leid existieren konnte. Er ging weg.
Hinter ihm spielte sie immer noch. Sie strauchelte und
fiel. Was mag man dabei empfinden? fragte er sich.
Er wanderte den Korridor entlang, weil er den Staubsau-
ger suchte. Es war ihm aufg
das groe Spielzimmer zu saug
en, in dem die Kinder den
grten Teil des Tages verbrachten.
Die Halle hinunter rechts. Jemand wies ihm den

Anm. d. bers.:
Deutsch im Original
Danke, Earl, sagte er.
Als er vor der geschlossenen
Tr stand, wollte er ei-
gentlich erst klopfen, aber dann
In dem Raum stand eine alte Frau, die drei Gummibl-
le in der Hand hielt, mit denen sie jonglierte. Ihr graues,
strhniges Haar hing ihr bis
sich ihm zu und grinste i
hn zahnlos an. Sie trug weie
Sportsckchen und Te
nnisschuhe. Er sah, da ihre Augen
tief in den Hhlen lagen;
grinsende, eingesunkene Au-
Schaffst du das auch? schnaufte sie und warf alle
drei Blle hoch in die Luft. Si
e fielen herab, trafen sie,
sprangen auf den Fuboden. Sie beugte sich ber die Bl-
le und lachte. Aus ihrem Mundwinkel tropfte Speichel.
Nein, sagte er und stand
einfach nur da, zutiefst er-
Aber ich. Das dnne alte
Geschpf, dessen Armge-
ten, hob die Blle wieder
nd versuchte es noch mal.
Jemand erschien ne
ben Bruce in der
sich neben ihn, um ebenfalls zuzuschauen.
Wie lange bt sie schon? sagte Bruce.
Ganz schn lange. Der andere rief der Frau zu:
Versuchs noch mal. Bald
hast du den Dreh raus!
Die alte Frau gackerte, w
hrend sie sich niederbeugte
und mit den Hnden umhertas
Einer ist da drben, sagt
e die Person neben Bruce.
Unter dem Nach
Ohhhhhhh! keuchte sie.
au wieder und wieder neue
Versuche unternahm die B
lle fallen lie, die Blle
wieder aufhob, sorgfltig zielte
, sich selbst ausbalancier-
te, die Blle hoch in die Luft
warf und sich dann krmm-
manchmal auf den Kopf trafen.
Die Person neben Bruce sc
hnffelte und sagte nase-
rmpfend: Donna, du solltest
gehen. Du bist nicht sauber.
Seltsam berhrt sagte Bruce: Das ist nicht Donna. Ist
das wirklich Donna? Er hob de
n Kopf, um die alte Frau
zu beugen, und er sprte ei
als sie seinen Blick erwiderte, aber sie lachte, lachte, als
sie die drei Blle auf ihn warf,
begierig, ihn zu treffen. Er
duckte sich.
Nein, Donna, das sollst du
doch nicht tun, sagte die
Person neben Bruce zu ihr. N
icht nach anderen Leuten
werfen. Probier einfach nur, das nachzumachen, was du
im Fernsehen gesehen hast.
Du weit schon, fang sie
selbst wieder auf und werf si
e sofort wieder hoch. Aber
Okay, stimmte die alte Frau
zu und eilte davon, ge-
bckt und klein. Die drei
Gummiblle, die immer noch
Die Person neben Bruce schlo die Tr, und sie gin-
gen gemeinsam durch die Halle. Wie lange ist Donna
Lange. Sie war schon da, bevor ich gekommen bin,
und das ist sechs Monate her. Sie versucht seit ungefhr
Dann ist das nicht Donna, sagte er. Nicht, wenn sie
schon so lange hier ist. Ich
bin nmlich gerade erst vor
einer Woche hierhergekommen.
Und Donna, dachte er,
hat mich mit ihrem MG hier
hergefahren. Ich erinnere
mich daran, weil wir anhalte
n muten, um Khlflssig-
keit nachfllen zu lassen. Und da sah sie noch gut aus.
Ruhig und gelassen, mit dunkl
en, traurigen Augen, in
Lederjckchen und Stiefeln,
mit dem Geldbeutel, an dem
der Hasenfu baumelte. So, wie sie immer aussieht.
Dann ging er weiter, immer noch auf der Suche nach
dem Staubsauger. Er fhlte sich
verstand nicht, warum.
Bruce sagte: Knnte ich irge
ndwo arbeiten, wo es Tiere
Nein, sagte Mike, ich glaube, ich werde dich auf
eine unserer Farmen schicken. Ich mchte, da du es erst
mal mit Pflanzen versuchst,
ein paar Monate lang. Drau-
en im Freien, wo du den Bo
den berhren kannst. Die
Menschen versuchen viel zu
oft, nach dem Himmel zu
greifen. Diese ganzen Raum
hochschicken Ich mchte, da du mit dem Boden
Mike erklrte: Der Boden is
t lebendig. Die Erde lebt
noch. Das wird dir gut tun.
Hast du Ahnung von Land-
wirtschaft? Weit du, wie man st, den Boden kultiviert
Verstand zurckkommen soll,
dann mu das auf natrli-
chem Wege geschehen. Du
kannst nicht durch eigene
Anstrengungen wieder zu de
nken lernen. Du kannst nur
immer weiter arbeiten, also zum Beispiel auf unseren
Gemseplantagen wie wir sie nennen die Saat aus-
streuen oder den Boden beste
llen. Oder Insekten vernich-
ten. Das machen wir viel
Insekten mit der richtigen
Sorte Sprays ausrotten. Wir sind allerdings bei der Ver-
wendung von Sprays sehr vor
nnen mehr
Schaden anrichten, als sie Nu
tzen bringen. Sie knnen
nicht nur die Ernte oder de
n Boden vergiften, sondern
auch den, der sie benutzt. Sein Gehirn angreifen. Er fg-
Okay, sagte Bruce.
Man hat dich eingesprht, dachte Mike, als er auf den
Mann ihm gegenber blickte,
einer Wanze geworden. Wenn man eine Wanze mit ei-
nem Gift besprht, dann s
tirbt sie; wenn man einen
Mann, sein Gehirn, damit besp
rht, dann wird er zu ei-
nem klickenden und klackenden
Insekt, das sich fr im-
mer in einem geschlossenen
Kreis bewegt. Eine Reflex-
maschine, wie eine Ameise. Eine Maschine, die immer
hirn sich aufgelst hat.
Und zugleich mit dem Gehirn auch jener Mensch, der
einmal aus diesem Kopf he
rausschaute. Jener Mensch,
den ich nie gekannt habe.
Aber wenn er an den richtig
en Ort und in
die richtige
Stellung gebracht wird, kann
er vielleicht immer noch
hinunterschauen und den B
oden sehen. Und erkennen,
da dieser Boden existiert. U
nd etwas, das lebt, das also
anders ist als er, darin einp
flanzen. Auf da es wachse
und Frucht bringe.
Denn genau das ist es ja, wa
s er oder es nicht mehr
kann: Diese Kreatur neben
mir ist gestorben und kann
darum niemals wieder wachse
n. Es kann nur nach und
nach immer mehr verfallen, bis das, was brigbleibt,
Jemand, der tot ist, dachte
Mike, hat keine groe Zu-
kunft mehr. Fr gewhnlich ha
t er nur noch seine Ver-
Und fr Arctor-Fred-Bruce gibt es nicht einmal mehr
die Vergangenheit, sondern
nur noch den gegenwrtigen
Neben Mike, auf dem Beifahrersitz des von ihm ge-
steuerten hauseigenen Wagens
, hpfte die eingefallene
Ich mchte zu gerne wissen,
dachte Mike, ob es wirk-
Neue Pfad
nen Stoff in die Welt hinausgeschickt hat, um ihn zu dem
nehmen konnten.
Und um auf diese Weise, d
achte er, inmitten des Cha-
os eine Zivilisation nach
ihrem Bilde aufzubauen. Wenn
Er wute es nicht. Er war
noch nicht lange genug beim
Neuen Pfad
gewesen; ihre Ziele, so
hatte der Direktor ihn
einmal belehrt, wrde er erst
erfahren drfen,
wenn er fr
Jene Ziele, hatte der Direkt
or gesagt, hatten nichts mit
enschtigen zu tun.
Niemand auer Donald, dem
Direktor, wute, wo die
Gelder herkamen, mit denen sich der
Neue Pfad
finan-
zierte. Aber es war immer ge
ngend Geld da. Tja, dachte
Mike, man kann schon eine sc
hne Stange Geld machen,
wenn man Substanz T herste
llt. Drauen auf verschiede-
nen lndlichen Farmen in abge
schiedener Lage, in klei-
nen Lden, in
schlielich Verkauf. Profite a
llerorten. Sie reichten be-
stimmt dafr, da der
Neue Pfad
gedeihen konnte und wahr
Fr eine ganze Reih
Die sich daraus bestimmten, was der
Neue Pfad
genhandels zustndige Regier
von dem der grte Teil der f
fentlichkeit, ja selbst die
Polizei, keine Ahnung hatte.
Wie Heroin war auch Substanz T organisch und kei-
neswegs ein Laborprodukt.
Und darum war es nicht ohn
e Doppelsinn, wenn er,
wie so oft, nun dachte, da
all diese Profite dazu beitru-
gen, den
Neuen Pfad
gut bei Kasse zu halten und ihn
Die Lebenden, dachte er, so
llten nie dazu benutzt wer-
den, den Absichten der Toten
zu dienen. Aber die Toten
er warf einen flchtigen Blick auf Bruce, die leere Hl-
le neben ihm sollten, wenn
mglich, den Absichten der
Lebenden dienen.
konnten, dann mochten sie sich vielleicht besser fhlen,
Die Toten, dachte Mike,
die immer noch sehen kn-
nen, selbst wenn sie nichts mehr begreifen: Sie sind unse-
Unter dem Ausgu in der Kche, bei den Seifenkisten
und Brsten und Eimern, fa
nd er ein kleines Knochen-
stckchen. Es sah irgendwie
menschlich aus, und er frag-
Dieser Fund weckte in ihm
die Erinnerung an ein Er-
eignis, das schon sehr lange
zurckliegen mute. Einmal
hatte er mit zwei andere
namens Fred zu besitzen, di
e unter dem Ausgu lebte.
Und als sie einmal total ple
ite gewesen waren, so pfleg-
ten sie ihren Bekannten zu erzhlen, hatten sie den armen
Vielleicht war das hier ei
ner der Knochen jener Ratte,
die unter dem Ausgu gehaust hatte. Die sie erfunden
Dieser Typ war noch ausgeflippter, als er nach auen
hin wirkte. Ich sprte das.
Eines Tages fuhr er hinauf
nach Ventura und kurvte berall rum, um einen alten
Freund zu suchen, der landeinwrts in Richtung Ojai
wohnte. Er erkannte das Haus
sehen, hielt an und fragte die Leute, ob er mit Leo spre-
chen knne. Leo is
t schon tot. Tut mir leid, da Sie das
nicht wuten. Und darauf sagt dieser Typ zu ihnen:
Okay, dann komme ich eben
nchsten Donnerstag noch
mal wieder. Und er fuhr weg, fuhr zurck die Kste run-
ter, und ich schtze, da er
am Donnerstag wieder rauf-
Er hrte ihrer Unterhaltung
zu und trank dabei seinen
es funktioniert echt, das Telefonbuch, in dem nur
eine einzige Nummer drinsteh
will, man whlt immer diese eine Nummer. Seite um Sei-
te immer nur die gleiche Nummer ich sprech natr-
lich von ner total ausgeflip
pten Gesellschaft. Und in
deiner Brieftasche hast du diese Nummer auch,
die
Nummer, hingekritzelt auf
schiedene Leute. Und wenn
du die Nummer vergit,
dann knntest du
niemanden
Du knntest die Auskunft anrufen.
Die hat dieselbe Nummer.
Er hrte immer noch zu; er fand den Ort, den sie da
beschrieben, sehr interessant. Wenn man anrief, hrte
man vielleicht Kein Anschl
u unter dieser Nummer,
sind falsch verbunden. Haben
Sie vielleicht die falsche
Nummer gewhlt? Und darum rief man noch mal an,
whlte einfach wieder dieselbe Nummer, und diesmal
Wenn man zum Arzt ging es
gab nur einen, und der
war Spezialist fr alles , dann gab es nur eine Medizin.
Nachdem der Arzt einen untersucht hatte, pflegte er im-
mer diese Medizin zu verschreiben. Man brachte das Re-
zept zur Apotheke, um es dor
t einzulsen, aber der Apo-
theker konnte nie lesen, wa
s der Doktor geschrieben hat-
te, und darum gab er einem die einzige Pille, die er hatte,
nmlich Aspirin. Und das half immer, ganz egal, was
man hatte.
Verrat, stand immer dieselbe
Strafe, und das war die To-
desstrafe. Es gab zwar Bem
hungen, die Todesstrafe ab-
zuschaffen, aber dazu durft
kommen, weil es dann ja zum Beispiel fr Verkehrsge-
fhrdung berhaupt keine St
rafe mehr gegeben htte.
Also blieb man bei der alte
n Regelung, und das Volk
zehrte sich von innen heraus
aus und starb. Aber eigent-
lich konnte man in diesem Fall wohl doch nicht von
Sterben sprechen die B
rger waren schon vorher tot
gewesen. Sie verblaten ei
nfach nur ein bichen mehr,
und lsten sich dann am E
nde nur irgendwie endgltig
Er dachte: Und wenn die Le
ute dann hren, da der
sagen, Mchte ja zu gerne wissen, was das eigentlich fr
Menschen waren. Hm tja, am besten kommen wir am
Donnerstag noch mal wieder.
Obwohl er sich nicht si-
cher war, lachte er, und als er seine Geschichte laut er-
Dieser Satz wurde bald zu
wenn einer der Insassen de
er zu sagen: Tja, dann komme ich wohl am besten am
Donnerstag noch mal wiede
r. Im allgemeinen wurde
dieser Slogan ihm zugeschrie
ben. Sein Spruch. Wie bei
den Trickfilmen im Fernsehe
n, in denen Woche fr Wo-
che als besonderes Erken
nungszeichen die gleichen
Samarkand House, und alle wuten, was damit gemeint
Als sie sich spter eines Abends beim
seitig fr die Dinge lobten,
ihnen in die
Gemeinschaft des
Neuen Pfades
eingebracht hatte, wie
mor eingebracht zu haben. Er
hatte die Fhigkeit mitge-
bracht, die Dinge als spaig
anzusehen, ganz egal, wie
schlecht er sich auch fhl
en mochte. Alle im Kreis
klatschten, und als er berrasc
ht aufblickte, sah er einen
. Alle Augen waren voller
Wrme und Einverstndnis au
Gerusch ihres Applauses blie
b noch lange in ihm, ganz
Gegen Ende August dieses Ja
hres, zwei Monate nachdem
liefert worden war, wurde er
auf eine th
Farm im Napa Valley berstellt, das sich im Hinterland
wird auch das Weinland
genannt, weil es dort viele
Donald Abrahams, der Di
rektor der Neue-Pfad-
Stiftung, unterzeichnete den berstellungsbefehl. Der
Vorschlag dazu war von Mi
chael Westaway gekommen,
einem Angehrigen seines Mitarbeiterstabes, der beson-
ders daran interessiert war,
nicht geholfen hatte. Um de
r Wahrheit die Ehre zu ge-
ben, mute man sogar zugebe
n, da sein Zustand durch
Dein Name ist Bruce, sagte der Manager der Farm,
als Bruce steif aus dem Wagen stieg, seinen Koffer hinter
mit der Landwirtschaft klarkommst, Bruce.
Okay.
Ich glaube, es wird dir hi
er besser gefallen, Bruce.
Ich glaube, es wird mir hier besser gefallen, sagte
Der Farmmanager blickte ihn
prfend an. Man hat dir
Ja, sie haben mir einen
hob tastend die Hand, um se
inen geschorenen Kopf zu
Warum?
Sie haben mir die Haare a
bgeschnitten, weil sie mich
im Quartier der Frauen gefunden haben.
War das dein erster Haarschnitt?
Nein, das war mein
Nach einer Pause sagte
Bruce: Einmal bin ich gewa
ltttig geworden. Er stand
da, den Koffer immer noch
in der Hand; der Manager
gebrochen.
Was hast du gemacht?
Ich habe ein Kissen geworfen.
Okay, Bruce, sagte der Manager. Komm mit, und
ich zeige dir, wo du schlafen
wirst. Wir haben hier kein
Haupthaus; je sechs Personen haben zusammen eine
kleine Htte. Sie schlafen
und kochen u
nd wohnen da,
wenn sie nicht gerade arbeiten.
Hier gibt es keine Spiele-
Sitzungen, nur die Ar
Bruce schien das zu gefallen;
ein Lcheln erschien auf
Magst du Berge?
Der Farmmanager wies nach rechts.
Schau mal da hin. Berge. Ke
in Schnee, aber Berge. Santa
Rosa liegt links; auf den H
ngen da wachsen schn groe
Trauben. Wir bauen keine Trauben an. Verschiedene ande-
Schau sie dir an. Der Manager wies mit der rechten
Hand auf die Berge. Bruce schaute nicht hin. Wir wer-
den dir einen Hut besorgen, sagte der Manager. Ohne
Hut kannst du mit deinem ka
hlgeschorenen Kopf nicht
drauen auf den Feldern arbe
iten. Geh nicht hinaus zur
Arbeit, bis wir einen Hut fr dich haben. Klar?
Ich werde nicht zur Arbeit
gehen, bis ich einen Hut
habe, sagte Bruce.
Ich mag Luft, sagte Bruce.
Yeah, sagte der Manager
ffer wieder aufzunehmen
und ihm zu folgen. Er fhlte
sich irgendwie gehemmt, als
er Bruce anblickte; er wut
e nicht, was er sagen sollte.
Wenn Leute wie dieser hier
ankamen, ging es ihm immer
so. Wir alle mgen die Luft,
Bruce. Wirklich. Das ist uns
allen gemeinsam, ja. Er d
Werde ich meine Freunde wiedersehen? fragte Bru-
Du meinst, die von da, wo du bisher gewesen bist? In
unserer Einrichtung in Santa Ana?
Mike und Laura und George und Eddie und Donna
Die Leute aus den Wohnheimen kommen nicht hin-
aus auf die Farmen, erluter
te der Manager. Die Far-
men sind geschlossene Einr
ichtungen. Aber mglicher-
weise kannst du ein- oder zweimal im Jahr zurckgehen.
Manchmal finden Zusammenknfte statt, zu Weihnach-
ten und auch zu
Bruce war stehengeblieben.
Die nchste, sagte der Manager und gab ihm zu-
gleich einen Wink, wieder
weiterzugehen, ist zu
Thanksgiving.
Wir schicken die Arbeiter aus diesem
Anla fr zwei Tage in die
Zentren zurck, aus denen sie
ursprnglich zu uns gekommen
sind. Dann gehts wieder
zurck nach hier, bis Weihnachten. Also wirst du deine
Freunde wiedersehen. Wenn si
e nicht in andere Zentren
berstellt worden sind. In dr
ei Monaten. Aber du sollst
doch keine Zweierbeziehunge
n aufbauen hat man dir
das denn nicht erklrt? Du sollst nur einen Teil der Ge-
samtheit der Familie werden.
Das wei ich, sagte Bru
ce. Wir muten das alle
auswendig lernen, als Teil des Glaubensbekenntnisses
Neuen Pfades.
Er sphte umher und sagte: Kann
ich einen Schluc
k Wasser haben?
Wir werden dir zeigen, wo hier die Wasserkrne
sind. Du hast einen in deiner H
gemeinschaftliche Zapfstelle
fr die ganze Familie. Er
fhrte Bruce zu einer der Htten, die aus Fertigteilen be-
standen. Die Farmen sind ge
schlossene Einrichtungen,
weil wir mit Neuzchtungen un
d Hybriden experimentie-
ren und vermeiden wollen, da
diese Pflanzen von Insek-
ten befallen werden. Jeder, der hier hereinkommt sogar
Angehrige des Mitarbeiterstabes knnte Schdlinge
einschleppen, die sich in se
inen Kleidern, an seinen
Schuhen oder in seinen Haar
Ein amerikanischer Festtag, der sich in
whlte nach Zufallskriterien ei
ne Htte aus. Deine ist 4-
Du kannst ja irgendeinen
Gegenstand an die Tr na-
du leicht im Gedchtnis beha
lten kannst. Am besten was
Farbiges. Er stie die Tr
der Htte auf; ein Schwall
heier, abgestandener Luft quoll ihnen entgegen. Ich
denke, wir werden dich zuer
st bei den Artischocken ein-
mssen die haben Dornen.
Zum Teufe wir haben hier
auch Pilze. Experimen-
telle Pilzkulturen, natrlic
jeder, der Zuchtpilze anbaut,
mu seine Kulturen einsie-
geln , damit keine krankhe
itserregenden Sporen herein-
werden nmlich durch
te. Der Manager verfolgte ihn
Bruce, sagte der Manager. Wach auf.
Er stand in dem schalen Dunkel der Htte, den Koffer
immer noch in der Hand, und
nickte. Okay, sagte er.
Sie nicken ein, sobald es
dunkel ist, dachte der Mana-
Ein Gemse unter Gemsen,
dachte er. Ein Pilz unter
licht an und zeigte dann Bruce,
wie es zu bedienen war.
Bruce schien sich nicht daf
r zu interessieren; er hatte
da, sie unverwandt anstarrend, sich ihrer Existenz zum
ersten Mal bewut.
Berge, Bruce, Berge, sagte der Manager.
Berge, Bruce, Berge, sagte Bruce und starrte nur
Okay, Bruce, sagte der
der Htte hinter sich, wobei er
dachte: Ich glaube, ich soll-
te ihn zu den Mhren stecken
. Oder zu den Runkelrben.
Und dort, da in der andere
n Htte, noch ein Gemse.
Da hat er wenigstens Gesells
chaft. Sie knnen ihre Leben
gemeinsam wegnicken, imme
r schn im Einklang. Rei-
hen von ihnen. Ganze Morgen.
Sie drehten ihn so, da er auf das Feld schauen konnte,
und er sah die Weizenhren,
die sich wie ausgefranste
Schattenrisse gegen den Hi
mmel abhoben. Mllanbau,
Er beugte sich nieder und
sah einen kleinen, blauen
Bltenkelch, der dicht ber
dem Boden wuchs. Und nicht
nur einen, sondern viele, au
f niedlichen, sich im Wind
wiegenden Stengeln. Wie Stoppeln. Spreu.
te, um sie auszumachen, sah er
, da es eine Menge dieser
Blumen gab. Regelrechte Fe
lder davon, zwischen den h-
her aufragenden Reihen von
verborgen. Viele Farmer benut
zten diese Pflanztechnik:
eine Feldfrucht inmitten eine
r anderen, in konzentrischen
Ringen. Auf diese Art, erinnert
e er sich, legten auch die
Farmer in Mexiko ihre Marijuana-Plantagen an: einge-
kreist umringt von hohe
n Gewchsen, so da die
drales
sie nicht vom Jeep aus
entdecken konnten. Aber
Und wenn die
eine solche Hasch-Plantage
tief unter sich ausmachten
seine Frau, ihre Kinder und sogar das Vieh mit Maschi-
nenpistolen zusammen. Und fl
ogen dann wieder ab. Und
ihre Suche vom
Hubschrauber aus ging weiter, unter-
All die Blumen, so lieblich und klein und blau.
Was du da siehst, das ist die Blume der Zukunft,
sagte Donald, der Direktor des
Neuen Pfades.
Aber fr
Warum nicht fr mich? fragte Bruce.
Das wre dann doch zuviel
des Guten, sagte der Di-
rektor. Er kicherte. Also
hoch mit dir und Schlu mit
auch wenn es das frher ei
nmal war. Einen Vorschein
des Unendlichen ist es das,
was du hier wachsen siehst?
Deinem Gesichtsausdruck n
ach knnte man das glatt
meinen. Er klopfte Bruce
krftig auf die Schulter. Dann
senkte er seine Hand vor Br
uces Gesicht und beraubte
die gefrorenen Augen des Anblicks.
Weg, sagte Bruce. Frhlingsblumen weg.
Nein, du kannst sie einfach nur nicht sehen. Das ist
ein philosophisches Problem,
das du nicht begreifen
Lehre von der Erkenntnis.
Bruce sah nur die Innenflche von Donalds Hand, die
das Licht von ihm fernhielt,
und er starrte darauf, tausend
Jahre lang. Der dunkle Schirm
Er schlo sich um ihn;
war von jeher um ihn geschlossen gewesen; wrde sich
in alle Ewigkeit um ihn schlieen, um die toten Augen
auerhalb der Zeit, Augen,
die nicht wegschauen konn-
ten, und eine Hand, die sich nicht wegbewegen wrde.
s Universum gleich ihm in
diesem Augenblick, da alles ineinandergriff, erstarrte; als
es gleich ihm in der eisigen Klte des Begreifens gefror.
Jede Vorwrtsbewegung hrte
fr ihn auf. Es gab nichts,
was er nicht wute; es gab
nichts, was noch htte ge-
schehen knnen.
Zurck an die Arbeit, Bruce, sagte Donald, der Di-
Ich habe es gesehen, sagt
e Bruce. Er dachte: Ich ha-
be es gewut. Es ist gesche
hen: Ich habe gesehen, wie
Substanz T wchst. Ich habe
gesehen, wie der Tod aus
der Erde spriet, aus dem Boden selbst, auf einem blauen
Der Farmmanager und Donald Abrahams wechselten
einen flchtigen Blick und schauten dann hinunter auf
die kniende Gestalt, auf
den knienden Mann und die
Mors ontologica,
die berall zwischen den sie verber-
genden Weizenhren angepflanzt war.
Zurck an die Arbeit, Bruce, sagte der kniende
Mann daraufhin und erhob sich auf die Fe.
Donald und der Farmmana
ger schlenderten davon,
hinber zu ihrem geparkten Li
ncoln. Sie unterhielten sich
miteinander; er sah zu ohne sich umzudrehen, ohne
, wie sie wegfuhren.
Dann aber bckte Bruce sich,
pflckte eine der kleinen
blauen Pflanzen und steckte
sie in seinen rechten Schuh,
um sie vor neugierigen Blic
ken zu verbergen. Ein Ge-
schenk fr meine Freunde, dachte er, und tief in seiner
Seele, wo niemand es sehen
konnte, freute er sich schon
auf Thanksgiving.
Der dunkle Schirm
erzhlt die Geschichte einer Gruppe
von Menschen, die fr das, was
sie taten, viel zu hart be-
straft wurden. Eigentlich wollte
n sie sich nur einen guten
Tag machen und ihren Spa dabei haben, aber sie waren
wie Kinder, die auf der Strae spielten; sie konnten se-
hen, wie einer nach dem ande
berfahren, verstmmelt, ausgelscht , aber sie spiel-
Eine Zeitlang waren wir wirk
lich alle sehr glcklich.
Wir saen nur herum und rack
erten uns nicht ab, sondern
machten nur Unsinn und spielten. Aber die Zeit war so
schrecklich kurz bemessen, und die Strafe, die dann folg-
he Ma: Sogar als wir sie
schon sehen konnten, vermoc
hten wir nicht daran zu
glauben, da sie ber uns kommen wrde. Gerade, wh-
rend ich das hier schreibe, ha
be ich zum Beispiel erfah-
ren, da die Person, auf der
die Gestalt des Jerry Fabin
basiert, Selbstmord begangen hat. Einer meiner Freunde,
der fr die Gestalt des Ernie Luckman Pate stand, starb
schon, bevor ich den Roman
anfing. Fr einige Zeit war
ich selbst eines dieser Kinder, die auf der Strae spielen;
genau wie die anderen von ihne
n versuchte ich, zu spie-
len, statt erwachsen zu sein
, und auch ich bin dafr be-
straft worden. Auch ich steh
e auf der weiter unten abge-
druckten Liste, die eine Auf
zhlung jener ist, denen ich
sen, was aus jedem einzelnen davon wurde.
Drogenmibrauch ist keine Krankheit, sondern eine
Entscheidung, vergleichbar
mit der Entscheidung, vor
einem heranrasenden Wagen hi
naus auf die Fahrbahn zu
sondern als Fehlentscheidung.
Wenn eine ganze Gruppe
von Menschen so zu handeln
beginnt, dann wird aus der
ung eine gesellschaftliche
ein Lebensstil. Das Motto di
eses speziellen Lebensstils
stirbst. Aber das Sterben be
ginnt praktisch auf der Stel-
le, und das Glcklichsein is
t nur eine Erinnerung. Dem-
nach ist dieser Lebensstil eigentlich nur eine Beschleuni-
gung, eine Intensivierung der gewhnlichen menschli-
chen Existenz. Er unterscheide
t sich im Prinzip nicht von
Ihrem Lebensstil, er ist blo sc
hneller. Alles spielt sich in
Wochen oder Monaten statt
in Jahren ab. Nimm das
edit, wie Villon 1460 sag-
te. Aber das ist ein Fehle
r, wenn das Bargeld ein Penny
und der Kredit ein ganzes Leben ist.
Der dunkle Schirm
hat keine Moral; er
steht nicht in der
mans. Der Roman soll nicht
aussagen, da diese Menschen
falsch gehandelt
haben, als
sie spielten, statt si
ch abzurackern; er beschreibt nur die
schaftlicher Reflex auf die
Entdeckung der Wissenschaft,
In diesem Roman hi
ngegen gibt es kein
Schicksal, son-
dern nur Nemesis, da jeder
von uns sich dafr htte ent-
scheiden knnen, nicht lnger au
f der Strae zu spielen.
Die Nemesis aber, die ber jene
kam, die weiterspielten,
sagen kann. Ich selbst ic
mans; ich bin der Roman. Doch zu jener Zeit war das
unsere gesamte Nation. Dieser Roman handelt von mehr
Personen, als ich selber geka
nnt habe. ber einige davon
haben wir oft in den Zeitungen gelesen.
Die Entschei-
en und Bldsinn zu ma-
chen, whrend das Tonband
ler, der in unserem Jahrzehnt, den sechziger Jahren, ge-
macht worden ist, sei es nun innerhalb oder auerhalb
Entwicklung berrollte uns.
Wir wurden von schreckliche
n Ereignissen dazu ge-
zwungen, aufzuhren.
dann bestand sie darin, da di
die sie sich machten, immer weiter ausdehnen wollten
und dafr bestraft wurden, ab
er wenn es so war, dann bin
r Ansicht, da diese Strafe
viel zu hart war, und ich w
rde es vorziehen, diese Dinge
nur in griechischen oder mo
ralisch neutralen Kategorien
Ich habe sie alle geliebt. Hier ist die Liste jener, denen
Der dunkle Schirm

denten Richard Nicon, die
ihren Hhepunkt in der Wa-
Fr Ray
Fr Francy
Fr Kathy
Fr Jim
Fr Nancy
Fr Joanne
Fr Nick
Fr Dennis
permanente Schdigung der Bauch-
permanente Psychose und perma-
nenter Gefschaden
und fr so viele andere.
In Memoriam. Sie alle waren meine Kameraden; es
gibt keine besseren. Sie blei
ben in meinem Herzen, und
ebung zuteil werden. Der
Feind war ihre Entscheidung,
zu spielen. Mgen sie alle
wieder spielen, auf irgendeine andere Weise, und mgen
ENDE

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